Tatort: Zugzwang
| Folge 1302 der Reihe Tatort | |
| Titel | Zugzwang |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 88 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Bavaria Fiction im Auftrag des BR |
| Regie | Nina Vukovic |
| Drehbuch | Robert Löhr |
| Produktion | Ronald Mühlfellner |
| Musik | Can Erdoğan-Sus |
| Kamera | Clemens Messow |
| Schnitt | Patricia Testor |
| Premiere | 27. Apr. 2025 auf Das Erste |
| Besetzung | |
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| → Episodenliste | |
Zugzwang ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Bayerischen Rundfunk produzierte Beitrag ist die 1302. Tatort-Episode und wurde am 27. April 2025 im SRF und im Ersten ausgestrahlt; wegen der Wahlberichterstattung (Wahl in Wien) entfiel die Ausstrahlung im ORF. ORF-Premiere war am 22. Juni 2025.[1] Das Münchner Ermittlerduo Batic und Leitmayr ermittelt in seinem 98. Fall,[2] der allerdings vor dem 97. Fall nach Zählung des BR gesendet wurde.[3]
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Acht der besten Schachspieler der Welt treffen zu einem prestigeträchtigen Turnier in den Alpen zusammen – sieben Männer und eine Frau. Der Sieger darf den amtierenden Weltmeister herausfordern. Die einzige Teilnehmerin, die „Königin“ Natalie Laurent, gilt als genial und provokant, wird jedoch auch verdächtigt, mit unlauteren Mitteln zu arbeiten, was ihr in der männerdominierten Schachwelt zahlreiche Feinde eingebracht hat. So hat der Amerikaner Teddy Boyle sie verklagt, weil sie angeblich bei einem Online-Turnier betrogen hat. Als ihre Sekundantin unter mysteriösen Umständen vom Dach eines Nobel-Resorts stürzt, mehren sich die Spekulationen: War ein Frauenhasser am Werk, sollte eine Zeugin zum Schweigen gebracht werden oder hat sie sich selbst das Leben genommen, nachdem Laurent sie entlassen hatte? Die Ermittler Batic und Leitmayr erfahren, dass diese Sekundantin eine lesbische Beziehung mit Laurent unterhalten hat, die letztere aber beendet hat. Die Sekundantin hatte daraufhin Boyle angeboten, in dem Prozess ihr Laurent belastendes Wissen preiszugeben.
Da das Opfer Armenierin war, rückt vor allem Kamran Hasanov, der aserbaidschanische Präsident des internationalen Schachverbandes, in den Fokus der Ermittlungen. Hasanov fürchtet sich vor einem Anschlag und nimmt am Turnier in Begleitung der Bodyguards Aziz und Timur teil. Wenig später wird Sophie Jeong, die Assistentin des Turnier-Organisators Lars Kändler, vergiftet. Der Gerichtsmediziner Dr. Matthias Steinbrecher, der das Turnier als Fachkundiger begleitet, stirbt, nachdem er einen Anschlag mit Nervengift auf den Teilnehmer Teddy Boyle verhindern konnte. Das Nervengift hatte Hasanov in einem kleinen Koffer mitgebracht, angeblich als Waffe, um sich vor Anschlägen seiner Feinde zu schützen. Leitmayr will ihn stellen, als Hasanov mit dem Leibwächter Aziz fliehen will, kommt es zu einer Schießerei. Hasanov flüchtet ihn einen Wald, Leitmayr verfolgt ihn, wird aber von Hasanov überrascht. Als dieser seine Waffe auf den Kommissar richtet, stürzt sich Timur, der zweite Leibwächter, auf ihn. Beide stürzen einen Abhang hinunter, Leitmayr kann nur den Tod Hasanovs feststellen.
Batic und Leitmayr kommen nach Auswertung aller Spuren und Indizien zu dem Schluss, dass keineswegs Hasanov der Täter war, sondern Timur. Dieser hat in der Zwischenzeit einen Polizisten niedergeschlagen, dessen Uniform angezogen und einen funkgesteuerten Sprengsatz in dem Saal angebracht, in dem das Finale des Schachturniers stattfindet. Dafür haben sich Boyle und Laurent qualifiziert. Vor dem Finale des Turniers macht er seiner Gegnerin Laurent ein Angebot: Er werde seine Klage gegen sie fallen lassen, falls sie ihn gewinnen lasse, obendrein werde er ihr das Preisgeld überlassen. Timur kommt in den Saal, er hat Batic gezwungen, ihn dabei zu begleiten, indem er ihm die Fernbedienung für den Sprengsatz gezeigt hat.
Überraschend für alle Beobachter macht Laurent in dem Finale in überaus aussichtsreicher Position wohl absichtlich einen schweren Fehler (Berührt-geführt-Regel), wodurch sie ihre Dame verliert, sie gibt auf. Unmittelbar danach versucht Timur, den Sprengsatz zur Detonation zu bringen, doch von der Fernbedienung geht kein Funkimpuls aus. Die Turnierleitung hat nämlich den Saal mit einem jegliche elektronische Signale unterdrückenden Störsender ausgestattet, um von außen gesteuerten Betrugsversuchen vorzubeugen. Timur wird zu Boden gerissen und festgenommen. Es stellt sich heraus, dass er krankhaft in Natalie Laurent verliebt ist, was dieser augenscheinlich völlig entgangen war. Er hat ihre Sekundantin vom Balkon gestoßen und den gescheiterten Giftanschlag auf Boyle verübt, um Laurents Feinde aus dem Weg zu räumen.
Die Schlussszene zeigt Natalie Laurent, von der Schachwelt trotz des verloren gegangenen Turniers gefeiert, mit zwei fehlenden weißen Türmen ihrer Schachausrüstung - jene Türme, die vor nicht allzu langer Zeit vor Boyles und auch vor Hasanovs Zimmertür platziert wurden.
Hintergrund
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Film wurde vom 28. Oktober 2024 bis zum 27. November 2024 in München und auf Schloss Elmau gedreht.[4][5] Der Titel des Tatorts spielt auf den Schachbegriff Zugzwang an.
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]„[…] eine Menge Fußvolk, Assistentinnen, Bodyguards, die man vorläufig nicht auseinanderhalten kann, aber das soll sich ändern. Daraus ergibt sich ein flottes Grüppchen Schachfiguren. Daraus ergibt sich jedoch kein abgefeimtes Schachspiel. Denn „Zugzwang“ wird zwar maximales Drama bieten – auch Ereignisse, mit denen wirklich, wirklich nicht zu rechnen war –, die kriminalistische Raffinesse aber bleibt am Ende doch unter den Möglichkeiten einer großen Partie.“
„Schach als Incels-Brutstätte, das scheint erst mal eine interessante Fährte zu sein. Das Problem ist, dass die Verantwortlichen dieses Krimis immer wieder neue Fährten auffahren, um sich dann von noch mal neuen Fährten ablenken zu lassen. […] Diese Folge ist ein weiterer Schritt in der schleichenden Agatha-Christienisierung des Münchner »Tatorts«. Seit geraumer Zeit werden in dem TV-Revier ja in geschlossenen Settings putzige Verdächtige aneinandergereiht wie in einem Whodunit-Roman der britischen Schriftstellerin.“
„Wendungsreich, großartig gespielt, überaus kurzweilig und von Regisseurin Nina Vukovic (‚Der Schatten‘) superb inszeniert, stimmt hier alles. Vom Psychoduell am Schachbrett über die Storylines bis hin zum winterlichen Bergpanorama vor der Kulisse des Schlosses Elmau, von Kameramann Clemens Mussow in tolle Bilder gegossen, ist ‚Zugzwang‘ ein spannungsreicher Volltreffer.“
Einschaltquoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Erstausstrahlung von Zugzwang am 27. April 2025 wurde in Deutschland von 8,35 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 31,4 % für Das Erste.[8]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tatort: Zugzwang in der ARD-Mediathek (88 Min.), abrufbar bis 30. Dezember 2026
- Tatort: Zugzwang bei IMDb
- Zugzwang auf den Internetseiten der ARD
- Zugzwang bei Tatort-Fans.de
- Zugzwang bei Bavaria Fiction
- Besetzung und Stab bei br.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ ORF-Premiere: Tatort: Zugzwang. In: ORF.at. Abgerufen am 7. Juli 2025.
- ↑ Tatort München: Zugzwang – der 98. Fall für Leitmayr und Batic. In: Presse. Bayerischer Rundfunk, 14. Februar 2025, abgerufen am 30. März 2025.
- ↑ Listenübersicht: Alle Tatorte mit Batic und Leitmayr. In: Presse. Bayerischer Rundfunk, 29. Januar 2025, abgerufen am 6. November 2025: „Das Verlangen (AT) – 97 – Herbst/Winter 2025“
- ↑ Tatort: Zugzwang bei crew united, abgerufen am 30. März 2025.
- ↑ a b Judith von Sternburg: München-Tatort „Zugzwang“. Ein Damenendspiel. In: Kultur. Frankfurter Rundschau, 25. April 2025, abgerufen am 26. April 2025: „Gedreht wurde auf Schloss Elmau.“
- ↑ Christian Buß: »Tatort« mit Batic und Leitmayr. Schach, das Spiel der Schwafler. In: Kultur. Der Spiegel, 25. April 2025, abgerufen am 26. April 2025: „Bewertung: 2 von 10 Punkten“
- ↑ https://www.n-tv.de/leute/tv/Ein-Brett-das-die-Welt-bedeutet-article25724043.html
- ↑ Felix Maier: Primetime-Check: Sonntag, 27. April 2025. Quotenmeter.de, 28. April 2025, abgerufen am 28. April 2025.