Teddy-Stadion

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Teddy-Stadion
Gehinnom
Blick auf das Teddy-Kollek-Stadion (2013)
Blick auf das Teddy-Stadion (2013)
Daten
Ort David Ayalon
IsraelIsrael 96950 Jerusalem, Israel
Koordinaten 31° 45′ 4,3″ N, 35° 11′ 26,7″ OKoordinaten: 31° 45′ 4,3″ N, 35° 11′ 26,7″ O
Klassifikation 4
Eigentümer Stadt Jerusalem
Betreiber Ariel Company
Baubeginn 1990
Eröffnung 1992
Renovierungen 1999, 2011–2013, 2018 (geplant)
Oberfläche Naturrasen
Kosten 12 Mio. US-Dollar (1992)
Architekt GAB Architects
Kapazität 32.000 Plätze
Spielfläche 105 × 68 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Das Teddy-Stadion (hebräisch אצטדיון טדי) ist ein Fußballstadion in der israelischen Stadt Jerusalem. Der Namensgeber und zugleich Initiator des Baus, Teddy Kollek, war von 1965 bis 1993 Bürgermeister der Stadt.[1] Es bietet 32.000 Plätze und ist damit das zweitgrößte Stadion des Landes.[2][1] Gemeinsam mit der MehrzweckhallePais Arena Jerusalem“, einer Tennisanlage mit 16 Plätzen und einer im Bau befindlichen Schwimmhalle[3] bildet das Stadion in Westjerusalem eine zusammenhängende Großsportanlage, die für internationale Wettbewerbe konzipiert ist.[4]

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baubeginn war 1990 und die Stadioneröffnung fand 1992 statt. Die Baukosten beliefen sich auf geschätzte 12 Mio. US-Dollar. Die Spielstätte bot zwei Tribünen am Spielfeld entlang mit 14.000 Plätzen. 1999 wurde die Hintertortribüne im Norden eingeweiht. Das Teddy-Stadion fasste nun 21.600 Zuschauer.[5][6]

Ab 2011 wurde die offene Stadionseite im Süden für die Spiele der U-21-Fußball-Europameisterschaft 2013 mit einem Tribünenbau geschlossen. Sie allein bietet 12.000 Sitzplätze. Bis 2013 wurde dieser Tribünenabschnnitt teilweise überdacht.[5][7] Nach dem Ausbau bot das Stadion auf seinen Rängen 32.700 Sitzplätze. Des Weiteren war ein späterer Ausbau auf 50.000 Sitzplätze geplant.[8][9]

Im Jahr 2018 soll die Lücke im Dach über der Südtribüne geschlossen und damit die Überdachung komplettiert werden.[10]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fußballclubs Beitar Jerusalem, Hapoel Jerusalem, Hapoel Katamon Jerusalem und Beitar Nordia Jerusalem bestreiten ihre Heimspiele in der Spielstätte.

Wegen der beengten Atmosphäre im Stadion trägt es bei Fans von Beitar Jerusalem den Spitznamen „Gehinnom“ (deutsch Hölle).[11]

2001, 2013 und 2017 war das Stadion jeweils Hauptveranstaltungsort der Makkabiade.[12]

In einem zuvor ungenutzten Untergeschoss des Stadions richtete die Stadtverwaltung 1999 die New Gallery ein – eine Galerie für zeitgenössische Kunst, die von 14 Atelierräumen umgeben ist.[13]

Unterhalb der Osttribüne befindet sich ein großes Fitnessstudio mit Kletterwänden, Gymnastikräumen und Wasserbecken.[14]

Im Mai 2018 benannte die Stadtverwaltung das Stadion und die benachbarte Pais Arena als die beiden möglichen Veranstaltungsorte für den Eurovision Song Contest 2019.[15]

Morddrohungen gegen argentinische Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadion befindet sich auf dem Gebiet des ehemaligen palästinensischen Dorfes al-Maliha, dessen Bewohner im Palästinakrieg 1948 vor der Eroberung des Ortes durch israelische Truppen flohen.[16] An diese Vorgeschichte erinnerten Palästinenser bei ihren Protesten gegen ein für dort im Rahmen der WM-Vorbereitung geplantes Fußball-Freundschaftsspiel zwischen Israel und Argentinien im Juni 2018. Nachdem es zu Terrordrohungen gegen argentinische Spieler und ihre Familien gekommen war, sagte Argentinien das Spiel ab.[17][18] Bereits vor der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 war ein solches Freundschaftsspiel zwischen Israel und Argentinien im Teddy-Stadion ausgetragen worden.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teddy-Stadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b The Teddy Kollek Stadium, Webseite der Stadtverwaltung Jerusalem, abgerufen am 6. Juni 2018 (englisch)
  2. Work to Upgrade Teddy Stadium is Underway, Meldung der Stadtverwaltung Jerusalem vom 18. April 2018, abgerufen am 6. Juni 2018 (englisch)
  3. Production Information, Webseite der „Pais Arena Jerusalem“, abgerufen am 7. Juni 2018 (englisch)
  4. The Sports Complex, Webseite der Stadtverwaltung Jerusalem, abgerufen am 7. Juni 2018 (englisch)
  5. a b stadiumdb.com: Teddy Kollek Stadium (englisch)
  6. gojerusalem.com: Stadiongeschichte (englisch)
  7. stadionwelt.de: Stadionbauten in Israel weit fortgeschritten Artikel vom 23. Januar 2013
  8. Stadionpläne auf der Website des Architekturbüros GAB Architects (Memento vom 18. Juni 2013 im Internet Archive) (englisch)
  9. ynet.co.il: טדי החדש נחנך, ברקת: "רגע היסטורי" Artikel vom 3. Juni 2013 (hebräisch)
  10. stadiumdb.com: Jerusalem: Teddy Stadium to get final portion of the roof Artikel vom 9. Dezember 2017 (englisch)
  11. 'Hell' hath no fury as Teddy Stadium is becalmed by Beitar fans ban. In: The Guardian vom 12. Januar 2008, abgerufen am 6. Juni 2018 (englisch)
  12. 20th Maccabiah Games to open with record 10,000 athletes, In: Times of Israel vom 4. Juli 2017, abgerufen am 6. Juni 2018 (englisch)
  13. Underground art, In: Jerusalem Post vom 17. Juli 2008, abgerufen am 6. Juni 2018 (englisch)
  14. Teddy Stadium, Webseite des Jerusalem Film & Television Fund, abgerufen am 6. Juni 2018 (englisch)
  15. Israel mulls venue for hosting Eurovision 2019 finals, In: Globes vom 13. Mai 2018, abgerufen am 6. Juni 2018 (englisch)
  16. Benny Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited, Cambridge University Press 2004, S. 240
  17. Messi divorce: 9 things to know for June 6, In: Times of Israel vom 6. Juni 2018 (englisch)
  18. Ruth Eglash: Argentine soccer team cancels match in Israel amid death threats against Messi, Washington Post vom 6. Juni 2018 (englisch)
  19. Football database.eu, abgerufen am 15. Juni 2018.