Technische Dokumentation für Medizinprodukte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Technische Dokumentation für Medizinprodukte umfasst alle Dokumente, die die Hersteller bereitstellen müssen, um ihre Medizinprodukte einer Konformitätsbewertung zu unterziehen. Man benötigt die technische Dokumentation, um ein Medizinprodukt auf den Markt bringen zu dürfen und um das Qualitätsmanagement zertifizieren zu können.[1][2] Gesetzliche Anforderungen ergeben sich aus dem Medizinproduktegesetz.

Rolle der technischen Dokumentation im Qualitätsmanagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die technische Dokumentation, auch „Technical File“ genannt, wird von den Herstellern entwicklungsbegleitend geschrieben. Die technische Dokumentation für Medizinprodukte wird erst an die benannten Stellen (unabhängige Prüf- und Zertifizierungsstelle) zur Überprüfung eingereicht. Die technische Dokumentation ist meist ein Gegenstand der ISO-13485-Audits. Anhand dieser Dokumentation wird von den Auditoren geprüft, ob die Anforderungen der Medizinprodukte-Richtlinie eingehalten worden sind und ob die Hersteller konform mit dem eigenen Qualitätsmanagementsystem arbeiten. Mit Hilfe der QM-System-Prozesse werden die Medizinprodukte entwickelt und produziert. Anhand vollständiger technischer Dokumentation können Medizinprodukte-Hersteller nachweisen, dass ihr Medizinprodukt die grundlegenden Anforderungen erfüllt und ihr QM-System wirksam ist. Das QM-System ist bei vielen Herstellern die Voraussetzung für die Konformitätsbewertung.[3]

Typischer Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedenen Organisationen und benannte Stellen veröffentlichen Empfehlungen bezüglich des Aufbaus der Technischen Dokumentation[4][5].

  • Produktbeschreibung
  • Bestimmungsgemäße Verwendung (Intended Use) / Indikationen
  • Nebenwirkungen / Kontraindikationen
  • Auflistung der in Kombination verwendbaren Artikel / Beschreibung der Schnittstellen
  • Klassifizierung (Richtlinie / Regel)
  • Gebrauchsanweisung / Beipackzettel
  • Produktkennzeichnung (Labeling)
  • Checkliste der grundlegenden Anforderungen (Essential requirements checklist)
  • Liste der angewandten Normen
  • Risikomanagementakte
  • Technische Daten
  • Zeichnungen / Spezifikationen / Stücklisten
  • Fertigungsanweisungen und Arbeitspläne
  • Prüfanweisungen
  • Verifizierungs- und Validierungsprotokolle im Rahmen der Entwicklung
  • Verpackungsdefinition
  • Klinische Prüfung / Nachweis der Wirksamkeit
  • Gebrauchstauglichkeit

Konformitätsbewertungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konformität der technischen Dokumentation mit den grundlegenden Anforderungen der europäischen Richtlinien stellen die Hersteller des Medizinproduktes im Rahmen der Konformitätsbewertung selbst fest. Ein vollständiges Qualitätssicherungssystem nach ISO 13485 wird vorausgesetzt um eine Konformitätsbewertung zu ermöglichen.[6][7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.johner-institut.de/blog/tag/technische-dokumentation/#bedeutung, aufgerufen am 3. Mai 2016
  2. http://www.tuev-sued.de/akademie-de/seminare-gesundheitswesen-und-medizintechnik/medizintechnik/manager-regulatory-affairs-international-tuev/4611003/technische-dokumentation-fuer-medizinprodukte-2016#, aufgerufen am 3. Mai 2016
  3. https://www.johner-institut.de/blog/tag/technische-dokumentation/#bedeutung, aufgerufen am 3. Mai 2016
  4. NB-MED/2.5.1/Rec5. Notified Bodies Medical Devices, abgerufen am 4. Januar 2017.
  5. Guidance Technical Documentation. TÜV SÜD, abgerufen am 4. Januar 2017.
  6. https://www.johner-institut.de/blog/tag/konformitatsbewertung/, aufgerufen am 3. Mai 2016
  7. https://www.zlg.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=fileadmin/downloads/ab/309-0600-A03.pdf&hash=5d3034230d46adde41887f2920d8dcf3d435df7d, aufgerufen am 3. Mai 2016