Techdirt

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Techdirt ist eine Website, die meinungsstark über neue Technologie und Technologiepolitik berichtet, insbesondere über Fragen des Urheber- und Patentrechts. Sie selbst beschreibt sich als Gruppen-Blog.[1] Mike Masnick gründete die Website 1997, als Newsletter, stellte aber bald auf ein Blog-Format um und begann das Hobbyprojekt im Jahr 2000 zu einem Blog mit Unternehmensberatung auszubauen.[2]

Eigentümer ist das Unternehmen Floor64, das in Foster City, Kalifornien im Silicon Valley seinen Sitz hat. Floor64 beschäftigt acht feste Mitarbeiter.[3]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Techdirt thematisiert gesellschaftliche Auswirkungen und Auswüchse der digitalen Technologieentwicklung: vor allem geschlossene Systeme aller Art wie Urheberrecht, Bezahlschranken, das Geschäftsmodell von Apple oder andere Versuche, Offenheit und Kommunikation einzuschränken. Obwohl im Silicon Valley ansässig, begreift sich Techdirt nicht als typisches Silicon-Valley-Blog, da es weniger Start-Up-News und Geschäftszahlen bringe, sondern allgemeiner über Technologiepolitik und Ökonomie berichte. Die Leserschaft setzt sich nach eigenen Angaben aus dem gesamten englischsprachigen Raum zusammen. Den eigenen Zahlen nach sind die Leser überwiegend männlich, zwischen Anfang 20 und Anfang 40, IT-Leute, Journalisten, Regierungsbeamte und Anwälte.[3]

Masnick verfolgt die inhaltliche Linie, dass sich nur knappe Güter verkaufen lassen und Text und Nachrichten heutzutage keine knappen Güter mehr sind. Masnick und Techdirt zeigen sich dabei experimentell in dem Versuch, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die ohne künstliche Verknappung auskommen, indem sie tatsächlich knappe Güter verkaufen.[4]

Ursprünglich als Unternehmensberatung und Infoservice mit sieben Mitarbeitern gegründet, die 2006 etwa 40 Großunternehmen berieten, expandierte Techdirt im Jahr 2006.[5] Das kostenfreie Blog Techdirt kreiert eine Community, auf der dann andere Geschäfte aufsetzen.[3] Neben dem Blog betreibt Masnick seit 2007 die Techdirt Insight Community, bei der sich Kleinunternehmen Beratung durch eine Vielzahl von Experten holen können. Die Website geht damit einen Mittelweg zwischen offenen Plattformen wie Yahoo Answers oder Gutefrage.net und geschlossener traditioneller Unternehmensberatung.[6]

Rezeption und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Redaktionslinie wird dabei von MediaShift als geistreich-schnoddrig bezeichnet.[7] Techdirts inhaltliche Linie wird als angriffslustig und bissig gegenüber Unternehmen bezeichnet, die nach Ansicht von Techdirt das Internet und seine sich ändernden Kontrollmöglichkeiten nicht verstanden haben.[3]

Masnick prägte auf Techdirt den Begriff Streisand-Effekt.[8] In 2003 kürte das Forbes techdirt als eines der "Best Tech Blogs".[9] Business Week verlieh der Site schon ihren Best-of-the-Web-Preis.[1]

Die Künstlerin Lily Allen beendete ihr öffentliches Engagement gegen Filesharing nachdem sie mit Techdirt unter anderem aneinandergeraten war, weil sie unautorisiert einen Techdirt-Post auf ihre Website gestellt hatte.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Techdirt: About Techdirt
  2. Tim Howgego: Mike Masnick on Techdirt, Information and Consultancy, 29. Januar 2008
  3. a b c d Greg Sandoval: Dirt cheap: Techdirt bets on 'free' business models, CNET 13. September 2009
  4. Shane Richmond: Techdirt puts its money where its mouth is , Telegraph Blogs, 21. Juli 2009
  5. Rob Hoff: Tech Beat, The TechBeat 11. Oktober 2006
  6. Mark Glaser: TechDirt Builds Community of Bloggers to Offer Corporate Analysis, MediaShift 20. Juni 2007
  7. Mark Glaser: Two-Tiered Net::People Wary of Government in Net Neutrality Debate, 7. April 2006
  8. NPR: 'Streisand Effect' Snags Effort to Hide Documents, 29. Februar 2009
  9. "Best Tech Blogs" on Forbes by Arik Hesseldahl (3/14/2003)
  10. Tom Chivers: Lily Allen drops fight against filesharing after Techdirt spat, Telegraph 24. September 2009