Tatort: Der hundertste Affe

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Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Der hundertste Affe
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
Radio Bremen
Länge 89 Minuten
Einordnung Folge 987 (Liste)
Erstausstrahlung 16. Mai 2016 auf Das Erste
Stab
Regie Florian Baxmeyer
Drehbuch Christian Jeltsch
Musik Stefan Hansen
Kamera Peter Joachim Krause
Schnitt Friederike Weymar
Besetzung

Der hundertste Affe ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Radio Bremen produzierte Beitrag wurde am 16. Mai 2016 im Ersten ausgestrahlt. In dieser 987. Tatort-Folge ermitteln die Bremer Kommissare Lürsen und Stedefreund ihren 33. Fall.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umweltaktivistin Luisa Christensen droht, das Trinkwasser der Stadt Bremen mit einem Pflanzenschutzmittel zu vergiften, wenn nicht der Biochemiker Dr. Urs Render in spätestens 13 Stunden auf freien Fuß gesetzt wird. Der sitzt in Untersuchungshaft, nachdem er sein Labor bei der Sachs AG angezündet hat und ein Kollege dabei ums Leben kam. Er schweigt aber eisern. Befördert wird die Drohung durch rot gefärbtes Wasser aus einer Dusche im Stadionbad, bei der eine ältere Dame durch Herzschlag ums Leben kommt. Unterdessen wird der Krisenstab eingerichtet und Vorbereitungen zur Wasservergiftung getroffen. Die Erpresser haben die Kamera an dem PC von Helen Reinders gehackt und sind dadurch recht gut unterrichtet.

Dem Krisenstab werden Filmaufnahmen aus Mali zugespielt, wo es 57 Tote gab und die Umweltaktivisten um Tom Vegener und Luisa Christensen überzeugt sind, dass die Ursache Pestizide der Sachs AG sind. Tom Vegener kommt vor Ort um. Nachdem ein Ultimatum verstreicht, machen die Erpresser Ernst und leiten, technisch geschickt, Pestizide ins Trinkwasser ein. Die Wasserversorgung wird zentral unterbrochen. Trotzdem wird es 17 Tote geben. Lürsen und Stedefreund begeben sich ohne MEK ins Apartment, aus dem der Anruf zum Ultimatum umgeleitet wurde. Sie fahren beide mit dem Aufzug in den 7. Stock, während die Erpresser das Treppenhaus nehmen.

Lürsen ist am Boden zerstört angesichts der Toten und der Ermittlungen in die falsche Richtung. Dann werden Insider-Informationen durch einen Blogger ins Netz gestellt und der Pöbel macht Jagd auf den malischen Maschinenbau-Studenten Dabo Fofana. In Panik ruft er Luisa Christensen an, die ihn wegdrückt. Lürsen und Stedefreund können ihn beschützen und geben an den Krisenstab weiter, dass er für das THW gearbeitet hat. Wild entschlossen eilt Luisa Christensen zu den vorbereiteten Fässern mit Pflanzenschutzmittel, macht ein Foto und fordert die Übergabe von Dr. Render. Endlich bemerkt BKA-Beamtin Linda Selb die aktivierte Kamera am PC und dreht den Spieß um, indem sie alle Daten und Videos der Erpresser löscht. Fofana gibt unter Druck den Einsatzort der restlichen Pflanzenschutzmittel bekannt: die Breminale. Renders Tochter und Ehefrau von Tom Vegener, Luisa Christensen, trifft sich mit Stedefreund und geht zu ihrem Vater in den Verhörraum. Die Kommissare verfolgen deren Entzweiung und nehmen die verbohrte Christensen fest, die immer noch den Trumpf des vorbereiteten Anschlags – während der Pressekonferenz ihres reumütigen Vaters – in Händen hält. Der beherzte Einsatz der Ermittler macht dem Spuk ein Ende.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde vom 16. Juni 2015 bis 17. Juli 2015 in Bremen gedreht.[1]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Baxmeyer inszeniert das Katastrophenszenario zwar mit kunstvoll entfesselten Kamerafahrten, und Jeltsch hat den hastig einberufenen Krisenstab als wunderbares Panoptikum gefühlsvereister Profis angelegt. Es fehlt aber eine verbindliche Dramaturgie: Das mögliche Massensterben in der Stadt lässt einen seltsam unberührt, und der Antrieb der Ökoterroristen ist letztendlich nur ein ungelöster Vater-Tochter-Konflikt.“

„Tolle Schauspieler, grandiose Bilder […], aber die Geschichte ist kompliziert, mit Tendenz zur Unübersichtlichkeit. […] Es ist allerdings eine Qualität, wenn eine Geschichte so rasant erzählt ist, dass auch derjenige irgendwie dranbleibt, der die Geschichte nicht versteht. Dieser Tatort ist in dem Sinne mitreißend, dass man als Zuschauer, wie im Abstiegskampf, irgendwann erschöpft ist und darauf hofft, alles möge bitte bald zu Ende sein – und gut ausgehen. Besonders für das kleine, stolze, sehr tapfere Bremen.“

Einschaltquote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Der hundertste Affe am 16. Mai 2016 wurde in Deutschland von 7,85 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 22,5 % für Das Erste.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tatort: Der hundertste Affe bei crew united
  2. Christian Buß: "Tatort" über Ökoterroristen. Mein Vater, das Gentechnikmonster. In: Kultur. Spiegel Online, 13. Mai 2016, abgerufen am 13. September 2016: „5 von 10 Punkten“
  3. Holger Gertz: "Tatort" aus Bremen. Schwitzen im War-Room. Süddeutsche Zeitung, 16. Mai 2016, abgerufen am 13. September 2016.
  4. Manuel Weis: Primetime-Check: Pfingstmontag, 16. Mai 2016. Quotenmeter.de, 17. Mai 2016, abgerufen am 13. September 2016.