Technische Universität Braunschweig

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Technische Universität
Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
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Gründung 1745
Ort Braunschweig
Bundesland Niedersachsen
Land Deutschland
Präsidentin Anke Kaysser-Pyzalla
Studenten 20.037 (WS 2016/17)[1]
Mitarbeiter 5.898 (2014)[2]
davon Professoren 225 (2014)[3]
Jahresetat Haushaltsvolumen: 311 Mio. € (2014)[4]
Drittmittel: 81,1 Mio. € (2014)[4]
Netzwerke TU9,CESAER
Website tu-braunschweig.de
Deutsche Sonderbriefmarke 1995

Die Technische Universität Braunschweig (offiziell Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig) ist mit etwa 20.000 Studierenden in 71 Studiengängen eine mittelgroße Hochschule in Deutschland. Sie geht auf das im Jahr 1745 gegründete Collegium Carolinum zurück und besitzt damit die längste Tradition unter den Technischen Universitäten in Deutschland. Die Universität ist Mitglied des Zusammenschlusses der neun führenden Technischen Hochschulen Deutschlands (TU9 German Institutes of Technology e. V.).

Das von den Professoren Uhde und Körner entworfene, an der Pockelsstraße historische Hauptgebäude wurde 1877 bezogen. Die Namensgeber sind der Gründer Karl I. von Braunschweig und Lüneburg sowie der Stifter Herzog Wilhelm.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Collegium Carolinum um 1746

Collegium Carolinum (1745–1862)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Technische Universität Braunschweig geht zurück auf das 1745 gegründete Collegium Carolinum. Mit mehreren Beratern, unter anderem dem Hofprediger J. F. W. Jerusalem, entstand unter dem Gründer Carl I. das Lehrangebot für eine Bildungsinstitution, welche zwischen Gymnasium und Universität einzuordnen war. Die Aufgabe des am Bohlweg angesiedelten Collegium Carolinum war zunächst vor allem die Ausbildung von Beamten sowie die Vorbereitung von Schülern auf ein Universitätsstudium (u. a. Gauß von 1792 bis 1795). Damit stand sie in direkter Konkurrenz zu den Braunschweiger Gymnasien (Vorläufer des heutigen Martino-Katharineums).

Mit der Berufung von Literaturhistorikern wie Johann Joachim Eschenburg und dem Kreis der Bremer Beiträger an das Collegium Carolinum sowie Gotthold Ephraim Lessing an die Herzog August Bibliothek wurde das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts für kurze Zeit zu einem intellektuellen Zentrum der Aufklärung in Deutschland.[6] Nach einer zwischenzeitlichen Umwandlung im Jahre 1808 in eine Militärakademie wurde das Collegium 1814 wieder eröffnet.[5]

Zwischen 1745 und 1808 lagen die jährlichen Immatrikulationszahlen bei durchschnittlich 25 und stiegen bis 1835 auf 38, allerdings bei erheblichen jährlichen Schwankungen.[7] Nach kurzfristigen Einbrüchen der Neuimmatrikulationen musste schon 1777 eine Zwangsbesuchsklausel für angehende Studenten des Herzogtums eingeführt werden, aber das Collegium Carolinum verweigerte sich zunächst der vom Handel und Bürgertum geforderten Reform mit mehr kaufmännischen und technischen Unterrichtsinhalten. Zwischen 1814 und 1835 sank der Anteil der technischen Fächer sogar von 16,6 auf 7 Prozent.[7]

1796 wurde zwar von der Ständeversammlung des Herzogtums der Zusammenschluss mit der Landesuniversität in Helmstedt zu einer Technischen Universität beschlossen, aber nicht umgesetzt. Als Gründe dafür werden der Widerstand von Helmstedter Professoren sowie der hohe Finanzbedarf vermutet.[8] Spätestens mit der Schließung der Academia Julia 1810 waren diese Pläne obsolet.

Als 1825 der Sprachlehrer am Collegium Carolinum Dr. August Brandes, der Pastor Friedrich Möhle und der Buchhalter Friedrich Süpke ein technisch ausgerichtetes Realgymnasium gründen (Vorgänger der heutigen Neuen Oberschule), das mit über 60 Schülern sofort starken Zulauf findet,[9] müssen die traditionellen Gymnasien um ihren Bestand fürchten und auch die Immatrikulationen am Collegium Carolinum gehen zurück. Eine eilig einberufene Schulkommission führt 1828 zur Zusammenfassung der Gymnasien zu einem Gesamtgymnasium, lässt aber das Collegium Carolinum außen vor und erhöht den Reformdruck.[7]

1831 unterbreitet der Mathematik-Professor Spehr in einer zunächst anonymen Veröffentlichung[10] einen Vorschlag zur Weiterentwicklung des Collegium Carolinums zu einem Polytechnischen Institut, der kontrovers diskutiert, aber nicht umgesetzt wird, so dass der Zustand eines privilegierten Gymnasiums fortbestand. Um im Konkurrenzkampf insbesondere mit dem Realgymnasium bestehen zu können, mussten die Unterrichtsgebühren gesenkt bzw. komplett erlassen werden. 1835 kam es als Kompromiss zunächst zur Gründung einer technischen und einer merkantilistischen Abteilung. Nach einem kurzfristigen Erfolg und Anstieg der Immatrikulationen auf über 100 jährlich, setzte ab 1850 ein erneuter Rückgang auf das alte Niveau ein. So hatte die humanistische Abteilung nur noch etwa 15 Besucher, die merkantilistische 5 und die technische Abteilung 44 Studenten.[8] Insbesondere wegen erbitterter Widerstände der humanistischen Abteilung wurden notwendige Reformen aber noch lange verzögert.[7]

Polytechnische Schule (1862–1878)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1855 wurden erste Reformschritte durchgeführt, als konkrete Lehrpläne für die Fächer Maschinenbau, Bauwesen, chemische Technik, Pharmazie, Forstwissenschaft und Landwirtschaft eingeführt wurden. Aber erst nach dem Tod des Leiters der humanistischen Abteilung Prof. Petri 1857 und der Entlassung des Staatsministers Schulz 1861 konnte sich das Direktorium auf konkrete Reformpläne nach dem Vorbild der Polytechnischen Schule Karlsruhe verständigen, die am 7. Juni 1862 vom Staatsministerium bestätigt wurden.[7]

Mit Beginn des Wintersemesters1862/63 wurde das Collegium Carolinum in "Polytechnische Schule" umbenannt, an der in acht naturwissenschaftlichen Fachgebieten ausgebildet wurde. Die humanistische und merkantilistische Abteilung wurden aufgelöst. Zur Immatrikulation wurde jetzt in der Regel das Niveau der Prima eines Gymnasiums oder der Abschluss eines Realgymnasiums gefordert, wobei zahlreiche Ausnahmen gemacht wurden.[11]

Mit der Umwandlung des Collegium Carolinum in eine Polytechnische Schule war in Braunschweig im Herbst 1862 der Anschluß an die Entwicklung des höheren technischen Schulwesens in Deutschland vollzogen worden. Die Leitung oblag einem vierköpfigen Direktorium, allerdings ohne weitergehende Selbstverwaltungsrechte.[7] Vor allem die Beschränkung auf die Bedürfnisse des Herzogtums stand derer weiteren Entwicklung im Wege. Aber im Gegensatz zu ähnlichen Einrichtungen blieb das Collegium Carolinum zurück, insbesondere aufgrund von Organisationsmängeln, räumlicher Enge und dem Fehlen anerkannter Abschlussprüfungen. In der Landesversammlung beantragte der Wolfenbütteler Abgeordnete Köpp sogar die Auflösung der Polytechnischen Schule, da er die Reform für gescheitert erachtete.[8] Der Antrag wurde abgelehnt, aber eine eingesetzte Kommission erarbeitete eine Verwaltungsreform, die 1872 in Kraft trat. Sie setzte einen Direktor an die Stelle des Direktoriums und straffte die Organisation der Abteilungen. Die erfolglosen Fachschulen für Landwirtschaft, Eisenbahn- und Postdienst sowie das Hütten- und Salinenfach wurden geschlossen.[8]

TU Braunschweig, historisches Hauptgebäude

Nach einer stärkeren Zunahme der Immatrikulationen reichte die Kapazität von maximal 138 Besuchern nicht mehr aus und es wurde 1872 ein Ausbau für bis zu 450 Studenten geplant und ein Neubau bewilligt. Kritiker bemängelten weiterhin die mangelhafte Qualität der Ausbildung insbesondere aufgrund der niedrigen Aufnahmebedingungen. Daraufhin wurde eine Aufnahmeprüfung in Mathematik, ersatzweise der Besuch eines halbjährigen mathematischen Vorkurses mit gutem Erfolg verlangt.[8]

Als schließlich die Kosten des Neubaus von 2,25 Mio Mark bekannt wurden, stellte Freiherr von Veltheim 1876 in der Landesversammlung einen Antrag zur kompletten ersatzlosen Schließung der Polytechnischen Schule, dem sich sogar eine eigens eingesetzte Kommission mehrheitlich anschloss. Aber schließlich konnte der Antrag auf Grund der Fürsprache der Landesregierung und der Industrie abgewiesen werden.[8] Daraufhin konnte der Bau vollendet werden und das von den Professoren Uhde und Körner entworfene, an der Pockelsstraße gelegene historische Hauptgebäude wurde am 15. Oktober 1877 bezogen.[5]

Technische Hochschule (1878–1968)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginnend mit der Reichsgründung 1871 nahm auch im Bildungswesen Preußen die führende Rolle ein. So wurde es auch für den Ausbau der Polytechnischen Schule immer wichtiger, dass deren Abschlüsse auch von Preußen anerkannt wurden. Nach längeren Verhandlungen wurden die Braunschweiger Vorschläge am 2. Juli 1877 akzeptiert, so dass schließlich im November 1877 eine Verfassung ausgearbeitet wurde, die eine Gleichstellung bedeutete. Allerdings wurden dabei von Preußen verschärfte Aufnahmebedingungen und vereinheitlichte Normalstudienpläne diktiert.[8]

Parallel wurde aufgrund einer Initiative der Polytechnischen Schule München die Umwidmung aller derartigen Schulen in Deutschland zu Technischen Hochschulen diskutiert, als erster Schritt zu weitergehenden Absprachen. Daher entschloss man sich in Braunschweig, dem Vorbild von München und Darmstadt folgend, am 5. März 1878 zur Umbenennung in Herzogliche Technische Hochschule Carolo-Wilhelmina, noch 4 Tage vor der formellen Verabschiedung der neuen Hochschulverfassung.[8]

Die großen Erwartungen erfüllten sich allerdings nicht sofort, denn die Studentenzahlen entwickelten sich zunächst stark rückläufig (z. B. auf 13 Maschinenbau-Sudenten im Jahr 1881), insbesondere wegen der anhaltenden Wirtschaftskrise (sog. Gründerkrise), der verschärften Aufnahmebedingungen, aber auch aufgrund sich fortsetzender Diskussionen um die Anerkennung der ersten Staatsprüfung. So wurde 1882 erneut ein Aufhebungsantrag in die Landesversammlung eingebracht, der aber erfolglos verlief.[8]

Erst mit dem Wirtschaftsaufschwung in der Phase der Hochindustrialisierung setzte auch an der TH ein merklicher Aufschwung ein, so dass bis 1895 die Auslastung auf die ursprünglichen Ziele erreicht werden konnte. Damit ging auch ein Ausbau des Lehrkörpers einher. 1887 konnte schließlich eine einheitliche Staatsprüfung (bestehend aus einer Vor- und Hauptprüfung) im Bauwesen und Maschinenbau etabliert werden.[8]

Im Jahre 1890 erhielt die Herzogliche Technische Hochschule Carolo-Wilhelmina eine Rektoratsverfassung und 1893 wurden Diplom-Prüfungen für die Studenten eingeführt, die nicht in den Staatsdienst eintraten.[5] 1900 folgte die Verleihung des Promotionsrechts. 1909 erfolgte die Generelle Genehmigung des Studiums für Frauen, die auch die Zahl der Immatrikulationen in Braunschweig stark vergrößerte. Ab 1918 mussten zahlreiche neue Institute außerhalb des Hauptgebäudes eingerichtet werden.

Durch die Übernahme der Lehrerausbildung in der Abteilung für Kulturwissenschaften der Technischen Hochschule Braunschweig ab dem Jahre 1927 nahm die geisteswissenschaftliche Prägung der Hochschule wieder stärker zu. Aufgrund der Raumnot befanden sich Teile der Hochschule, insbesondere die Geisteswissenschaften, im Braunschweiger Schloss.

Zentrale Studienberatung

Bereits 1932 kam es zu Konflikten zwischen dem Rektor Gassner und dem Volksbildungsminister Klagges.[5] Trotz Widerstandes erfolgte 1933 die Gleichschaltung der Hochschule, Absetzung des Rektorats und Umgestaltung nach dem Führerprinzip. Die TH Braunschweig verlor in der Frühzeit des NS-Regimes fast 20 Prozent ihres Lehrkörpers, insbesondere jüdische und sozialdemokratisch ausgerichtete Lehrer und Lehrbeauftragte. Bereits im Jahre 1937 ging der Bereich der Lehrerausbildung durch die Gründung der Bernhard-Rust-Hochschule für Lehrerbildung wieder verloren. Ihr wurden die meisten Dozenten und Fächer der kulturwissenschaftlichen Abteilung angegliedert. Die Hochschule selbst geriet durch den Abzug dieser studierendenstärksten Abteilung in eine Existenzkrise. Kurzzeitig wurde eine Fusion mit der Technischen Universität Clausthal in Erwägung gezogen. 1937 wurde die Technische Hochschule durch Zusammenfassung der Abteilungen in drei Fakultäten (Allgemeine Wissenschaften, Bauwesen, Maschinenwesen) neu strukturiert.

TU Braunschweig, Audimax

Wegen schwerer Kriegsschäden musste im Sommersemester 1945 der Lehrbetrieb eingestellt werden.[5] Nach Ende des Zweiten Weltkriegs nahm die TH Braunschweig zum Wintersemester 1945/46 trotz siebzigprozentiger Zerstörung als erste deutsche Hochschule den Vorlesungsbetrieb wieder auf.

Technische Universität (ab 1968)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1968 wurde die Naturwissenschaftlich-Philosophische Fakultät aufgeteilt in die Naturwissenschaftliche Fakultät und die Philosophische und Sozialwissenschaftliche Fakultät. Die Technische Hochschule Braunschweig wurde umbenannt in Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

1972 etablierte die Technische Universität Braunschweig als erste niedersächsische Hochschule den Studiengang Informatik. 1978 folgte die Eingliederung der Pädagogischen Hochschule in die TU Braunschweig. Ebenso wurde die Präsidialverfassung eingeführt.

1987 wurde das neue Biozentrum eingeweiht. Die TU Braunschweig richtete als erste wissenschaftliche Hochschule gemeinsam mit der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) die Studiengänge Biotechnologie und Bioverfahrenstechnik ein. Ein Jahr später wurde (als dritte Hochschule in Deutschland) die Geoökologie eingeführt. 1989 schuf die TU Braunschweig als einzige niedersächsische Hochschule vier Simultanstudiengänge des Wirtschaftsingenieurwesens.

Im Jahre 1990 wählte die TU mit Erika Hickel[12] als erste Technische Universität eine Frau zur Vizepräsidentin. 1995 wurde unter dem Motto „Projekt Zukunft“ das 250-jährige Jubiläum gefeiert. Zahlreiche Gäste, unter anderem Bundespräsident Roman Herzog, der amerikanische Außenminister a. D. Henry A. Kissinger und Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, gaben der TU Braunschweig die Ehre. Am 29. September 1996 wurde der Intercity-Express der Deutschen Bahn ICE 597 „Carolo-Wilhelmina“ als erster ICE nach einer Universität benannt.

Im Jahr 2001 wurde das neue Informatikzentrum an der TU Braunschweig bezogen. Zwei Jahre später erfolgte die Gründung des Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrums am Campus Nord. Am 1. November 2004 besuchte der damalige Bundespräsident Horst Köhler gemeinsam mit dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff die TU. Im Jahr 2006 wurde TU9, der Zusammenschluss der führenden deutschen technischen Forschungsuniversitäten, gegründet.

Im Jahr 2007 war Braunschweig Stadt der Wissenschaft. Am 18. Oktober 2007 wurde eine Intensivierung der Kooperation zwischen der TU Braunschweig und der Volkswagen AG vereinbart. Demnach soll ein umfangreiches, aus zehn Instituten bestehendes Fahrzeugtechnisches Zentrum eingerichtet und zum großen Teil am Flughafen Braunschweig angesiedelt werden.

Im Jahr 2008 wurde die Niedersächsische Technische Hochschule (NTH) gegründet. Weitere Mitglieder der Niedersächsischen Technischen Hochschule sind die TU Clausthal und die Leibniz Universität Hannover. In dem Verbund sollten Lehrangebote stärker verzahnt und gemeinsame Forschungsprojekte umgesetzt werden. Seit dem 1. Januar 2015 ruht das NTH-Gesetz.

2009 wurde das Niedersächsische Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) am Standort Wolfsburg eingeweiht. Als weiteres großes Forschungszentrum wurde der Campus Forschungsflughafen gegründet, dessen Neubau im Jahr 2012 bezogen wurde. Im Oktober 2013 wurde dieser umbenannt in Niedersächsisches Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL).

Im September 2012 erfolgte die Grundsteinlegung des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik (NFF) am Standort Braunschweig. Das Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik sowie das Braunschweiger Integrated Centre of Systems Biology in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung wurden bewilligt. Im April 2013 wurde die Einrichtung des Laboratory for Emerging Nanometrology and Analytics durch den Wissenschaftsrat empfohlen.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 265 Jahren wird an der Technischen Universität Braunschweig geforscht. Die Schwerpunkte spiegeln sich unter anderem in den Carolo-Wilhelmina-Forschungszentren wider.[13]

Braunschweig Integrated Centre of Systems Biology (BRICS)
Das BRICS ist ein interdisziplinäres Zentrum in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. In ihm arbeiten drei Abteilungen des Helmholtz-Zentrums sowie Institute aus drei Fakultäten der TU Braunschweig zusammen. Am BRICS werden mit Methoden der Systembiologie Mikroorganismen in den Bereichen Biotechnologie und Infektionsforschung untersucht. Mit Hilfe von mathematischen Modellen sollen neue Anti-Infektiva und neue biotechnologische Produktionsverfahren entwickelt werden.
Laboratory for Emerging Nanometrology and Analytics (LENA)
Im Laboratory for Emerging Nanometrology forschen Institute der TU Braunschweig zusammen mit Abteilungen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Forschungsgegenstand sind Nanonormalen, Methodenentwicklungen sowie ubiquitäre Sensoren und Standards. Schwerpunkt ist die Metrologie 3-dimensionaler Nanosysteme.
Niedersächsisches Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF)
Im Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik kooperieren Wissenschaftler, die zum Metropolitan Car forschen: Sie wollen Antworten auf soziale und ökologische Herausforderungen finden, welche mit der verstärkten Urbanisierung einhergehen. Neben der TU Braunschweig, welche hier federführend tätig ist, sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die Leibniz Universität Hannover beteiligt.
Niedersächsisches Forschungszentrum für Luftfahrt (NFL)
Im Niedersächsischen Forschungszentrum für Luftfahrt bündelt die Technische Universität Braunschweig, das DLR und die Leibniz Universität Hannover ihre breit gefächerten Kompetenzen zur Förderung grundlegender, koordinierter Forschungsprogramme im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik.
Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik (PVZ)
Medikamente kostengünstiger herstellen, die beispielsweise genau auf den Patienten abgestimmt sind – dies wollen die Forscher am PVZ mit neuen Fertigungstechnologien möglich machen. In einem in Deutschland bisher einmaligen Modell arbeiten Experten aus Pharmazie, Verfahrenstechnik und Mikrotechnik langfristig zusammen.

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Technische Universität Braunschweig bietet 71 Studiengänge – davon 26 grundständige, 39 Master- und 6 weiterführende Studiengänge – an 6 Fakultäten mit rund 120 Instituten an.[14] Neben den Ingenieurwissenschaften gehören die Naturwissenschaften zu den Kerndisziplinen der Hochschule. Diese sind eng mit den Wirtschafts-, Sozial-, Geistes- und Erziehungswissenschaften vernetzt. Von der Forschungsorientierung der Hochschule profitieren die Studenten: Ihnen wird Forschung und Entwicklung in vielen Praxisprojekten vermittelt. Diese Kenntnisse können in einer der über 80 studentischen Gruppen angewendet und vertieft werden. Vom Bau eines Satelliten über Rennfahrzeuge bis hin zur Mitwirkung in einer Theatergruppe – viele Studenten engagieren sich neben dem Studium.[15]

Mit der Umstellung auf das Bachelor-Master-System ab Wintersemester 2003/2004 wurden viele Studiengänge neu konzipiert. Generell ist das Studium an der TU Braunschweig interdisziplinär angelegt. Dies zeigt sich auch in fächerübergreifenden interdisziplinären Studiengängen wie Umweltingenieurwesen, Informations-Systemtechnik und Wirtschaftsingenieurwesen.[15]

Für Lehrende aller niedersächsischen Hochschulen besteht an der TU Braunschweig ein vielfältiges Weiterbildungsangebot vom Kompetenzzentrum Hochschuldidaktik für Niedersachsen.[16] Zur Verbesserung der Lehre an der TU Braunschweig gibt es das BMBF-Projekt teach4TU. Ziel des Projektes ist, einerseits die Zusammenarbeit der Lehrenden zu unterstützen und andererseits die Qualität der Lehre breitenwirksam und nachhaltig zu verbessern.[17]

Kompetenzzentrum Hochschuldidaktik für Niedersachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

QL:next Programm am KHN

Das an der TU Braunschweig angesiedelte Kompetenzzentrum Hochschuldidaktik für Niedersachsen (KHN) hat zum Ziel, die Lehre an niedersächsischen Hochschulen zu verbessern. Zu diesem Zweck werden verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung angeboten:

  • Weiterbildung in der Hochschullehre (WindH): Das WindH-Programm richtet sich an alle Lehrenden an Hochschulen und umfasst insgesamt einen Zeitraum von 21 Tagen. Neben einem Pflichtprogramm (u. a. Didaktische Gesprächsführung, Beratung und Coaching in der Hochschule oder einer Einführung ins E-Learning) können verschiedene Wahlpflichtbausteine belegt werden.
  • Stud.IP: Das KHN koordiniert die Einführung des Lernmanagementsystems an der TU Braunschweig. Um die Lehrenden in der Nutzung des System zu unterstützen, wird ein umfangreiches Support-Konzept realisiert.

Projekt teach4TU[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basisqualifizierung im Projekt teach4TU

Im Sommer 2012 startete das Projekt teach4TU, dessen Ziel es ist, die hochschuldidaktischen Qualifikationen der wissenschaftlichen Mitarbeiter zu stärken. Für diesen Zweck wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung insgesamt 8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.[18]

Das Projekt gliedert sich in mehrere Teilprojekte mit teils unterschiedlichen Zielgruppen:

  • Basisqualifizierung: Vermittlung von Grundlagen der Hochschuldidaktik für wissenschaftliche Mitarbeiter
  • Co-Teaching: Vertiefung hochschuldidaktischer Qualifikationen mit Fokus auf Planung und Durchführung von Lehre durch mehrere Personen
  • Akademische Fachberatung: Vertiefung hochschuldidaktischer Qualifikationen mit Fokus auf Lehrprojekte
  • Akademische Fachzirkel:
  • ProfessorInnen-Programm: spezielles Angebot für Professoren, das neben Einzelworkshops auch individuelles Coaching umfasst
  • Innovationsprogramm: Förderung und Unterstützung neuer Lehrkonzepte und Ausrichtung des studentischen Lehrpreises LehrLEO
  • E-Portfolio: Bereitstellung eines persönlichen Blogs inklusive Beratung, um die eigene Lehre zu reflektieren, zu dokumentieren und zu präsentieren

Sag’s uns[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ideenblog Sag’s uns

Im Jahr 2009 startete an der TU Braunschweig die Ideenplattform Sag’s uns, die sich speziell an Studenten richtet und Lehre und Studium verbessern soll. Ideen, Lob und Probleme der Studenten können in einem frei zugänglichen Blog innerhalb des Webauftritts der Universität gesammelt und diskutiert werden. Dadurch besteht die Möglichkeit, Kommilitonen mit ähnlichen Verbesserungsvorschlägen oder Fragen finden, um miteinander und mit Hochschulvertretern gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat Sag’s uns zu einem der besten Hochschulprojekte bundesweit gekürt: Im März 2010 ist das Projekt als Hochschulperle des Monats ausgezeichnet worden.[19]

Kooperationsstelle Hochschulen-Gewerkschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die TU Braunschweig bietet eine Kooperationsstelle für Hochschulen und Gewerkschaften an, die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kooperationsstellen angehört. Hier können berufsbezogene Themenbereiche wie Gesund bleiben im Beruf – Rahmenbedingungen bei der Arbeit und Handlungsspielräume vertieft werden. Die Kooperationsstelle Hochschulen-Gewerkschaften Region SüdOstNiedersachsen (SON) wird dabei gemeinsam von der TU Braunschweig, der TU Clausthal, der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und der HBK sowie vom DGB und weiteren Einzelgewerkschaften der Region sowie der Organisation Arbeit & Leben in Niedersachsen getragen und gefördert.[20]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut dem Niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG)[21] sind die zentralen Organe der Hochschule das Präsidium, der Hochschulrat und der Senat. Zusätzlich gliedert sich die Hochschule in sechs Fakultäten, die die Aufgaben der Hochschule, beispielsweise in Forschung oder Lehre, erfüllen.

Präsidium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Präsidium leitet die Hochschule und gestaltet ihre Entwicklung. Das Präsidium ist für alle Angelegenheiten zuständig, die laut NHG keinem anderen Organ der Hochschule zugewiesen sind. Hierzu gehören unter anderem der Abschluss von Zielvereinbarungen, die Wirtschaftsplanung oder die Errichtung, Änderung und Aufhebung von Fakultäten und anderen Organisationseinheiten. Neben dem Präsidenten gehören dem Präsidium ein hauptberuflicher, sowie vier nebenberufliche Vizepräsidenten an. Ihre Ressorts werden vor Beginn einer neuen Amtsperiode festgelegt. Aktuell gibt es die Ressorts Studium und Kooperation, Lehre und Diversity, Strategische Entwicklung und Technologietransfer sowie Forschung, Wissenschaftlicher Nachwuchs und Internationales an der TU Braunschweig.[22]

Präsident/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Präsident vertritt die Universität nach außen und leitet das Präsidium. Unter anderem hat er Vorschläge zur Entwicklungsplanung der Universität zu erarbeiten und fortlaufend die Öffentlichkeit zu unterrichten. Er führt (ohne Stimmrecht) den Vorsitz im Senat und den zentralen Kommissionen, soweit der Vorsitz nicht Vizepräsidenten oder Senatsbeauftragten übertragen ist (siehe Vizepräsidenten). Außerdem führt er (ohne Stimmrecht) den Vorsitz in der Strategiekommission.

Von 1. Januar 2005 bis 30. April 2017 war Jürgen Hesselbach Präsident der TU Braunschweig.[23]

Am 14. Dezember 2016 wurde Anke Kaysser-Pyzalla einstimmig von Senat und Hochschulrat der TU Braunschweig als neue Präsidentin vorgeschlagen[24]. Am 30. März wurde sie mit Wirkung zum 1. Mai 2017 zur Präsidentin der TU Braunschweig ernannt.[25]

Hochschulrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hochschulrat der TU besteht insgesamt aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern, die nicht der Hochschule angehören dürfen und für vier Jahre gewählt werden. Der Hochschulrat berät das Präsidium und den Senat und nimmt zu den Entwicklungs- und Wirtschaftsplänen Stellung und zur Gründung von bzw. zur Beteiligung an Unternehmen durch die Hochschule. Außerdem wirkt er bei der Besetzung des Hochschulpräsidiums mit.[26]

Senat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Senat gehören 13 unmittelbar gewählte stimmberechtigte Mitglieder an (§ 41 NHG). Er setzt sich wie folgt zusammen:

  • 7 Mitglieder der Hochschullehrergruppe
  • 2 Mitglieder der Studentengruppe
  • 2 Mitglieder der Mitarbeitergruppe (Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiter)
  • 2 Mitglieder der MTV-Gruppe (Gruppe der Mitarbeiter im technischen und Verwaltungsdienst)

Der Senat beschließt die Ordnungen der Hochschule (soweit nicht die Fakultät zuständig ist) und insbesondere die Grundordnung. Er beschließt die Entwicklungsplanung sowie den Frauenförderplan.[27]

Fakultäten und Institute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der TU-Braunschweig gibt es 156[28] Institute und Einrichtungen, die sich auf die folgenden sechs Fakultäten[29] verteilen:

1. Carl-Friedrich-Gauß-Fakultät
Mathematik Informatik Wirtschaftswissenschaften Sozialwissenschaften
  • Analysis und Algebra
  • Computational Mathematics
  • Mathematische Optimierung
  • Mathematische Stochastik
  • Wissenschaftliches Rechnen
  • Theoretische Informatik (ITI)
  • Programmierung und Reaktive Systeme (IPS)
  • Informationssysteme (IFIS)
  • Softwaretechnik und Fahrzeuginformatik (ISF)
  • Betriebssysteme und Rechnerverbund (IBR)
  • Robotik und Prozessinformatik (IRP)
  • Wissenschaftliches Rechnen (WiRe)
  • Medizinische Informatik (PLRG)
  • Computergraphik (CG)
  • Marketing
  • Organisation und Führung
  • Controlling und Unternehmensrechnung
  • Finanzwirtschaft
  • Automobilwirtschaft und Industrielle Produktion
  • Wirtschaftsinformatik
  • Bürgerliches Recht und Unternehmensrecht
  • Volkswirtschaftslehre
  • Sozialwissenschaften
2. Lebenswissenschaften[30]
Biologie/Biotechnologie Chemie/Lebensmittelchemie Pharmazie Psychologie
  • Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik
  • Genetik
  • Mikrobiologie
  • Pflanzenbiologie
  • Zoologisches Institut
  • Anorganische und Analytische Chemie
  • Lebensmittelchemie
  • Ökologische und Nachhaltige Chemie
  • Organische Chemie
  • Physikalische und Theoretische Chemie
  • Technische Chemie
  • Medizinische und Pharmazeutische Chemie
  • Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie
  • Pharmazeutische Biologie
  • Pharmazeutische Technologie
  • Abteilung für Geschichte der Naturwissenschaften
    mit Schwerpunkt Pharmaziegeschichte
  • Psychologie
  • Forschungsgesellschaft für Kognitive Neurologie
3. Fakultät Architektur, Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften[31]
Architektur Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften
  • Architekturbezogene Kunst
  • Baugeschichte
  • Baukonstruktion
  • Entwerfen und Baugestaltung
  • Entwerfen und Gebäudelehre
  • Entwerfen und Raumkomposition
  • Gebäude- und Solartechnik
  • Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt
  • Industriebau und Konstruktives Entwerfen
  • Landschaftsarchitektur
  • Mediales Entwerfen
  • Städtebau
  • Städtebau und Entwurfsmethodik
  • Tragwerksentwurf
  • Angewandte Mechanik
  • Baukonstruktion und Holzbau
  • Baustoffe, Massivbau und Brandschutz
  • Bauwerkserhaltung und Tragwerk
  • Bauwirtschaft und Baubetrieb
  • Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung
  • Geodäsie und Photogrammetrie
  • Geoökologie
  • Geosysteme und Bioindikation
  • Grundbau und Bodenmechanik
  • Rechnergestützte Modellierung im Bauingenieurwesen
  • Siedlungswasserwirtschaft
  • Stahlbau
  • Statik
  • Straßenwesen
  • Verkehr- und Stadtbauwesen
  • Verkehrswesen, Eisenbahnbau und -betrieb
  • Leichtweiß-(Inst. f.) Wasserbau
4. Maschinenbau (Wirtschaftsingenieurwesen, Bioingenieurwesen, Mobilität und Verkehr)
Institute Vertiefungen des Maschinenbaus
  • Adaptronik und Funktionsintegration (IAF)
  • Bioverfahrenstechnik (IBVT)
  • Chemische und Thermische Verfahrenstechnik (ICTV)
  • Dynamik und Schwingungen (IDS)
  • Energie- und Systemverfahrenstechnik (InES)
  • Fabrikbetriebslehre und Unternehmensforschung (IFU)
  • Fahrzeugtechnik (IfF)
  • Festkörpermechanik (IFM)
  • Flugantriebe und Strömungsmaschinen (IFAS)
  • Flugführung (IFF)
  • Flugzeugbau und Leichtbau (IFL)
  • Füge- und Schweißtechnik (IFS)
  • Konstruktionstechnik (IK)
  • Luft- und Raumfahrtsysteme (ILR)
  • Mikrotechnik (IMT)
  • mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge (IMN)
  • Oberflächentechnik (IOT)
  • Partikeltechnik (iPAT)
  • Produktionsmesstechnik (IPROM)
  • Strömungsmechanik (ISM)
  • Thermodynamik (IFT)
  • Verbrennungskraftmaschinen (IVB)
  • Verkehrssicherheit und Automatisierungstechnik (iVA)
  • Werkstoffe (IfW)
  • Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik (IWF)
  • Allgemeiner Maschinenbau
  • Luft- und Raumfahrttechnik
  • Kraftfahrzeugtechnik
  • Energie- und Verfahrenstechnik; Bioverfahrenstechnik
  • Produktions- und Systemtechnik
  • Mechatronik
  • Materialwissenschaften.
5. Elektrotechnik
Elektrotechnik / Informationstechnik Physik
  • Datentechnik und Kommunikationsnetze
  • Elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen
  • Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik
  • Elektromagnetische Verträglichkeit
  • Halbleitertechnik
  • Hochfrequenztechnik
  • Hochspannungstechnik und Elektrische Energieanlagen
  • Nachrichtentechnik
  • Elektronische Bauelemente und Schaltungstechnik
  • Regelungstechnik
  • Physik der kondensierten Materie
  • Angewandte Physik
  • Theoretische Physik
  • Mathematische Physik
6. Geistes- und Erziehungswissenschaften
Geistes- und Erziehungswissenschaften
  • Erziehungswissenschaft
  • Didaktik der Mathematik und Elementarmathematik
  • Seminar für Sportwissenschaft und Sportpädagogik
  • Fachdidaktik der Naturwissenschaften
  • Germanistik
  • Englisches Seminar
  • Historisches Seminar
  • Seminar für Philosophie
  • Seminar für evangelische Theologie und Religionspädagogik
  • Pädagogische Psychologie
  • Seminar für Musik und Musikpädagogik

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hörsäle, Institute und Einrichtungen der TU Braunschweig verteilen sich auf vier Standorte innerhalb von Braunschweig sowie auf den MobileLifeCampus in Wolfsburg.

Zentral-Campus
Der Zentral-Campus bildet sich rund um den Forumsplatz der TU Braunschweig an der Pockelsstraße. An ihn grenzen Auditorium maximum, Universitätsbibliothek sowie das Forumsgebäude an. Hinter dem Forumsgebäude ist das Biozentrum angesiedelt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Altgebäude der Hochschule. Zwischen Oker und Schleinitzstraße gibt es das Okerhochhaus, das Haus der Nachrichtentechnik, das Informatikzentrum sowie das Hochhaus der Architektur.
Das Forumsgebäude (geplant von Friedrich Wilhelm Kraemer), Universitätsbibliothek, Audimax und Okerhochhaus (Oesterlen-Bau) sind Bauten der Braunschweiger Schule und stehen unter Denkmalschutz.
Neben der Universitätsbibliothek befinden sich Institute und fast alle Fakultäten (1 bis 4) auf dem Zentral-Campus sowie das Studienservice-Center im Haus der Wissenschaft, das Sprachenzentrum und eine Außenstelle des Gauß-IT-Zentrums. Zur weiteren Infrastruktur gehören kleine Cafés und Restaurants in der näheren Umgebung, die Mensa Katharinenstraße des Studentenwerks sowie das Haus der Wissenschaft. Aktuell wird am Rebenring zwischen Pockelsstraße und Bültenweg das neue Braunschweiger Zentrum für Systembiologie (BRICS) gebaut.
Campus Ost
Am Campus Ost angrenzend haben Sportzentrum, Gauß-IT-Zentrum und das Haus der Elektrotechnik ihre Standorte. Auf dem Campus befinden sich viele Institute aus der Fakultät Maschinenbau sowie die Pharmazie und einige Institute des Departments Bauingenieurwesen. Die Mensa Beethovenstraße versorgt den Campus Ost sowie den Campus Nord.
Campus Nord
Am Campus Nord befindet sich das Geisteswissenschaftliche Zentrum der TU Braunschweig. Auf dem ehemaligen Kasernengelände des Bundesgrenzschutz sitzen nun die Fakultät 6 sowie viele geistes- und sozialwissenschaftliche Institute. Dort sind einige Fachbibliotheken sowie ein neues Hörsaalgebäude angesiedelt. Im hinteren Bereich des Campus sind Versuchshallen nachrichtentechnischer Institute angesiedelt. Ein kleiner Campus Pavillon des Studentenwerks Ostniedersachsen versorgt die Studenten und Forscher.
Campus Forschungsflughafen
Am Campus Forschungsflughafen befinden sich das Niedersächsische Forschungszentrum für Luftfahrt und das Niedersächsische Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik. Damit wird das Forschungsgelände am Flughafen Braunschweig weiter ausgebaut, an dem neben dem DLR auch einige Luftfahrt- und Raumfahrtunternehmen angesiedelt sind.
Mobile Life Campus Wolfsburg
Ein zweiter Standort des Niedersächsischen Forschungszentrums für Fahrzeugtechnik wurde 2009 am Mobile Life Campus Wolfsburg eingeweiht. Zusätzlich wird hier derzeit (Stand Juni 2015) die Open Hybrid Lab Factory gebaut.

Im Sommer 2015 startete an der TU Braunschweig das Projekt „Sandkasten – selfmade campus“, das Studierende und TU-Angehörige bei der selbstverantwortlichen Gestaltung des Campus unterstützt. [32] Neue Ideen werden mithilfe einer Onlineplattform gesammelt, beworben und teilweise finanziert. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat „Sandkasten – selfmade campus“ im August 2015 als Hochschulperle digital des Monats ausgezeichnet. [33]

Studentenleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man kann seine Freizeit in zahlreichen Kneipen im Univiertel Braunschweigs verbringen oder am Angebot des Unisports (über 70 Sportarten[34]) teilnehmen. Cineasten besuchen studentische Kinos im Audimax sowie dem Studentenwohnheim an der Schunter. Das nicht zuletzt für die Verknüpfung von Wissenschaft und Musik bekannte Orchester der TU Braunschweig genießt eine überregionale Bekanntheit. Im Rahmen der NTH wurden zusammen mit anderen Technischen Universitäten Niedersachsens mehrfach gemeinsame Projekte durchgeführt.

Darüber hinaus findet auf dem Zentralcampus der TU Braunschweig jährlich die TU Night statt, bei der Livemusik und Experimente auf die Besucher warten. Studenten können im Sprachenzentrum der TU Braunschweig Fremdsprachen erlernen. Seit dem Jahr 2005 wird jährlich der „Ideenwettbewerb MacGyver“ ausgerichtet. Dabei lösen Schüler und Studenten eine knifflige Aufgabe im Stil von MacGyver. Außerdem wird jedes Jahr der „TU-DAY“ bzw. die „TU-NIGHT“ durchgeführt, an dem bzw. der sich alle Institutionen vorstellen und ihre Arbeit vorführen. Des Weiteren gibt es jedes Jahr das Sommerfest am Sportzentrum, welches in der Regel Ende Juni stattfindet. Darüber hinaus richten lokale Kulturvereine jährlich eine Kulturnacht speziell für Studenten aus.

Studentenverbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gründer der Hochschule war Karl I., Herzog zu Braunschweig und Lüneburg. Am Collegium Carolinum lernte schon der Mathematiker Johann Carl Friedrich Gauß drei Jahre lang. 1863 schrieb sich Heinrich Büssing, späterer Gründer der Büssing AG, als Nummer 57 in die Gasthörerliste der Polytechnischen Schule für das Fach Maschinenbau ein. 1932 wurde Agnes Pockels an der Technischen Hochschule zur Ehrendoktorin ernannt: Die Braunschweigerin erhielt über ihren Bruder Zugang zu Fachbüchern über Chemie und Physik, da zu ihrer Zeit das Studium für Frauen noch verboten war. Sie experimentierte zur Oberflächenspannung von Flüssigkeiten.

Prägend für die Architekturlehre war die sogenannte Braunschweiger Schule: Architekten wie Friedrich Wilhelm Kraemer, Dieter Oesterlen und Walter Henn, die an dieser Hochschule lehrten. Durch weitere Hochschullehrer wie Ludwig Winter, Constantin Uhde, Georg Lübke und Carl Mühlenpfordt erhielt die Architekturlehre an der Herzoglichen Technische Hochschule Carolo-Wilhelmina ein überregionales Renommee.

Weitere zahlreiche bekannte Personen studierten oder lehrten an der TU Braunschweig. Dazu gehören die Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen, Georg Wittig, der Physik-Nobelpreisträger Klaus von Klitzing, der Mathematiker Richard Dedekind, die Schriftsteller und Literaturhistoriker Justus Friedrich Wilhelm Zachariae und Johann Joachim Eschenburg, der Botaniker Carl Georg Oscar Drude und der ehemalige SAP-Chef Henning Kagermann. Weitere Personen befinden sich auf der Liste bekannter Persönlichkeiten der TU Braunschweig.

Ehrendoktoren und -senatoren (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgenden Personen wurde die Ehrendoktorwürde verliehen[35]
Folgende Personen wurden zu Ehrensenatoren ernannt

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Kertz; in Zusammenarbeit mit Peter Albrecht et al. (Hrsg.): Technische Universität Braunschweig: vom Collegium Carolinum zur Technischen Universität; 1745–1995. Olms, Hildesheim / Zürich / New York 1995, ISBN 3-487-09985-3.
  • Helmuth Albrecht: Hochschule und Politik. Die TH Braunschweig in der Weimarer Republik (1918–1933). In: Werner Pöls, Klaus Erich Pollmann (Hrsg.): Moderne Braunschweigische Geschichte. Georg Olms Verlag, Hildesheim 1982, ISBN 3-487-07316-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Technische Universität Braunschweig – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Studentenzahl (Deutsch) Technische Universität Braunschweig. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  2. Personalstatistik 2014 (Deutsch) Technische Universität Braunschweig. Abgerufen am 26. Mai 2015.
  3. Personalstatistik auf tu-braunschweig.de. Abgerufen am 10. November 2015. (PDF; 18 kB)
  4. a b Haushaltsvolumen (Deutsch) Technische Universität Braunschweig. Abgerufen am 12. Januar 2016.
  5. a b c d e f Beate Nagel: Technische Universität (TU) einschl. Collegium Carolinum. In: Luitgard Camerer, Manfred R. W. Garzmann, Wolf-Dieter Schuegraf (Hrsg.): Braunschweiger Stadtlexikon. 1. Auflage. Band 1. Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-926701-14-5, S. 226–227.
  6. Isa Schikorsky: Gelehrsamkeit und Geselligkeit. Abt Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem (1709–1789) in seiner Zeit. Ausstellungskatalog. Braunschweig 1989; Fritz Meyen: Bremer Beiträger am Collegium Carolinum in Braunschweig. in: K. Chr. Gärtner, J. A. Ebert, F. W. Zachariä, K. A. Schmid: Braunschweiger Werkstücke. 26. Waisenhaus-Buchdr. und Verl., Braunschweig 1962.
  7. a b c d e f Helmuth Albrecht: Zwischen Traditionalismus und Neuorientierung: Der Weg des Braunschweiger Collegium Carolinum zur Polytechnischen Schule (1814-1862). In: Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Jahrbuch. Band 63, 1982, S. 53–88 (tu-bs.de [PDF]).
  8. a b c d e f g h i j Albrecht, Helmuth: Technische Bildung zwischen Wissenschaft und Praxis : die Technische Hochschule Braunschweig, 1862-1914. In: Veröffentlichungen der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig. Band 1. Olms, 1987, ISBN 3-487-07819-8 (worldcat.org).
  9. Realinstitut zu Braunschweig: dessen Lehrplan. In: Braunschweigisches Magazin der Braunschweigischen Anzeigen [für das Jahr] 1825. Band 38, S. 1 ff., 553 ff. (nbn-resolving.de [abgerufen am 3. Juni 2017]).
  10. Schreiben eines Braunschweigers an einen auswärtigen Freund, die Errichtung einer Universität oder eines Polytechnischen Instituts in Braunschweig betreffend. Braunschweig 1831.
  11. Collegium Carolinum: Lehrplan desselben nach seiner Erweiterung als Polytechnische Schule. In: Braunschweigisches Magazin der Braunschweigischen Anzeigen [für das Jahr] 1862. Band 75, S. 357 ff. (nbn-resolving.de [abgerufen am 3. Juni 2017]).
  12. Vorlesungsverzeichnis der TU Braunschweig WS 1990/1991.
  13. Technische Universität Braunschweig: Forschung (Deutsch) Technische Universität Braunschweig. Abgerufen am 14. August 2013.
  14. Studieren in Braunschweig (Deutsch) Technische Universität Braunschweig. Abgerufen am 19. Januar 2015.
  15. a b Uniguide (Deutsch) Technische Universität Braunschweig. Abgerufen am 5. Mai 2017.
  16. TU Braunschweig: KHN (Deutsch) Technische Universität Braunschweig. Abgerufen am 23. Juli 2013.
  17. TU Braunschweig: teach4TU (Deutsch) Technische Universität Braunschweig. Abgerufen am 23. Juli 2013.
  18. Informationsdienst Wissenschaft: Qualitätspakt des BMBF: Acht Millionen Euro zusätzlich für die Lehre an der TU Braunschweig
  19. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft: TU Braunschweig: Mit Web 2.0 studentische Ideen einsammeln. Stand: Juli 2011.
  20. Kooperationsstelle Hochschulen – Gewerkschaften Region SüdOstNiedersachsen. auf braunschweig.ihk.de und Kooperationsstelle Hochschulen-Gewerkschaften Braunschweig / SON auf vorlesungen.tu-bs.de
  21. Niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) auf mwk.niedersachsen.de
  22. tu-braunschweig.de: Präsidium
  23. Meldung des Informationsdienstes Wissenschaft
  24. Prof-Anke-Kaysser-Pyzalla-als-Praesidentin-der-TU-Braunschweig-vorgeschlagen. In: TU Braunschweig | Blogs. (tu-braunschweig.de [abgerufen am 14. Dezember 2016]).
  25. tu-braunschweig.de: Präsident
  26. tu-braunschweig.de: Hochschulrat, Stand: Mai 2009.
  27. tu-braunschweig.de: Senat. Stand: Mai 2009.
  28. tu-braunschweig.de: Institute. Stand: August 2011
  29. tu-braunschweig.de: Fakultäten. Stand: September 2011.
  30. Biologie/Biotechnologie, Chemie/Lebensmittelchemie, Pharmazie, Psychologie. In: Webseite Technische Universität Braunschweig. 22. Oktober 2012, abgerufen am 26. März 2013.
  31. Department Architektur und Department Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften. In: Webseite Technische Universität Braunschweig. 10. Dezember 2012, abgerufen am 26. März 2013.
  32. Newsletter 03/2015 (Deutsch) Technische Universität Braunschweig. Abgerufen am 10. November 2015.
  33. Hochschulperle digital (Deutsch) Stifterverband für die deutsche Wissenschaft. Abgerufen am 10. November 2015.
  34. tu-braunschweig.de: Unisport. Stand: Mai 2009
  35. Bestand B2 Akten der Ehrendoktoren Liste der Ehrendoktoren der TU Braunschweig ab 1900; Universitätsbibliothek Braunschweig.
  36. Sein Chef – der Herr Minister. In: Die Zeit, Nr. 45/1966
  37. Berichte aus Forschung und Hochschulleben 1957–1960 der Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Hrsg. Herbert Wilhelm, 1960).
  38. tu-braunschweig.de

Koordinaten: 52° 16′ 25″ N, 10° 31′ 47″ O