Tauredunum-Ereignis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 46° 21′ 27″ N, 6° 51′ 7″ O; CH1903: 554844 / 134183

Vormarsch des Tsunami im Tauredunum-Ereignis
Der See bei Nyon, das beim Tauredunum-Ereignis im Jahr 563 stark getroffen wurde
Der wahrscheinliche Ort des Tauredunum-Erdrutsches ist ganz rechts zu sehen

Das Tauredunum-Ereignis im Jahr 563 war ein Tsunami im Genfer See, der durch einen massiven Bergsturz ausgelöst wurde und weitreichende Zerstörungen hervorrief, wobei viele Menschen entlang der Seeufer zu Tode kamen. Nach zwei zeitgenössischen Berichten (von Gregor von Tours und Marius von Avenches) wurde die Katastrophe durch das Abrutschen eines Berghanges an einem Ort namens Tauredunum am östlichen Ende des Genfer Sees verursacht. Es entstand eine große Welle, die sich entlang des Sees ausbreitete, wobei sie die Dörfer am Ufer hinwegfegte und die Stadt Genf mit solcher Kraft traf, dass sie über die Stadtmauern schwappte und viele Einwohner tötete. Die Welle soll in Genf noch acht Meter hoch gewesen sein.[1]

Möglich ist auch, dass der Bergsturz zuerst die Rhône ca. 5 km oberhalb ihrer Mündung in den Genfer See aufstaute und diese Barriere später brach, worauf die Flutwelle entstand.[2]

Eine Studie, die im Oktober 2012 veröffentlicht wurde, legt nahe, dass der Tauredunum-Erdrutsch das Abrutschen der Sedimente bewirkte, die sich an der Stelle angehäuft hatten, wo die Rhone in den Genfer See mündet. Dies verursachte eine riesige Unterwasser-Schlammlawine, die mehrere 100 Millionen Kubikmeter Sediment verschob und einen Tsunami hervorrief, der bis zu 16 m hoch war und die Stadt Genf in etwa 70 Minuten erreichte. Es gibt Indizien für vier frühere Schlammlawinen, was darauf hindeutet, dass Tsunamis möglicherweise ein wiederkehrendes Phänomen am Genfer See sind.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Call to assess risks of Alpine lake tsunami in Austria, 31. Oktober 2012
  2. Historisches Lexikon der Schweiz: Tauredunum (deutsch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]