Taufkirchen (bei München)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Taufkirchen
Taufkirchen (bei München)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Taufkirchen hervorgehoben
48.0511.616666666667563Koordinaten: 48° 3′ N, 11° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: München
Höhe: 563 m ü. NHN
Fläche: 22,02 km²
Einwohner: 17.655 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 802 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 82024 (Taufkirchen),
85521 („Ottobrunn, Ortsteil Gemeinde Taufkirchen“ = Gewerbegebiet östlich der A 8)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 089
Kfz-Kennzeichen: M, AIB, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 84 145
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Köglweg 3
82024 Taufkirchen
Webpräsenz: www.taufkirchen-mucl.de
Bürgermeister: Ullrich Sander (CSU)
Lage der Gemeinde Taufkirchen im Landkreis München
Starnberger See Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Miesbach Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Dachau München Forstenrieder Park Grünwalder Forst Brunnthal Höhenkirchen-Siegertsbrunn Perlacher Forst Aschheim Aying Baierbrunn Brunnthal Feldkirchen (Landkreis München) Garching bei München Gräfelfing Grasbrunn Grünwald Haar (bei München) Höhenkirchen-Siegertsbrunn Hohenbrunn Ismaning Kirchheim bei München Neubiberg Neuried (bei München) Oberschleißheim Ottobrunn Planegg Pullach im Isartal Putzbrunn Sauerlach Schäftlarn Straßlach-Dingharting Taufkirchen (bei München) Unterföhring Unterhaching Unterschleißheim OberhachingKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Taufkirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München. Sie liegt acht Kilometer südlich vom Münchner Ortsrand zwischen Unterhaching und Oberhaching. Bedingt durch die Nähe zu München ist aus dem früheren Bauerndorf eine Vorstadt mit zahlreichen Gewerbegebieten und einer städtischen Struktur geworden.

Geografie[Bearbeiten]

Taufkirchen liegt im Hachinger Tal und wird vom Hachinger Bach durchflossen, dem einzigen Fließgewässer, das in der Münchner Schotterebene wieder versickert. Die Weiler Taufkirchens heißen Jagdhof, Pötting, Zacherlhof.

Taufkirchen setzt sich aus den 7 Ortsteilen Am Birkengarten, Am Wald, Bergham, Potzham, Taufkirchen, Westerham sowie Winning zusammen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Schon ca. 7500 Jahre v. Chr. haben Menschen im heutigen Gebiet der Gemeinde Taufkirchen gelebt. Im Rahmen von Bauarbeiten für das Sport- und Freizeitgelände am Köglweg im Jahre 1993 kamen zahlreiche Spuren von Siedlungen zu Tage. Umfangreiche archäologische Grabungen belegten eindeutig, dass die Funde aus der Jungstein- bis zur Römerzeit stammen. [3]

Die erste urkundliche Erwähnung Taufkirchens erfolgte im Jahre 1315, die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Taufkirchen wurde hierbei als Filialkirche von Oberhaching genannt. Der Ort war eine geschlossene Hofmark, die zum Jesuitenkolleg München gehörte. Taufkirchen wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde.

Religionen[Bearbeiten]

Taufkirchen liegt im katholisch geprägten Oberbayern. Als zu Beginn der 70er Jahre – bedingt durch den Neubau großer Wohnanlagen im Ortsteil am Wald – die Einwohnerzahlen sprunghaft anstiegen, wurde in Taufkirchen neben der bisherigen Pfarrei St. Johannes der Täufer eine zweite katholische Pfarrei, St. Georg, errichtet.

1971 entstand in Taufkirchen auch die erste evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, die seit 1988 den Namen Jerusalemgemeinde trägt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl ist den letzten Jahren relativ stabil geblieben und schwankte in der Regel um +/- 50 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

  • CSU 8 Sitze: Aline Erdmann, Christoph Götz, Paul Haberl jun., Herbert Heigl, Brigitte Koch, Maximilian Löffelmeier, Michael Neumayer, Hildegard Riedmaier
  • SPD 5 Sitze: Rosemarie Weber, Matteo Dolce, Peter Soellner, Susanne Weber, Alfred Widmann
  • FW Freie Wähler Taufkirchen 4 Sitze: Anton Almer, Peter Hofbauer, Eckhard Kalinowski, Michael Lilienthal
  • ILT (Initiative Lebenswertes Taufkirchen) 3 Sitze: Beatrice Brückmann, Edith Hirtreiter, Renate Meule
  • Grüne 3 Sitze: David Grothe, Rudolf Schwab, Gabriele Zaglauer-Swoboda
  • FDP/FWG 1 Sitz: Ursula Schulze

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1. Bürgermeister: Ullrich Sander (CSU)
  • 2. Bürgermeister: Alfred Widmann (SPD)
  • 3. Bürgermeister: Rudolf Schwab (Grüne)

Wappen[Bearbeiten]

Die Gemeinde führt das Wappen des Geschlechts der Taufkircher. Dieses Wappen ist schon auf der Grabplatte des am 18. September 1381 verstorbenen Ritters Hilprand abgebildet. Seit 1957 beschreibt die verbindliche amtliche Blasonierung das Motiv des Wappens als Löwen, der sich ein silbernes Schwert durch das Maul stößt. Allerdings wird in der Gemeinde Taufkirchen das Wappen bevorzugt so gedeutet, dass der Löwe brüllend mit dem Schwert über der rechten Schulter zum Schlag ausholt. Gestützt wird diese Deutung durch das in Stein gehauene Originalwappen in der Stadtpfarrkirche St. Georg/Freising.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Taufkirchen pflegt Partnerschaften mit der Stadt Wildau in Brandenburg und der französischen Gemeinde Meulan.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wolfschneiderhof
Heimatmuseum

Verkehr[Bearbeiten]

Taufkirchen liegt an der Bahnstrecke München Ost–Deisenhofen, die von der S-Bahn-Linie S3 befahren wird. Zudem verbinden mehrere Buslinien Taufkirchen mit den Nachbargemeinden und der Stadt München.

Taufkirchen befindet sich im Bartarif-Innenraum des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes sowie im Zeitkartentarifring 4.

Die Bundesautobahnen 995 und 8 sowie die Bundesstraßen 13 und 471 binden Taufkirchen an das Fernstraßennetz an.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Taufkirchen sind mehr als 1000 Unternehmen ansässig, vom Freiberufler und Kleingewerbetreibenden über mittelständische Unternehmen bis hin zu international tätigen Konzernen. So befindet sich der als Standort Ottobrunn bezeichnete Teil der Airbus Group auf Taufkirchner Gemeindegebiet. Auch das IKEA-Möbelhaus München-Brunnthal und der Hagebaumarkt stehen zum überwiegenden Teil in Taufkirchen.

Der Einzelhandel in Taufkirchen konzentriert sich vor allem auf die Einkaufszentren westlich des S-Bahnhofes (Eschen- und Lindenpassage), die Rathausarkaden am Köglweg sowie die Münchner Straße. Nicht zuletzt durch die jenseits der Gemeindegrenze entstandenen Gewerbegebiete – mit den dort angesiedelten Filialen großer Handelsketten – ist der Einzelhandel in Taufkirchen in Bedrängnis geraten.

Als Interessensvertretung der Handwerker, Händler und Dienstleister ist der Gewerbering Taufkirchen e. V. tätig, der regelmäßige Informationsveranstaltungen und Gewerbeschauen organisiert und die Kommunikation seiner Mitglieder mit den Bürgern und Institutionen Taufkirchens fördert.

Die Energieversorgung in Taufkirchen wird unter anderem durch die BioEnergie Taufkirchen gewährleistet.

Bildung[Bearbeiten]

Taufkirchen verfügt über zwei Grundschulen, eine Hauptschule, eine Realschule, die Walter-Klingenbeck-Realschule, sowie eine Volkshochschule. Gymnasien befinden sich in den Nachbargemeinden Ober- und Unterhaching.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Taufkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeindegebiet Taufkirchen. Gemeinde Taufkirchen, abgerufen am 31. August 2013.
  3. Homepage Gemeinde Taufkirchen (Kultur & Freizeit > Museen > Keltenhaus)
  4. Haus der Bayerischen Geschichte – Bayerns Gemeinden : Detailansicht Bayern > Oberbayern > München > Taufkirchen. Bearbeitet von Emma Mages. Website des Hauses der Bayerischen Geschichte. Abgerufen am 3. Oktober 2012.