Apathie

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Klassifikation nach ICD-10
R45.3 Demoralisierung und Apathie
ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Edgar Degas - Römische Bettlerin

Mit Apathie (altgriechisch ἀπάθεια apátheia „Unempfindlichkeit“) bezeichnet man in der Medizin die Teilnahmslosigkeit, mangelnde Erregbarkeit und Unempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen.

Apathie tritt vor allem bei fortgeschrittener Demenz auf. Die Häufigkeit ist bei den verschiedenen Demenzarten unterschiedlich: Sie beträgt bei Morbus Alzheimer 63 %, bei vaskulärer Demenz 72 %, bei Lewy-Body-Demenz 57 % und bei frontotemporaler Demenz 92 %.[1]

Apathie kann auch nach einem traumatischen Ereignis auftreten, welches das Weltbild nachhaltig verschiebt oder bei manchen psychischen Krankheiten auftreten, etwa bei Autismus, Anorexia nervosa, Depressionen und Schizophrenie. In der Psychiatrie übliche Neuroleptika blockieren Dopamin und Serotonin Rezeptoren und verursachen so eine progressiv verschlimmernde Apathie welche selbst nach dem Absetzen anhält. Dies geschieht, da die Antagonisten essentielle Hormone in ihrer Funktion blockieren. Sie kommt ebenfalls als Symptom bei ausgeprägter Unterfunktion der Schilddrüse, Hospitalismus, Frontalhirnsyndrom und diversen Infektionskrankheiten vor, so tritt sie z. B. vor der rasenden Phase der Tollwut auf.

Häufig ist die Apathie mit anderen Symptomen verbunden, wie beispielsweise Appetitlosigkeit, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit (oder Schläfrigkeit) und Veränderungen der Urteilskraft.

Bei Schweinen in schlechter Haltung kann sich die Trauer-Störung ereignen, sodass sich die Tiere apathisch verhalten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Apathie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chiu Ming-Jang, Chen Ta-Fu, Yip Ping-Keung, Hua Mau-Sun, Tang Li-Yu: Behavioral and psychologic symptoms in different types of dementia. In: Journal of the Formosan Medical Association, Bd. 105, Nr. 7, 2006, S. 556–562.