Taupo (Vulkan)

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Taupo
Lake Taupo aus dem Weltraum fotografiert (NASA-Foto)

Lake Taupo aus dem Weltraum fotografiert (NASA-Foto)

Lage Zentral auf der Nordinsel, Neuseeland
Gebirge Volcanic Plateau
Koordinaten 38° 45′ 0″ S, 175° 55′ 0″ OKoordinaten: 38° 45′ 0″ S, 175° 55′ 0″ O
Taupo (Vulkan) (Neuseeland)
Taupo (Vulkan)
Typ Caldera, Supervulkan
Letzte Eruption 181 n. Chr.
Besonderheiten unter dem Lake Taupo liegend

Der Taupo ist ein etwa 300.000 Jahre alter Supervulkan in Neuseeland. Er war seit seiner Entstehung in unregelmäßigen Abständen aktiv und gilt als der am häufigsten aktive und produktivste Rhyolith-Vulkan der Welt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vulkan ist heutzutage nicht direkt als Vulkan oder als Berg erkennbar, existiert aber in der nördlichen Hälfte des Lake Taupo unterhalb des Sees, wie geologische Untersuchungen herausgefunden haben.[1] Der Taupo ist Teil einer auf der Nordinsel Neuseelands in nordöstlicher Richtung verlaufenden Verwerfung, die als Taupo Volcanic Zone bekannt ist.

Aktivitätsperioden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kontinentale Erdkruste, die normalerweise im Mittel eine Dicke von rund 35 km aufweist, hat sich unterhalb der Taupo Volcanic Zone über Millionen von Jahren im Mittel auf rund 15 km verjüngt.[2] Durch die tektonischen Prozesse der Nordinsel – die Pazifische Platte schiebt sich unter die Australische Platte – kam es entlang der Taupo Volcanic Zone zu Brüchen in der Kruste und zur Bildung zahlreicher Vulkanschlote, in denen Magma aufsteigen konnte. Der so vor rund 300.000 Jahren entstandene Vulkan Taupo gehört allerdings zu den Vulkanen, die seltener ausbrechen, dann aber große, explosive und vor allem zerstörerische Eruptionen entwickeln.

Ōruanui-Eruption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Oruanui-Ausbruch

Einer dieser gewaltigen Ausbrüche des Taupo war die Ōruanui-Eruption, die vor 26.500 Jahren stattfand. Das dabei herausgeschleuderte und in weitem Umkreis verteilte Material (Bimsstein und Vulkanasche) soll mit fast 1200 km³[3] das Volumen von der dreifachen Größe des Mount Ruapehu gehabt haben. Andere Quellen spezifizieren dies in 430 km³ Gesteins- und Ascheniederschlag, 320 km³ pyroklastische Ströme in die umliegende Landschaft und 420 km³ Material, das innerhalb der Caldera niederging.[4] Zum Ende des Ausbruchs kollabierte die Magmakammer unterhalb des Vulkans, wodurch sich eine Caldera mit einer Absenkung von rund 500 Metern bildete.[5] Diese Caldera wurde später zum nördlichen Teil des Lake Taupo. Es folgten 28 weitere mehr oder weniger große Ausbrüche in den letzten 23.000 Jahren. Diese und der Ōruanui-Ausbruch haben den Lake Taupo und die Landschaft um ihn herum maßgeblich geprägt.

Hatepe-Eruption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte dieser Ausbrüche fand vor etwas mehr als 1830 Jahren statt und war der wohl weltweit gewalttätigste Vulkanausbruch der letzten 5000 Jahre. Mit einer Auswurfmenge von 50 bis 60 km³ verwüstete er ein Gebiet in Neuseeland, in dem heute über 200.000 Menschen leben. Der Ascheregen bedeckte ganz Neuseeland mit einem mindestens 1 cm dicken Teppich[6] und könnte die außergewöhnlich roten Sonnenuntergänge in China und Europa verursacht haben, die von den Römern und Chinesen zu dieser Zeit beobachtet und dokumentiert wurden.[5]

Der Vulkan heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Taupo zählt heute zu den zwölf als gefährlich eingestuften und ständig überwachten Vulkanen Neuseelands.[7] Das ständige Monitoring seismischer Aktivitäten[8], Veränderungen des Seebetts, des Wasserstands und der Wasserqualität geben wichtige Informationen über eventuelle Gefährdungen durch vulkanische Aktivitäten, denn die Magmakammer des Vulkans liegt lediglich zwischen 6 und 8 km unterhalb des Sees[6].

Lake Taupo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Lake Taupo

Wann genau die Caldera mit Wasser vollgelaufen war und zur Bildung des Lake Taupo geführt hat, ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass sich die Caldera durch die zahlreichen großen Ausbrüche der vergangenen 23.000 Jahre verändert hatte und zur weiteren Erhöhung des Umlandes führte. Doch das 3487 km² große Einzugsgebiet der zur Caldera hin verlaufenden Flüsse füllte die Senke mit Wasser, das sich schließlich bei der heutigen Stadt Taupo einen Durchbruch nach Norden schuf, der den Wasserstand des Sees auf seinem heutigen Stand hält. An diesem Durchbruch bildeten sich die Huka Falls, die mit einer Fallhöhe von rund 11 m heute eine Attraktion für Touristen und Wildwasserfahrer darstellen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Taupo im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)
  • David J. Lowe, Richard Smith, Ian Wright: The Taupō volcano. In: The Encyclopedia of New Zealand. Ministry for Culture and Heritage, 13. Juli 2012, abgerufen am 21. Juli 2013 (HTML).
  • Taupo. GeoNet – GNS Science, abgerufen am 21. Juli 2013 (HTML).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Taupo. GeoNet – GNS Science, abgerufen am 21. Juli 2013 (HTML).
  2. J.J. Aitken: Plate Tectonics for Curious Kiwis. In: Institute of Geological & Nuclear Science (Hrsg.): Institute of Geological & Nuclear Science Information. series 42. Lower Hutt 1996, ISBN 0-478-09555-4, S. 39 (englisch).
  3. The Taupō volcano. In: The Encyclopedia of New Zealand. Ministry for Culture and Heritage, abgerufen am 19. Juli 2013 (HTML).
  4. C.J.N. Wilson: The 26.5 ka Oruanui eruption, New Zealand: an introduction and overview. In: Elsevier (Hrsg.): Journal of Volcanology and Geothermal Research. Volume 112, Issues 1–4, Dezember 2001, ISSN 0377-0273, S. 133–174, doi:10.1016/S0377-0273(01)00239-6 (englisch).
  5. a b Taupo Lakebed – Background. In: Lake Taupo '98 – The JAGO dive project. New Zealand Mineral (NZMIA), Oktober 1998, archiviert vom Original am 27. März 2012, abgerufen am 11. Februar 2016 (HTML, englisch).
  6. a b Volcano Fact Sheet – Taupo Volcano. GNS Science, archiviert vom Original am 19. September 2013, abgerufen am 11. Februar 2016 (PDF 554 kB).
  7. Our Volcanoes. GeoNet – GNS Science, abgerufen am 19. Juli 2013 (HTML).
  8. Taupo – Volcano Alerts – Volcano Drums. GeoNet – GNS Science, abgerufen am 19. Juli 2013 (HTML).