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Tatort: Dein gutes Recht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Folge 1277 der Reihe Tatort
Titel Dein gutes Recht
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 90 Minuten
Produktions­unternehmen SWR
Regie Martin Eigler
Drehbuch Martin Eigler
Produktion Nils Reinhardt
Musik Richard Ruzicka
Kamera Andreas Schäfauer
Schnitt Claudia Lauter
Premiere 27. Okt. 2024 auf Das Erste
Besetzung
Episodenliste

Dein gutes Recht ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom SWR produzierte Beitrag ist die 1277. Tatort-Episode und wurde am 27. Oktober 2024 im SRF, im ORF und im Ersten ausgestrahlt. Die Ludwigshafener Ermittlerinnen Lena Odenthal und Johanna Stern ermitteln in ihrem 80. bzw. 21. Fall.

Auf einen nächtlichen Notruf der Rechtsanwältin Patricia Prinz hin findet Lena Odenthal in der Kanzlei den angeschossenen Ehemann Jasper und die verängstigte Anwältin. Jasper erliegt in der Nacht seinen Verletzungen. Das Kaliber der Kugel passt zur Waffe von Patricia Prinz. Sie hatte sich schon länger bedroht gefühlt und deshalb einen Waffenschein beantragt. Die Anwältin gibt an, keine Angaben zu dem oder den Tätern machen zu können, aber sie mache sich Vorwürfe, weil sie kurz zuvor mit ihrem Mann gestritten hätte.

Die Ermittlungen von Lena Odenthal und Johanna Stern zeigen, dass Jasper Ünel keine Feinde hatte – im Gegensatz zu seiner Frau, die als Arbeitsrechtlerin vorwiegend für Arbeitgeber tätig ist. Ein erster Anhaltspunkt ist ein zweites Verbrechen, das sich zeitgleich bei einem der Klienten der Stadt ereignete, als in einem Callcenter eingebrochen und wichtige Daten aus dem System gelöscht wurden. Dieses Callcenter wurde, da hier häufig Kündigungen ausgesprochen wurden, regelmäßig von Patricia Prinz vertreten. Odenthal spricht mit diesen Kündigungsopfern und erfährt, wie skrupellos die Anwältin gegen sie vorgegangen sei. Unter den vielen Fällen ist der von Marie Polat, einer alleinerziehende Mutter, die aufgrund der Kündigung im Callcenter und damit ohne Einkommen um das Sorgerecht für ihr Kind bangt. Ihre Mitbewohnerin, Luisa Berger, versucht, ihr zu helfen, und hatte deshalb ohne Wissen von Polat die Dateien im Callcenter gelöscht, weil sie hoffte die Kündigung damit rückgängig machen zu können. Mittlerweile wird Polat deshalb von Callcenterchef Piet Sievert bedrängt und sogar in ihrer Wohnung aufgesucht. Als er zudringlich wird, geht Berger dazwischen, schlägt ihn nieder und verfrachtet ihn in den Kofferraum ihres Autos. Anschließend drängt sie Polat dazu, mit ihrem Sohn unterzutauchen, um das Kind nicht zu verlieren. Damit machen sich beide so verdächtig, dass die Polizei sie verfolgt. Berger, die bewaffnet ist, stellt sich der Polizei entgegen und schickt Polat mit dem Jungen allein weg. Mit Callcenterchef Sievert aus dem Kofferraum als Geisel verschafft sie Polat Zeit für deren Flucht. Odenthal kann das Einsatzkommando davon überzeugen, nicht sofort zuzugreifen und Berger zum Aufgeben zu bewegen. Als die Frau auf dem Feldweg der Polizei entgegen geht, nutzt Sievert seine Chance zur Rache und fährt mit dem Auto auf die inzwischen wehrlose Berger zu. Odenthal will ihn mit zwei Schüssen stoppen und verletzt ihn dabei, wofür sie sich später disziplinarisch verantworten muss. Berger wird festgenommen, aber da keine Schmauchspuren nachgewiesen werden können, kann sie auch nicht auf Jasper Ünel geschossen haben.

Johanna Stern beleuchtet den privaten Hintergrund der Anwältin. Offensichtlich stand die Ehe kurz vor dem Aus, und Jasper Ünel hatte vor, seine Frau zu verlassen. Als Dozent für Rechtswissenschaften hat er sich bei seinen Studenten nicht selten über den verleumderische Stil von Anwaltsschreiben geäußert und dabei offensichtlich Beispiele aus der Kanzlei seiner Frau verwendet. Odenthal findet es nun sehr verdächtig, als Patricia Prinz schon einen Tag nach dem Tod ihres Mannes ein Schießtraining absolviert. Möglicherweise wollte sie so einen Test auf Schmauchspuren bei ihr verhindern. Eine belastende Aussage von Luisa Berger verdichten diesen Verdacht. Denn Berger hatte nicht nur im Callcenter eingebrochen, sondern zuvor auch in der Kanzlei Prinz. Da sie hier keine Unterlagen erbeuten konnte, weil Ünel noch spät Abend anwesend war, hatte sie es dann im Callcenter versucht. Doch so wurde sie Zeugin des Mordes, weil sie sich in der Kanzlei verstecken musste, um nicht entdeckt zu werden. Da Prinz die Waffe aus dem Fenster geworfen hatte, konnte Berger sie finden und an sich nehmen. An die Polizei wollte sie sich nicht wenden, weil sie vorbestraft ist und Problemen aus dem Weg gehen wollte.

Odenthal und Stern konfrontieren die Anwältin mit ihren Ermittlungsergebnissen und nehmen sie fest.

Der Film wurde vom 13. Juni 2023 bis zum 14. Juli 2023 in Ludwigshafen, Baden-Baden und Karlsruhe gedreht.[1] Die Premiere erfolgte am 2. September 2024 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein.[2]

Rainer Tittelbach von Tittelbach.tv schrieb in seiner Kritik: „‚Tatort – Dein gutes Recht‘ nimmt die Verdächtigen in dem Mordfall ebenso akribisch unter die Lupe wie die Akteure innerhalb des Kripo-Apparats. In verschiedenen Spielarten prallen immer wieder Erfahrung und übertriebener Ehrgeiz aufeinander. Hierarchiegerangel und Geschlechterkampf werden nicht wie oft nur behauptet, sondern gründlich durchgespielt.“[3]

Für prisma.de kritisiert Eric Leimann: „Drehbuchautor und Regisseur Martin Eigler erzählt im Krimi ‚Tatort: Dein gutes Recht‘ eine Geschichte, bei der man in der ersten Hälfte ganz schön aufpassen muss, um nicht den Anschluss zu verlieren. Was daran liegt, dass verschiedene Figuren vorgestellt werden, die erst mal unverbunden nebeneinander stehen – und dann noch zum Teil unchronologisch erzählt werden. “[4]

Auch Christian Buß meinte im Spiegel: „Dem Zuschauer tat sich […] über Strecken ein komplexes Geflecht aus Rückblenden auf. Über drei Zeitebenen zog sich die Geschichte, die unterschiedliche Arten von Machtmissbrauch ins Visier nahm.“ „Doch leider kippt der aktuelle Krimi dann im zweiten Teil. Wo der Plot zuvor hoch verdichtet, zeitlich verschachtelt und in den Charakterzeichnungen fordernd war, da ächzt er nun mit plakativen Ansagen und unplausiblen Wendungen als Geiseldrama auf die Ziellinie zu.“[5]

Simone Sarnow urteilte für SWR3: Bei diesem Tatort darf „man sich nicht groß ablenken lassen sollte, um da den Überblick nicht zu verlieren. Außerdem gibts ein paar Längen in diesem Fall und etwas zu sehr gewollte Handlungen. Und trotzdem hat sich für mich am Ende daraus ein spannender Fall ergeben.“[6]

Oliver Armknecht von film-rezensionen.de meinte: Der Krimi „fängt klassisch an, wenn der Mord an einem Anwalt geklärt werden muss, bevor wild durch die Zeit gesprungen wird und verschiedene Handlungsstränge parallel laufen. Das ist eine Herausforderung, die am Ende nicht belohnt wird, da sich der Film in zu vielen Themen verliert und dabei zudem völlig konstruiert wird.“ „Auch wenn es grundsätzlich schon zu begrüßen ist, wenn versucht wird, sich von alten Erzählstrukturen zu befreien und einen eigenen Weg zu suchen, dieser hier führt nur in die Irre.“[7]

Einschaltquoten

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Die Erstausstrahlung von Dein gutes Recht am 27. Oktober 2024 wurde in Deutschland von 8,09 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 29,0 % für Das Erste.[8]

Der Film war für den Rheingold Publikumspreis 2024 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein nominiert.[2]

Einzelnachweise

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  1. Tatort: Dein gutes Recht bei crew united, abgerufen am 22. September 2024.
  2. a b Dein gutes Recht. Tatort des SWR. In: Filme. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein gGmbH, August 2024, abgerufen am 22. September 2024: „Nominiert für den Rheingold Publikumspreis 2024“
  3. Tatort – Dein gutes Recht. In: Tittelbach.tv. Abgerufen am 19. November 2025.
  4. Sind vor dem Gesetz wirklich alle gleich? In: prisma.de. Abgerufen am 19. November 2023.
  5. Tatort – Dein gutes Recht-Filmkritik. In: spiegel.de. Abgerufen am 19. November 2025.
  6. Tatort – Dein gutes Recht-Filmkritik. In: SWR3. Abgerufen am 19. November 2025.
  7. Tatort – Dein gutes Recht-Filmkritik. In: film-rezensionen.de. Abgerufen am 19. November 2025.
  8. Mario Thunert: Primetime-Check: Sonntag, 27. Oktober 2024. Quotenmeter.de, 28. Oktober 2024, abgerufen am 28. Oktober 2024.