Technische Prüforganisation

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Siegelmarke Beaufsichtigung der Dampfkessel

Technische Prüforganisationen sind Unternehmen, die Technische Anlagen, Einrichtungen und Gegenstände aller Art prüfen, um Gefahren zu minimieren und Schäden zu vermeiden.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Technische Prüforganisationen prüft Fachpersonal als Gutachter nicht nur überwachungsbedürftige Anlagen, Kraftfahrzeuge (siehe Hauptuntersuchung), Energieanlagen und Geräte, sondern auch Menschen in besonderen Problemlagen (vgl. Begutachtung der Fahreignung). Sie überwachen die Einhaltung von Standards und Normen für Dienstleistungen und Produkte, und prüfen z. B. IT-Systeme und Ablaufprozesse in Unternehmen. Technische Prüforganisationen können auch als Projektentwickler für Energie- und Verkehrskonzepte, Gutachter und Berater auf dem Gebiet des Umweltschutzes, der Bautechnik, der Immobilienwertermittlung und als Zertifizierungsstellen (z. B. für EN ISO 9000 ff) auftreten. Die meisten technischen Prüforganisationen unterhalten Akademien, die sich mit der Fort- und Weiterbildung in technischen und kaufmännischen Berufen befassen.

Prüforganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut ISO 17020 gibt es drei verschiedene Typen von Prüforganisationen. Die erste Art sind Inspektionsfirmen oder technische Inspektionsfirmen, die sich nicht an Entwürfen, Käufen, Konstruktionen beteiligen und nur Inspektionsleistungen anbieten. Die zweite Art von Prüforganisationen sind Inspektionsabteilungen in großen Unternehmen, die sich am Design, Einkauf usw. beteiligen. Solch eine Inspektionsabteilung bietet ihre Inspektionsdienste nur der eigenen Firma an. Die dritte Art von Prüforganisationen entspricht der zweiten Art, bietet allerdings ihre Leistungen auch Dritten an.[1]

Prüforganisationen in Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit gibt es in Europa mehrere konkurrierende technische Prüforganisationen unterschiedlicher Größe, die Tochterfirmen und Beteiligungen im In- und Ausland unterhalten. In Deutschland nehmen die fünf TÜVe (TÜV Süd, TÜV Rheinland, TÜV Nord, TÜV Saarland und TÜV Thüringen) nur noch wenige hoheitliche Aufgaben wahr. Die meisten an technische Prüforganisationen übertragenen staatlichen Prüfmonopole, wie beispielsweise die technische Prüfung von Kraftfahrzeugen oder die Begutachtung der Fahreignung, sind infolge von Liberalisierung und Deregulierung zwischenzeitlich gefallen. Seit 1. Januar 2008 bestehen keine Prüfmonopole in Deutschland für Aufzugsprüfung und Führerscheinprüfung.

Einige europäische Prüforganisationen sind:

Firma Gründung Sitz Land Mitarbeiter Umsatz Umsatz in Euro (Umrechnungskurs 31.12. des jeweiligen Jahres) Stand
Société Générale de Surveillance 1878 Genf Schweiz 80.510 5,830 Mrd. CHF 4,383 Mrd. 2013
Intertek 1885 London Vereinigtes Königreich 30.000 1,374 Mrd. £ 1,596 Mrd. 2011/2010
Bureau Veritas 1828 Paris Frankreich 59.000 3,902 Mrd. Euro 3,902 Mrd. 2012
Dekra 1925 Stuttgart Deutschland 28.340 2,16 Mrd. Euro 2,16 Mrd. 2012
TÜV Süd 1866 München Deutschland 18.758 1,82 Mrd. Euro 1,82 Mrd. 2012
TÜV Rheinland 1872 Köln Deutschland 17.947 1,6 Mrd. Euro 1,6 Mrd. 2013
TÜV Nord 1869 Hannover Deutschland 9.925 (Vollzeitäquivalent) 1,056 Mrd. Euro 1,056 Mrd. 2013
TÜV Saarland 1871 Sulzbach/Saar Deutschland 650 0,072 Mrd. Euro 0,072 Mrd. 2011
TÜV Thüringen 1990 Erfurt Deutschland 1.000 0,064 Mrd. Euro 0,064 Mrd. 2009/2012

Weitere Firmen:

Referenzen / Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Technische Überwachung. Abgerufen am 20. Februar 2013.