Technisches Museum Wien

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Technisches Museum Wien
zentriertLogo TMW
Daten
Ort Wien Welt-Icon48.19083333333316.317613888889Koordinaten: 48° 11′ 27″ N, 16° 19′ 3″ O
Art Technikmuseum
Architekt Emil von Förster (Vorentwurf), Hans Schneider
Eröffnung 6. Mai 1918
Besucheranzahl (jährlich) 295.734 (2011)
Betreiber Technisches Museum Wien
mit Österreichischer Mediathek
(FN 195576m[1])
Leitung Gabriele Zuna-Kratky
(seit 1. Jän. 2000)
Website www.tmw.at
ISIL AT-TMW-BIB
Der Museumsbau im Eröffnungsjahr 1918
Technisches Museum Wien im Jahr 2009
Eingangshalle
Eingangshalle des TMW
Mittelhalle mit Etrich Taube
Seitentrakt mit Fluggeräten

Das Technische Museum Wien (kurz TMW) hat seinen Standort an der Mariahilfer Straße 212 in Wien-Penzing (14. Wiener Gemeindebezirk). Die Betreibergesellschaft Technisches Museum Wien mit Österreichischer Mediathek ist eine mit 15. August 2000 im Firmenbuch[1] eingetragene Wissenschaftliche Anstalt öffentlichen Rechts des Bundes mit eigener Rechtspersönlichkeit, errichtet durch das Bundesmuseen-Gesetz[2] und die Museumsordnung des Technischen Museums Wien[3]

Das Technische Museum zeigt Exponate und Modelle aus der Geschichte der Technik unter besonderer Berücksichtigung des österreichischen Anteils an der technologischen Entwicklung.[4] Es verfügt über zahlreiche, zum Teil recht große historische Demonstrationsmodelle, etwa aus dem Bereich der Eisenbahn, des Schiffbaus, der Luftfahrt und der Industrie. Herausragend sind dabei die funktionsfähigen Dampfmaschinen. Weiters ist im TMW eine der größten Sammlungen historischer Musikinstrumente in Österreich untergebracht. Dem Museum angegliedert ist die Österreichische Mediathek.

Dem denkmalgeschützten Museumsbau stadteinwärts angrenzend gelegen ist der Gustav-Jäger-Park. Gegenüber, an der anderen Straßenseite und seit 1992 dem 15. Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus zugehörig, liegt der Auer-Welsbach-Park. Die hellen, mit Glaskuppeln überdachten Innenhöfe gelten als Besonderheit des Gebäudes.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Regierungsantrittes Kaiser Franz Josephs I. im Jahr 1908 wurde beschlossen, in Wien ein Technisches Museum für Industrie und Gewerbe zu errichten. Die Initiative dazu ging im Wesentlichen von Wilhelm Exner aus, der die Idee eines solchen Museums seit der Wiener Weltausstellung 1873 verfolgte. Im Gründungskomitee waren auch die Industriellen Arthur Krupp und Johann Kremenezky, die das Vorhaben finanziell unterstützten, weitere Förderer waren unter anderem Bernhard Wetzler und das Bankhaus Rothschild. Im selben Jahr wurde das Technisches Nationalmuseum in Prag bereits eröffnet.

Nachdem die Standortfrage geklärt war, das Museum sollte im 14. Wiener Gemeindebezirk unweit der kaiserlichen Residenz in Schönbrunn auf den von der Stadt Wien kostenlos zur Verfügung gestellten „Spitzackergründen“ errichtet werden, wurden erste Vorstudien von Emil von Förster ausgearbeitet. Nach dessen überraschendem Tod im Jahr 1909 wurde eine „Ideen-Konkurrenz“ unter in Wien tätigen Architekten ausgeschrieben, an der sich unter anderem Otto Wagner, Adolf Loos, Rudolf Tropsch und Max Ferstel beteiligten. Die Teilnehmer hatten nur zwei Monate Zeit ihre Entwürfe zu erstellen, dennoch wurden 24 Projekte eingereicht. In die Endauswahl kamen die Pläne von Max Hegele, Rudolf Krausz und Hans Schneider, dessen Entwurf den Studien Försters nahekam und der schließlich auf Intervention des Thronfolgers Franz Ferdinand den Zuschlag erhielt. Auf Kritik von Seiten der Wiener Künstlervereinigungen stieß vor allem die Ablehnung von Otto Wagners Projekt.

Gründungsjahre[Bearbeiten]

Am 20. Juni 1909 erfolgte die Grundsteinlegung durch den Kaiser. Das Gebäude wurde 1913 fertiggestellt, die für 1914 geplante Eröffnung verzögerte sich allerdings durch den Ersten Weltkrieg bis zum 6. Mai 1918. Im März 1919 konnte bereits der 100.000ste Besucher begrüßt werden. Bis 1922 wurde das Museum von einem Verein betrieben, dann aus wirtschaftlichen Gründen verstaatlicht, da viele frühere Förderer mit dem Ende der Monarchie und den Wirren der Nachkriegszeit weggefallen waren.

NS-Zeit und Restitution[Bearbeiten]

Von 1930 bis 1949 war Viktor Schützenhofer Direktor des Museums.

In der Zeit des Nationalsozialismus kam auch das Technische Museum in den Besitz von Objekten und Materialien, die Juden geraubt worden waren. Auf Basis des Kunstrückgabegesetzes aus dem Jahr 1998 wurde schließlich mit der Provenienzforschung begonnen und der staatlichen Kommission für Provenienzforschung bislang 17 Dossiers übergeben. In vier (8 von 16, Stand November 2015[5]) Fällen wurde die Restitution bereits durchgeführt, darunter der Nachlass des 1942 ermordeten Technikhistorikers Hugo Theodor Horwitz, der seinem Sohn übergeben wurde.

Ab 1945[Bearbeiten]

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Mit dem 1. Jänner 2000 wurde das Museum entsprechend dem Bundesmuseen-Gesetz von 1998 in die Vollrechtsfähigkeit entlassen; seit damals ist Gabriele Zuna-Kratky Direktorin des Museums.

Architektur[Bearbeiten]

Das Museum war eines der ersten repräsentativen Stahlbetongebäude in Österreich (bereits 1904 hatte Otto Wagner dieses Material beim Bau der Wiener Postsparkasse verwendet). Dem Zeitgeschmack entsprechend wurde die Fassade historisierend gestaltet. Die Struktur des Bauwerks, die hellen Ausstellungshallen und die für jene Zeit sehr moderne Elektrifizierung mit insgesamt 46,4 Kilometern an verlegten elektrischen Leitungen, nicht zuletzt für die Demonstrationsapparate und Maschinen, entsprachen den Ansprüchen an ein funktionales Museumsgebäude. Der ursprüngliche Plan Schneiders sah eine spätere Erweiterung durch zwei Seitentrakte vor.

Von 1992 bis 1999 wurde das Gebäude generalsaniert. Dabei wurden die Glaskuppeln der überdachten Innenhöfe um ein Stockwerk angehoben und rundumlaufende Galerien eingezogen, womit die Nutzfläche des Museum um 3.200 m² erweitert wurde. Insgesamt stehen dem Museum nach Umbau und Neugestaltung seit 1999 rund 28.500 m² zur Verfügung. Halbversenkt vor dem Haupteingang wurde ein Glasvorbau als Eingangsbereich angebaut. Darin befinden sich jetzt Garderoben für Besuchergruppen, Schulklassen etc., die Kassen und ein Museumsshop.

Exponate[Bearbeiten]

Der Schwerpunkt der Ausstellungen liegt auf der Vermittlung technischer Konzepte. Deshalb gibt es eine große Zahl von Funktionsmodellen, die Besuchern die Möglichkeit geben, technische Vorgänge nachzuvollziehen, und dem technischen Fortschritt entsprechend immer wieder erneuert werden.

Ein weiterer Teil mit Sammlungsstücken aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt aus dem 1807 gegründeten k.k. Fabriksprodukten-Kabinett, dessen Ziel es war, Industrieprodukte aus der frühen Industrialisierungszeit der Monarchie zu sammeln.

Sammlung der Straßenfahrzeuge[Bearbeiten]

Die Abteilung für Straßenfahrzeuge befindet sich im Museum. Sie zeigt Meilensteine der österreichischen Kraftfahrzeuggeschichte der Marken Austro-Daimler, Gräf & Stift, Steyr, Puch u. a. Zu den ältesten Schaustücken gehören der Benz des Eugen Zardetti (1893), das erste in Österreich betriebene Benzinautomobil, und eines der ältesten im Originalzustand erhaltenen Fahrzeuge überhaupt, der zweite Marcus-Wagen (1888/89). Um den Aufbau dieser Sammlung hat sich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg der damalige Kustos Hans Seper besonders verdient gemacht. Vom zweiten Marcus-Wagen wurde unter Aufsicht des Museums eine Replika angefertigt, die am 17. Mai 2006 in Anwesenheit von Bundespräsident Heinz Fischer der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Damit sollen Versuchsfahrten und Ausfahrten vor Publikum durchgeführt werden, ohne das wertvolle Original strapazieren zu müssen.

Sammlung der Schienenfahrzeuge[Bearbeiten]

Im Zuge der Renovierung des Gebäudes und der damit einhergehenden Umstrukturierung der Sammlung wurden die historischen Schienenfahrzeuge großteils in das Eisenbahnmuseum Strasshof in Niederösterreich überstellt, wo sie vom 1. Österreichischen Straßenbahn- und Eisenbahnklub betreut wurden. Weitere Schienenfahrzeuge wurden anderen Vereinen, Sammlungen oder kommerziellen Leihnehmern überlassen, darunter etwa dem Eisenbahnmuseum Schwechat des Vereines der Eisenbahnfreunde. Ende 2008 wurden einige der wertvollsten Eisenbahnfahrzeuge nach teilweise aufwändiger Restaurierung wieder in der Haupthalle des Museums ausgestellt, andere Exponate wurden als Leihgaben an regionale Eisenbahnmuseen in den Bundesländern vergeben.

Die nicht mehr benötigte Lokomotivhalle im Bahnhof Marchegg wurde 2012 langfristig vom Technischen Museum gemietet, renoviert und mit Gleisen unterschiedlicher Spurweite ausgestattet. Das Gebäude wird als zusätzliche Depothalle für Eisenbahnlokomotiven und Waggons verwendet. Damit wird eine Reihe der bisher an verschiedenen Standorten und teilweise im Freien deponierten Objekte der Eisenbahnsammlung des Museums in einer Halle vereint und es ist erstmals in der Geschichte der Eisenbahnsammlung des Museums erreicht, dass alle Schienenfahrzeuge einen Platz in einer Ausstellungs- oder zumindest in einer Depothalle gefunden haben.[6]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Barbara Pilz: Der Hofsalonwagen der Kaiserin Elisabeth. Verlag Technisches Museum Wien, Wien 2002, ISBN 3-902183-05-5.
  • Gerhard Schaukal: Straßenfahrzeuge aus der Sammlung des Technischen Museums Wien. Verlag Technisches Museum Wien, Wien 2001, ISBN 3-902183-02-0.
  • Felix Czeike (Hrsg.): Historisches Lexikon Wien. Band 4, Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9, S. 331.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Technisches Museum Wien – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b FB Neueintragung der Firma Technisches Museum Wien mit Österreichischer Mediathek, FN 195576m, Datum der Bekanntmachung: 15. August 2000. Quelle: Eintrag in: firmenbuch.at, unimedia (Hrsg.). Abgerufen am 1. Dezember 2015.
  2. Bundesmuseen-Gesetz, BGBl. I Nr. 115/1998
  3. Museumsordnung des Technischen Museums Wien vom 28. Dezember 1999, BGBl. II Nr. 507/1999, in Kraft seit 1. Jänner 2000.
  4. Aus dem Firmenbuch zu FN 195576m zu den sonstigen Bestimmungen: „Anstaltszweck ist der Ausbau, die wissenschaftliche Erschließung, die Präsentation und Verwaltung der der Anstalt anvertrauten Zeugnisse der Geschichte und Gegenwart der Künste sowie der sie erforschenden Wissenschaften- Sammlungsgut), darüber hinaus die Bereicherung des Kulturlebens im In- und Ausland, insbesondere im Hinblick auf den großen historischen Hintergrund und seine kunst- und kulturgeschichtliche sowie kulturpolitische Bedeutung in der Gegenwart. Das als ‚Aufsichtsrat‘ eingetragene Organ heißt gemäß §§ 6 und 7 BGBl.I/115/1998 ‚Kuratorium‘, die als Mitglieder des Aufsichtsrates eingetragenen Personen sind Mitglieder des Kuratoriums.“
  5. Die vergessenen Raubgüter der Nazis. Von der „wilden Arisierung“ zur VUGESTA. In: ORF.at, 4. November 2015. Abgerufen am 11. November 2015.
  6. Thomas Winkler: Ein Dach über dem Kopf. Platzproblem für Schienenfahrzeuge des Museums gelöst. In: forum. magazin technisches museumwien. Nr. 4/2013. ZDB-ID 2056697-9 S. 18–19.