Tellingstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tellingstedt
Tellingstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tellingstedt hervorgehoben
Koordinaten: 54° 13′ N, 9° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Dithmarschen
Amt: Kirchspielslandgemeinden Eider
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 21,1 km2
Einwohner: 2599 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25782
Vorwahl: 04838
Kfz-Kennzeichen: HEI, MED
Gemeindeschlüssel: 01 0 51 114
Adresse der Amtsverwaltung: Kirchspielsschreiber-Schmidt-Straße 1
25779 Hennstedt
Website: www.tellingstedt.de
Bürgermeister: Elke Jasper (CDU)
Lage der Gemeinde Tellingstedt im Kreis Dithmarschen
Karte

Tellingstedt ist eine Gemeinde im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein.

„Tellingstede“ 1645 im Atlas Maior von Blaeu
Tellingstedter Keramik

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tellingstedt liegt am nördlichen Ende der Heide-Itzehoer Geest im Nordosten des Kreises.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tellingstedt bildet den Ortskern, weitere Ortsteile sind Rederstall, Weide Tellingstedt und Weide Oesterborstel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Tellingstedt aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch der Hauptort Tellingstedt und der später eingemeindete Ort Rederstall.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1959 wurde Oesterborstel eingegliedert.[3] Die ab 1934 selbstständige Gemeinde Rederstall wurde am 1. Januar 1978 in die Gemeinde Tellingstedt eingemeindet[4] und bildet seit dieser Zeit eine Exklave des Gemeindegebietes.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2018 hat die Wählergemeinschaft WGT vier Sitze, die CDU acht Sitze, die Wählergemeinschaft ALT vier Sitze und die SPD einen Sitz in der Gemeindevertretung.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau als Kniestück in Frontalansicht ein golden gerüsteter, barhäuptiger Ritter, der unter dem abgewinkelten linken Arm seinen rotgefütterten goldenen Umhang mit einem silbernen Schwert durchschneidet (St. Martin). Oben links ein silberner Krug.“[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Tellingstedt, am rechten Bildrand der Glockenstapel

In der Gemeinde steht eine Feldsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert, mit einem markanten schiefen Kirchturm. Die St.-Martins-Kirche gehörte zu den fünf Hauptkirchen Dithmarschens und ist Mutterkirche des Pahlener Gotteshauses. Zum Kirchspiel waren die zum Amt Kirchspielslandgemeinde Tellingstedt gehörigen Dörfer eingepfarrt. Die 1140 erstmals erwähnte Kirche wuchs 1559, im Jahr der Letzten Fehde, um einen Anbau, erhielt 1726 ein Seitenschiff im Süden und 1755 ein Gebeinhaus im Norden. In ihr befindet sich die älteste noch spielbare Orgel Schleswig-Holsteins von 1642, gebaut von Tobias Brunner aus Lunden. Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1604, den Altar, der ursprünglich in der 1744 abgebrochenen Garnisonskirche in Tönning stand, schuf Theodor Allers.[6]

Auf der Gemarkung der Gemeinde liegen die beiden Landschaftsschutzgebiete Großes Moor und Kätner Moor. Etwa sechs Kilometer nordöstlich befindet sich das Naturschutzgebiet Dellstedter Birkwildmoor. Jedes Jahr im August findet das traditionelle Volksfest statt.

In der Liste der Kulturdenkmale in Tellingstedt stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die wirtschaftliche Bedeutung Tellingstedts war das traditionelle kleinstädtische und ländliche Handwerk prägend, insbesondere die zahlreichen Töpfer machten den Ort überregional bekannt: bis zu 17 Werkstätten konnten auf Grund des dortigen umfangreichen Tonvorkommens weit über den Tellingstedter Bedarf hinaus die Bewohner mit Haushaltsgegenständen und Arbeitszubehör beliefern. Dieser Wirtschaftszweig war bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts jedoch so weit rückläufig, dass schließlich in geringem Umfang nur noch ein traditionelles Kunstgewerbe übrigblieb.
Von 1905 bis 1937 hatte der Ort einen Bahnanschluss mit der Kreisbahn Norderdithmarschen.
Bis 1988 hatte die in Schleswig-Holstein verbreitete Supermarktkette Wandmaker in Tellingstedt ihren Firmensitz. Sie wurde von der coop eG übernommen, die den Markt in einen Sky-Markt umgewandelt hat.
Darüber hinaus bietet Tellingstedt zwei Fachgeschäfte, die auch über die Grenzen von Schleswig-Holstein hinweg bekannt sind, das Waffengeschäft Schrum mit Ausrüstung und Waffen für Sport und Jagd und das Festgarderobengeschäft Laue mit festlicher Kleidung.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Tellingstedt gibt es eine Gemeinschaftsschule/Gesamtschule mit Grundschulteil.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Tellingstedt verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klaus Groth

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tellingstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2017 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  3. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 53.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 181.
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  6. Kirchenführer Martinskirche Tellingstedt (abgerufen am 10. Oktober 2010; PDF; 2,5 MB)