Teamim

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Tafel der hebräischen Akzente, Beilage zur BHS, 2 Seiten

Teamim (hebräisch ‏טַעֲמֵי הַמִּקְרָא‎, ta'amei ha-mikra oder kurz ‏טעמים‎ te'amim, jiddisch ‏ טראָפּtrop, im Deutschen auch Trope) sind Melismen, also melodische Motive in der liturgischen Rezitation, die mit ihren jeweils gleichlautenden Artikulationszeichen notiert werden und auch Kantillation heißen. Die Zeichen kommen im masoretischen Text der Hebräischen Bibel zusätzlich zu Konsonanten und Vokalzeichen vor und legen den musikalischen Vortrag im jüdischen Gottesdienst fest. Teamim, die Akzentuierungen und die dazugehörenden Zeichen, wurden im frühen Mittelalter von den masoretischen Gelehrten festgelegt. Einige dieser Zeichen wurden auch in den mittelalterlichen Handschriften der Mischna benutzt.

Grammatikalische Funktion[Bearbeiten]

Teamim dienten ursprünglich als Interpunktionszeichen und sind in dieser Funktion auch eine Verständnishilfe für die grammatische Struktur des Textes. Es gibt Zeichen, die eine Trennung anzeigen, und Zeichen, die Zusammengehörigkeit anzeigen. Damit zeigen sie die logischen (syntaktischen) Verhältnisse im Satz an, ähnlich wie Komma, Semikolon und Punkt. In manchen Fällen geht das mit einer geänderten Betonung und Aussprache des dabeistehenden Wortes einher, was ebenfalls schriftlich fixiert wird, etwa durch gelängte Vokale bei stark trennenden Teamim. Diese Formen nennt man Pausalformen, da sich die Veränderungen durch Sprechpausen, etwa am Satzende, ergeben.[1] Teilweise werden dieselben Zeichen sowohl als Trenner als auch als Verbinder gebraucht und verschieden bezeichnet, teilweise werden beide Gebrauchsweisen mit dem gleichen Namen belegt, so dass es mehrere unterschiedliche Zählweisen für die Anzahl der Zeichen gibt, ohne dass sich dadurch inhaltlich ein Unterschied ergibt.

Es gibt zwei unterschiedliche Systeme für die Teamim. Das poetische System wird in den Psalmen, im Buch der Sprichwörter und im Mittelteil (3,1 bis 42,6) des Buches Ijob verwendet, das Prosa-System in den gesamten übrigen Teilen der hebräischen Bibel. Weil diese durchaus auch poetische Bücher wie das Hohelied und die Klagelieder enthalten, unterscheiden manche Autoren einfach die „3 Bücher“ von den „21 Büchern“. Die beiden Systeme unterscheiden sich im Vorrat der verwendeten Teamim (je nach Zählweise jeweils etwa 25 mit 10 gemeinsamen, also insgesamt etwa 40) und auch in der Art der Aufteilung des gesamten Verses.

Gestalt der Teamim, Stellung im Wort, Codierung[Bearbeiten]

Die Teamim haben alle eine der folgenden Gestalten:

  1. ein einzelnes diakritisches Zeichen bei einem Buchstaben des Wortes,
  2. ein einzelnes diakritisches Zeichen am Wortanfang oder -ende (d.h. vor dem ersten oder nach dem letzten Buchstaben),
  3. zwei gleiche diakritische Zeichen, eines am Wortanfang oder -ende, das andere im Wortinneren,
  4. zwei verschiedene diakritische Zeichen oder
  5. ein diakritisches Zeichen im Wortinneren und ein separates Schriftzeichen nach dem Wort.

Auf die Betonung des Wortes kann man in folgenden Fällen schließen:

  • In den Fällen 1, 3 und 5 ist der Buchstabe, bei dem das Zeichen im Wortinneren steht, der Konsonant der betonten Silbe.
  • Im Fall 2 ist bei Jetiv und bei den Akzenten, bei denen auch Fall 3 eintreten kann (Paschta, Telischa Gedola und Telischa Qetana) die neben dem Akzent stehende Silbe betont. Sonst (Segol, Sarqa, Zinnor, Dechi) kann man im Fall 2 nicht auf die Betonung schließen.
  • Im Fall 4 ist die Silbe beim hinteren Zeichen betont.

Unicode[Bearbeiten]

In Unicode sind die hebräischen Schriftzeichen im Unicodeblock Hebräisch untergebracht. Dort sind die als „Hebrew accent …“ bezeichneten Zeichen U+0591 bis U+05AE die obengenannten diakritischen Zeichen, die einzeln, paarweise oder mit anderen Zeichen kombiniert die Teamim bilden. Über diese 30 Zeichen hinaus spielen die folgenden vier Zeichen eine Rolle für die Teamim:

  • Sof Pasuq (U+05C3) bezeichnet das Ende eines Bibelverses und erscheint in Unicode unter den Satzzeichen.
  • Meteg (U+05BD), ein kurzer senkrechter Strich unter einem Buchstaben als diakritisches Zeichen, ist der andere Bestandteil des Akzents Sof Pasuq zur Bezeichnung des Versendes. In dieser Funktion heißt er Silluq und steht in der betonten Silbe. Sonst steht er in einer der Silben vor der Tonsilbe und bezeichnet einen Nebenton.
  • Maqqef (U+05BE) ist der Bindestrich (auch im modernen Hebräisch). In Texten mit Teamim wird er zur engen Verbindung von Wörtern benutzt, die dann zusammen nur einen Akzent tragen, während sonst in der Regel jedes Wort einen trägt.
  • Paseq (U+05C0) ist ein senkrechter Strich, der für den Vortrag eine Rolle spielt und der manchmal auch mit einem davorliegenden verbindenden Akzent zusammen einen trennenden Akzent bildet. In letzterer Funktion heißt er Legarmeh.

Mehrdeutige Zeichen[Bearbeiten]

Nachdem in Unicode nur die Form eines Zeichens codiert wird, nicht aber seine Bedeutung, kann dasselbe Unicode-Zeichen je nach Kontext verschiedenes bedeuten. Oft haben diese Bedeutungen auch verschiedene Namen. Man verlasse sich also nie auf die „offiziellen“ Namen der Unicode-Zeichen, sondern konsultiere mindestens die Erläuterungen unter der Unicode-Tabelle dazu, die auch die anderen Namen enthalten. Zeichen, die dieselbe Gestalt, aber je nach Kontext verschiedene Bedeutungen haben, sind aber auch unabhängig von Unicode mehrdeutig oder anderweitig verwirrend:

Paseq – Legarmeh
Ob das Zeichen Paseq (U+05C0) für sich selbst steht oder mit einem voranstehenden verbindenden Akzent zu einem trennenden kombiniert wird, ist nicht immer eindeutig. Im Prosa-System wird Paseq so mit Munnach (U+05A3) kombiniert, im poetischen System mit Qadma (U+05A8) oder Mahpach (U+05A4) und in beiden Systemen mit Schalschelet (U+0593), wobei Schalschelet ohne Paseq nur im poetischen System vorkommt.
Silluq – Meteg
Silluq ist immer das letzte diakritische Zeichen in einem Vers, Meteg nie.
Tipcha – Tarcha
Das Zeichen Tipcha (U+0596) ist im Prosa-System ein stark trennender Akzent, aber im poetischen System unter dem Namen Tarcha ein verbindender.
Mercha – Jored
Das Zeichen Mercha (U+05A5) ist ein häufiger verbindender Akzent in beiden Systemen. Die gleiche Gestalt – und damit den gleichen Code in Unicode – hat Jored, der zweite Bestandteil von Ole we-Jored, dem bis auf Sof Pasuq stärksten trennenden Akzent im poetischen System. Das Problem ist, dass dessen erster Bestandteil Ole gelegentlich wegfällt: man muss dann aus einem zuvor vorkommenden Zinnor oder aus anderen Indizien auf Jored schließen.
Zinnor = Sarqa – Zinnorit
Die beiden sind eigentlich unverwechselbar: Zinnorit vor der Tonsilbe oben auf einem Buchstaben; Sarqa (im poetischen System Zinnor genannt) oben hinter dem gesamten Wort. Sie sind aber in verschiedenen Codes verwechselt worden, und infolgedessen auch in Unicode. Den offiziellen Namen Zarqa und Zinor darf man hier gar nicht trauen: richtig ist U+05AE für Sarqa = Zinnor und U+0598 für Zinnorit.[2]
Paschta – Qadma
Wird Paschta wiederholt (Fall 3 oben), so sieht das im Wortinneren stehende Zeichen wie verbindendes Qadma (U+05A8) aus und wird auch in Unicode so kodiert.
Asla
Der Name Asla wird sowohl für Qadma (U+05A8) als ersten Teil des Akzents Asla Legarmeh verwendet wie für den Grafen Geresch (U+059C), wenn er dem Diener Qadma folgt (die Kombination heißt dann Qadma we-Asla).

Eindeutige Teamim mit nicht eindeutigen Namen sind:

Atnach = Etnachta, Segol = Segolta, Mahpach =Mehuppach 
Die Paare in der Überschrift bezeichnen jeweils den gleichen Akzent; teilweise sind es Unterschiede der Tradition (aschkenasisch / sephardisch), teilweise wird in den beiden Systemen die eine oder andere Bezeichnung bevorzugt.
Segol, Geresch, Gerschajim
Diese drei Namen sind sowohl Namen von Teamim als auch von Vokalisierungszeichen bzw. Satzzeichen. Die gleichnamigen Zeichen sehen jeweils ähnlich aus, haben aber sonst nichts miteinander zu tun.

Trennende und verbindende Akzente[Bearbeiten]

Die stärksten trennenden Zeichen sind die „Kaiser“ (Sof pasuq mit Siluk am Versende und Atnach in der Versmitte). Sof Pasuq beendet jeden Vers, Atnach teilt den Vers in zwei Halbverse und zugleich in zwei Sinnabschnitte. Sof Pasuq kommt immer nur ein einziges Mal vor, Atnach kommt normalerweise einmal vor, nur sehr selten mehr als einmal. Pausalformen sind häufig mit diesen beiden Zeichen kombiniert. Die beiden Halbverse können unterschiedlich lang sein. Die Mitte der beiden Halbverse, falls sie weiter geteilt werden, wird durch „Könige“ bezeichnet. Die so entstandenen Teile werden durch Trenner auf jeder Ebene weiter aufgeteilt bis hin zu Teilen bestehend aus einem oder zwei Worten. Auf der letzten Ebene können zwei einzelne Worte durch Verbinder kombiniert werden, ein Trenner hat dabei üblicherweise nur ein oder zwei Worte mit einem Verbinder zugeordnet. Je länger der Vers, um so mehr Ebenen können vorkommen. Die trennende Wirkung der Trenner wird mit jeder weiteren Ebene schwächer, während die Bedeutung der stärkeren Trenner mit jeder weiteren Ebene zunimmt. Bei langen Versen kann daher die Bedeutung eines Atnachs oder eines Königs einem Punkt entsprechen.

Hierarchie der trennenden Akzente[Bearbeiten]

Die trennenden Akzente werden auch als „Herren“ und die Verbinder als „Diener“ bezeichnet. Es gibt vier Ränge, die solche „Herren“ haben können:[3]

  • Ein Kaiser (hebr. qeisar קיסר) schließt den Vers ab oder teilt ihn. Das Gebiet eines Kaisers beginnt nach dem vorangehenden Kaiser oder am Versanfang und endet mit dem Wort, das den Kaiser als Akzent trägt.
  • Ein König (hebr. melech מלך) teilt den letzten Teil des Gebiets eines Kaisers, nämlich den, der nicht bereits zum Gebiet eines anderen Königs gehört. Die vordere Hälfte bis zu dem Wort, das den neuen König als Akzent trägt, bildet das Gebiet des neuen Königs; es kann durch einen Herzog geteilt werden. Die hintere Hälfte bleibt direkt dem nachfolgenden Kaiser unterstellt und kann durch einen weiteren König geteilt werden.
  • Ein Herzog (hebr. mischne משנה) teilt in genau gleicher Weise den letzten Teil des Gebiets eines Königs. Die vordere Hälfte kann dann durch einen Grafen, die hintere durch einen weiteren Herzog geteilt werden.
  • Ein Graf (hebr. schalisch שליש) teilt in genau gleicher Weise den letzten Teil des Gebiets eines Herzogs. Die vordere Hälfte kann dann nicht mehr durch einen trennenden Akzent, jedoch die hintere durch einen weiteren Grafen geteilt werden.

Es ist also immer so, dass das Gebiet eines dieser Herren hinter dem Gebiet des letzten vorangegangenen Herren gleichen oder höheren Ranges beginnt und mit dem Wort endet, das den Herrn als Akzent trägt. Der nächstfolgende trennende Akzent kann um höchstens einen Rang höher sein. Von mehreren aufeinanderfolgenden Akzenten gleichen Ranges (außer den Kaisern) sind die jeweils vorderen die mit der stärker trennenden Funktion.

Die fortlaufende Teilung könnte so weit gehen, dass zwischen je zwei Wörtern geteilt wird; dann würden alle Wörter trennende Akzente tragen. Meist aber endet sie, wenn kurze Phrasen von meist ein bis drei zusammengehörenden Wörtern erreicht sind; dann tragen die Wörter einer solchen Phrase bis auf das letzte verbindende Akzente.

Als Beispiel die beiden ersten Verse der Bibel: Jeweils in einer Zeile die Wörter einer Phrase, die Akzente darin und der Rang des letzten, also des trennenden Akzents, wobei ein nachgestelltes „(f)“ einen finalen Akzent bezeichnet, also einen, dem bis zum nächsthöheren keiner des gleichen Ranges folgt. Die Einrückung stellt die Teilung durch fortgesetzte Bisektion dar.

Text wortweise Akzente darin Rang
Im-Anfang Tipcha König (f)
        schuf Gott Munnach Atnach Kaiser
    den Himmel Mercha Tipcha König (f)
        und-die Erde. Mercha Sof-Pasuq Kaiser (f)
Und-die-Erde Revia Herzog
            war Chaos Mercha Paschta Herzog (f)
                und-Wirrnis Saqef-Qaton König
        und-Finsternis Tipcha König (f)
            über der-Urflut Munnach Atnach Kaiser
    und-der-Geist Gottes Munnach Saqef-Qaton König
        schwebend Tipcha König (f)
            über dem-Wasser. Mercha Sof-Pasuq Kaiser (f)

Hier ist jeder Akzent eindeutig: der nicht-finale König Saqef-Qaton, der finale König Tipcha, der nicht-finale Herzog Revia und der finale Herzog Paschta, sowie Munnach als Diener nicht-finaler und Mercha als Diener finaler Herren. Das sind die einfachsten und häufigsten Fälle, aber die tatsächlichen Regeln sind komplexer.

Für die erste Aufteilung des gesamten Verses gibt es mehrere feste Muster, die sich zwischen den beiden Systemen unterscheiden:

  • Im Prosa-System ist die Regel, dass Verse ab einer Länge von etwa vier Wörtern genau einmal durch Atnach unterteilt werden.
  • Im poetischen System ist Sof Pasuq, also das Versende, der einzige Kaiser. Die ersten und damit stärksten Könige sind entweder Atnach allein oder Ole we-Jored als erster und Atnach als zweiter König; weitere Könige kommen erst nach Atnach. Ole we-Jored trennt öfters eine Psalmüberschrift wie „Ein Wallfahrtslied“ (Ps 121,1 EU) vom Rest des ersten Verses ab, der weiter hinten noch durch Atnach unterteilt ist. Es gibt auch weitere Varianten im poetischen System, bei denen andere Teamim diese Rollen spielen.

Segol im Prosa-System und Ole we-Jored im poetischen System können jeweils nur die ersten Könige des gesamten Verses sein; bis auf die erwähnten Psalmüberschriften ist das die deutlich seltenere Variante. Man kann solche Verse auch durch diesen König und den nachfolgenden Atnach als dreigeteilt betrachten.

Tabelle aller Kaiser, Könige und Herzöge[Bearbeiten]

Es folgt eine Tabelle der Kaiser, Könige und Herzöge. Grafen kommen nur sehr tief in der Verschachtelung vor und tragen so wenig zum Verständnis des Verses bei; die Regeln für sie sind aber komplex und würden die Tabelle sehr aufblähen.

Nicht in dieser Tabelle enthaltene Akzente sind

  • Grafen, wenn sie aus einer Kombination eines diakritischen Zeichens im Wort mit einem nachgestellten Paseq bestehen,
  • Grafen, wenn ihr Codepunkt in Unicode im Bereich U+059C bis U+05A1 liegt, und
  • Diener, also verbindende Akzente, in allen übrigen Fällen.

Von diesen sind vor allem der Graf Geresch und die Diener Munnach, Mercha, Mahpach, Darga und Qadma so häufig, dass man ihre Form kennen sollte, wenn man einen Vers aufgrund der Teamim zerlegen will ohne ständig nachzublättern, was die Akzente bedeuten.

Akzent Zeichen Beding. Rang Position
Oberste Ebene (beide Systeme)
Sof Pasuq Silluq (U+05BD) ↓
Sof Pasuq (U+05C3) ←
Kaiser Versende
Atnach Etnachta (U+0591) ↓ 1 Kaiser Versmitte
Atnach Etnachta (U+0591) ↓ 2 König Versmitte
Paser Paser (U+05A1) ↑ 2, 5 König statt Atnach
Revia Revia (U+0597) 2, 6 König Versmitte
Ole we-Jored Ole (U+05AB) ↱
Jored (U+05A5) ↓
2 König Versanfang
Asla Legarmeh Asla (U+05A8) ↑
Legarmeh (U+05C0) ←
2, 4 König statt Ole we-Jored
Segol Segol (U+0592) ↖ 1 König Versanfang
Schalschelet Schalschelet (U+0593) ↑
Legarmeh (U+05C0) ←
1 König statt Segol
Könige und Herzöge (Prosa-System oder beide)
Saqef qatan Saqef qatan (U+0594) ↑ 1 König vor allen Königen
Saqef gadol Saqef gadol (U+0595) ↑ 1 König statt Saqef qatan
Tipcha Tipcha (U+0596) ↓ 1 König vor Atnach oder Sof Pasuq
Revia Revia (U+0597) ↑ Herzog vor allen Herzögen oder Ole we-Jored
Sarqa Sarqa (U+05AE) ↖ 1 Herzog vor Segol
Paschta Paschta (U+05A8) [↑]
Paschta (U+0599) ↖
1 Herzog vor Saqef qatan
Jetiv Jetiv (U+059A) ↘ 1, 3 Herzog statt Paschta
Tvir Tvir (U+059B) ↓ 1 Herzog vor Tipcha
Könige und Herzöge (poetisches System)
Revia mugrasch Geresch Muqdam (U+059D) ↗
Revia (U+0597) ↑
2 König nach Atnach
Schalschelet gedola Schalschelet (U+0593) ↑
Legarmeh (U+05C0) ←
2 König nach Atnach
Mahpach Legarmeh Mahpach (U+05A4) ↓
Legarmeh (U+05C0) ←
2, 7 König nach Atnach
Dechi Dechi (U+05AD) ↘ 2 Herzog vor Atnach oder dem König Revia
Mahpach Legarmeh Mahpach (U+05A4) ↓
Legarmeh (U+05C0) ←
2, 7 Herzog statt Dechi
Zinnor Zinor (U+05AE) ↖ 2 Herzog vor Ole we-Jored
Akzent
Name des Akzents in deutscher Transkription
Zeichen
diakritische Zeichen und Schriftzeichen, aus denen der Akzent zusammengesetzt ist, jeweils mit dem Namen des Einzelzeichens in deutscher Transkription, dem Codepunkt in Unicode und einer Angabe, wohin dieses Zeichen gesetzt wird. Der Name des Einzelzeichens steht in aufrechter Schrift, wenn er bis auf die Unterschiede zwischen deutscher und englischer Transkription derselbe wie in Unicode ist, und kursiv, wenn das Einzelzeichen in diesem speziellen Kontext einen anderen Namen hat. Position des Zeichens:
↑ steht über dem Konsonanten der betonten Silbe
↓ steht unter dem Konsonanten der betonten Silbe
[↑] steht über dem Konsonanten der betonten Silbe, wenn das Wort nicht beim endständigen Zeichen betont ist
↱ steht vor der Tonsilbe im gleichen oder vorangehenden Wort, kann auch fehlen
↗ steht oben am Wortanfang, also vor dem ersten Buchstaben
↘ steht unten am Wortanfang, also vor dem ersten Buchstaben
↖ steht oben am Wortende, also nach dem letzten Buchstaben
← steht als getrenntes Schriftzeichen nach dem Wort
Beding[ungen]
Kontextbedingungen für diese Tabellenzeile. Wenn sie nicht erfüllt sind, kann das Zeichen ggf. eine andere Bedeutung haben.
1: nur im Prosa-System
2: nur im poetischen System
3: Wort auf der ersten Silbe betont
4: erstes Wort des gesamten Verses; andernfalls ist Asla Legarmeh ein Graf (der letzte vor einem Herzog)
5: die einzigen trennenden Akzente nach dem Paser sind die, die mit „nach Atnach“ gekennzeichnet sind; andernfalls ist Paser ein Graf
6: im Vers kommt kein Atnach vor und danach kommt kein weiterer Revia; andernfalls ist Revia ein Herzog
7: Mahpach Legarmeh ist König nach Atnach, Herzog vor Königen und Graf vor Herzögen
Positionen
Versanfang, Versmitte, Versende: siehe Erläuterungen vor der Tabelle
vor …: der nächste gleich- oder höherrangige Akzent ist der angegebene
statt …: wird anstelle des angegebenen Akzents verwendet, wenn das Gebiet des Akzents genau ein Wort lang ist; ansonsten hat der Akzent genau dieselbe syntaktische Funktion wie der Akzent, den er ersetzt
nach Atnach: steht nach Atnach oder einem König Paser (siehe Bedingung 5)

Quellen[Bearbeiten]

  1. Wilhelm Gesenius: Hebräische Grammatik. Völlig umgearbeitet von E. Kautzsch. 7. Nachdruck-Auflage der 28. vielfach verbesserten und vermehrten Auflage Leipzig 1909. Georg Olms, Hildesheim u. a. 1995, ISBN 3-487-00325-2.
  2. Unicode Technical Note #27, Appendix A
  3. Die Darstellung in diesem Abschnitt basiert auf dem Buch von Mordechai Breuer: Die Teamim in den 21 Büchern und in den Büchern Psalmen, Sprüche und Ijob (hebräisch; Titel: Ta`amey hammiqra be-21 sfarim uvesifrey eme"t). Jerusalem 1981, S. 13–30, 211–226

Weblinks[Bearbeiten]

Eine Einführung in den im aschkenasischen Ritus üblichen musikalischen Vortrag im Synagogengottesdienst mit Klangbeispielen findet man auf http://bible.ort.org/books/cant4.asp

Siehe auch[Bearbeiten]