Tentpole

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Als Tentpole (englisch: Zeltstange) bezeichnet man in der Filmwirtschaft die wichtigste Filmveröffentlichung einer Filmproduktionsgesellschaft in einem bestimmten Jahr, von der die Produzenten erwarten, dass sie zum Blockbuster mit dem höchsten Box Office wird.[1] Der Begriff geht darauf zurück, dass ein solcher Film wie eine Zeltstange eine „stützende“ Funktion für die Produktionsgesellschaft haben soll.

Ein Tentpole soll durch seinen finanziellen Erfolg finanzielle Verluste von Flops ausgleichen.[2] Um dieses Ziel zu erreichen, muss er eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen („Four-Quadrant Movie“).[2] Erfüllt ein solcher Film, dessen Entstehen oft mit einem erheblichen Produktionsbudget verbunden ist, jedoch an den Kinokassen nicht seine Erwartungen („Box Office Bomb“), kann dies zu erheblichen finanziellen Problemen für die Filmproduktionsgesellschaft führen. Deshalb sind Tentpoles oft Verfilmungen bekannter Bücher oder Comics, wobei gehofft wird, dass man die Popularität der Werke auf das entsprechende Franchise übertragen kann. Auch „Reboots“ ehemals bekannter Filme werden häufig genutzt, da man hier damit rechnen kann, zumindest einen Teil der Fans in die Kinos zu locken.

Erfolgreiche Tentpole-Releases hingegen ziehen oft Fortsetzungen nach sich und begründen dadurch ein Franchise.[1]

Nachdem im Jahr 2012 mit John Carter – Zwischen zwei Welten und Battleship zwei als Tentpole-Releases geplante Filme nur einen Bruchteil ihrer Kosten wieder eingespielt hatten, wurde die immer stärkere Konzentration der Filmstudios auf Tentpole-Releases kritisch diskutiert.[3][4][5] Kritisch bemängelt wird oft außerdem die Ideenlosigkeit großer Studios, die für große Verfilmungen nur auf bereits bekannte Stoffe setzen, um so das Risiko ihrer großen Filme kleiner zu gestalten, insbesondere da unbekannte Stoffe oft an der Kinokasse scheitern. Andererseits führt das natürlich dazu, dass stets nur alte Stoffe "wiedergekäut" werden und nur noch wenig originelle Stoffe ins Kino kommen, während umgekehrt wider Erwarten erfolgreiche Indiefilme wie z.B. die Verfilmung der Comicfigur Deadpool oft im Nachhinein durch Fortsetzungen ausgebeutet werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Variety Slanguage Dictionary bei variety.com, abgerufen am 26. September 2012
  2. a b Brian Fling: Mobile Design and Development: Practical Concepts and Techniques for Creating Mobile Sites and Web Apps (Animal Guide). O'Reilly Media, 2009, ISBN 978-0596155445, Seite 112
  3. Meryl Streep Slams Hollywood's 'Big Tentpole Failures' bei hollywoodreporter.com, abgerufen am 26. September 2012
  4. Adults Crave Original Content while Tentpole Enthusiasm Wanes bei indiewire.com, abgerufen am 26. September 2012
  5. Are tentpoles too much of a good thing? bei variety.com, abgerufen am 26. September 2012