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Tatort: Ostwärts

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Folge 298 der Reihe Tatort
Titel Ostwärts
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Länge 90 Minuten
Produktions­unternehmen Österreichischer Rundfunk
Regie Oliver Hirschbiegel
Drehbuch Peter Zingler
Musik Stefan Will
Kamera Wolfgang Koch
Schnitt Gerda Ghanim
Premiere 30. Okt. 1994 auf Deutsches Fernsehen
Besetzung
Episodenliste

Ostwärts ist ein Fernsehfilm der Serie Tatort. Er wurde vom ORF unter der Regie von Oliver Hirschbiegel produziert und am 30. Oktober 1994 zum ersten Mal ausgestrahlt. Oberinspektor Fichtl (Michael Janisch) ermittelt in dieser 298. Tatortfolge seinen 7. Fall als Hauptermittler, nachdem er zuvor bereits Assistent bei den Oberinspektoren Hirth (Kurt Jaggberg) und Pfeifer (Bruno Dallansky). Sein erster Tatort Geld für den Griechen, wurde dabei nur in Österreich ausgestrahlt.

Eine Gruppe polnischer „Touristen“ wird nach Wien gebracht. Die 20 Männer bekommen vom „Reiseleiter“ Slotan Stadtpläne von Wien und Anweisungen, wie sie Autos am effektivsten stehlen können. Die meisten Frauen werden nach Deutschland weitergefahren. Nach drei Tagen soll jeder Mann mit einem entwendeten Auto nach Polen zurückzukehren. Dem Versicherungsdetektiv Leo Koschnik gelingt es zwar, einen Mann, Karol Stykowski, in die Autoschieber-Organisation einzuschleusen. Dieser wird aber sehr bald von Slotan und dem örtlichen Boß Plonsky enttarnt und erschossen. Slotan soll dessen Leiche beseitigen. Durch die Stadt rasend, fällt er der Polizei auf, entkommt aber nach einer Verfolgungsjagd durch den Sprung von einer Brücke. Später setzt er sich in einem anderen gestohlenen Wagen mühelos per Bestechung über die Grenze ab. Im Kofferraum von Slotans Fluchtwagen findet man Karols Leiche. Inzwischen wurde dessen Ehefrau Maria in einen Wiener Nachtclub gebracht. Man versucht dort, sie neben der Tätigkeit als Animierdame auch zur Prostitution zu zwingen. Der Mordfall Karol führt Oberinspektor Fichtl und Inspektorin Kern zunächst zu Koschnik und dann nach Warschau. Die Ermittlungen enden allerdings in einem Chaos, unter anderem wird der Dienstwagen der Österreicher gestohlen und muss erst mühsam auf einem Automarkt aufgespürt werden. Koschnik ist dagegen erfolgreicher. Er ist unabhängig von Fichtl in Warschau unterwegs und auf der Suche nach den gestohlenen Luxuslimousinen. Er arbeitet dort mit einem polnischen Detektiv zusammen und kommt dabei den Autoschiebern, darunter erneut Slotan, gefährlich nahe. Es kommt zu einem Feuergefecht. Sie finden heraus, dass sogar ein polnischer Staatssekretär mit in die Automafia verstrickt ist. Als Koschnik mit der polnischen Polizei anrückt, kann sich dieser jedoch in letzter Minute absetzen. In seiner Wohnung können zahlreiche nachgemachte Autoschlüssel sichergestellt werden, die aus Rohlingen direkt von der Autoindustrie hergestellt wurden.

Inspektorin Kern arbeitet allein in Wien weiter, solange Oberinspektor Fichtl im Ausland unterwegs ist. Mithilfe eines Informanten kann sie Maria, die Frau des Ermordeten, ausfindig machen und aus dem Bordell holen. Durch Maria kommt sie dem polnischen Menschenhändler Plonsky auf die Spur. Beide fahren zur Autowerkstatt der Verbrecher, doch dort wird Kern von einem Busfahrer entdeckt. Die Gangster bringen sie in ihre Gewalt. Maria kann unbemerkt fliehen und Koschnik informieren, der inzwischen aus Warschau zurück ist. Koschniks Adresse hatte sie von ihrem Mann bekommen, um im Notfall mit ihm Kontakt aufnehmen zu können. Der Schlüsselmacher der Gangster ist Fichtls Bekannter Fredi Pöckl. Er erkennt Inspektorin Kern und ihm gelingt es, unbemerkt von den Gangstern Kerns Handschellen aufzuschließen. Koschnik hat mittlerweile die Polizei unterrichtet. Als diese die Garage stürmen will, versuchen die Gangster, mit Kern als Geisel zu fliehen. Pöckl verhindert das per automatischem Garagentor. Plonsky wird festgenommen, Slotan kommt ums Leben. Plonsky verweigert die Aussage, doch der Autodiebstahlsring kann ausgehoben werden. Die Rohlinge überführen Berger, der Generalimporteur eines deutschen Herstellers für Österreich ist. In Bergers Villa treffen die Beamten ihn zwar nicht an, doch können sie dort seinen Komplizen festnehmen, den flüchtigen polnischen Staatssekretär. Maria erfährt von Kern, dass Berger der Drahtzieher war. Sie kehrt ins Bordell zurück, da sie weiß, dass Berger dieses über eine Strohfrau steuert. Maria hat eine Waffe bei sich, die sie aus Kerns Auto an sich genommen hat, und bedroht ihn. Sie fordert Berger auf, sich der Polizei zu stellen. Als er sie stattdessen angreift, tötet sie ihn mit mehreren Schüssen. Inspektorin Kern findet am Tatort Marias Ohrring und sucht sie gemeinsam mit Koschnik am Grab ihres Mannes auf. Sie macht Maria klar, dass sie überführt ist. Doch dann übergibt sie der trauernden Witwe den Ohrring im Tausch gegen die Tatwaffe. Kern fordert Maria auf, zu verschwinden.

Die Erstausstrahlung von Ostwärts am 30. Oktober 1994 wurde in Deutschland von 7,33 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 21,1 Prozent für Das Erste.[1]

Für die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm „[haut] der Film […] in dieselbe Kerbe wie Late-Night-Talker Harald Schmidt: Polen sind bestechlich und stehlen Autos. Soso.“ Sie urteilen verhalten: „Als Satire okay aber die meinen's ernst…“[2]

Einzelnachweise

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  1. Tatort: Ostwärts Einschaltquote bei tatort-fundus.de, abgerufen am 22. Februar 2015.
  2. Tatort: Ostwärts. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 6. Januar 2022.