Tatort: Tod im All

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Episode der Reihe Tatort
OriginaltitelTod im All
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
SWF
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Einordnung Episode 350 (Liste)
Erstausstrahlung 12. Januar 1997 auf Das Erste
Stab
Regie Thomas Bohn
Drehbuch Thomas Bohn
Produktion Dietrich Mack
Musik Hans Franek
Kamera Immo Rentz,
Christoph Feller
Schnitt Gudrun Böhl
Besetzung

Tod im All ist die 350. Folge des Tatorts und die elfte Folge mit der von Ulrike Folkerts verkörperten Ludwigshafener Ermittlerin Lena Odenthal und die zweite mit dem von Andreas Hoppe gespielten Ermittler Mario Kopper. Aufzuklären ist der Tod eines Autors, der Kontakt zu Außerirdischen gehabt haben soll. Tragende Rollen sind besetzt mit Hans-Günter Martens, Adolf Laimböck, Walter Gontermann, Johanna Liebeneiner, Marquard Bohm, Carol Campbell und Dietmar Schönherr.

Die für den Adolf-Grimme-Preis nominierte Folge wurde erstmals am 12. Januar 1997 ausgestrahlt und war eine der letzten Tatort-Produktionen des SWF vor dessen Fusion mit dem SDR zum SWR.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Polizei Ludwigshafen geht ein mysteriöser Anruf ein: Ein anonymer Anrufer, der sich via Satellit meldet, weist darauf hin, dass der Ufologe und Buchautor Lunik van Deeling ermordet worden sei. Die Polizisten finden an der bezeichneten Stelle jedoch keine Leiche, aus der Luft fällt ihnen vielmehr ein unbekannter Neubau eines Wasserturms auf. Van Deelings Verleger Axel von Saalfeld behauptet, sein Klient sei mit Außerirdischen verreist. Tatsächlich gibt es Grund für diese These, aber die mit dem Fall befasste Kriminalkommissarin Lena Odenthal weigert sich, daran zu glauben.

Kurz darauf wird die Leiche der Journalistin Eva Bergmann aufgefunden, die offenbar Hinweise über die Hintergründe des Verschwindens von van Deeling hatte. Von deren Kollegin Anke Engelke erfährt Odenthal, dass van Deeling fest davon überzeugt war, Kontakt zu Außerirdischen gehabt zu haben. Schließlich erzählt van Deelings Frau Renate, dass ihr Mann sich in letzter Zeit verändert habe. Auch sie glaubt daran, dass van Deeling eine Begegnung der dritten Art hatte, was zudem Odenthals Freundin Johanna Silber für plausibel hält.

Odenthal hat nun das Gefühl, sie sei nur von Verrückten umgeben, zumal sich der geheimnisvolle Anrufer wieder meldet und über sie und den Ermittlungsstand detaillierte Kenntnisse zu haben scheint. Zusammen mit ihren Kollegen findet sie heraus, dass Saalfeld seinen Bestsellerautor um Geld betrogen hatte und die Radiomoderatorin dabei war, diesen Betrug aufzudecken. Daraufhin schmiedet Odenthal einen Plan und will Saalfeld mit seinen eigenen Mitteln schlagen: Sie überredet Anke, ein altes Interview mit van Deeling neu umzuschneiden, sodass dieser von seinem jüngsten Ausflug in außerirdische Welten erzählt. Als dieses Gespräch als angebliches Live-Interview ausgestrahlt wird, bekommt Saalfeld weiche Knie und wird beim Graben nach der Leiche van Deelings im Wald erwischt. Daraufhin gesteht er die Morde an van Deeling und an der Radiomoderatorin, die er beide tötete, um seinen Betrug an van Deeling zu verdecken.

Sodann wird Odenthal noch in Fundortnähe an einer Taxirufsäule angerufen. Am anderen Ende der Leitung ist der Anonyme, der ihr wünscht, mit der Lage der Dinge leben zu können. Nachdem er sich abrupt von ihr verabschiedet, entpuppt sich der Wasserturm plötzlich als Ufo und fliegt davon.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in der Bergwaldsiedlung bei Karlsruhe und dem dazugehörenden Waldstück statt. Hier steht auch der Wasserturm. Das im Film gezeigte Planetarium befindet sich in Mannheim. Die Szenen beim Radioprogramm SWF3 wurden in den Originalräumen des Senders in Baden-Baden gedreht.

Der verschwundene Schriftsteller wurde von Dietmar Schönherr dargestellt, der 1965 die Hauptrolle in der deutschen Science-Fiction-Fernsehserie Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion hatte.

Anke Engelke und Stefanie Tücking spielten sich selbst als Radiomoderatorinnen, die sie seinerzeit tatsächlich bei SWF3 waren.

Odenthal geht mit ihrer Freundin Johanna zu einem Auftritt von Nina Hagen, die dann später Odenthal in einem Albtraum erscheint. Hagen behauptet von sich, in den 1980er Jahren eine Begegnung der dritten Art gehabt zu haben.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV Spielfilm zeigte mit dem Daumen nach oben, gab für Humor und Action je einen und für Spannung zwei von drei möglichen Punkten und befand: „Ein angenehm ironischer ‚Tatort‘, der Ulrike Folkerts’ Nüchternheit aufs feinste mit grassierender Ufo-Hysterie kontrastiert – eine hübsche Idee für einen packenden Krimi. Auch die Besetzung van Deelings mit Dietmar Schönherr ist ein gelungener Gag. Schließlich war Schönherr in ‚Raumpatrouille‘ (1968) Kommandant des schnellen Raumkreuzers Orion. Und zum Schluss hebt die Folge sogar richtig ab!“ Fazit: „Nicht nur kosmisch, sondern auch komisch.“[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Tatort: Tod im All. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Tatort: Tod im All siehe Seite tvspielfilm.de (inklusive 18 Filmbildern). Abgerufen am 21. November 2020.