Ted Bundy

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Ted Bundy, 1980
Ted Bundy, 1977
Ted Bundy auf dem Weg zum Gericht in Leon County (Florida), 1979

Theodore „Ted“ Robert Bundy (* 24. November 1946 in Burlington, Vermont als Theodore Cowell; † 24. Januar 1989 im Florida State Prison, Starke, Florida) war ein US-amerikanischer Serienmörder, der zwischen 1974 und 1978 mindestens 28 junge Frauen und Mädchen in den Bundesstaaten Washington, Utah, Colorado, Oregon, Idaho und Florida tötete. Er ist einer der bekanntesten Serienmörder der Geschichte der USA.

Methode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seinem Aussehen, Charme und seiner Redegewandtheit oder auch einem Anschein von Autorität, indem er sich als Polizist ausgab, gelang es dem zeitweilig für die Republikanische Partei politisch engagierten Bundy immer wieder, Frauen zu überreden, ihn an abgelegene Orte zu begleiten. Dort schlug oder würgte er seine Opfer in der Regel bis zur Bewusstlosigkeit, um sie anschließend zu vergewaltigen. Zum Schluss erdrosselte oder erschlug er die jungen Frauen. Danach zerstückelte er die Leichen und transportierte sie über große Entfernungen, um Spuren zu verwischen. Oft kehrte er dann zur Masturbation wieder an den Tatort zurück. Insgesamt dürfte die Zahl seiner Opfer zwischen 35 und 60 gelegen haben; manche schätzen sie auf über 60. Lediglich 28 der Opfer konnten identifiziert und mit ihm in Verbindung gebracht werden. Er brachte seine Opfer in einem VW Käfer zu dem Ort, an dem er sie tötete, zusätzlich nahm er den Beifahrersitz des „Käfers“ heraus, damit er seine Opfer besser transportieren konnte.

Verhaftungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundy geriet erstmals 1975 in Utah unter Verdacht, wurde 1976 dort verhaftet, kam ins Staatsgefängnis Utah und wurde im Januar 1977 in Colorado vor Gericht gestellt. Bundy bestand darauf, sich selbst zu verteidigen. Während eines Besuches in der juristischen Bibliothek gelang ihm am 7. Juli 1977 die Flucht. Er wurde wieder verhaftet, aber im Dezember 1977 gelang ihm erneut die Flucht, diesmal aus dem Gefängnis in Glenwood Springs. Nach mindestens drei weiteren Morden in Florida, wo er unter anderem das Verbindungshaus der Sorority Chi Omega überfiel, wurde Bundy dann am 13. Februar 1978 erneut gefasst und nach einer Gerichtsverhandlung wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilt. Bundy, der sich selbst verteidigte, wurden unter anderem zahnärztliche Gutachten zu Bissspuren an den Opfern zum Verhängnis.[1]

Gefängnis und Hinrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Bundy im Gefängnis auf die von seinen Anwälten immer wieder verzögerte Vollstreckung der Todesstrafe wartete, wurde er in einem weiteren Gerichtsverfahren nochmals zum Tode verurteilt. Während des zweiten Verfahrens heiratete er die Verwaltungsangestellte Carole Ann Boone, mit der er acht Jahre verheiratet blieb.[2] Bundy wurde am 24. Januar 1989 um 7:16 Uhr (EST) wegen dreifachen Mordes im Florida State Prison auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Erst am Tag vor seiner Hinrichtung gestand Bundy bei Vernehmungen durch Polizisten der betroffenen Bundesstaaten zahlreiche weitere Morde. Außerdem gab er dem Psychologen James Dobson ein Fernsehinterview.[3] Eine halbe Stunde nach seiner Hinrichtung verließ ein Wagen mit dem Leichnam Bundys das Gefängnis Richtung Krematorium. Dem Fahrzeug folgte eine johlende Menge. Bundys Asche wurde in den Bergen der Kaskadenkette im US-Bundesstaat Washington verstreut.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte Bundys wurde im Jahre 1986 von Marvin J. Chomsky mit Mark Harmon in der Hauptrolle (Alptraum des Grauens), 2002 von Matthew Bright mit Michael Reilly Burke (Ted Bundy) sowie 2008 von Michael Feifer mit Corin Nemec (Bundy: An American Icon aka Bundy: A Legacy of Evil) verfilmt. Cary Elwes spielt Ted Bundy in dem TV-Thriller The Riverman (2004).

In der Handlung des US-amerikanischen Spielfilms Copykill von 1995 werden ebenfalls Bezüge zu Ted Bundy hergestellt.

Figur der medialen Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder vom Gesicht Ted Bundys wurden in der Popkultur als Ikonen des Wahnsinns dargestellt. Diese Vereinnahmung teilt er mit weiteren Serienmördern sowie der breiten Öffentlichkeit bekannten Schwerverbrechern wie etwa Charles Manson.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stephen G. Michaud und Hugh Aynesworth: Ted Bundy, conversations with a killer. New American Library, New York 1989, ISBN 0-451-16355-9.
  • Polly Nelson: Defending the devil. My story as Ted Bundy’s last lawyer. Morrow, New York 1994, ISBN 0-688-10823-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ted Bundy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michaud, Stephen; Aynesworth, Hugh (August 1999): The Only Living Witness: The True Story of Serial Sex Killer Ted Bundy (Paperback). Irving, Texas: Authorlink Press. ISBN 978-1-928704-11-9., S. 230, 283–285
  2. Frauen, die Mörder lieben. Der Spiegel (1991), abgerufen am 15. September 2012.
  3. Ted Bundy Final Interview. In: YouTube. 18. April 2013, abgerufen am 24. Januar 2014 (englisch)., 2, 3
  4. Nie gefasste Serienkiller – Tod ohne Ende. In: spiegel.de. 14. April 2011, abgerufen am 30. November 2012 (deutsch).