Tauchmaske

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Druckausgleichsmaske

Die Tauchmaske (auch Tauchermaske oder Druckausgleichsmaske genannt) ist Teil einer Tauchausrüstung und gehört zur Grundausstattung (ABC-Ausrüstung) eines Tauchers. Sie besteht aus einem Körper aus weichem Gummi oder Silikon, in dem vorn eine plane Sichtscheibe eingesetzt ist und der zum Gesicht des Tauchers weiche Dichtlippen besitzt, die das Eindringen von Wasser in die Tauchmaske verhindern. Die Dichtlippen bestehen meistens aus Silikon, da dies bei Berührung mit der Haut keine allergische Reaktionen auslöst. Ein verstellbares Gummiband hält die Tauchmaske am Kopf.[1]

In der Umgangssprache wird die Tauchmaske auch als Tauchbrille[2] oder Taucherbrille[2] bezeichnet. Diese Bezeichnungen sind nicht sinnvoll, denn anders als eine Brille umschließt eine Maske auch die Nase.

Die Tauchmaske ist insbesondere von der Schwimmbrille zu unterscheiden. Die Schwimmbrille schützt die Augen etwa vor Chlorwasser. Sie unterscheidet sich von der Tauchmaske durch die kleineren Gläser und den fehlenden Nasenerker, außerdem durch die einfachere Bänderung.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Tauchmaske ist ausgestattet mit:[1]

  • einer Sichtscheibe aus Temperglas. Teure Glasscheiben aus Verbundglas (Glas und Kunststoff in Lagen verklebt) sind weitgehend bruchfest. Scheiben aus Plexiglas sind zwar bruchfest, zerkratzen dafür aber leicht.
  • einem Nasenerker, durch den sich der Taucher ohne die Tauchmaske abzusetzen die Nase für den Druckausgleich beim Abtauchen zuhalten kann (bzw. Luft hineinblasen kann um einen Unterdruck zu verhindern).
  • einem doppelten Dichtrand
  • einem geteilten Kopfband

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nasenerker zum Druckausgleich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Tauchmaske wird während des Abtauchens einem steigenden Druck ausgesetzt, der regelmäßig ausgeglichen werden muss. Zu diesem Zwecke lässt sich eine Tauchermaske durch Einblasen von Luft aus der Nase in den Nasenerker unter Wasser jederzeit mit zusätzlicher Luft füllen. Dies verhindert einen übermäßiges Anpressen der Maske beim Abtauchen. Wird den Druck in der Maske während des Tauchgangs nicht ausgeglichen, kann dies zu Barotraumen in Form von Druckstellen am Gesicht bis zu geplatzten Blutgefäßen am Augapfel oder sogar einer Netzhautablösung führen.[3]

Beim Auftauchen dehnt sich die Luft im Maskeninnenraum wieder aus und entweicht durch die Dichtungen zwischen Brille und Gesicht. Es werden auch Masken angeboten, die an der Spitze des Nasenerkers über ein Ventil verfügen, über das die Luft entweicht.

Außerdem ist der Nasenerker notwendigerweise aus flexiblem Material, damit die Nase mit der Hand zusammengedrückt und der Druckausgleich im Mittelohr absolviert werden kann.

Sehen unter Wasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das menschliche Auge und sein dioptrischer Apparat sind an die optische Dichte von Luft angepasst. Kommt das Auge direkt mit Wasser, dessen Brechungsindex dem der Hornhaut sehr nahe ist, in Berührung, werden die Strahlen nur noch gering gebrochen und treffen sich nicht mehr im Brennpunkt auf der Netzhaut − der Taucher sieht verschwommen. Da mit einer Tauchmaske die Lichtstrahlen nicht direkt aus dem Wasser auf die Hornhaut treffen, sondern aus dem Luftraum innerhalb der Maske, ermöglicht diese dem Taucher eine Sehschärfe unter Wasser, die der an Land entspricht.

Der Brechungsindex am Übergang zwischen Maske und Wasser beträgt 1,33 (4/3) und bewirkt durch den Luftraum vor den Augen eine Vergrößerung: Objekte wirken um 33 % größer und Entfernungen um 25 % geringer, als sie in Wirklichkeit sind. Zum Beispiel erscheint ein drei Meter langes Objekt als vier Meter lang (Vergrößerung um 33 %) und die Entfernung von vier Metern zum Objekt erscheint als nur drei Meter (um 25 % näher).[4]

Tauchmasken bei Fehlsichtigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brillenträger können eine Tauchmaske mit optisch geschliffen Einsätzen verwenden oder aber Kontaktlinsen unter einer gewöhnlichen Tauchmaske tragen. Das geschliffene Glas der Tauchmaske benötigt weniger Dioptrien als die entsprechende gewöhnliche Brille. Dies wird durch den größeren Brechungsindex des Wassers bewirkt. An der Luft kann der Taucher deshalb durch eine optisch korrigierte Tauchmaske nur bedingt scharf sehen. Bei geringen Fehlsichtigkeiten handelt es sich hierbei "nur" um Komfort, während Fehlsichtigkeiten ab 1,5 Dioptrien als sicherheitsrelevant und somit korrekturbedürftig gelten.[5] Eine gute Sicht ist nicht nur unter Wasser, sondern besonders an der Wasseroberfläche wichtig, gerade wenn es sich um Notaufstiege im freien Wasser in größerer Entfernung zum Boot/Ufer handelt.

Kondenswasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damit die Gläser der Maske durch den grossen Temperaturunterschied zwischen dem umgebendem Wasser und dem Maskeninnenraum nicht mit Kondenswasser beschlagen, werden teilweise synthetische Antibeschlagsmittel oder Speichel benutzt.

Apnoetauchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die während des Abtauchens mehrmals notwendigen Ausgleich des Maskeninnnendrucks ist Apnoetauchern nur bedingt möglich, da sie nur eine Lungenfüllung Luft mit sich führen und der mehrmalige Druckausgleich in der Maske zu einem signifikanten Verlust von Luft und somit zu kürzeren Tauchgängen führt. Zumal ist in größeren Tiefen das Volumen der komprimierten Lunge dafür zu klein. Um das Maskenvolumen zu verringern, spritzen viele Apnoetaucher ihre Maske bis auf einen kleinen Sichtkanal komplett mit einem Füllmaterial wie Silikon aus. Dadurch verringert sich das auszugleichende Luftvolumen erheblich.

Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Formen von Tauchmasken:[6]

  • Reguläre Masken haben ein zentrales Sichtglas.
  • Tauchmasken fürs Apnoetauchen oder Unterwasserrugby haben ein geringes Innenvolumen. Dadurch braucht der Taucher weniger Luft für den Druckausgleich.
  • Tauchmasken mit zweigeteilter Sichtscheibe: Der oft geringere Augenabstand gewährleistet ein großes Sichtfeld, das geringere Innenvolumen und die teils bessere Passgenauigkeit werden als angenehm empfunden. Sie eignen sich (auch) zum Einsetzen von optischen Gläsern für Brillenträger. Heute werden optische Linsen auch von innen auf die Scheiben der Maske geklebt.
  • Panoramatauchmasken haben zusätzliche Sichtscheiben an den Seiten und bieten damit dem Taucher ein erweitertes Sichtfeld. Sie werden auch gerne in der Unterwasserfotografie eingesetzt, um das Gesicht der fotografierten Person besser zu erkennen.
Taucher mit Vollgesichtsmaske
  • Vollmasken werden vor allem von Berufstauchern und beim Tauchen in kalten oder verschmutzten Gewässern verwendet. Weil hier der Atemregler direkt an der Maske befestigt wird, ist dann auch Sprechfunk beim Tauchen möglich. Die Masken haben oft spezielle Vorrichtungen zum Druckausgleich über die Nase. Andere Vorkehrungen, wie Innenmasken oder Spülluft, verhindern weitgehend das Beschlagen der Sichtscheibe.
  • Tauchhelme stellen eine Sonderform der Tauchmaske dar. Im Vergleich zu Vollgesichtsmasken ist die teils fehlende Möglichkeit zum direkten Druckausgleich über die Nase zu bemerken (bzw. nur mit Nasenklammer). Sie bieten ähnlich Vollgesichtsmasken mehr Schutz, sieht man von Plexiglaskugelhelmen ab. Leichthelme werden mit Halskragen, traditionelle Helme mit Schulterstück getragen.
  • Eric Fattah erfand 1988 eine flexible Maske namens Fluid Goggles, in die eine Salzlösung in den Raum zwischen Maske und Auge injiziert wird. Außerdem verfügt sie über eine Linse, um klare Sicht zu ermöglichen. Ein Druckausgleich ist somit nicht mehr notwendig.[7] Auch die Firma Trygons produziert seit 2007 eine flexible Maske namens Fluid Goggles, die ebenfalls keinen Luftraum zwischen Auge und Wasser aufweist.[8]

Wahl der richtigen Tauchmaske[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dichtigkeit und somit der optimale Sitz der Maske kann wie folgt geprüft werden: Setzt man die Maske aufs Gesicht und atmet leicht durch die Nase ein, so sollte die Maske auf dem Gesicht halten. Das Maskenband sollte nicht zu eng bzw. fest sein, sonst könnte sich der Maskenkörper verziehen. Die Maske muss bequem und sicher sitzen. Da jede Maske im Sitz und in der Bauweise anders ist, kann auf einen solchen einfachen und schnell durchzuführenden Test nicht verzichtet werden. Diesen Test sollten vor allem Frauen machen, da sie meist ein schmaleres Gesicht haben.[1]

Insbesondere beim Gerätetauchen und beim tiefen Tauchen ist es notwendig, unter Wasser einen Druckausgleich zwischen dem Wasserdruck und dem Druck im Inneren der Maske herzustellen. Dies wird über die Atmung und die Verbindung über den Nasenerker und über die Nase zum Rachenraum sichergestellt. Durch Ausatmen durch die Nase ist es zudem einfacher möglich, die Maske mit Luft zu füllen und leerzublasen. Dies ist dann leichter, wenn das Luftvolumen in der Maske kleiner ist.

Zum Druckausgleich in den Ohren muss der Taucher Luft mit dem Zungengrund gegen die geschlossene Nase pressen. Der Nasenerker sollte also auch gegebenenfalls mit dicken Neoprenhandschuhen erreichbar sein und ein Zusammenkneifen der Nasenflügel erlauben.

Einige Modelle erlauben das Austauschen der Gläser. Bei sich ändernder Sehstärke haben Masken dieser Art also einen Vorteil, da man nur neue Gläser und keine neue Maske kaufen muss.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Tauchtheorie: ABC Ausrüstung – Masken. Archiviert vom Original am 17. Dezember 2013, abgerufen am 19. Mai 2011.
  2. a b Tauchermaske, PADI, zugegriffen: 13. Juni 2012
  3. Merkblatt M3-001-06: Schwimmen und Tauchen mit Schwimmbrillen (PDF; 73 kB) DLRG. Abgerufen am 23. Mai 2013.
  4. Sehen unter Wasser. Abgerufen am 19. Mai 2011.
  5. Moderne Tauchmedizin: Handbuch für Tauchlehrer, Taucher und Ärzte, Christoph Klingmann, Kay Tetzlaff, Gentner, 2012, ISBN 3872477447
  6. Kauftipp Tauchmaske – Aufbau und Variationen. Archiviert vom Original am 19. November 2013, abgerufen am 19. Mai 2011.
  7. Liquivision: Fluid Goggles. Abgerufen am 25. Januar 2017 (englisch).
  8. Trygons Designs: Fluid Goggles. Abgerufen am 25. Januar 2017 (englisch).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tauchmasken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: tauchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen