Tatort: Mordverdacht

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Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Mordverdacht
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
ORF
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 6[1]
Einordnung Folge 12 (Liste)
Erstausstrahlung 7. November 1971 auf ORF und ARD
Stab
Regie Walter Davy
Drehbuch Fritz Eckhardt
Produktion Helmut Pascher
Kamera Peter Lauscher
Herbert Grunsky
Hans Stamminger
Helmut Stluka
Schnitt Gerhard Hruby
Besetzung

Mordverdacht ist ein österreichischer Fernsehkrimi von Walter Davy aus dem Jahr 1971. Er entstand als 12. Folge der Kriminalreihe Tatort und war der erste Tatort aus Österreich überhaupt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wien wird die Leiche einer Hamburgerin am Ufer der Donau gefunden. Es stellt sich schnell heraus, dass es sich um Frau Tüllmann handelt, die mit ihrem Mann, einem Großindustriellen und ehemaligen Hamburger Senator, in Wien weilte.

Zunächst vernimmt der mit dem Fall betraute Oberinspektor Marek ihren Ehemann, der aussagt, dass es in der Ehe keine Probleme gegeben habe. Der Portier des Hotels, in dem das Ehepaar in Wien abgestiegen ist, gibt allerdings zu Protokoll, dass es einen Streit gegeben habe, über eine weitere Dame, Miriam Reinhold, ebenfalls aus Hamburg, die im selben Hotel abgestiegen ist. Auch der Zollbeamte am Flughafen, der das Ehepaar abgefertigt hatte, hat einen Streit bemerkt, den beide in seinem Beisein führten. Tüllmann habe sich über einen überzähligen roten Koffer gewundert, den seine Frau bei sich geführt hatte, obwohl sie nur mit vier Koffern aus Hamburg abgereist seien.

Harald Tüllmann sagt unterdessen bei Kommissar Marek aus, dass er und seine Frau zusammen im Prater gewesen und da, nachdem sie im sogenannten „Wurstlbrater“ eingekehrt seien, sei es dann passiert, dass seine Frau plötzlich verschwunden gewesen sei, und er sie nicht wiedergefunden habe. Das sei so gegen 21 Uhr gewesen. Er sei daraufhin allein ins Hotel zurückgekehrt und sei eingeschlafen und habe, nachdem er aufgewacht und seine Frau noch immer nicht zurück gewesen sei, die Polizei alarmiert. Der Hotelportier sagt allerdings aus, dass Frau Tüllmann zwischen 21 und 21.15 Uhr zurückgekehrt sei und kurz darauf mit einem schäbigen roten Koffer das Hotel wieder verlassen habe. Wie sich bei den weiteren Ermittlungen herausstellt, hat Harald Tüllmann ein Verhältnis mit der Sängerin Miriam Reinhold. Marek beobachtet eine eindeutige Umarmung der beiden im Hotelzimmer, was dazu beiträgt, dass der Industrielle in Verdacht gerät.

Unterdessen reist Kriminalhauptkommissar Trimmel aus Hamburg an, um einen Häftling in Wien abzuholen, und erkundigt sich bei dieser Gelegenheit nach dem Fall der toten Hamburgerin. Trimmel weiß zu berichten, dass Tüllmann erpresst worden sei. Seine Frau sei krankhaft eifersüchtig gewesen. Da Tüllmann sie tatsächlich betrogen habe, sei er insoweit erpressbar gewesen.

Tüllmann gibt Marek gegenüber eine Erpressung zu, schiebt diese aber zunächst seiner damaligen Geliebten, seinem Dienstmädchen, zu und gibt an, die Hintermänner der Erpressung nicht zu kennen. Er verweist darauf, dass seine Ehe die Hölle gewesen sei. Ferner gibt er zu Protokoll, dass er betrunken gemacht und dass dann die kompromittierenden Fotos von ihm und dem Mädchen entstanden seien. Gegenüber Marek äußert er die Vermutung, dass seine Frau die Drahtzieherin der Aktion gewesen sei. Bei einem Streit im Prater habe sie Andeutungen gemacht, dass sie sich mit der Unterwelt zusammengetan habe, um ihm zu schaden, woraufhin er ihr ins Gesicht gesagt habe, dass er sie nie geliebt habe.

Trimmel, der in einem kleinen Kaffeehaus, den Zuhälter Zens, der in Hamburg einen Polizisten getötet hatte, wieder erkennt, wird von diesem und seinen Kumpanen zusammengeschlagen. Zens ist eine anerkannte Größe im Wiener Rotlichtviertel. Ein Zeuge, der alte Wybiral, sagt aus, dass Zens ihn umbringen wolle, weil er zu viel über ihn wisse, und Zens der Erpresser von Tüllmann gewesen sei.

Zens wird auf der Flucht erschossen, als die Polizei ihn verhaften will. Vor seinem Tod gibt er noch zu, dass er tatsächlich der Mörder des Polizisten und von Frau Tüllmann ist. Da er auf dem Hamburger Flughafen einen Polizisten gesehen und sich verfolgt gefühlt habe, habe er seinen roten Koffer mit seinem Maschinengewehr Frau Tüllmann übergeben, die er zufällig am Flughafen gesehen habe und die ihm bekannt gewesen sei durch die Erpressungsversuche gegenüber ihrem Mann. Frau Tüllmann habe dann den Koffer nach Wien geschmuggelt und ihm diesen dort zurückgegeben. Da er ihr nicht, wie vereinbart, im Gegenzug das versprochene Foto übergeben habe, mit dem er Tüllmann habe erpressen wollen, sei die Frau hysterisch geworden, woraufhin er sie mit einem Schlag habe beruhigen wollen. Anschließend habe er sie ins Wasser geworfen.

Produktion und Quote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mordverdacht war der erste Tatort-Fall um Oberinspektor Marek. Fritz Eckhardt fungierte nicht nur als Hauptdarsteller, sondern schrieb auch das Drehbuch.

Die Einschaltquote lag seinerzeit bei 68 Prozent.[2]

DVD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mordverdacht ist in der „Tatort Box Wien“ unter dem Titel Marek Box zusammen mit zwei weiteren Fällen von OI Marek enthalten.[3]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm bewerteten diesen Tatort sehr positiv und urteilten: „Meisterhafte Kriminaler im Doppelpack.“[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Tatort: Mordverdacht. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Februar 2011 (PDF; Prüf­nummer: 126 456 V).
  2. Tatort: Mordverdacht bei tatort-fans.de
  3. DVD Tatort Box: Marek ardvideo-shop.de. Abgerufen am 10. September 2014.
  4. Tatort: Mordverdacht Kurzkritik auf tvspielfilm.de. Abgerufen am 12. Juni 2014.