Tauberzell

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Koordinaten: 49° 26′ 50″ N, 10° 7′ 4″ O

Tauberzell
Gemeinde Adelshofen
Höhe: 303 (298–315) m
Einwohner: 191 (1987)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 91587
Vorwahl: 09865
Tauberzell (Adelshofen) im August 2011
Die Tauber
700 Jahren Weinbau

Tauberzell ist ein Ortsteil der Gemeinde Adelshofen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf liegt im Taubertal und ist zehn Kilometer flussabwärts von Rothenburg ob der Tauber entfernt. Nach Creglingen sind es acht Kilometer. Die Romantische Straße sowie der Taubertalradweg Liebliches Taubertal führen durch den Ort. Tauberzell ist ein fränkischer Weinbauort mit jahrhundertealter Tradition. Im Landkreis Ansbach betreibt Tauberzell als einziger Ort Weinbau, die Einzellage heißt Hasennestle.

Oberhalb des linken Taubertalhangs liegt das Oppidum Finsterlohr, der Keltenwall, eine keltische Fliehburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stift Herrieden kaufte 1397 von Anna von Weinsberg den Ort samt dem Burgstall.

Mit dem Gemeindeedikt wurde Tauberzell eine politisch eigenständige Gemeinde, zu der die Orte Hautschenmühle und Uhlenmühle gehörten. Im Zuge der Gebietsreform wurde diese am 1. Juli 1972 nach Adelshofen eingemeindet.[1]

Holdermühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Anwesen Holdermühle ca. 500 m flussabwärts von Tauberzell verläuft die Grenze zwischen den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg. Die „Grenzlage“ der Holdermühle zeigt sich dort durch folgendes interessante Detail: Die Stromzuleitung kommt von Tauberzell (Bayern), während die Telefonleitung aus Richtung Archshofen mit der Vorwahl von Creglingen (Baden-Württemberg) erfolgt.

Kurios ist auch, dass die Landesgrenze mitten durch den ehemaligen Kuhstall verläuft. So kam es, dass einige Kühe in Baden-Württemberg fraßen, ihre Ausscheidungen jedoch auf bayrischen Boden fallen ließen. Heute ist der Kuhstall in Fremdenzimmer umgebaut, von denen einige die Möglichkeit bieten, auf der einen Doppelbetthälfte in Baden-Württemberg, auf der anderen in Bayern zu nächtigen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Tauberzell

  • 1910: 296[2]
  • 1933: 239
  • 1939: 249[3]
  • 1961: 276[4]
  • 1970: 242[4]

Ortsteil Tauberzell

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Tauberzell

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Tauberzell verläuft die Staatsstraße 2268 (ab Landesgrenze: L 2251), die den Ort mit dem benachbarten Tauberscheckenbach und Archshofen verbindet. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Neustett.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tauberzell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 562.
  2. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/rothenburg.htm
  3. http://geschichte-on-demand.de/bay_rothenburgt.html
  4. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 725.
  5. http://gov.genealogy.net/ShowObjectSimple.do?id=TAUELL_W8801