Teatro San Cassiano

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Koordinaten: 45° 26′ 23″ N, 12° 19′ 56″ O

Lage bei der Kirche San Cassiano (oben)

Das Teatro San Cassiano oder Teatro di San Cassiano im Stadtteil San Polo von Venedig war das weltweit erste öffentliche Opernhaus. Es wurde 1637 eröffnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Theater erhielt seinen Namen nach der benachbarten Pfarrkirche von San Cassiano in der Nähe des Rialto. Es war in einem steinernen Gebäude der venezianischen Familie Tron untergebracht. Als „öffentliches“ Theater kann es gelten, da es von einem Impresario geleitet wurde und die Öffentlichkeit Zutritt hatte und Eintritt bezahlte, während zu anderen Theatern außerhalb Venedigs in dieser Zeit nur Adelige Zutritt hatten.[1] Erster Impresario war Benedetto Ferrari aus Rom (mit seinem Kollegen Francesco Manelli), die bis 1639 blieben. Danach übernahm Francesco Caletti-Bruni mit finanzieller Unterstützung der venezianischen Patrizierfamilie Cavalli. Caletti-Bruni blieb bis 1645 und führte meist selbst komponierte Opern auf. 1657 bis 1660 war Marco Faustini der Impresario.

Während des 17. Jahrhunderts kann Venedig als Hauptstadt der Oper schlechthin gelten. Im Teatro San Cassiano wurden einige der frühesten Werke dieser Gattung uraufgeführt, darunter verschiedene Opern von Francesco Cavalli (etwa L’Ormindo und Giasone).

Die letzte Aufführung fand im Jahr 1807 statt. 1812 wurde das Haus nach mehreren Bränden abgerissen.

Ein Vorläufer war ein 1565 von Andrea Palladio gebautes Holzgebäude für Sprechtheater, das 1629 durch Feuer zerstört wurde.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Venice. In: Stanley Sadie (Hrsg.): The New Grove Dictionary of Opera. Band 4: Roe – Z, Appendices. Macmillan u. a., London u. a. 1998, S. 913 ff.
  • Stephan Burianek: Die venezianische Oper im 17. Jahrhundert. Grin-Verlag, s. l. 2005, ISBN 3-638-40243-6, S. 6 (Studienarbeit; Auszug bei Google Books)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Irving Kolodin, The Opera Omnibus: Four Centuries of Critical Give and Take. New York: Dutton (1976). S. 50. ISBN 0-8415-0438-5.