Teesteuer

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Die Teesteuer ist eine Besteuerung von Tee und wird üblicherweise zu den Verbrauchsteuern und den Bagatellsteuern gezählt. Sie wurde im 18. Jahrhundert im Zuge einer merkantilistischen Handelspolitik in vielen Ländern erhoben, um den Teeimport aus China zu reduzieren und Devisen zu sparen. Eine Abgrenzung von Einfuhrzöllen ist bei Ländern ohne eigenen Teeanbau historisch schwierig.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In deutschen Ländern wurde Tee seit dem 17. Jahrhundert in der Form von Einfuhrzöllen mit Abgaben belegt. Seit dem Scheitern der Preußischen Asiatischen Kompagnie 1765 versuchte Preußen im Ostfriesischen Teekrieg das Teetrinken zu unterbinden und erhob hohe Zölle auf importierten Tee. 1778 wurde das Teetrinken in Preußen wegen Devisenmangel vorübergehend ganz verboten, 1784 wurden die Importe eingestellt. 1909 wurde im Deutschen Reich die Teesteuer verdoppelt.[1]

Aufgrund des „Teesteuergesetzes“ vom 30. Juli 1953 (BGBl. I S. 710) wurde die Teesteuer als eine dem Bund zustehende Verbrauchsteuer erhoben. Gleichzeitig wurde sie auf 3 DM pro Kilogramm gesenkt. Mit der Aufhebung des „Kaffee- und Teesteuergesetzes“ vom 5. Mai 1980 (BGBl. I S. 497) durch eine Neufassung des Kaffeesteuergesetzes vom 21. Dezember 1992 (BGBl. I S. 2150, 2199) wurde die Teebesteuerung zum 1. Januar 1993 abgeschafft. Die Einnahmen aus der Teesteuer betrugen 1992 59 Millionen DM, 1993 noch 6 Millionen DM.

Innerhalb der EU ist die Teesteuer seit 1995 abgeschafft.

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1765 belegte das britische Parlament durch den Stamp Act Tee und andere Güter, die in die nordamerikanischen Kolonien exportiert wurden, mit einer Steuer. In dieser Form sollten sich die Kolonisten nachträglich an den Kosten des Krieges gegen Frankreich (1754–1763) beteiligen.

Die nordamerikanischen Händler boykottierten seit 1770 den aus England importierten Tee wegen der hohen Steuern von 119 Prozent und der korrupten Zollaufsicht in Boston. Dadurch wurde der Schmuggel mit Tee, an dem sich vor allem holländische Schiffe beteiligten, noch profitabler.

Mit dem Tea Act von 1773 erhöhte das Britische Parlament die Teesteuer noch einmal und versuchte zugleich den Teeschmuggel in die nordamerikanischen Kolonien zu verhindern. Ziel des Gesetzes war es weniger, den Geldbedarf der Krone zu befriedigen, sondern auch den Absatz der angeschlagenen Britische Ostindien-Kompanie zu unterstützen, in deren Londoner Lagerhäusern große Mengen an nicht verkauftem Tee liegen geblieben waren. Die Gesellschaft sollte ein Monopol für den zoll- und steuerfreien Tee-Export aus England erhalten, und die Kolonisten sollten genötigt werden, den Tee in kleinen Mengen direkt bei Vertretern der Kompanie zu kaufen, womit der Großhandel umgangen werden sollte. Eine Allianz aus Händlern und Schmugglern mobilisierte den Widerstand gegen das Gesetz und organisierte am 16. Dezember 1773 die Boston Tea Party.[2]

1854 wurde die Teesteuer (bzw. der Einfuhrzoll, tea duty) durch den liberalen Premierminister Gladstone herabgesetzt, um den Freihandel und den Teeanbau in den eigenen Kolonien zu fördern.

USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die USA erheben eine Einfuhrsteuer auf Tee. Für chinesischen Tee beträgt sie 16 Prozent.

China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Teesteuer gab es bereits während der Song-Dynastie.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Teesteuer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tee-Historie auf www.ernst-janssen.com
  2. Reiner Sahm: Zum Teufel mit der Steuer! 5000 Jahre Steuern - ein langer Leidensweg der Menschheit. Springer Verlag, 2012, S. 181 f.
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