Teich-Schachtelhalm

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Teich-Schachtelhalm
Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)

Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile)

Systematik
Farne
Klasse: Equisetopsida
Ordnung: Schachtelhalmartige (Equisetales)
Familie: Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)
Gattung: Schachtelhalme (Equisetum)
Art: Teich-Schachtelhalm
Wissenschaftlicher Name
Equisetum fluviatile
L. emend. Ehrh.

Der Teich-Schachtelhalm oder Schlamm-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schachtelhalme (Equisetum). Sie ist in Eurasien verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Teich-Schachtelhalm ist eine ausdauernde Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 120, selten bis zu 150 Zentimetern. Fertile (sporangientragende) und sterile Sprosse sind gleich gestaltet, stets grün und erscheinen gleichzeitig. Die glatten oder leicht rauen Stängel besitzen einen Durchmesser von bis 8 zu Millimetern und keine vorspringenden Rippen, sondern lediglich Rillen. Die zentrale Stängelhöhle nimmt drei Viertel bis neun Zehntel des Stängeldurchmessers ein. Der Spross ist unverzweigt oder einfach verzweigt. Die Stängelblattscheiden liegen eng an, sind glänzend grün und tragen 10 bis 30 schwarze, schmal weiß-hautrandige Zähne. Die Sporenähre befindet sich auf zunächst unverzweigten, dann verzweigten stumpfen, grünen Sprossen, nach der Sporenreife vertrocknet sie und fällt ab (seltener verwelkt dann der ganze Stängel).[1] Die endständige Sporangienähre ist stumpf (eiförmig) und 10 bis 20 Millimeter lang. Die Sporen reifen im Mai und Juni.[1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 216.

Verwechslungsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwechslungsmöglichkeiten vom Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile) bestehen insbesondere mit dem Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre). Außerdem bastardiert der Teich-Schachtelhalm unter anderem mit dem Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense); diese Hybride wird auch als Ufer-Schachtelhalm (Equisetum ×litorale) bezeichnet.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Teich-Schachtelhalm handelt es sich um einen Kryptophyten und eine Wasser- bzw. Uferpflanze.

Verbreitung und Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Teich-Schachtelhalm ist zirkumpolar in Eurasien in meridionalen bis borealen Bereichen verbreitet. In Österreich kommt er in allen Bundesländern zerstreut vor, im pannonischen Gebiet ist er gefährdet. In der Schweiz ist die Einstufung an der Südalpenflanke als gefährdet („vulnerable“) und in den westlichen Zentralalpen als potentiell gefährdet („near threatened“). In Deutschland gilt er in Berlin als gefährdet.

Der Teich-Schachtelhalm wächst in Röhrichten, Sümpfen, an Ufern, in Großseggenrieden, häufig an flach überschwemmten Standorten. Er kommt oft in Gesellschaften der Ordnung Phragmitetalia oder des Verbands Caricion lasiocarpae vor.[2] Er kommt von der planaren bis zur subalpinen Höhenstufe in Höhenlagen bis etwa 1500 Metern vor. In den Allgäuer Alpen steigt er auf der Mittleren Biberalpe südlich Einödsbach in Bayern bis zu 1670 m Meereshöhe auf.[3]

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Teich-Schachtelhalm bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Ahnwop (Bremen), Brackbeen, Hollpiepen (Ostfriesland), Katzenschwamm (Schweiz), Negenkne (Norddithmarschen), Preibusch (Leipzig, Memmingen), Schaftheu und Wasserschlutten (Memmingen).[4]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 13. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen. Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012539-2.
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Unsere Moos- und Farnpflanzen. 10. Auflage, Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH, Stuttgart 1993, ISBN 3-440-06700-9.
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 64.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 104. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6
  4. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 142.(online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien