Teisendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Teisendorf
Teisendorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Teisendorf hervorgehoben
Koordinaten: 47° 51′ N, 12° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Berchtesgadener Land
Höhe: 501 m ü. NHN
Fläche: 86,77 km²
Einwohner: 9310 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 83317, 83364
Vorwahl: 08666
Kfz-Kennzeichen: BGL
Gemeindeschlüssel: 09 1 72 134
Adresse der
Marktverwaltung:
Poststraße 14
83317 Teisendorf
Webpräsenz: www.teisendorf.de
Bürgermeister: Thomas Gasser (CSU)
Lage des Marktes Teisendorf im Landkreis Berchtesgadener Land
Berchtesgaden Eck (gemeindefreies Gebiet) Schneizlreuth Schellenberger Forst Ainring Anger (Berchtesgadener Land) Bad Reichenhall Bayerisch Gmain Berchtesgaden Bischofswiesen Freilassing Laufen (Salzach) Marktschellenberg Piding Ramsau bei Berchtesgaden Saaldorf-Surheim Schneizlreuth Schönau am Königssee Teisendorf Landkreis Traunstein ÖsterreichKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Teisendorf (im Dialekt "Deisndoaf" gesprochen) ist ein Markt im Landkreis Berchtesgadener Land im Regierungsbezirk Oberbayern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teisendorf liegt im Rupertiwinkel, am Fuße des nördlichsten Tausenders der Deutschen Alpen, dem Teisenberg (1333 m). Im Osten erhebt sich der Högl (827 m), der Teisendorf nach Salzburg hin abgrenzt.

Der Ort befindet sich im Alpenvorland zwischen Salzburg und dem Chiemsee, einige Kilometer südlich des Waginger Sees am Oberlauf der Sur.

Nachbargemeinden sind Ainring, Anger, Inzell, Petting, Saaldorf-Surheim, Siegsdorf, Surberg, Waging am See und Wonneberg.

Zudem befinden sich die Städte Bad Reichenhall, Freilassing, Laufen und Traunstein auf bayerischer Seite sowie Oberndorf und Salzburg auf österreichischer Seite in unmittelbarer Nähe.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt umfasst insgesamt 226 amtlich benannte Ortsteile und ist damit die bayerische Gemeinde mit den meisten Ortsteilen. Dazu zählen unter anderem Achthal und Neukirchen am Teisenberg.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich von Teisendorf, am Nordhang des Teisenbergs verläuft die A 8 vorbei. Diese führt von Luxemburg nach Salzburg und bildet somit eine Hauptverbindung von Deutschland nach Südosten. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist von Teisendorf ungefähr acht Kilometer entfernt, die Abfahrt heißt Neukirchen. Außerdem verläuft südlich von Teisendorf die B 304, die ebenfalls eine Verbindung nach Salzburg und München über Wasserburg am Inn herstellt. Außerdem besteht durch die Bundesstraße 304 eine schnelle Verbindung nach Traunstein sowie nach Freilassing und auch nach Salzburg her.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Nordosten Teisendorfs verläuft die zweigleisige und elektrifizierte Bahnstrecke München–Salzburg. Sie wird im Kursbuch der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 951 geführt. Circa ein Kilometer östlich der Ortsmitte von Teisendorf befindet sich der Bahnhof Teisendorf. Der Bahnhof besitzt heute drei Bahnsteiggleise. Das Gleis 2 liegt am Hausbahnsteig, welcher 34 Zentimeter hoch ist. Der Mittelbahnsteig, an denen die Gleise 3 und 4 liegen, ist ebenfalls 34 Zentimeter hoch. Der Bahnhof ist somit nicht barrierefrei.[2]

Die Bahnstrecke RosenheimSalzburg wurde am 1. August 1860 eröffnet. Mit der Bahnstrecke ging auch der Bahnhof Teisendorf in Betrieb.[3] Von Anfang an hatte der Bahnhof Teisendorf eine wichtige Bedeutung, da hier in die Pferdekutschen nach Berchtesgaden umgestiegen werden konnte. Des Weiteren wurde in Teisendorf das mit Pferdekutschen aus Berchtesgaden herantransportierte Salz umgeschlagen. Der Bahnhof hatte nach seiner Eröffnung drei Gleise, ein Empfangsgebäude mit seitlichen Anbauten und ein Wasserhaus, welches Lokomotiven vor dem Steigungsabschnitt in Richtung Traunstein mit Wasser versorgen sollte.[4] Bis 1940 wurden die Gleisanlagen um einige Anlagen für den Güterverkehr erweitert. Der Personenverkehr verlor durch die Eröffnung der Bahnstrecke Freilassing–Bad Reichenhall–Berchtesgaden jedoch an Bedeutung, da neue Bahnstrecke ab Freilassing nun die Pferdekutschen ab Teisendorf ersetzte. Am 26. November 1931 entstand ein Stellwerk der Einheitsbauform, welches 1976 durch ein Spurplanstellwerk ersetzt wurde.[5] Der Güterverkehr wurde in den 1990er Jahren bis auf einen Gleisanschluss für ein Flüssiggaslager eingestellt. Das Empfangsgebäude verkaufte die Deutsche Bahn im Jahr 2008 an eine private Investorengesellschaft.[6][7]

Heute wird der Bahnhof im Stundentakt von Regional-Express-Zügen der Deutsche Bahn bedient. Diese verkehren von München über Grafing, Rosenheim, Bad Endorf, Prien am Chiemsee, Traunstein, Teisendorf und Freilassing nach Salzburg entweder mit n-Wagen oder mit 2006 gebauten Doppelstockwagen und einer Lokomotive der Baureihe 111. Alle Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn und der Österreichischen Bundesbahnen durchfahren den Bahnhof ohne Halt.[8]

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Teisendorf führen drei Buslinien der Regionalverkehr Oberbayern (RVO), einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn. Die Buslinie 829 führt von Bad Reichenhall über Anger und Teisendorf nach Rückstetten. Diese verkehrt von Montag bis Freitag ungefähr im Stundentakt. An Samstagen und Sonntagen ist kein Betrieb. Die Buslinie 825 verkehrt nur an Schultagen dreimal täglich von Oberteisendorf über Teisendorf und Saaldorf-Surheim nach Laufen. Die Buslinie 9515 führt von Traunstein nach Freilassing parallel zur Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg. Die Linie verkehrt vom Bahnhof Traunstein über Saaldorf-Surberg, Teisendorf und Fridolfing zum Bahnhof Freilassing. Die Buslinie verkehrt von Montag bis Freitag mehrmals täglich, an Samstagen nur vormittags. An Sonntagen ist kein Betrieb.[9]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der näheren Umgebung von Teisendorf befindet sich das Tal der Oberteisendorfer Ache mit dem Bergbaumuseum Achthal und die Klosterkirche Höglwörth. Ein beliebtes Wanderziel ist die Stoißer Alm (1272 m) am Teisenberg.

Auf dem Marktplatz von Teisendorf steht eine Figur des Hl. Rupert, Schutzpatron des Rupertiwinkels. Wahrzeichen von Teisendorf ist die 1437 erbaute Pfarrkirche St. Andreas mit ihrem weithin sichtbaren Turm.

Teisendorf


Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel an die mittelalterliche Salzstraße von Bad Reichenhall zum Bodensee südöstlich von Teisendorf

Teisendorf wurde etwa im Jahre 700 gegründet und erstmals 790 als Tusindorf in einer Schenkungsurkunde der damaligen Bayernherzöge an das Erzstift Salzburg erwähnt.

Das damalige Dorf Niederteisendorf bot im 13. Jahrhundert gute Voraussetzungen für eine Ansiedlung von Gewerbetreibenden und damit für eine Marktwerdung. Es lag an einer wichtigen Straße bzw. Straßenkreuzung. Damit kam es zur Einrichtung einer Mautstation, und der Ort wurde religiöser Mittelpunkt durch die Pfarrkirche und den Pfarrsitz, dazu kam die Aufwertung als wirtschaftliches Zentrum für die umwohnende Landbevölkerung durch das Verbot, im Umkreis von zwei Meilen bei den Bauern direkt Lebensmittel sowie handwerklich erzeugte Produkte für den Handel einzukaufen.

Im Text der deutschen Originalurkunde des Erzbischofs Ortolf für das Kloster St. Peter wird Teisendorf 1344 erstmals als „Markt“ bezeichnet.

Der Rupertiwinkel gehörte über 600 Jahre zum Fürsterzbistum Salzburg. Am 19. September 1810 erfolgte die Eingliederung in das damalige Königreich Bayern.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 1. April 1971 die bis dahin selbständige Gemeinde Freidling eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Holzhausen bei Teisendorf und Roßdorf hinzu.[10] Am 1. Mai 1978 folgten Neukirchen am Teisenberg einschließlich des hierin am 1. Januar 1978 eingegliederten Gemeindefreien Gebietes Schwarzenberg und Teisenberg, Oberteisendorf mit dem am 1. Januar 1972 eingemeindeten Rückstetten und Weildorf.[11]

Ansässige Unternehmen, Vereine und Behörden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[13]
Wahlbeteiligung: 65,1 %
 %
50
40
30
20
10
0
45,5 %
16,2 %
11,1 %
38,1 %
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Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Marktgemeinderat gehören 20 hierfür gewählte Bürger an. Seit der Kommunalwahl vom 16. März 2014 setzt er sich wie folgt zusammen:[14]

Partei/Liste CSU SPD Grüne FWG Gesamt
Sitze 9 2 3 6 20

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „In Rot auf grünem Boden stehend der silbern gekleidete heilige Andreas, der mit der Rechten ein schräges schwarzes Kreuz hält.“

Kommunale Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie im restlichen Landkreis ist auch in Teisendorf der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle. Mit 872 Fremdenbetten und 63.000 jährlichen Übernachtungen ist der Fremdenverkehr ein beachtlicher Wirtschaftszweig.

Das von den Verkehrsvereinen geschaffene markierte Wanderwegenetz beträgt ca. 300 km. Radwanderungen sind auf 200 km Gemeindestraßen möglich.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Teisendorf verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philipp Wieninger (1767–1835), Brauer und Politiker
  • Max Wieninger (1809–1884), Brauer und Politiker; baute die gleichnamige Brauerei in Teisendorf nach einem Brand wieder auf
  • Eugen Eckert (1911–1998), Bildhauer und Maler
  • Helmut Schmidt-Vogt (1918–2008), Forstwissenschaftler; leitete von 1956 bis 1964 das Forstamt Teisendorf

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bahnsteigdaten zum Bahnhof Teisendorf. In: deutschebahn.com. DB Station&Service. Abgerufen am 1. April 2013.
  3. Geschichte der Erschließung der Mangfalltalbahn. In: mangfalltal-bahn.de. Abgerufen am 4. Januar 2013.
  4. Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 150–151.
  5. Stellwerk Teisendorf im Deutschen Stellwerksverzeichnis. In: stellwerke.de. Abgerufen am 1. April 2013.
  6. Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3, S. 151–152.
  7. Siegfried Bufe: Hauptbahn München–Salzburg. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1995, ISBN 3-922138-57-8.
  8. Armin Franzke, Josef Mauerer: 1860-2010: 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim – Salzburg. PB Service, München 2010, ISBN 978-3-9812639-2-3.
  9. Liniennetz des Regionalverkehrs Oberbayern (PDF; 2,1 MB) In: rvo-bus.de. RVO. 2011. Abgerufen am 1. April 2013.
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 510.
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 597.
  12. MSC Teisendorf
  13. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung 2014
  14. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teisendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien