Tenet (Film)

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Film
Deutscher TitelTenet
OriginaltitelTenet
ProduktionslandVereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2020
Länge150 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieChristopher Nolan
DrehbuchChristopher Nolan
ProduktionChristopher Nolan,
Emma Thomas
MusikLudwig Göransson
KameraHoyte van Hoytema
SchnittJennifer Lame
Besetzung

Tenet ist ein Science-Fiction-Action-Spionage-Film des britisch-US-amerikanischen Regisseurs Christopher Nolan, der am 26. August 2020 in die deutschsprachigen Kinos kam. Er ist Nolans elfter Spielfilm.

Der titelgebende Begriff „Tenet“ (3. Person Singular von lat. tenere: „bleiben“, also „er/sie/es bleibt bestehen“, übertragen auch im Sinne von „Grundsatz“, „Glaubenssatz“ verwendet) sowie der Name des Antagonisten und weiterer Personen bzw. Firmen im Film nehmen Bezug auf das lateinische Sator-Quadrat.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Filmhandlung ist geprägt von den Zeitreisen der Hauptpersonen, die manchmal an denselben Kämpfen und Situationen mehrfach, in zukünftigen und gegenwärtigen Inkarnationen teilnehmen. Eine Grundannahme des Films ist, dass die Abläufe sich nicht ändern, obwohl die späteren Inkarnationen der Personen sie wiedererkennen und natürlich beeinflussen wollen.

Der Film beginnt mit einem Terroranschlag auf die Kiewer Oper, bei der eine scheinbare Spezialeinheit mit zwei CIA-Agenten eingreift. Sie sollen einen Informanten befreien und ein wertvolles Objekt bei ihm sicherstellen. Als die Amerikaner die im Opernsaal verteilten Sprengsätze der Terroristen einsammeln, kommt ihnen ein unbekannter Schütze mit einer auffälligen roten Schnur an der Ausrüstung zu Hilfe, der sich in der Zeit zurückzubewegen scheint. Die beiden CIA-Leute werden nach dem Einsatz von den russischen Söldnern der Spezialeinheit überwältigt und gefoltert. Der namenlose Protagonist weigert sich zu reden und schluckt eine vermeintliche Selbstmord-Kapsel.

Er wacht auf einem Schiff vor Dänemark auf und erfährt, dass die Pille nicht tödlich war, sondern ein Test, den er bestanden habe. Offiziell für tot erklärt, wird er nun einer Geheimoperation mit dem Namen „Tenet“ zugewiesen. Über die Mannschaft des Windparks Nysted Havmøllepark wird er zurück an Land gebracht. In einer geheimen Forschungseinrichtung erfährt er von der Wissenschaftlerin Barbara, dass es Menschen in der Zukunft gelingen wird, die Entropie von Objekten umzukehren, sodass diese Objekte temporal invertieren: Kugeln werden mit Schusswaffen nicht abgeschossen, sondern aufgefangen. Es wird angedeutet, dass die invertierten Projektile radioaktiv und besonders schädlich sind. Immer mehr solcher Objekte wurden gefunden, und sie deuten auf einen künftigen Weltkrieg hin. Sein Auftrag sei es, den Ursprung dieser Objekte herauszufinden und den dritten Weltkrieg zu verhindern.

Die Herkunft der invertierten Kugeln weist auf den Waffenhändler Sanjay Singh in Mumbai hin. Der Protagonist sucht Hilfe bei seinem britischen Kollegen Neil, und zusammen verschaffen sie sich Zugang zu dem abgesicherten Hochhaus des Waffenhändlers, dessen Geschäfte in Wirklichkeit seine Frau Priya leitet. Sie berichtet, sie habe die Munition an einen russischen Oligarchen namens Andrei Sator verkauft, der sie invertiert habe. Er „kommuniziere mit der Zukunft“, arbeite für künftige Menschen, die der eigentliche Feind seien.

Sator lebt unzugänglich in London. Priya vermittelt dem Protagonisten deshalb den Kontakt zum britischen Geheimdienstoffizier Sir Michael Crosby, der ihn wiederum zu Sators Ehefrau Kat schickt. Sie hatte ein von einem Fälscher namens Arepo reproduziertes Gemälde von Francisco de Goya irrtümlich für echt befunden, womit ihr Mann sie nun erpresse. Außerdem unterrichtet Crosby den Protagonisten von einer bereits stattgefundenen Explosion im Hypozentrum eines vergangenen Nukleartests auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Der Protagonist sucht Kat auf. Sie erzählt ihm, dass ihr Mann ihr bei einem Yachtausflug vor Vietnam angeboten habe, sie gehen zu lassen, wenn sie ihm den gemeinsamen Sohn überlasse, was sie nicht über sich habe bringen können. Auch habe sie eine Frau vom Boot springen gesehen; wohl eine Geliebte ihres Mannes.

Der Protagonist bietet an, Kat zu helfen, indem er dieses Bild von Sator stiehlt. So erfährt er von ihr, wo Sators wertvollste Besitztümer lagern: in einem gesicherten Zolllager der Firma Rotas am Flughafen Oslo-Gardermoen. Der Protagonist und Neil arrangieren dort mit Ives als Flughafenmitarbeiter einen Flugzeugunfall und brechen in das Zolllager ein. In dessen Zentrum finden sie ein sogenanntes „Drehkreuz“, aus dem gleichzeitig zwei maskierte Schützen treten und kurz mit den beiden kämpfen, wobei die Bewegungen eines der beiden zeitlich invertiert sind. Dadurch gestört, können sie das Gemälde nicht an sich bringen.

Von der Waffenhändlerin Priya erhält der Protagonist den Hinweis auf einen geplanten Plutonium-Transport durch Estland, an dem Sator Interesse habe. Über Kat kann der Protagonist ein Treffen mit dem Russen an der Amalfiküste in Italien arrangieren. Sator will den vermeintlichen Nebenbuhler töten lassen, aber als dieser Informationen über das „Plutonium“ andeutet, lädt er ihn stattdessen zu einem Segeltörn ein. Vor dem Ausflug macht Sator seiner Frau deutlich, dass er nach wie vor im Besitz des gefälschten Gemäldes ist und sie daher weiter in der Hand hat. Während des Bootsausflugs stößt Kat Sator ins Wasser, doch der Protagonist rettet ihn mit einer Patenthalse und gewinnt so sein Vertrauen. Sator erzählt, wie er in seiner Jugendzeit in der sowjetischen Geschlossenen Stadt Stalsk-12 gearbeitet und dort sein erstes „Plutonium“ gefunden habe. Die beiden Männer schließen eine Vereinbarung: Der Protagonist wird das „Plutonium“ aus dem Transport stehlen, und Sator wird im Gegenzug Kat freilassen.

Es gelingt den Agenten mit einem aufwendigen Plan, den Gefahrentransport in Tallinn abzupassen und aus dem fahrenden Lastwagen einen Koffer zu erbeuten, der in Wirklichkeit aber kein Plutonium, sondern ein Objekt wie jenes in der Kiewer Oper enthält. Allerdings gibt es Komplikationen: Während des Angriffs taucht auf der Autobahn ein unbekanntes, invertiertes Auto auf und verunfallt, und auch ein invertierter Andrei Sator und dessen Männer greifen ein. Im Dialog wird dies als „temporale Zangenoperation“ bezeichnet: Die Männer, die sich in der Zeit rückwärts bewegen, geben während des Kampfes taktische Informationen an ihr normales Selbst weiter. Die Handlung verlagert sich dann in das Gebäude Sators, wo er sein Drehkreuz installiert hat. Der invertierte Sator hat Kat mitgebracht und schießt ihr vor den Augen des Protagonisten mit einer invertierten Kugel in den Bauch, um das Versteck des Objektes zu erpressen. Der nichtinvertierte Sator kann mit dem Objekt fliehen, als die „Kavallerie“, eine paramilitärische Tenet-Einheit unter dem Kommandanten Ives, auftaucht und den Schauplatz sichert.

Kat droht an der invertierten Kugel zu sterben und muss deshalb selbst invertiert werden. Der Protagonist und Neil gehen mit ihr durch das „Drehkreuz“, sodass sich ihre Zeit umkehrt und ihre Verletzung so heilen kann. Der Protagonist versucht noch, in den gerade abgelaufenen Kampf einzugreifen, hat aber Schwierigkeiten mit der komplexen Physik und verursacht einen Verkehrsunfall: denselben, den er bei der vorangegangenen Verfolgungsjagd bereits beobachtet hatte.

In der Vergangenheit liegt das eroberte „Drehkreuz“ noch unzugänglich in Sators Einflussbereich. Aber es gibt noch das andere Drehkreuz im Zolllager Oslo, das die Agenten früher entdeckt hatten. Die drei Invertierten reisen in einem Frachtcontainer zurück nach Oslo – und in der Zeit zu ihrem Einbruch in das Zolllager – wo sie die damalige Ablenkung ein zweites Mal nutzen und sich wieder in die vorwärts laufende Zeit befördern. Es wird dabei klar, dass die beiden Männer, gegen die sie bei ihrem ersten Einbruch gekämpft hatten, in Wirklichkeit der Protagonist waren, der zum Drehkreuz läuft und zurück.

Vor der Klimax erfahren die Helden in rekapitulierenden Sequenzen, dass die Zukunftsmenschen die gegenwärtige Generation auslöschen wollen, um ihre eigene Umwelt wiederherzustellen. Ob sie dann auch selbst verschwinden würden, ist unbekannt (Großvaterparadoxon) – offenbar nehmen sie das Risiko in Kauf. Der Algorithmus wird in der Zukunft von einer Wissenschaftlerin erfunden, die Skrupel entwickelt (im Dialog: „die Oppenheimer ihrer Zeit“) und ihn deshalb in neun Komponenten zerlegt, die sie invertiert und damit zurückschickt. Jede der neun Atommächte hatte eine davon erhalten und versteckt. Doch nun hat Andrei Sator alle Teile zusammen und den fertigen Algorithmus in der Geschlossenen Stadt Stalsk-12 in Sibirien versteckt. Er ist unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt und wird Selbstmord begehen, will dabei aber die ganze Menschheit mitnehmen. Mithilfe einer Explosion wird das Höhlenversteck so versiegelt, dass es erst von den zukünftigen Menschen geöffnet werden kann. Sator trägt einen Totmannschalter, der ein Signal an die zukünftigen Menschen senden wird, die so zu der ultimativen Waffe Zugang erhalten.

Den Zeitpunkt der Explosion in Stalsk-12 hatte Sir Michael Crosby dem Protagonisten mitgeteilt. Der Protagonist, Neil und die paramilitärische Einheit invertieren in die Zeit davor, um den Algorithmus vor der Explosion sicherzustellen. Kat ist sich sicher, dass Sator für seinen Selbstmord an einen Augenblick zurückkehren wird, an dem er glücklich war: der Yachtausflug vor Vietnam. Sie invertiert zu diesem Zeitpunkt und soll den Selbstmord von Sator so lange verzögern, bis der Algorithmus sichergestellt ist. Danach will sie sich an ihm rächen und ihn selbst töten.

Die Tenet-Agenten und -Schützen organisieren einen zeitlichen Zangenangriff auf die Geschlossene Stadt. Die Hälfte der Einheit operiert dort im regulären Zeitablauf, während die andere Hälfte invertiert ist. Der Einsatzplan umfasst zehn Minuten, die für die einen vorwärts, für die anderen rückwärts verlaufen („ten – net“). Auch die Verteidiger setzen invertierte und reguläre Kämpfer ein.

Auch der Sator aus der Zukunft ist zu dem Zeitpunkt des Yachtausflugs zurückgekehrt. Da sein reguläres Ich an Land ist, fällt der doppelte Sator niemandem auf. Auf dem Schiff erwartet ihn die Kat aus der Zukunft, die er für die Kat der Gegenwart hält, da er glaubt, die zukünftige Kat mit dem Bauchschuss getötet zu haben.

Die letzten Ereignisse verlaufen zeitgleich. Kat spielt zunächst ihre Rolle als liebende Ehefrau und verzögert Sators Selbstmord. Neil gehört zur blauen, invertierten Einheit beim Angriff in Stalsk-12, der Protagonist und der Kommandant Ives hingegen zu der Einheit im regulären Zeitablauf. Es gelingt ihnen, zum Algorithmus vorzustoßen, doch eine verschlossene Tür hindert sie daran, ihn zu erreichen. Als der Protagonist unter Beschuss gerät, springt ein invertierter Leichnam mit roter Schnur an der Ausrüstung plötzlich auf und öffnet die Tür. Kat kann derweil aber nicht länger schweigen, klärt Sator auf und erschießt ihn. Sators Totmannschalter löst so frühzeitig noch vor der Explosion aus. Der Protagonist und Ives greifen den Algorithmus, und der inzwischen zur regulären Zeit gewechselte Neil zieht die beiden mit einem HUMVEE knapp vor der Explosion in Sicherheit. Kat verlässt das Schiff, als ihr anderes Selbst gerade ankommt, und erkennt dabei, dass sie selbst die Frau ist, die sie damals gesehen hat.

Der Algorithmus ist sicher. Ives, der Protagonist und Neil trennen sich. Neil geht zur Invertierung – er wird die Schlacht dann ein zweites Mal durchkämpfen. Er war es, der invertiert die Tür von innen öffnete, er wird also bei dem invertierten Einsatz sterben. An seiner Ausrüstung befindet sich auch die rote Schnur, die der Zuschauer mehrfach gesehen hat – Neil hat den Protagonisten von Anbeginn beschützt. Er erklärt fast wortgleich mit dem berühmten Schlusssatz aus Casablanca, dass eine wunderbare Freundschaft für ihn nun zu Ende gehe, für den Protagonisten aber beginne. Der Protagonist selbst ist es, der Tenet in der Zukunft gründen und Neil und die anderen rekrutieren wird.

Im London der Gegenwart versucht Priya Kat zu töten („um lose Enden zu schließen“), doch der Protagonist kommt ihr zuvor und erschießt Priya und ihren Helfer. Kat und ihr Sohn bemerken es nicht. Aber er wird sie immer beschützen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2019 wurde bekannt, dass Nolan die Veröffentlichung eines neuen Films für Juli 2020 plante.[2] Im März wurden John David Washington, Robert Pattinson und Elizabeth Debicki als Darsteller in dem Film bekannt gegeben.[3][4] Im Mai wurden mit Aaron Taylor-Johnson, Michael Caine, Kenneth Branagh, Dimple Kapadia sowie Clémence Poésy weitere Besetzungsmitglieder bekanntgegeben.[5] Der Film war bereits die achte Zusammenarbeit von Michael Caine und Regisseur Nolan. Nach seinem letzten Film Dunkirk war dies zudem die zweite Zusammenarbeit mit Kenneth Branagh. Für die Kamera war erneut der Niederländer Hoyte van Hoytema verantwortlich. Gedreht wurde auf 70-mm-Film sowie im IMAX-Format.[6] Im August 2019 wurde die Besetzung Himesh Patels bekanntgegeben.[7]

Die Produktionskosten des Films sollen sich auf bis zu 225 Millionen US-Dollar belaufen, was Tenet zu Nolans bislang teuersten Film machte.[8]

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten begannen im Mai 2019. Gedreht wurde in sieben Ländern, darunter in Großbritannien, Indien und Estland.[9][10][11][12] An letzterem Ort diente unter anderem die Tallinner Linnahall als Drehort. Im Juli 2019 wurde auch auf einigen extra abgesperrten Straßen in der estnischen Hauptstadt gedreht.[13] Danach wurden die Dreharbeiten in Mumbai fortgesetzt, wo Regisseur Nolan bereits im Februar und April nach Drehorten Ausschau hielt.[14]

Nachdem Nolan seit seinem Film The Dark Knight stets mit Komponist Hans Zimmer zusammengearbeitet hatte, übernahm diese Aufgabe diesmal Ludwig Göransson, der 2019 für seine Arbeit an Black Panther mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Erstmals seit dem Film Batman Begins arbeitete Nolan ebenfalls nicht mit Editor Lee Smith zusammen. Jennifer Lame übernahm diese Aufgabe.[15][16]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand bei der RC Production Kunze & Wunder GmbH & Co. KG in Berlin. Das Dialogbuch schrieb Tobias Neumann nach einer Übersetzung von Margit Webb. Die Dialogregie führte Tobias Meister.[17]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[17]
Der Protagonist John David Washington Tim Knauer
Neil Robert Pattinson Johannes Raspe
Kat Elizabeth Debicki Luise Helm
Andrei Sator Kenneth Branagh Martin Umbach
Priya Dimple Kapadia Katharina Koschny
Ives Aaron Taylor-Johnson Ricardo Richter
Barbara Clémence Poésy Marie Bierstedt
Wheeler Fiona Dourif Rubina Nath
Mahir Himesh Patel Nicolás Artajo
Sir Michael Crosby Michael Caine Jürgen Thormann
Fay Martin Donovan Frank Röth
Klaus Jack Cutmore-Scott Jannik Endemann
Sanjay Singh Denzil Smith Christian Gaul

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2019 wurde ein erster Teaser-Trailer veröffentlicht. Am 19. Dezember 2019 folgte der erste sowie am 22. Mai 2020 der zweite offizielle Trailer. Der Film sollte ursprünglich am 17. Juli 2020 in die US-amerikanischen Kinos kommen, wurde später allerdings zunächst um zwei Wochen auf den 31. Juli[18] und im Anschluss auf den 12. August 2020 verschoben.[19] Am 20. Juli 2020 wurde auch dieser Starttermin abgesagt und die Veröffentlichung auf unbestimmte Zeit verschoben.[20] Toby Emmerich, Chairman von Warner Bros., gab bekannt, dass man weiterhin plane, Tenet 2020 zu veröffentlichen.[21]

Am 27. Juli bestätigte das Filmstudio, dass Tenet zwischen dem 26. und 28. August 2020 in internationalen Kinos anlaufen soll. Ab dem 3. September soll er auch in ausgewählten amerikanischen Kinos aufgeführt werden.[22] In Deutschland ist der Film am 26. August in die Kinos gekommen.[23]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde überwiegend, allerdings nicht einhellig positiv aufgenommen. Bei RottenTomatoes erzielte er bis zum 6. September eine durchschnittliche Bewertung der Fachkritiker von 74 %.[24] Anthony Lane kritisiert im „NewYorker“[25] Actionfilmklischees (russischer Waffenhändler, 747-Crash, Verfolgungsjagd gegen die Fahrtrichtung) und fehlende Gefühle. Mike McCahill von IndieWire beschrieb ihn rundheraus als „humorlose Enttäuschung“.[26]

Der Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger verweist darauf, dass „Tenet“ sich in das System von Nolan-Filmen über die Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart einreihe. Dennoch sei er kein klassischer Zeitreisefilm: „Es ist tatsächlich so, dass diese momentane Gleichzeitigkeit des sich vorwärts und rückwärts in der Zeit Bewegens eine wichtige Rolle spielt.“[27]

Sven Hauberg schreibt in seiner Rezension für die Nachrichtenagentur teleschau: „Wenn es noch einen Grund braucht, warum das Kino nicht sterben darf, hier ist er: ‚Tenet‘, der spektakuläre neue Film von Christopher Nolan, ist ein Actionspektakel, das die ganz große Leinwand verdient hat.“ Zwar sei es nicht immer leicht, die komplexe Handlung des Films zu verstehen. „Das Schöne an ‚Tenet‘ ist aber: Auch wenn man nicht wirklich immer überreißt, was geschieht, sieht man dennoch einen verdammt großartigen Film.“[28]

Im Spiegel geht Lars-Olav Beier darauf ein, dass Regisseur Nolan die Hauptrolle mit dem afroamerikanischen Schauspieler John David Washington besetzt hat. In einer Szene stehe der Protagonist einer blonden weißen Frau gegenüber, die ihn um einen halben Kopf überrage. Statt den Größenunterschied wie früher üblich zu kaschieren, stelle Nolan ihn eher noch heraus. Als er den Superagenten auf die Frau zugehen lasse, um sie zu küssen, habe der Zuschauer den Eindruck, dass er sich dafür auf die Zehenspitzen stellen müsse. Beier schließt seine Rezension mit: „So cool hat ein überlebensgroßer Held auf der Leinwand selten gewirkt.“[29]

„Mit seinen inszenatorischen Stärken und seiner überwältigenden Wucht ist Christopher Nolans TENET das beste Beispiel für Kino als einzigartiges Erlebnis für alle Sinne“, konstatierte die Deutsche Film- und Medienbewertung und zeichnete Tenet mit dem Prädikat besonders wertvoll aus.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Tenet. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Anthony D’Alessandro: Warner Bros. Dates Next Christopher Nolan Movie For Summer 2020. In: Deadline. 25. Januar 2019, abgerufen am 24. Mai 2019 (englisch).
  3. Justin Kroll: John David Washington to Star in Christopher Nolan’s Next Film (Exclusive). In: Variety. 19. März 2019, abgerufen am 24. Mai 2019 (englisch).
  4. Justin Kroll: Elizabeth Debicki and Robert Pattinson Join Christopher Nolan’s Next Film (Exclusive). In: Variety. 20. März 2019, abgerufen am 24. Mai 2019 (englisch).
  5. Patrick Hipes: Christopher Nolan’s New Movie Gets A Title, Final Cast As Shooting Begins. 22. Mai 2019. Abgerufen am 25. Mai 2019.
  6. Nach Interstellar und Dunkirk: Das Wichtigste zu Christopher Nolans neuem Film. 24. Mai 2019, abgerufen am 24. Mai 2019.
  7. Christopher Nolan’s ‘Tenet’ Adds ‘Yesterday’ Star Himesh Patel (EXCLUSIVE). 27. August 2019, abgerufen am 28. August 2019 (englisch).
  8. More details emerge about Christopher Nolan’s ‘Tenet’. 23. Juni 2019, abgerufen am 26. Juni 2019 (englisch).
  9. Christopher Nolan’s Untitled Romantic Thriller Taps Cinematographer Hoyte Van Hoytema; Filming Begins June
  10. Christopher Marc: Christopher Nolan’s Next Film Eyes UK Shoot – Stars John David Washington, Robert Pattinson, and Elizabeth Debicki (en-US) 30. April 2019. Abgerufen am 24. Mai 2019.
  11. Christopher Marc: Christopher Nolan’s Next Film Expected To Shoot Scenes In India and Adds ‘Inception/Mission: Impossible – Fallout’ Costume Designer Jeffrey Kurland (en-US) 21. Mai 2019. Abgerufen am 24. Mai 2019.
  12. Sten Hankewitz: World-famous Christopher Nolan is to shoot a movie in Estonia (en-US) 23. Mai 2019. Abgerufen am 24. Mai 2019.
  13. Zack Sharf: Estonia Braces for Huge Christopher Nolan Shoot, ‘Tenet’ Reportedly His Priciest Original Film. 19. Juni 2019. Archiviert vom Original am 20. Juni 2019.
  14. Zack Sharf: Robert Pattinson Got ‘Locked in a Room’ to Read Christopher Nolan’s New Movie, Says It’s ‘Unreal’. 4. April 2019. Archiviert vom Original am 5. April 2019.
  15. indiewire.com
  16. Christopher Nolan Taps ‘Hereditary’ Editor Jennifer Lame for His New Movie (Exclusive)
  17. a b Tenet. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 28. August 2020.
  18. Nina Becker: "Tenet" verschoben: Christopher Nolans Thriller kommt später – „Wonder Woman 1984“ und weitere Blockbuster ebenfalls. In: Filmstarts. 13. Juni 2020, abgerufen am 13. Juni 2020.
  19. Anthony D’Alessandro: Warner Bros. Moves Christopher Nolan’s ‘Tenet’ To August 12. In: Deadline.com. 25. Juni 2020, abgerufen am 26. Juni 2020.
  20. Anthony D’Alessandro: ‘Tenet’ Undated For Now: Warner Bros. To Announce New Date “Imminently”, Pic’s Theatrical Global Rollout Won’t Be “Traditional”. In: Deadline.com. 20. Juli 2020, abgerufen am 20. Juli 2020 (englisch).
  21. Rebecca Rubin: Christopher Nolan’s ‘Tenet’ Delays August Release. In: Variety. 20. Juli 2020, abgerufen am 21. Juli 2020 (englisch).
  22. Rebecca Rubin: ‘Tenet’ Will Release Internationally in August Ahead of U.S. Debut. In: Variety. Penske Media Corporation, 27. Juli 2020, abgerufen am 27. Juli 2020 (englisch).
  23. Ab 26. August im Kino – „Tenet“: Kopf(ge)nuss der Marke Nolan, Abendzeitung München, 26. August 2020
  24. https://www.rottentomatoes.com/m/tenet
  25. Anthony Lane (The NewYorker, 3. September 2020): Tenet is dazzling, deft, and devoid of feeling.
  26. Mike McCahill (IndieWire, 21. August 2020): Tenet’ Review: Christopher Nolan’s Long-Anticipated Time Caper Is a Humorless Disappointment.
  27. Christopher Nolans „Tenet“ – Die Ekstasen der Zeitlichkeit. In: Deutschlandfunk Kultur. Abgerufen am 22. August 2020.
  28. Sven Hauberg: Die Rettung der Welt und des Kinos. 21. August 2020, abgerufen am 22. August 2020.
  29. Lars-Olav Beier: Der eigentliche Superheld. In: Der Spiegel, 22. August 2020, S. 116.