Taubenheim (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Taubenheim
Wilhelm Graf von Taubenheim. Mit ihm erlosch das Geschlecht der Taubenheim.

Die von Taubenheim waren ein uradliges, später freiherrliches und seit 1859 gräfliches Geschlecht mit gleichnamigen Stammhause Taubenheim bei Meißen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich wurde das Geschlecht erstmals 1186 mit Adalbert von Taubenheim und 1269 mit Heinricus de Tubenheim genannt. Hugo von Taubenheim kaufte am 4. Oktober 1440 von den von Bünau das Schloss Bedra. Im Jahre 1501 bestellte Georg von Sachsen den Christoph von Taubenheim, seinen Rat und lieben getreuen, zu Bedereli als Amtshauptmann von Freyburg. Zum Familienbesitz gehörten ab 1506 die beiden Dörfer Braunsdorf und Schortau, später Benndorf sowie Ebersroda, Eulau, Löbitz, Lunstedt, Möckerling, Nebra, Plotha, Schalkendorf und Tautenhain. In der Fruchtbringenden Gesellschaft war Georg Moritz von Taubenheim: Der Hitzende. Am 4. Januar 1894 erlosch das Geschlecht mit dem Tod des Kammerherrn, Oberhofratspräsidenten und Oberst-Stallmeisters Wilhelm Graf von Taubenheim in männlicher Linie.

Wappen derer von Taubenheim in Siebmachers Wappenbuch 1605 (spiegelverkehrt)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen ist gespalten, rechts in Blau ein auf aufgerichteter silberner bekrönter Löwe mit (doppeltem) Schweif, links von Blau und Silber dreimal gespalten. Auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen Decken der rot gezungte und gold bekrönte silberne Löwe (wachsend).

Es gibt weitere Variationen des Wappens, so ist der Schild gespalten oder schräg geteilt, vorne von Blau (Rot) und Silber dreimal gespalten, hinten auf Blau ein silberner oder goldener (gold oder rot gekrönter) Löwe mit (doppeltem) Schweif. Auf dem Helm der (gold oder rot gekrönte) Löwe wachsend. Die Helmdecken sind Blau und Silber (auch andere Tinkturen möglich).

1540 wurde der Familie (den Gebrüdern Christophen auf Bedra, Rittern, Jacoben, Haubolden, Dietrichen, Haugen und Bernhardten) vom König Ferdinand ein vermehrtes Wappen mit drei goldenen Kronen gegeben. Im Schild ist der Löwe gekrönt und auch der Helm und der Löwe darauf sind gekrönt.

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph von Taubenheim (* 1460; † 5. Februar 1536), sächsischer Amtmann auf Dornburg 1494/97, Amtshauptmann zu Freyburg und Eckartsberga 1499/1536, 1532 Oberster Hauptmann von Thüringen. Sein Epitaph befindet sich in der St. Marienkirche von Freyburg.
  • Jakob von Taubenheim († nach 1538), Ritter in Diensten des Landgrafen Philipp von Hessen, der dem Landgrafen als Soldat, Rat und Gesandter diente
  • Hans von Taubenheim (1568–1587 auf Schloss Noschkowitz), kursächsischer Rat und Land-Rentmeister
  • Wilhelm Christoph Vollrath von Taubenheim († 1721), sachsen-weißenfelsischer Geheimer Rat und Hofmarschall
  • Johann Adolph von Taubenheim (1690–1762), deutscher Domherr
  • Rudolph August Lebrecht von Taubenheim (1734–1814), württembergischer Geheimer Rat und Hofrichter in Stuttgart, Freimaurer[1]
  • Scipio Ludwig Karl von Taubenheim (1787–1844), preußischer Generalmajor.
  • Wilhelm von Taubenheim (1805–1894), württembergischer Stallmeister, Kammerherr und Theaterleiter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Fischer: Ahnenreihenwerk Geschwister Fischer. Band 4 XXVI 151: Regesten zur älteren Genealogie der Familie v. Taubenheim, Typoscript 1984, dazu Stammtafeln Band 4 XXIX 152 ff. (1986)
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1856. Sechster Jahrgang. S. 683 f.; 1858, S. 770
  • Leopold von Zedlitz-Neukirch, Neues preussisches Adels-Lexicon. Band 4, S. 259

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Taubenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolph August Lebrecht von Taubenheim. Abgerufen am 9. Oktober 2020 (englisch).