Telecom Italia Mobile

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TIM
TIM logo 2016.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft (Telecom Italia)
Gründung 1995
Sitz Mailand, Italien
Branche Telekommunikation
Website tim.it

TIM (ursprünglich „Telecom Italia Mobile“) ist eine Marke der Telecom Italia Group. Unter dem Markennamen TIM werden seit 2015 Mobilfunk-, Festnetz- und Breitbanddienste (ADSL, VDSL und FTTH) vermarktet. Bis 2015 wurde der Markenname ausschließlich für den Mobilfunksektor verwendet.[1] Businessdienste werden unter dem Markennamen TIM Impresa Semplice vermarktet.[2]

TIM ist nach Anzahl der Kunden der größte Mobilfunk- und Festnetzbetreiber Italiens. Es sind 30,1 Millionen aktive SIM-Karten (Marktanteil von 32,3 %) und 11,9 Millionen Festnetzanschlüsse (Marktanteil von 58,7 %) zu verzeichnen.[3]

Ehemaliges Logo der TIM

EXPO 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die TIM war eine der Hauptsponsoren der Weltausstellung EXPO 2015 Mailand und für den Internetfunk zuständig. TIM deckte das komplette Areal mithilfe von 50 Antennen mit LTE, GSM und UMTS ab, zudem installierte TIM in Zusammenarbeit mit cisco mehr als 1800 WLAN-Zugangspunkte, dieses Netz war für jeden Besucher der EXPO frei zugänglich, hatte aber eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 5 Mbit/s. Das Backbone-Netz der EXPO bildete ein 300 km langes Glasfasernetz sowie 2 Serverzentren. Während der gesamten EXPO wurden 1,1 Petabyte an Daten transferiert.[4]

Mobilfunknetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TIM 4G Speedtest in Glurns

TIM betreibt ein Mobilfunknetz das auf GSM, UMTS und LTE basiert. Das GSM Netz erreicht 99,8 % der Bevölkerung und ist seit 2005 komplett auf EDGE aufgerüstet. Das UMTS-Netz ist auf HSDPA aufgerüstet und erreicht Maximalgeschwindigkeiten von bis zu 14 Mbit/s im Download (eine oder zwei Frequenzen werden vom Mobilfunkmasten abgestrahlt), in größeren Ortschaften sind via HSPA+ Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 42 Mbit/s verfügbar (zwei oder mehr Frequenzen werden vom Mobilfunkmasten abgestrahlt). Das HSDPA-Netz erreicht 96 % der Bevölkerung, das HSPA+-Netz hingegen ca. 80,4 %.[5] TIM besitzt das zweitgrößte LTE-Netz in Italien mit einer Abdeckung von 90 % der Bevölkerung. TIMs Ausbauplan zielt darauf, bis 2018 98 % der Bevölkerung mit LTE abzudecken.[6] Das Netz gilt als eines der schnellsten italienweit und erreicht durchaus die in Werbungen versprochenen 100 mbit/s im Downstream (Siehe Bild rechts). Am 26. November 2015 hat TIM mitgeteilt, als erster Betreiber Italiens LTE mit Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s in Betrieb genommen zu haben, dabei werden mithilfe von “Three Carrier Aggregation” drei verschiedene LTE-Frequenzbänder kombiniert.[7] TIM besitzt die meisten Sendemasten italienweit, diese werden aber auch von anderen Betreibern mitbenutzt, weshalb die Anzahl der Sendestandorte Vodafones die von TIM übersteigt. Des Weiteren wird auch von Fremdmasten abgestrahlt (z.B. RAI-Sendestandorten oder in Südtirol der RAS).

Festnetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Privatisierung der SIP wurde das gesamte Netz, inklusive letzte Meile an die Telecom Italia übertragen. Mit der Fusion der Geschäftstätigkeiten von TIM und Telecom Italia verwaltet dieses nun die TIM. TIM bietet ADSL mit bis zu 20 mbit/s, FTTC bis zu 100 mbit/s download und 20 mbit/s upload und FTTH bis zu 300 mbit/s download und 20 mbit/s upload sowie Telefon Services an.[8] Des Weiteren bietet TIM für spezielle Kunden Leitungen mit mehr Bandbreite an (bspw. große Schulen). Telecom Italia bietet sogenannte Normalpakete an, die mit erhöhten Preis erweitert werden können. Das Normalpaket für ADSL2+ ist 7 mbit/s und auf 10 und 20 erweiterbar. Das Normalpaket von FTTC ist 30 mbit/s gefolgt von 50 mbit/s und 100 mbit/s. FTTH mit den FTTC-Gegebenheiten aber erweiterbar auf bis zu 300 mbit/s.[9]

Internationale Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem italienischen Heimatmarkt ist TIM in Brasilien und der Türkei mit eigenen Netzen präsent, bzw. ist dort an Netzbetreibern beteiligt.

TIM Italia

35,3 Millionen Kunden (30. September 2007)

TIM Brasil

29,2 Millionen Kunden (30. September 2007)

Logo der Avea (Türkei)
Avea Türkiye
  • Anteil von 10 Prozent durch TIM
  • 12,4 Millionen Kunden (Juni 2009)

frühere Auslandsbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von Telestet (Griechenland)
TIM Hellas

Anfang 2004 wurde Telestet Hellas übernommen und am 8. Februar 2004 in TIM Hellas umbenannt. Aufgrund massiver Finanzprobleme der Telecom Italia musste TIM Hellas aber schon am 4. April 2005 für 1114 Millionen Euro an die Finanzinvestoren Apax Partners und die Texas Pacific Group verkauft werden.

ENTEL Bolivia

TIM hat am 27. November 1995 einen Anteil von 50 Prozent an der staatlichen ENTEL Bolivia übernommen. ENTEL sollte für sechs Jahre ein Fernsprechmonopol für Kurz- und Ferngespräche haben. Im Jahre 2001 wurde das Monopol für ENTEL wieder aufgehoben. ENTEL Bolivia wurde am 1. Mai 2008 unter der Regierung von Präsident Evo Morales wieder verstaatlicht.

TIM Peru

TIM Peru war im Jahre 2002 der drittgrößte Mobilfunkanbieter in Peru nach Movistar und BellSouth. Im Jahre 2005 musste die Telecom Italia Mobile ihre Tochter TIM Peru an América Móvil verkaufen, die anschließend in Claro umbenannt wurde.

TIM Venezuela

TIM hat seine Anteile am venezolanischen Mobilfunkanbieter Digitel TIM an Televenco, ein Tochterunternehmen der Cisneros Group verkauft, die es heute als Digitel betreibt. Der Verkauf wurde durch die venezolanische Regulierungsbehörde Conatel genehmigt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Telecom Italia diventa TIM
  2. [2] TIM Impresa Semplice
  3. [3] Osservatorio sulle comunicazioni (30.09.2015)
  4. EXPO 2015 - Zusammenfassung seitens TIM.
  5. [4] Netzabdeckung von TIM
  6. [5] Strategischer Plan von Telecom Italia (2016-2018)
  7. [6] TIM LTE mit 300 Mbit/s
  8. http://www.lettera43.it/economia/aziende/da-sip-a-telecom-la-storia-della-compagnia_43675108971.htm
  9. http://tim.it