Tenzin Dhargye

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der 14. Dalai Lama mit Geshe Tenzin Dhargye (links)

Tenzin Dhargye (Tibetisch: བསྟན་འཛིན་དར་རྒྱས།Wylie: bstan 'dzin dar rgyas, * 15. März 1968 in Mysore, Indien) ist ein tibetischer Gelehrter der Buddhistischen Wissenschaft, Philosophie und Religion. Er ist derzeit Direktor des Tibetzentrum Institut in Knappenberg und spiritueller Leiter des tibetisch-buddhistischen Zentrums Tibet Dharma Center (TDC).

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tenzin Dhargye wurde 1968 – nach der Flucht seiner Eltern im Zuge des niedergeschlagenen Tibetaufstands – in Indien geboren und trat im Alter von neun Jahren in die tibetische Klosteruniversität Sera Mey in Südindien ein. Sein wichtigster Lehrer war der vormalige Youngzin Ling Rinpoche, der 97. in der Thronfolge der Gelugpa-Tradition und Hauptlehrer des 14. Dalai Lama. Tenzin Dhargye beendete seine Ausbildung und das 18-jährige Studium der buddhistischen Wissenschaft, Philosophie und Religion im Jahr 1995 mit dem Titel „Lharampa-Geshe“. 1986 wurde er gebeten an der Kloster-Universität als Lehrer tätig zu sein. 1995 trat er der Gyudmey Tantric Monastery bei und beendete dort das „Ngagrampa“-Studium.

Tätigkeit und Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tenzin Dhargye gilt heute als bedeutender Lehrer des tibetischen Buddhismus[1] und wird an den drei Klöstern der Gelugpa-Tradition in Indien (Sera, Drepung und Ganden) als Experte für buddhistische Wissenschaft und Philosophie des Inneren gesehen.

Seit 1996 lehrt er auch in der westlichen Welt zu Themen der buddhistischen Wissenschaft, Philosophie und Religion. 1997 bis 2000 war er als Lehrer für die Tibetische Exilgemeinschaft tätig, zum Beispiel im Namgyal-Kloster (des 14. Dalai Lama in Dharamsala), weiters in Schulen und in den Klöstern Gadhong und Gadhen. In den Jahren 1999 und 2000 war Geshe Tenzin Dhargye außerdem Gastdozent an der Universität von Virginia, USA, wo er mit Jeffrey Hopkins zusammenarbeitete. 2000 bis 2002 war er in Österreich als spiritueller Direktor für die Vorbereitung des Kalachakra-Events in Graz beratend tätig.

2003 gründete er das Tibetisch-Buddhistische Zentrum Thekchen Dho-ngag Choeling (TDC), das seit 2005 ein in Österreich anerkannter buddhistischer Orden ist.

2005 wurde er vom Dalai Lama beauftragt, die Leitung des Tibetzentrum Instituts in Hüttenberg, Kärnten, zu übernehmen. Seit der Gründung dieses Instituts im Oktober 2008 ist er dort Direktor und geschäftsführender Gesellschafter.[2][3]

In dem 2003 erschienenen Dokumentarfilm Rad der Zeit von Werner Herzog wird er mit weiteren Vertretern des Buddhismus porträtiert.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Gerald Hödl, Veronica Futterknecht (Hrsg.): Religionen nach der Säkularisierung. Festschrift für Johann Figl zum 65. Geburtstag, Lit, Wien/Berlin/Münster 2011, ISBN 978-3-643-50278-0, S. 157 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Kärntner des Tages: Tenzin Dhargye: Der Nomade des Dalai Lama. In: Kleine Zeitung. 12. Mai 2012.
  3. Tibetische Universität in Hüttenberg auf orf.at, 31. Juli 2008.
  4. Rad der Zeit in der Internet Movie Database