Tatort: Racheengel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelRacheengel
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
MDR
Länge84 Minuten
EinordnungFolge 667 (Liste)
Erstausstrahlung28. Mai 2007 auf Das Erste
Stab
RegieHannu Salonen
DrehbuchMario Giordano
Andreas Schlüter
ProduktionJan Kruse
MusikKarim Sebastian Elias
KameraCarl Finkbeiner
SchnittJulia Oehring
Besetzung

Racheengel ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalreihe Tatort der ARD, des ORF und SRF. Der Film wurde vom MDR unter der Regie von Hannu Salonen produziert und am 28. Mai 2007 erstmals ausgestrahlt. Es handelt sich um die Tatort-Folge 667. Für den Kriminalhauptkommissar Bruno Ehrlicher und seinen Kollegen Kain ist es der dreiundzwanzigste und zugleich vorletzte Fall, den sie in Leipzig ermitteln.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Streifenpolizist Matthias Erler trifft sich mit seiner Freundin, der Schriftstellerin Ulrike Oppermann, in einem Stundenhotel. Als Erler aufwacht, findet er die Frau erwürgt im Bett neben sich. In seiner Not ruft er seine Kollegin Anna Stein, die daraufhin die Kriminalpolizei verständigt. Ehrlicher und Kain finden nur Spuren, die gegen Erler sprechen. Lediglich seine Kollegin Stein ist davon überzeugt, dass er unschuldig ist. Sie bittet Ehrlicher, ihm bei den Ermittlungen helfen zu dürfen, aber er lehnt ab.

Ehrlicher erkundigt sich im Buchverlag über Oppermann. Dort erfährt er, dass sie ihre Romane unter dem Pseudonym „Mimi Blaise“ schrieb und immer mal Morddrohungen erhalten hatte. Vermehrt in letzter Zeit, als bekannt wurde, dass sie ihren Serienhelden sterben lassen wollte. Das Manuskript zu diesem Buch hatte sie bereits fertiggestellt, ist nun aber verschwunden. Nach Aussage der Verlagschefin Carola Nagel wäre es für sie sehr wertvoll, und sie würde bis zu einer Million dafür zahlen. Da Matthias Erler einen recht aufwendigen Lebensstil pflegte, hält Kain daher einen Mord, um an Kapital zu gelangen, für denkbar.

Als Nächstes befragen die Ermittler den Journalisten Lutz Döhring, der gerade dabei ist, eine Biografie über „Mimi Blaise“ zu erstellen. Von ihm erfahren sie, dass es zwischen Oppermann und dem Verlag Querelen gab. Obwohl noch kein genehmigtes Werbekonzept bestand, hatte Carola Nagel bereits eine groß angelegte Werbekampagne für die Buch-Reihe gestartet.

Kriminaltechniker Walter konnte inzwischen den Laptop des Opfers durchsuchen und ist dabei auf einen regen E-Mail-Verkehr mit einer Mechthild Bläser gestoßen, die die echte Autorin „Mimi Blaise“ ist. In der Hoffnung, die Frau zur Buchmesse, die zurzeit in Leipzig stattfindet, zu treffen, fragen sie in allen Hotels der Stadt nach und können so Mechthild Bläser ausfindig machen. Sie ist erschrocken, als sie vom Tod ihrer Agentin und vom Verschwinden des Manuskripts erfährt. Da sie selber nicht in der Öffentlichkeit als „Mimi Blaise“ erscheinen möchte, schlüpft kurzerhand Anna Stein in diese Rolle. Der Verlag ist nur vordergründig darüber erfreut, seine Autorin am Leben zu sehen, denn nach ihrem Tod wären die Rechte der Buchreihe an sie übergegangen.

Nachdem sich Anne Stein als „Mimi Blaise“ in der Öffentlichkeit zu erkennen gibt und auf einer Pressekonferenz des Verlags das ultimative Ende ihres Serienhelden verkündet, entgeht sie unmittelbar danach nur mit Glück einem Bombenattentat. Noch am gleich Tag meldet sich ein Unbekannter und bietet das verschwundene Manuskript „Mimi Blaise“ zum Kauf an. Bei der Übergabe können sie ihn stellen. Es handelt sich um Robert Lützgen, der im Auftrag von Carola Nagel den Vertrieb der Werbeartikel organisiert. Er gibt an, das Manuskript selbst nur jemandem abgekauft haben. Die Kommissare glauben ihm und verdächtigen zunächst Mechthild Bläser, da ihr Vertrag mit Ulrike Oppermann nur mündlich bestand, was zu Problemen hätte führen können, wenn sie sich eines Tages mit ihrer Agentin nicht mehr einig gewesen wäre. Sie erzählt ihnen, dass sie die Idee zu ihrem Serienhelden eigentlich aus einem Buch hat, das sie vor zehn Jahren als Lektorin in die Hände bekam. Die Idee habe sie aufgegriffen und zu dem gemacht, was es inzwischen ist. Der Autor damals sei ein Lutz Döhring gewesen.

Ehrlicher und Kain fahren zu ihm, um ihn zu verhaften. Er gibt an, all die Jahre nach „Mimi Blaise“ gesucht zu haben, um sich endlich rächen zu können. Nachdem er feststellen musste, dass er die falsche umgebracht hat, meinte er nun in Anna die richtige gefunden zu haben. Entsetzt nehmen die Beamten zur Kenntnis, dass Döhring Anna entführt hat und sie nach Art und Weise des Buchhelden mit einer Bombe töten will. Als er nun erfährt, dass er schon wieder die falsche „Mimi Blaise“ erwischt hat, verrät er den Kommissaren den Aufenthaltsort, und Anna kann gerettet werden.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Racheengel wurde von der Saxonia Media Filmproduktion GmbH unter dem Arbeitstitel Copyright produziert und in Leipzig gedreht.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei seiner Erstausstrahlung am 28. Mai 2007 wurde die Folge Racheengel in Deutschland von 6,22 Millionen Zuschauer gesehen, was einem Marktanteil von 18,00 Prozent entsprach.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die welt.de kritisiert Franz Solms-Laubach und kommt zu dem Urteil: „Der Film birgt viel Frustpotential. Die Brüche der Geschichte sind einfach viel zu groß. Selbst die Kommissare wirken verwirrt bei den ständigen Schlenkern der Geschichte. Ganz am Ende von ‚Racheengel‘, wenn alles gut gegangen, der Schuldige gefasst und das Liebespaar glücklich ist, fragt Kain seinen Kollegen Ehrlicher: ‚Und was machen wir jetzt?‘ Darauf sein Kollege: ‚Wir essen Erbsensuppe bei Frederike‘. Dem ist nichts hinzuzufügen.“ Das Resümee: „Ehrlich gesagt reißt der Tatort seine Zuschauer nicht gerade vom Hocker.“[2]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm bewerten den Film nur mittelmäßig und meinen der Krimi „fängt gut an, stolpert aber trotz netter Ideen in ein unglaubhaftes Szenario mit überzogenem Finale.“ Fazit: „Ein Krimi über Bücher, aber ohne gutes Buch.“[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einschaltquote bei tatort-fundus.de, abgerufen am 7. Januar 2016.
  2. Franz Solms-Laubach: Auch gefallene Engel sind nur Menschen bei welt.de, abgerufen am 7. Januar 2016.
  3. Ehrlicher und Kain ermitteln im Literaturbetrieb der Buchmessestadt Leipzig. Kurzkritik bei tvspielfilm.de, abgerufen am 7. Januar 2016.