Tennenloher Forst

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Tennenloher Forst

IUCN-Kategorie IV − Habitat-/Species Management Area

Zugang zum Naturschutzgebiet

Zugang zum Naturschutzgebiet

Lage Tennenlohe
Fläche 955,95dep1
Kennung NSG-00483.01
WDPA-ID 165851
Geographische Lage 49° 34′ N, 11° 3′ OKoordinaten: 49° 33′ 33″ N, 11° 3′ 3″ O
Tennenloher Forst (Bayern)
Tennenloher Forst
Einrichtungsdatum 1994
Verwaltung Erlangen-Höchstadt

Der Tennenloher Forst ist ein östlich des Erlanger Stadtteils Tennenlohe gelegenes Naturschutzgebiet.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es erstreckt sich auf einer Fläche von 934 Hektar innerhalb des Nürnberger Reichswalds.[1] Das Naturschutzgebiet liegt im Bereich der gemeindefreien Gebiete Forst Tennenlohe, Buckenhofer Forst, Dormitzer Forst und Neunhofer Forst im Landkreis Erlangen-Höchstadt und ist ein wichtiger Bestandteil der Sandachse Franken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1935 rodete die Reichswehr 195 Hektar Wald. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die US-Armee das Gelände bis zum Abzug 1993 militärisch. Wegen des Einsatzes von Leuchtspurmunition wurde zum Schutz vor Waldbränden ein Kugelfangwall in der Mitte des Gebietes errichtet. Dieser entwickelte sich nach dem Abzug der Amerikaner zu einem beliebten Ausflugsziel. Wegen den Altlasten ist es ratsam, die Wege nicht zu verlassen.

Warnhinweiss

1994 wurde der Tennenloher Forst als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Auf den trockenen Sandflächen der Schießbahn hatten sich seltene Tiere angesiedelt. Nach dem Ende der militärischen Nutzung sind immer wieder Eingriffe des Menschen erforderlich, um die großen Freiflächen auf sandigen Böden zu erhalten, die ansonsten sich in gewöhnlichen Wald verwandeln würden. Dies geschah zunächst durch gelegentliche Beweidung mit Schafen.

2003 wurde dann ein 50 Hektar großes Pferdegehege neben dem Aussichtshügel gebaut und mit Przewalski-Pferden aus dem Tiergarten Nürnberg und dem Tierpark Hellabrunn besiedelt. Schautafeln zeigen seit 2005 die vorhandenen seltenen Tiere und Pflanzen.

2011 wurde die Beweidungsfläche durch Integration der tiefer gelegenen Freifläche (ehemalige Schießbahn) auf 85 Hektar erweitert. Die beiden Geländeteile können wahlweise gemeinsam oder getrennt genutzt werden. Zusätzlich wurde ein Fußgängerüberstieg gebaut, der eine Abkürzung des nun relativ langen Rundweges um das Gehege ermöglicht.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Kernbereichen des Sebalder Reichswaldes westlich von Tennenlohe wurden 1994 insgesamt 934 Hektar unter Naturschutz gestellt. Das Naturschutzgebiet Tennenloher Forst zählt zu den größten Sandökosystemen Süddeutschlands und beherbergt über 1600 Tier- und Pflanzenarten, viele davon stehen auf der Roten Liste. Kernbereich des Naturschutzgebietes sind rund 100 Hektar Freifläche der ehemaligen Schießbahn Range 6. Nachdem bis 1994 amerikanische Panzer die Fläche offen gehalten hatten, setzte in den Folgejahren eine Verbuschung mit Kiefern, Birken und Traubenkirschen ein. Das Ziel des Naturschutzes ist jedoch die Erhaltung der Lebensräume auf den Freiflächen. Seltene und vom Aussterben bedrohte Arten, wie die Sandschrecke oder die Blauflügelige Ödlandschrecke, Grabwespen oder Silbergras sind an diese Standorte angepasst und verschwinden bei zunehmender Verbuschung.

Zur Offenhaltung der Freifläche beschreitet man zwei Wege: Einzäunung und Beweidung mit Przewalski-Pferden (ein Projekt des Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken) und Zurückdrängung des Kiefern- und Birkenanfluges (Entbuschung). Nur diese kombinierte Pflege der Freiflächen stellt eine nachhaltige Sicherung der wertvollen Lebensräume dar und sichert zusätzlich den Erhalt des vom Aussterben bedrohten Urwildpferds. Da die Spätblühende Traubenkirsche allerdings für die Pferde ungeniessbar ist, wird zur Beweidung zusätzlich eine Pfauenziegenherde [2] eingesetzt.

Das Gebiet ist Bestandteil des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Sandheiden im mittelfränkischen Becken (FFH-Nr. 6432-3012; WDPA-Nr. 555521542) und des Vogelschutzgebietes Nürnberger Reichswald (FFH-Nr.  6533-471; WDPA-Nr. 555537802).

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tennenloher Forst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. OpenStreetMap: Lage und Ausdehnung des Naturschutzgebietes (Abgerufen am 9. Januar 2016)
  2. Ziegen im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Abgerufen am 30. Mai 2013)