TeamSpeak

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TeamSpeak
Logo von TeamSpeak
Entwickler TeamSpeak Systems GmbH[1] [2]
Erscheinungsjahr 2001
Aktuelle Version 3.1.4 (Client) / 3.0.13.6 (Server)
(12. April 2017 /
9. November 2016[3])
Betriebssystem Windows, Linux, FreeBSD (Server), Mac OS X, iOS (Client), Android[4]
Programmiersprache C++/Qt5, Delphi (bis Version 2)
Kategorie VoIP
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
www.teamspeak.com

TeamSpeak ist eine proprietäre Sprachkonferenzsoftware, die den Benutzern ermöglicht, über das Internet oder ein LAN per Sprache und Text miteinander zu kommunizieren sowie Dateien auszutauschen. TeamSpeak ist für die Nutzung parallel zu Online-Spielen optimiert.[5][6]

TeamSpeak nutzt ein eigenes, proprietäres Protokoll, dessen Spezifikation nicht veröffentlicht ist. Es gibt keine Unterstützung für andere Protokolle.[7]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TeamSpeak 1.5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teamspeak 1.5 wurde im Oktober 2001 veröffentlicht. Es war als Freeware verfügbar und die erste Version mit einer Client-Server-Architektur. Der Support ist inzwischen eingestellt.[8]

TeamSpeak 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TeamSpeak 2 wurde in Borland Delphi für Windows-Systeme geschrieben und mit Kylix auf Linux portiert. Für Mac OS X gab es nur einen inoffiziellen Client mit dem Namen TeamSpeex.

Diese Version unterstützte die Codecs CELP, GSM und Speex in Stufen von 5,1 kbit/s bis zu 25,9 kbit/s.[9] Der Client war grundsätzlich kostenfrei. Der Server war für nicht kommerzielle Zwecke ebenfalls kostenfrei. Es durften hierbei maximal 1.000 Slots (Plätze für Benutzer) auf bis zu 10 Server aufgeteilt werden. Für die kommerzielle Nutzung war eine kostenpflichtige Lizenz notwendig. Der Support für TeamSpeak 2 wurde komplett eingestellt.[10]

TeamSpeak 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachfolgeversion TeamSpeak 3 verwendet C++, was eine Portierung auf andere Betriebssysteme vereinfachte. So erscheint neben der Windows- und Linux-Version auch eine Version für Mac OS X. Versionen für iOS und Android werden kostenpflichtig angeboten.[11]

Die erste Beta-Version von TeamSpeak 3 erschien am 19. Dezember 2009, die finale Version wurde am 10. August 2011 freigegeben. TeamSpeak 3 unterstützt das Vorlesen von eingegebenem Text. Bei einer Konferenzschaltung können die Teilnehmer in einem virtuellen Raum angeordnet werden (links, rechts, vorne, hinten), dadurch soll es leichter sein dem Gespräch zu folgen. Dies funktioniert, sofern man über zwei oder mehr Ausgabekanäle verfügt. Für Anwender stehen ferner Skins zur Personalisierung zur Verfügung.[12] Es wurde weiterhin Unterstützung für den latenzarmen Codec CELT eingeführt.[7] Die Unterstützung für CELP und GSM wurde hingegen eingestellt. Für CELT und Speex können Latenz (inzwischen inoffiziell) und Qualität unabhängig voneinander konfiguriert werden, womit sich Bitraten zwischen 2,6 und 114 kbit/s ergeben. Seit Client-Version 3.0.10 kann auch Opus verwendet werden, wofür lediglich die Qualität eingestellt werden kann.

Die Serversoftware kann für nicht kommerzielle Zwecke kostenlos genutzt werden. Standardmäßig erlaubt sie die Erstellung eines einzigen Servers mit 32 Slots. Mit der Registrierung für eine kostenlose Non-Profit-Lizenz (NPL) können nicht kommerzielle Organisationen (z. B. Computerspiel-Clans) und Privatpersonen bis zu 512 Slots auf 2 Server frei verteilen.[7][13] Seit dem 10. November 2012 ist für die Registrierung einer NPL die Angabe einer IPv4-Adresse und der Besitz einer aktiven Website mit eigener Domain nötig. Auch bei TeamSpeak 3 ist für die kommerzielle Nutzung eine Lizenzgebühr zu entrichten. Unternehmen, die Server für den Eigenbedarf betreiben, bezahlen eine jährliche Gebühr für eine festgelegte Kombination aus Slots, die sie je nach deren Anzahl auch auf 2 Server verteilen können.[14] Sowohl die jährliche als auch die Non-Profit-Lizenz erlaubten vor dem 4. Juni 2014 bis zu 10 Server. Unternehmen, die Server vermieten, zahlen monatlich eine slotabhängige Lizenzgebühr.[15]

Die Technik von TeamSpeak 3 wurde in diverse Produkte integriert, z. B. in die Militärsimulation America’s Army 3 oder Vendetta Online.[16] TeamSpeak kooperiert mit Overwolf, das TeamSpeak 3 mit Funktionen ähnlich denen von Xfire oder der Steam Community verbindet.[17]

TeamSpeak 3.1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Januar 2017 wurde in Deutschland das TeamSpeak Update 3.1 veröffentlicht.

In diesem Update wurde das Feature "myTeamSpeak[18]" veröffentlicht.

Dabei wurde das gesamte Plugin-System verändert, da man ab sofort nicht mehr Plugins aus alten Versionen benutzen kann.

Außerdem ist es seit dem Update möglich, Identitäten in die Cloud von myTeamSpeak hochzuladen.

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um miteinander kommunizieren zu können, muss sich jeder Benutzer mit einem Server verbinden, der wiederum in mehrere Channel unterteilt sein kann.

Server[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Server können entweder bei Hosting-Anbietern (z. B. viele Anbieter für Gameserver) für eine meist monatliche Gebühr gemietet oder mithilfe der Serversoftware auf einem eigenen Server oder dem eigenen Rechner installiert werden. Hat man eine Lizenz, kann man entsprechend mehrere Server mit derselben Installation der Serversoftware erstellen. Die Serversoftware kann auch auf weniger leistungsstarken VServern eingesetzt werden.

Die Verwaltung der meisten Einstellungen eines einzelnen Servers funktionieren mit einer grafischen Oberfläche des Clients. Für die Verwaltung einer Serverinstallation (Instanz genannt) und einigen detaillierten Einstellungen gibt es bei TeamSpeak 2 ein Webinterface auf Port 14534, während bei TeamSpeak 3 standardmäßig die Nutzung mittels Telnet auf Port 10011 zur Verfügung steht.[19] Es gibt jedoch auch Webinterfaces und Software, mit der sich die Verwaltung von TeamSpeak 3 grafisch darstellen lässt. Während des ersten Starts der Serversoftware, wird automatisch ein Server auf Port 8767 (TeamSpeak 2) bzw. 9987 (TeamSpeak 3) erstellt.

Channel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Kanal (eng. „Channel“) eines Servers dient als selbstständiger Raum, zwischen denen der Client wechseln kann. Die Channel werden als Baumansicht dargestellt, ähnlich der Ordner im Windows Explorer. Wird einem Channel beigetreten, tritt der Client der Unterhaltung der bereits vorhanden Nutzer bei. In TeamSpeak erfolgt die Darstellung einer Übertragung durch ein grünes (TeamSpeak 2) bzw. blaues (TeamSpeak 3) Lämpchen vor jedem Client-Benutzernamen. Es können standardmäßig beliebig viele Nutzer gleichzeitig kommunizieren.

Client[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittels der Serveradresse des TeamSpeak Servers und dem TeamSpeak Client kann sich jeder Nutzer mit einem Server verbinden. Jeder Client belegt dabei einen offenen Slot des Servers. Bei der Installation des TeamSpeak Clients wird eine Standard-Identität erzeugt. Dieser Identität kann ein Benutzername und ein phonetischer Benutzername zugeordnet werden. Zusätzlich erzeugt der Client eine eindeutige ID. Mittels dieser eindeutigen ID wird jeder Client auf einem Server identifiziert und in das Benutzerverzeichnis eingetragen.[7] Auf Grund dieser Identität ist es möglich, auf einem Server bestimmte Rechte nach einer Wiederherstellung der Verbindung zu behalten. Die Identitäten können in Dateien gespeichert und auf anderen Computern wiederhergestellt werden.[20]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Kommunikation mit anderen Clients im selben Channel oder auf demselben Server bietet TeamSpeak weitere Funktionen, die teilweise auch in anderen VoIP-Programmen implementiert sind. TeamSpeak lässt sich mit Hilfe von Plug-ins unter anderem um Designs und Icons erweitern.[21]

Chatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgesehen vom Sprachgebrauch besteht die Möglichkeit, Server- und Channelweite, sowie persönliche Chatnachrichten zu versenden.[22]

Whispern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem normalen Sprechen in TeamSpeak gibt es auch noch die Funktion Whispern (von engl. "to whisper", flüstern). Die Kommunikation findet dann nur mit den ausgewählten Personen statt.

Anstupsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Anstupsen in TeamSpeak ist eine Art der Kommunikation, um, in Begleitung eines Tons, auf sich aufmerksam zu machen. Es wird meist genutzt, um einem abwesenden Nutzer eine Nachricht zu überbringen, die sich via Pop-up bei diesem öffnet.

Rechte-System[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rechtesystem in Teamspeak 3 beinhaltet insgesamt 5 Ebenen. Jede Rechteebene wird von der darauffolgenden Ebene überschrieben, sofern dort abweichende Rechte vergeben sind. Die Ebenen in TeamSpeak3 umfassen[23]:

  1. Ebene: Servergruppen Rechte
  2. Ebene: Client Rechte
  3. Ebene: Kanal Rechte
  4. Ebene: Kanalgruppen Rechte
  5. Ebene: Kanal und Client Rechte

Ist ein Client beispielsweise in der Server Gruppe „Gast“ und die Servergruppe hat keine Rechte, einem Kanal beizutreten, kann dieses Recht von einem Client spezifischen Recht überschrieben werden.

Zudem setzen sich die Rechte in Teamspeak 3 aus zwei Rechtegruppen zusammen: den Schaltvariablen und den Integervariablen[23]

Ähnliche Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. About
  2. Contact
  3. Latest News
  4. Downloads
  5. TeamSpeak Systems GmbH: What is TeamSpeak? (PDF; 2,1 MB).
  6. Hiawatha Bary: Game On; Players Add Verbal Jabs To Online Arsenal. In: The Boston Globe, 29. Oktober 2003. 
  7. a b c d Marcel Graef, Marco Franke: Mumble/Murmur und Teamspeak – Sicherheitsanalyse, Maßnahmen und Angriffsszenarien. Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, 24. Februar 2012, S. 3–4, abgerufen am 10. August 2016 (PDF).
  8. TeamSpeak Classic. teamspeak, 13. August 2012, abgerufen am 13. August 2012.
  9. Teamspeak Knowledgebase. Teamspeak.com, abgerufen am 10. August 2016.
  10. TeamSpeak 2. teamspeak, 20. August 2013, abgerufen am 20. August 2013.
  11. TeamSpeak Systems GmbH: What’s New in TeamSpeak3? (PDF; 1,2 MB).
  12. Teamspeak 3 Merkmale. de.tavweb.com. 25. Januar 2010. Abgerufen am 25. Januar 2010.
  13. Teamspeak Licensing. Teamspeak USA, Inc., abgerufen am 10. August 2016 (englisch).
  14. Choose A License. In: sales.teamspeakusa.com. Abgerufen am 7. April 2016.
  15. Teamspeak Pricing Information. Teamspeak USA, Inc., abgerufen am 10. August 2016 (englisch).
  16. Guild Software and TeamSpeak announce the Integration of TeamSpeak 3 within Vendetta Online. Florence Espinoza, 1. Juli 2008, abgerufen am 25. Oktober 2012.
  17. Rip Empson: Overwolf Partners With TeamSpeak To Give Online Games A Social Boost (And In-Game Voice Chat). In: TechCrunch. Abgerufen am 10. August 2016.
  18. myTeamSpeak. Abgerufen am 31. Januar 2017 (englisch).
  19. TeamSpeak Systems GmbH: TEAMSPEAK 3 SERVERQUERY MANUAL 29. Februar 2012 (PDF; 936 kB).
  20. TeamSpeak Knowledgebase. TeamSpeak USA, Inc., 11. August 2016, abgerufen am 11. August 2016 (englisch).
  21. TeamSpeak Addons. teamspeak, 18. Juli 2015, abgerufen am 18. Juli 2015.
  22. 4Players: Teamspeak 3 Features und Funktionen - teamspeak.de. In: www.teamspeak.de. Abgerufen am 7. April 2016.
  23. a b The Permissions System. Teamspeak USA, Inc., 12. August 2016, abgerufen am 12. August 2016 (englisch).