Taufers im Münstertal

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Taufers im Münstertal
(italienisch: Tubre)
Wappen
Wappen von Taufers im Münstertal
Karte
Taufers im Münstertal in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Vinschgau
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2019)
965/958
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
97,85 % deutsch
2,15 % italienisch
0,00 % ladinisch
Koordinaten 46° 39′ N, 10° 28′ OKoordinaten: 46° 39′ N, 10° 28′ O
Meereshöhe: 1.050–3195 m s.l.m. (Zentrum: 1240 m s.l.m.)
Fläche: 45,9 km²
Dauersiedlungsraum: 4,1 km²
Fraktionen: Rifair
Nachbargemeinden: Glurns, Val Müstair (CH-GR), Mals, Prad am Stilfserjoch, Stilfs
Postleitzahl: 39020
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021103
Steuernummer: 00414320218
Bürgermeister (2020): Roselinde Gunsch Koch (SVP)

Taufers im Münstertal (italienisch Tubre, rätoromanisch Tuor?/i) mit 958 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) ist die westlichste Gemeinde Südtirols in Italien und liegt auf 1250 m über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde liegt im unteren Münstertal.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Taufers befindet sich im unteren Münstertal, einem Seitental des Vinschgaus im äußersten Westen Südtirols, direkt an der italienisch-schweizerischen Staatsgrenze zum Kanton Graubünden. Dieses wird hier vom Rambach in nordöstliche Richtung durchflossen. Die Berge auf der orographisch linken Talseite gehören zur Sesvennagruppe. Am namensgebenden Piz Sesvenna (3204 m) erreicht das Gemeindegebiet seinen höchsten Punkt. Der das Münstertal bei Taufers auf der orographisch rechten Seite begrenzende Chavalatschkamm wird zu den Ortler-Alpen gerechnet und ist im Nationalpark Stilfserjoch unter Schutz gestellt.

Taufers grenzt an die Südtiroler Gemeinden Mals, Glurns, Prad und Stilfs sowie an die Graubündner Gemeinden Val Müstair und Scuol.

Siedlungspunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfstraße mit Nikolauskirche

Die Siedlungspunkte von Taufers liegen zwischen 1105 m (Unterrifair) und 1723 m (Egghof Tella) über dem Meeresspiegel.

Der Hauptort Taufers auf etwa 1250 m Höhe ist ein langgezogenes Straßendorf und erstreckt sich, obwohl er nur etwa 700 Einwohner zählt, über 1,5 km. In diesem Teil der Gemeinde liegen alle öffentlichen Einrichtungen, wie Schule, Gemeindeamt, Arztambulatorium, Pfarrkirche, fast alle Gasthäuser und Läden. Am Beginn des Hauptortes befindet sich auch die St.-Johann-Kirche, deren Ursprünge bis auf das 9. Jh. zurückgehen sollen.

Rifair (rätoromanisch Ravera?/i) ist unterteilt in zwei Weiler: Unterrifair (Rifair) und Oberrifair (Schlossoir). Während Unterrifair wiederum langgestreckt zwischen dem Rambach, dem Hauptgewässer des Münstertales und dem Bergfuß liegt, ähnelt Oberrifair eher einem Haufendorf.

Puntweil war ursprünglich ein Haufendorf, das in letzter Zeit aufgerissen wurde, gleichzeitig schrumpfte auch seine Bevölkerung. Die Siedlung an der Grenze entstand in der Neuzeit. Sie dient fast ausschließlich dem Handel mit dem Ausland und dem Grenzbetrieb. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden dort zunächst ein Verwaltungsgebäude, eine Kaserne und zwei Gasthäuser errichtet.

Tella ist eine Höfegruppe, die auf südexponierter Lage über dem Talboden liegt. Die Bewohner der Höfe betreiben ausschließlich Landwirtschaft: Baustadelhof (1370 m), Schlosshof (1509 m), Kasparethof (1534 m – abgebrannt 1985), Bachhof (1558 m), Gandhof (1671 m), Egghof (1723 m) und Sommhof (1802 m – 1939 abgebrannt). An diesem Hang wurden zu Beginn des Mittelalters auch die Burgen Rotund, Reichenberg und Helfmirgott erbaut.

Die Gesamtfläche des Gemeindegebietes auf italienischem Staatsgebiet beträgt 4603 ha. Davon werden zurzeit noch ca. 350 ha intensiv, d. h. als Äcker bzw. Wiesen genutzt. Weiters besitzt die Gemeinde Taufers ca. 42,5 ha Wald und Weideland jenseits der Staatsgrenze in der angrenzenden Gemeinde Müstair in der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tal war schon in der Antike leicht besiedelt. Durch das Tal lief eine Römerstraße. In Puntweil südwestlich von St. Rochus finden sich römerzeitliche Baustrukturen, die in der Karolingerzeit neu bebaut wurden.

Die Flurnamen deuten auf eine rätoromanische und eine leichte bajuwarische Besiedlung hin.

Taufers ist 881 als Tuberis erstgenannt. Das Toponym lässt sich mehrmals in Tirol finden, etwa als Langtaufers oder Taufers (bei Bruneck), seine Etymologie ist unbekannt. Rifair ist 1322 als Rivare genannt und geht auf lateinisch riparia ‚Uferlandschaft‘ zurück. Puntweil (1322 Puntvile) kommt von lateinisch pontis villa ‚Brückensiedlung‘.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Johann

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Taufers gibt es eine Grundschule für die deutsche Sprachgruppe.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1952:[1]

  • Alfons Dietl: 1952–1969
  • Serafin Schgör: 1969–1980
  • Rudolf Schütz: 1980–1985
  • Heinrich Peer: 1985–1995
  • Serafin Schgör: 1995–2000
  • Hermann Fliri: 2000–2015
  • Roselinde Gunsch Koch: seit 2015

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schild schrägrechts geteilt, oben rot, unten von Blau und Silber schräg gerautet. Wappen der Herren von Reichenberg, welche vom 12. Jahrhundert an bis 1373 auf der gleichnamigen Burg über Dorf Taufers als Lehnsträger der Bischöfe von Chur saßen. Das Geschlecht ist zu Beginn des 15. Jahrhunderts ausgestorben.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Kraftverkehr ist Taufers durch die SS 41 erschlossen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Taufers i.M. (Hrsg.): Taufers im Münstertal im Wandel der Zeit. 2. Auflage 2006, Verfasser: Dr. Serafin Heinrich Schgör

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Taufers im Münstertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.