Tatort: Exitus

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Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Exitus
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
Österreichischer Rundfunk
Länge 88 Minuten
Einordnung Folge 697 (Liste)
Erstausstrahlung 4. Mai 2008 auf Das Erste, ORF
Stab
Regie Thomas Roth
Drehbuch Thomas Roth
Musik Lothar Scherpe
Kamera Hans Seilikovsky
Schnitt Bernhard Schmid
Besetzung

Exitus ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der für den ORF unter der Regie von Thomas Roth produzierte Beitrag wurde am 4. Mai 2008 erstgesendet. Es ist der 18. Fall des österreichischen Chefinspektors Moritz Eisner, gespielt von Harald Krassnitzer.

Moritz Eisner muss einer Versicherungsgesellschaft ein pietätloses und zutiefst unmoralisches Vorgehen beweisen und einen damit zusammenhängenden Mord aufklären.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem rätselhaften Verkehrsunfall werden fünf Leichen in einem verunglückten Kleintransporter gefunden – drei Personen waren allerdings schon vor dem Unglück tot. Sonderermittler Moritz Eisner untersucht den Fall und fragt zunächst in dem Krankenhaus nach, aus dem die Leichen stammten und möglicherweise gestohlen wurden. Dabei arbeitet er mit dem Kommissar der Region, Bernhard Weiler, zusammen, dem auch nicht gleich offenbar wird, wozu jemand Leichen stiehlt. Von Dr. Paula Weisz erfährt Eisner, dass vor kurzem schon einmal eine Leiche verschwunden war. Wie bei den drei „Unfallleichen“ hatte auch sie keine Angehörigen, sodass der Körper letztendlich zu Lehrzwecken der Anatomie überstellt worden wäre. Unerwartet taucht die Leiche der jungen Frau in einem Lehrinstitut in Graz auf. Eisner lässt sie zurück nach Wien bringen und die Untersuchung zeigt, dass die Leiche unzählige Verletzungen aufweist, wie sie bei Autounfällen zu Tage treten. Daraus schlussfolgert er, dass der Leichnam sehr wahrscheinlich als Crashtest-Dummy illegal verwendet wurde. Das erklärt auch den wiederholten Diebstahl und das gut gefüllte Bankkonto, das die zwei Studenten hatten, die bei dem Unfall ums Leben kamen. Möglicherweise steckt eine Versicherung dahinter, die damit das HWS-Trauma praktisch erforschen, da sie jährlich von ihren Versicherten um Millionenbeträge gebracht werden. Gelder, die zum großen Teil nur anhand von Angaben der Geschädigten gezahlt werden müssen, da es keine Vergleichsdaten gibt zu tatsächlich möglichen Auswirkungen eines Unfalls.

Bei seinen Ermittlungen steht Eisner Dr. Paula Weisz beratend zur Seite. Eines Tages wird sie mit durchgeschnittener Kehle im Krankenhaus aufgefunden. Eisner trifft das besonders hart, da er mit Paula in den letzten Tagen auch privat viel Zeit verbracht hatte. So nimmt er an, auf der richtigen Spur zu sein und kontaktiert einen Automobilhersteller. Dort erfährt er, dass in letzter Zeit tatsächlich eine große Versicherung dort Untersuchungen mit menschlichen Körpern in Auftrag gegeben hatte.

Eisner gelingt es zu beweisen, dass der leitende Prof. Albrecht Gassinger aus der Anatomie des Krankenhauses den Verkauf der Leichen organisiert hat und als Dr. Paula Weisz ihm auf die Spur kam, hat er sie zum Schweigen gebracht. Doch entzieht sich Gassinger der Festnahme und stürzt sich aus einem Fenster in den Tod.

Um der Versicherung das Handwerk zu legen, kann Eisner die Ehefrau des dortigen Leiters, Graf Hagstock von Werfenheim, dazu bewegen, gegen ihren Mann auszusagen.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv meint zu diesen Tatort: „höhere Werte ohne Verfallsdatum spielen eine wichtige Rolle in diesem Film, in dem sich Eisner hervortut als aufrechter Mensch mit ethisch-sozialen Grundsätzen, ohne dabei als depperter Gutmensch dazustehen. Kriminalistisch gesehen ist ‚Exitus‘ kein großer Film. Aber vom Unterhaltungswert her ein sympathisches Schmankerl.“[1]

„Makaber und kurzweilig ist er, der 'Tatort' aus Wien. […] Und es liegt wohl auch an dem Klamauk, Galgenhumor und dem Wiener Schmäh, dass einem dieser todtraurige Krimi mit der eigentlich starken Botschaft nicht so recht unter die Haut gehen will.“

Kathrin Buchner: Stern[2]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Exitus am 4. Mai 2008 wurde in Deutschland von 7,15 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 21,8 Prozent für Das Erste.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rainer Tittelbach: Tatort: Exitus Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 20. Februar 2015.
  2. Kathrin Buchner: "Tatort"-Kritik. Die geklauten Leichen. In: Kultur. Stern, 5. Mai 2008, abgerufen am 24. August 2017: „[…] die "Tatort"-Folge "Exitus" mit Kommissar Moritz Eisner ist ein dick aufgetragenes Grusical aus Wiens Pathologie.“
  3. Exitus. Tatort-Fundus, abgerufen am 3. Januar 2015.