Tawrija Simferopol

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Tawrija Simferopol
Tawrija Simferopol Logo.svg
Basisdaten
Name SK Tawrija Simferopol
Sitz Simferopol
Gründung 1958
Auflösung 2014
Präsident UkraineUkraine Serhij Kunizyn
Website www.sctavriya.com
Erste Mannschaft
Trainer BulgarienBulgarien Nikolai Kostow
Stadion RSC Lokomotiv Stadion
Plätze 20.000
Liga Premjer-Liha
2013/14 15. Platz
Heim
Auswärts

Der SK Tawrija Simferopol (ukrainisch СК «Таврія» Сімферополь, russisch СК «Таврия» Симферополь; „Tawrija“ bedeutet Tauris) war ein ukrainischer Fußballverein aus Simferopol auf der Halbinsel Krim. Tawrija Simferopol gehörte zu den vier Mannschaften, neben Dynamo Kiew, Schachtar Donezk und Dnipro Dnipropetrowsk, die nie aus der Premjer-Liha abgestiegen sind. Heute gibt es zwei Vereine, die sich in der Nachfolge des Clubs sehen: einen russischen Verein, der weiterhin in Simferopol spielt, sowie einen ukrainischen Verein, der derzeit in Cherson spielt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tawrija Simferopol wurde 1958 als Awangard Simferopol gegründet. 1963 wurde der Verein in den heutigen Namen umbenannt. 1973 war Tawrija einer der Aufsteiger aus der drittklassigen Wtoraja Liga in die Perwaja Liga, die in der Spielzeit 1980 gewonnen werden konnte. Somit nahm der Verein in der Saison 1981 an der Austragung der Wysschaja Liga, der höchsten sowjetischen Spielklasse, teil, belegte allerdings den vorletzten Tabellenplatz und trat den sofortigen Weg in die erneute Zweitklassigkeit an. Dort verblieb die Mannschaft aus der Krim bis zum Zerfall der Sowjetunion und der damit einhergehenden Unabhängigkeit der Ukraine. Im Jahre 1992 war der Verein einer der Gründungsmitglieder der neu geschaffenen ukrainischen Wyschtscha Liha. Gleich in der ersten Austragung konnte sich das Team die Meisterschaft sichern, als im Entscheidungsspiel, das in Lwiw auf neutralem Boden stattgefunden hatte, der ukrainische Vorzeigeverein Dynamo Kiew mit 1:0 bezwungen werden konnte. An diese Leistung konnte Tawrija nie anknüpfen und schaffte es seitdem nicht über den fünften Tabellenplatz hinauf zu klettern. Im Jahre 2010 konnte der erste nationale Pokalgewinn gefeiert werden, als Metalurh Donezk im Metalist-Stadion im Finale mit 3:2 nach Verlängerung bezwungen wurde. Außerdem stand Tawrija 1994 im Finale des ukrainischen Fußballpokals sowie 1995 und 2007 im Halbfinale.

Nach dem Referendum über den Status der Krim bat Tawrija die UEFA und die FIFA um Erlaubnis, in der folgenden Saison zur russischen Liga zu wechseln.[1] Daraufhin löste der Verein sich auf und bewarb sich als neu gegründeter Verein Skif Simferopol für eine russische Lizenz.[2] Ende Juli 2014 kündigte der Fußballverband der Russischen Föderation an, dass Skif Simferopol in der Saison 2014/15 in der russischen 2. Fußball-Division spielen werde.[3] Daraufhin sperrte die UEFA alle Fußballvereine, die auf der Krim beheimatet sind, für alle russischen und internationalen Wettbewerbe. Hier soll eine eigene Liga entstehen, rechtlich unabhängig vom russischen und ukrainischen Fußballverband.[4] Die Entscheidung wurde von Russland akzeptiert, das 2014 die eigene Fußballliga der Krim gründete. Für Tawrija Simferopol bedeutete dies das Ende des bisherigen professionellen Spielbetriebs.

Nachfolgevereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inzwischen gibt es faktisch zwei Vereine, die sich als Nachfolger von Tawrija sehen:

Seit 2014 spielt der neu gegründete russische Verein TSK-Tawrija Simferopol in der Ersten Fußballliga der Krim. TSK-Tawrija sieht sich als der Nachfolger des bisherigen Tawrija Simferopol, verwendet ein nahezu identisches Logo, spielt im gleichen Stadion (RSC Lokomotiv) und übernahm auch weite Teile der Fanszene. Auch mehrere Spieler des „alten“ Tawrija, wie etwa Anton Monachow oder Rollan Pogorelzew, nahmen die russische Staatsbürgerschaft an und traten für den neuen Verein an.

Im Sommer 2015 kündigte der Fußballverband der Ukraine an, Tawrija Simferopol als ukrainischen Verein neuzugründen. Der Club hat seinen Sitz in Beryslaw in der Oblast Cherson, trägt seine Heimspiele in Cherson aus und verwendet das gleiche Logo wie der ursprüngliche Verein. Zur Saison 2017/18 trat das ukrainische Tawrija Simferopol in der dritten ukrainischen Liga an.

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 1992/93 nahm Simferopol an der UEFA Champions League teil. In der Vorrunde setzte sich das Team gegen den Shelbourne FC durch, scheiterte dann aber in der ersten Runde am FC Sion. 2001 und 2008 nahm Simferopol am UEFA Intertoto Cup teil, schied aber jeweils in der dritten Runde aus. Die Mannschaft hatte sich durch den Gewinn des ukrainischen Pokales für die Play-off-Runde der UEFA Europa League 2010/11 qualifiziert, in der man gegen Bayer 04 Leverkusen ausschied.

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1992/93 UEFA Champions League Vorrunde IrlandIrland Shelbourne FC 2:1 0:0 (A) 2:1 (H)
1. Runde SchweizSchweiz FC Sion 2:7 1:4 (A) 1:3 (H)
2001 UEFA Intertoto Cup 2. Runde BulgarienBulgarien Spartak Warna 5:2 03:0 (A)1 2:2 (H)
3. Runde FrankreichFrankreich Frankreich 0:5 0:1 (H) 0:4 (A)
2008 UEFA Intertoto Cup 2. Runde MoldawienMoldawien FC Tiraspol 3:1 0:0 (A) 3:1 (H)
3. Runde FrankreichFrankreich Stade Rennes 1:1
(9:10 i. E.)
0:1 (A) 1:0 n.V. (H)
2010/11 UEFA Europa League Play-offs DeutschlandDeutschland Bayer 04 Leverkusen 1:6 0:3 (A) 1:3 (H)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 14 Spiele, 4 Siege, 3 Unentschieden, 7 Niederlagen, 14:23 Tore (Tordifferenz −9)

1 Das Hinspiel endete mit 2:0 für den Spartak Warna. Das Spiel wurde aber mit 0:3 für Tawrija Simferopol gewertet, da Spartak Warna einen nicht berechtigten Spieler einsetzte.

Kontakte zur organisierten Kriminalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut der örtlichen Polizei war der Fußballverein eng mit der organisierten Kriminalität verbandelt. Dabei handelte es sich um die Bande Baschmaki (deutsch: „Schuhe“), die vermutlich an 50 Morden sowie an Entführungen beteiligt ist. Im Jahr 2007 wurde der ehemalige Präsident des Vereins, Wiktor Karasew, zu sieben Jahren Haft wegen Brandstiftung und Einsatz illegaler Waffen verurteilt.[5]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Crimean clubs Tavriya Simferopol, Sevastopol weighing switch to Russian league", thenational.ae. 19. März 2014. Abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. "Таврия" и "Севастополь" прекратили свое существование", Sport-Express-Ukraine. 3. Juni 2014. Abgerufen am 9. Juni 2014.
  3. Три крымских клуба допущены к участию во втором дивизионе ЧР по футболу, 31. Juli 2014
  4. Denis Trubetskoy: Neue Krim-Liga: Fußball von Russlands Gnaden. SPON. 30. März 2015. Abgerufen am 23. Juni 2015.
  5. BBC News - Ukrainian football's dark side