Teichelberg

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Teichelberg

BWf1

Höhe 683 m ü. NN
Lage Bayern, Deutschland
Gebirge Steinwald
Koordinaten 49° 57′ 27″ N, 12° 9′ 50″ OKoordinaten: 49° 57′ 27″ N, 12° 9′ 50″ O
Teichelberg (Bayern)
Teichelberg
Gestein Basalt

Der Große Teichelberg (auch Großteichlberg oder nur Teich(e)lberg genannt) ist ein 683 m ü. NN hoher Basaltberg im Steinwald, einem Mittelgebirge im Regierungsbezirk Oberpfalz, Bayern (Deutschland).

Grundeigentümer ist der bayerische Staat (Staatsforst), zuständig ist der Forstbetrieb Waldsassen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Große Teichelberg liegt im bayerischen Landkreis Tirschenreuth in der Gemarkung der Gemeinde Pechbrunn. An seinem Nordfuß verläuft die Bahnstrecke Regensburg–Hof, am Südfuß von Großbüchlberg kommend und nach Fuchsmühl führend der Fränkische Gebirgsweg.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Marktredwitz, Mitterteich, Konnersreuth und Seußen liegt ein großes Basalteruptionsgebiet. Es ist der westlichste Ausläufer des nordböhmischen Basaltvulkanismus. Im Miozän ist dort flüssige Basaltmasse durch den Granit emporgedrungen.

Naturschutzgebiet, Europäisches Schutzgebiet und Naturwaldreservat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bergregion wurde 1996 mit einer Fläche von 114,8 Hektar unter Naturschutz gestellt und ist ein ausgewiesenes europäisches Fauna-Flora-Habitat. Große Teile davon sind Naturwaldreservat – diese Region steht somit unter dreifachem Schutz.[1] Besonders markant und schützenswert sind die auffälligen Blockschuttbereiche und der Laubmischwaldkomplex, bestehend aus Buchen, Linden und Traubenkirschen. Diese Waldbestände zählen zu den ältesten Baumbeständen im Naturraum und erreichen in Kernbereichen ein Alter bis zu 230 Jahren.[1] In der Krautschicht wachsen unter anderem Schlüsselblumen, Maiglöckchen, Lungenkraut, Waldmeister und Weißwurz. Dieses Naturschutzgebiet ist der Lebensraum für seltene und vom Aussterben bedrohte Vogelarten wie Hohltaube, Grau- und Kleinspecht, Waldschnepfe, Raufußkauz, Schwarzstorch und Uhu. Die alten Laubholzbestände werden von Fledermäusen bewohnt, und es existieren über 226 verschiedene Nachtfalterarten.[2] Im Gebiet kommen Luchse und Wildkatzen vor.[1] Für Wildkatzen ist der Teichelberg einer von bayernweit drei Plätzen, an denen sich diese Art fortpflanzt.[2]

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Nordseite des Bergs wird in einem Steinbruch seit 1888 die etwa 45 m dicke Basaltdecke abgebaut. Aus dem Gestein wird in Brechanlagen Schotter, Splitt und Edelsplitt hergestellt.

Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Sage wohnten auf dem Teichelberg in alten Zeiten die Hankerln. Sie waren gutmütige, hilfsbereite Zwerge mit langen Bärten und runzeligen Gesichtern und hüteten in der Nähe des Hankelbrunnens ihre unterirdischen Goldschätze, bis undankbare Menschen sie vertrieben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Bund Naturschutz, Basaltabbau am Teichelberg
  2. a b [1], Landesbund für Vogelschutz Magazin 1/2011

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Neidhardt: Wanderführer durch das Fichtelgebirge, VI. Ausgabe, S. 278
  • Unbekannt: Die Sage vom Teichelberg, Der Siebenstern 1927, S. 161
  • Erich von Glaß: Zur älteren Geschichte des Teichelbergs; Heimaterzähler Nr. 16/1963
  • Dietmar Herrmann, Helmut Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land. Lexikon. Ackermannverlag, Hof (Saale) 2000, ISBN 3-929364-18-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bayerisches Landesvermessungsamt: Naturpark Fichtelgebirge – östlicher Teil, Naturpark Steinwald UK 50-13, ISBN 3-86038-450-3