Teleportation

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Teleportation (von griechisch τῆλε tele „fern“ und lateinisch portare „tragen, bringen“) bezeichnet den theoretischen, instantanen Transport eines Objekts von einem Ort zum anderen ohne den Raum dazwischen zu durchqueren. Bis heute ist Teleportation reine Science-Fiction.

Physikalische Realisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Nach den bekannten Gesetzen der Physik gibt es keine Möglichkeit zur Realisierung einer Teleportation, bei der Materie zwischen zwei Orten transportiert wird, ohne den Raum dazwischen zu durchqueren. Im Gegenteil: Einige der fundamentalsten Naturgesetze verbieten sie sogar. So erlauben die Newtonschen Gesetze keinen instantanen Ortswechsel, sondern nur Bewegungen mit endlicher Geschwindigkeit. Die Relativitätstheorie begrenzt diese zusätzlich auf unterhalb der Lichtgeschwindigkeit, da eine überlichtschnelle Bewegung unendlich viel Energie benötigen würde[1] und zudem die Kausalität verletzt.[2] Als Umgehung auf großen Entfernungsskalen werden Modifikationen der Raumzeit, wie zum Beispiel Wurmlöcher diskutiert,[3] die allerdings hoch spekulativ sind und die meisten Probleme der Teleportation nicht lösen würden. Der Transport normaler Materie (Atome) von einem Ort zum anderen, ohne den Raum dazwischen zu durchqueren, widerspricht zudem mehreren wichtigen Erhaltungssätzen der klassischen und Teilchenphysik (Energie, Impuls, Baryonenzahl, Leptonenzahl). Eine echte Teleportation ist daher aus wissenschaftlicher Sicht kaum vorstellbar.

In der Grundlagenforschung spielt Teleportation aufgrund der fehlenden Erfolgsaussichten derzeit keine Rolle. Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der United States Air Force (USAF) von 2004[4][3] fand im Wesentlichen zwei Ansatzpunkte: Die Manipulation der Raumzeitmetrik in der allgemeinen Relativitätstheorie und die Manipulation von Vakuumfluktuationen in der Quantenelektrodynamik. Ein konkreter Vorschlag, wie damit Teleportation ermöglicht werden könnte, wurde allerdings nicht gefunden.

Quantenteleportation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sogenannte Quantenteleportation ist trotz der begrifflichen Verwandtschaft keine Teleportation im Sinne einer Übertragung von Materie. Stattdessen ermöglicht sie eine Übertragung von Information in Form von Quantenzuständen (z. B. Spin) und deren Speicherung beim Empfänger.[5] In der klassischen Physik ist die Möglichkeit zur Informationsübertragung eine Selbstverständlichkeit. Zum Beispiel kann ein klassisches Bit mühelos von einem Mobiltelefon zu einem anderen übertragen werden. Dass es überhaupt der Quantenteleportation bedarf, liegt am No-Cloning-Theorem. Da es unmöglich ist, Quanteninformation zu kopieren, kann sie beim Empfänger erst realisiert werden, sobald sie beim Sender (durch eine Messung) vernichtet wird. Die Quantenteleportation benötigt unter anderem eine Übertragung von klassischer Information und kann deshalb nicht schneller als mit Lichtgeschwindigkeit stattfinden.

Im Gegensatz zur Teleportation von Materie wurde die Quantenteleportation in zahlreichen Laboren realisiert und nachgewiesen, beispielsweise mit Photonen und einzelnen Atomen (Ionen). Die bisher am weitesten, von Menschenhand ausgeführte Quantenteleportation fand 2017 statt und betrug 1400 km.[6]

Teleportation in Film, Fernsehen, Literatur und Computerspielen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teleportation mittels Magie und übernatürlicher Fähigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Esoterik, dem Okkultismus und der Literatur bezieht sich Teleportation auf paranormale/magische Fähigkeiten ohne technische Hilfsmittel,[7] z. B. als Transportportale genutzten Kamine oder Portschlüssel bzw. auch das Apparieren bei Harry Potter.

Bereits die Transportmethode mittels eines magischen Teppichs in der Erzählung Die Geschichte des Prinzen Ahmed und der Fee Pari Banu in Tausendundeine Nacht ist als Teleportation deutbar (im Gegensatz zum Teppich Salomos, der vom Wind getragen wird und so nach vergleichsweise banaler physikalischer Gesetzmäßigkeit, einem konventionellen antriebslosen Luftfahrzeug – z. B. Hängegleiter – vergleichbar fliegt).

1931 Der Amerikaner Charles Hoy Fort verwendete in seiner Sammlung Lo! („Schau!“) den Begriff für die Poltergeist-Erscheinungen Apport und Asport, das unvermittelte Auftauchen und Verschwinden von Gegenständen.[8]

Auf Gedankenkraft beruhende Darstellungen kommen in Romanen wie Where Ever You May Be (1953) von James Gunn, Blind Voices (1966) von Tom Reamy, The Witches of Karres (1978) von James H. Schmitz, A Coming of Age (1984) von Timothy Zahn sowie bei Perry Rhodans Mutanten vor. Auch in der Manga-Reihe Dragon Ball gibt es eine mentale Fähigkeit namens Momentane Teleportation,[9] die es Wesen ermöglicht in Nullzeit an einem anderen Ort zu rematerialisieren.

Die Zauberer in World of Warcraft (2004) können unter Zuhilfenahme einer Rune auch von jedem beliebigen Punkt in andere Hauptstädte teleportieren.

Im Film Jumper von 2008 gibt es Menschen mit der Fähigkeit, an einen anderen Ort zu springen.

Der Charakter Symmetra aus dem 2016 erschienen Computerspiel Overwatch kann andere Spieler durch Teleportation[10] von einem Ort zum anderen bringen.

Teleportation mittels Technologie (Science-Fiction)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Science-Fiction-Literatur ist die Teleportation meist eine Technik zur Materieübertragung (Matter Transmission).[11]

  • 1878 The Hawaiian gazette (Honolulu [Oahu, Hawaii]) 1865–1918, October 23, 1878, Image 4 beschreibt den „Teleport“-Apparat: „Ein Hund kam auf die Metallscheibe und es wurde ein starker Strom angelegt. Nach einer Weile verschwand das Tier und wurde am anderen Ende gefunden an einem Knochen nagend, genau wie er es tat bevor er transportiert wurde.“
  • 1957 Die Kurzgeschichte Die Fliege von George Langelaan handelt von der Erfindung eines Materietransmitters (hier Desintegrator/Reintegrator genannt), die ihrem Erfinder zum Verhängnis wird. Die Erzählung wurde mehrfach verfilmt, erstmals 1958 in Die Fliege von Kurt Neumann.
  • In der seit 1961 erscheinenden Heft-/Buchserie Perry Rhodan werden sogenannte Transmitter[12] verwendet, um Gegenstände und Personen durch den übergeordneten Hyperraum an einem entfernten Zielort zu bringen.
  • In der Spielwelt von Doom (1993) gibt es an vielen Stellen auch Teleporter,[13] die den Spieler ohne Zeitverlust von einem Punkt der Karte zu einem anderen bringen.
  • 1997 erschien der Film Contact, in dem die Protagonistin mittels außerirdischer Technologie mutmaßlich auf einen fremden Planeten gebracht wird.
  • 1998 kam es in Anlehnung an die Kurzgeschichte Die Fliege in der 182. Folge der Simpsons mit Namen Neutronenkrieg und Halloween zu einem Unfall in dem von Professor Frinks Materietransmitter. Bart und eine Fliege verschmolzen zu zwei komplett unterschiedliche Wesen.
  • Im 1998 erschienenen Computerspiel Half Life entwickeln Wissenschaftler Portale zur Teleportation zu außerirdische Welten.[14]
  • 2012 wurde in der 495. Folge der Simpsons mit Namen Weihnachten – Die nächste Generation ein Materietransmitter benutzt, um Barts Kinder zu einer in der Zukunft liegenden Weihnachtsfeier zu transportieren.

Mythen rund um Teleportation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Teleportation – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Überlichtgeschwindigkeit#Allgemeines
  2. siehe „Antitelefon
  3. a b Teleportation Physics Study pdf, fas.org; Abstract dtic.mil, abgerufen am 2. Januar 2012.
  4. U. S. Air Force study on teleportation daviddarling.info; U.S. Air Force Takes a Look at Teleportation space.com, abgerufen am 2. Januar 2011.
  5. Interview mit Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Theodor W. Hänsch, Teil 5: Quantenteleportation und Quantenkryptographie (Memento vom 12. Oktober 2008 im Internet Archive)
  6. First Object Teleported from Earth to Orbit technologyreview.com, Abgerufen am 25. Februar 2019.
  7. Nevill Drury: The Dictionary of the Esoteric: 3000 Entries on the Mystical and Occult Traditions. Motilal Banarsidass Publ., 2003, ISBN 81-208-1989-6, S. 302.
  8. David J. Darling: Teleportation: The Impossible Leap. John Wiley and Sons, 2005, ISBN 0-471-47095-3, S. 6–7.
  9. dragonballwiki.de
  10. overwatch.fandom.com
  11. Brian M. Stableford: Historical Dictionary of Science Fiction Literature. Scarecrow Press, 2004, ISBN 0-8108-4938-0, S. 219.
  12. perrypedia.proc.org
  13. doom.fandom.com
  14. half-life.fandom.com