Tatort: Der schwarze Troll

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Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelDer schwarze Troll
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Radio Bremen (RB)
Länge88 Minuten
EinordnungFolge 533 (Liste)
Erstausstrahlung25. Mai 2003 auf Das Erste
Stab
RegieVanessa Jopp
DrehbuchThea Dorn
ProduktionRadio Bremen Filmproduktion
MusikLoy Wesselburg
KameraJudith Kaufmann
SchnittElke Schloo
Besetzung

Der schwarze Troll ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalreihe Tatort der ARD und des ORF. Der Film wurde von Radio Bremen produziert und am 25. Mai 2003 erstmals ausgestrahlt. Es handelt sich um die 533. Tatort-Folge. Für Kriminalhauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) ist es der neunte Fall, für Kriminalkommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) der vierte, in dem sie ermitteln.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laura Kern kümmert sich mit Hingabe um ihre beiden Kinder, während sie gemeinsam mit der Küchenhilfe Erika versucht, den Ansprüchen ihres Mannes in der Küche ihres Restaurants gerecht zu werden. Nach der Gute-Nacht-Geschichte über einen Troll hört sie Geräusche aus dem Restaurant. Ihr Mann Herbert liegt blutverschmiert inmitten von Scherben am Boden. Sie gibt den Kommissaren gegenüber an, dass zwei maskierte Männer kurz nach Mitternacht ihren Mann überfallen und sie, als sie dazukam, mit einer abgebrochenen Flasche an der Schulter verletzt hätten. Plötzlich kommt Tochter Anne hinzu und fragt: "Ist Herbert jetzt tot?" Stedefreund nimmt ihr die Einbrecher-Version nicht ab.

Am nächsten Morgen nach der Aussage im Polizeipräsidium geht Laura Kern in David Gussmanns Apotheke, um sich dort ein verschreibungspflichtiges Schmerzmittel geben zu lassen. Sie erzählt ihm ihre Version der Geschehnisse der vergangenen Nacht. Anne fragt dazwischen: "Wirst du jetzt unser neuer Papa?"

Kriminalhauptkommissarin Lürsen erfährt von Küchenhilfe Erika von den schwierigen Familienverhältnissen der Kerns. Anne ist nicht die gemeinsame Tochter und der erste Sohn Henrik ist wegen Atemaussetzern ums Leben gekommen.

Ohne Rücksprache mit Lürsen veranlasst Stedefreund eine Untersuchung von Lauras Verletzung in der Rechtsmedizin. Professor Winter bestätigt Stedefreunds Vermutung, dass sie sich die Verletzung selber zugefügt hat.

In der Nacht trifft sich Laura Kern am Stadion mit ihrem Freund David Gussmann. Er gesteht ihr die Tat, und sie beschwichtigt ihn, dass sie an alles gedacht habe. Daraufhin gibt sie ihm seine zerbrochene Brille. Sie habe auch schon eine Schiffsreise nach Norwegen gebucht und Restaurant und Apotheke könnten schnell verkauft werden. David hat mehr Realitätssinn und entgegnet, dass er sich der Polizei stellen müsse. Die nimmt Laura Kern auf ihrem Nachhauseweg fest und in Untersuchungshaft. Die Obduktion entlastet sie allerdings, da der Täter ein Linkshänder gewesen sein muss. Der Wirkstoff eines Mittel gegen Herz-Rhythmus-Störungen wurde überdies im Blut gefunden.

Dr. Paul Knödgen, Lauras Hausarzt, der sie schon seit ihrer schweren Kindheit kennt, schließt Lürsen gegenüber kategorisch aus, dass sie einen Liebhaber habe, hatte aber bereits zuvor in der Apotheke zweideutige Aussagen diesbezüglich gemacht. Er bestätigt, Herbert Kern ein Mittel gegen Herz-Rhythmus-Störungen verschrieben zu haben.

David Gussmann stellt sich den Fragen der Polizei. Sie versuchen, die Geschehnisse der Tatnacht nachzustellen. Stedefreund nimmt dem Linkshänder ab, Kern mit der Flasche aus Notwehr erschlagen zu haben, aber die Verletzung von Laura Kern kann dieser nicht plausibel erklären. Wie aus heiterem Himmel wird Dr. Knödgen tot in seiner Wohnung aufgefunden. Anscheinend war es Herzversagen nach der Einnahme von Stimulanzien. Es stellt sich aber heraus, dass er durch das gleiche Mittel ermordet wurde, das bei Herbert Kern gefunden wurde. Zuvor hatte er Laura Kern berichtet, dass die Polizei nach der Patientenakte von Herbert Kern gefragt hat.

Lürsen findet heraus, dass Herbert Kern eigentlich ein den Herzschlag verlangsamendes Medikament und nicht ein den Herzschlag beschleunigendes, wie es dem gefundenen Wirkstoff entspricht, verschrieben wurde. Es finden sich weitere Verdachtsmomente gegen Laura Kern: Ihr erster Ehemann, der Vater von Anne, war an Herzversagen gestorben, eine weitere Tochter mit diesem Mann ebenfalls früh. Ihr kleiner Sohn wird im Krankenhaus behandelt. Lürsen findet das tödliche Herzmittel in der Hausapotheke der Kerns. Es steht im Raum, dass Laura Kern das Münchhausen-Stellvertretersyndrom aufweist. Diese merkt am geleerten Medikamentenschrank, dass ihr die Polizei auf den Fersen ist und bereitet die Flucht vor. Plötzlich steht David Gussmann im Treppenhaus. Sie kann ihn wieder bezirzen. Als sie aber merkt, dass David mit der Polizei verkabelt ist, zwingt sie ihn mit Waffengewalt, eine Suppe zu essen, die auch Anne essen muss. Die Polizei stürmt rechtzeitig das Haus, um die am Boden liegenden David Gussmann und Anne retten zu können und zu verhindern, dass Laura Kern auch dem Kleinkind die Suppe einflößt. Die Mutter gibt zu, Klarspüler in die Suppe gegeben zu haben und richtet sich vor ihrer Abführung selbst.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden vom 23. Oktober bis zum 26. November 2002 in Bremen und der näheren Umgebung statt. Es handelt sich um eine Co-Produktion von Radio Bremen (RB) und dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) für Das Erste.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ein Mordfall, der nach Raubmord aussieht, sich dann in Richtung Eifersuchtsmord entwickelt – aber am Ende ist etwas ganz anderes im Spiel. ‘Der schwarze Troll’ ist ein wie ein Märchen erzählter “Tatort”: die Geschichte ist blutig, die Motive sind grausig, doch mitten in einem menschlichen Drama werden immer wieder Sehnsüchte nach einem besseren Leben deutlich. Die Schriftstellerin Thea Dorn hat ein sehr dichtes Drehbuch geschrieben, das Vanessa Jopp als kühles, kluges Kammerspiel mit Top-Besetzung inszeniert hat.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. tittelbach.tv: Reihe „Tatort – Der schwarze Troll“, abgerufen am 3. Januar 2016.