Tepotzotlán

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Tepotzotlán
Koordinaten: 19° 43′ N, 99° 13′ W
Karte: México
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Tepotzotlán
Tepotzotlán auf der Karte von México
Basisdaten
Staat Mexiko
Bundesstaat México
Municipio Tepotzotlán
Stadtgründung 1525
Einwohner 88.559 (2010[1])
Stadtinsignien
Tepotzotlan.jpg
Detaildaten
Höhe 2265 m
Zeitzone UTC−6
Website Webseite der Stadt
Tepotzotlán – Iglesia San Francisco Javier
Tepotzotlán – Iglesia San Francisco Javier
bei Tepotzotlán – Acueducto Arcos del Sitio
bei Tepotzotlán – Acueducto Arcos del Sitio

Tepotzotlán ist eine Stadt mit etwa 40.000 und Hauptort einer Gemeinde (municipio) mit etwa 90.000 Einwohnern im Norden des Bundesstaats México. Wegen des alten Zentrums der Stadt zählt sie zu den Pueblos Mágicos.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tepotzotlán liegt etwa 45 km (Fahrtstrecke) nördlich von Mexiko-Stadt bzw. etwa 66 km westlich der präspanischen Pyramidenstadt Teotihuacán in einer Höhe von ca. 2265 bis 2300 Meter ü. d. M.[2] Der Ort liegt an der Verbindungsstraße (MEX57) von der Hauptstadt nach Santiago de Querétaro.

Bevölkerung und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur noch ein kleiner Teil der Einwohner der Gemeinde spricht den regionalen Nahuatl-Dialekt; Umgangssprache ist meist Spanisch. Auf den Feldern werden Mais, Bohnen, Gemüse, Agaven und Opuntien angebaut; daneben gibt es viele kleine Handwerksbetriebe und Geschäfte. An der Hauptstraße haben sich auch kleinere Industriebetriebe angesiedelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit etwa 2500 v. Chr. ist die Gegend um Tepotzotlán vom Volk der Otomí bevölkert. Um etwa 100 n. Chr. gewann das etwa 40 km (Luftlinie) östlich gelegene Teotihuacán die Oberhand in der Region. Um 700 wanderten Nahuatl-sprechende Stämme aus dem Norden ein, darunter die Chichimeken. Bis zur Eingliederung in das in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts mehr und mehr erstarkende Aztekenreich kam es immer wieder zu kriegerischen Stammeskonflikten.

Während der Eroberung des Aztekenreichs durch die spanischen Konquistadoren unter Hernán Cortés stellte sich Tepotzotlán auf die Seite der Azteken, was die baldige Zerstörung der Stadt zur Folge hatte. Um das Jahr 1525 begann die – zunächst vom Franziskanerorden betriebene – Christianisierung der bald von Krankheiten wie Typhus und Pocken dezimierten Indios. Um das Jahr 1580 kamen die ersten Jesuiten in die Gegend und gründeten mehrere Schulen, was Tepotzotlan den Ruf des führenden Bildungszentrums in Neuspanien eintrug. Das Jahr 1767 sah jedoch die Aufhebung des Jesuitenordens durch ein Dekret Karls III. und die Vertreibung der Mönche aus all ihren Niederlassungen. Im Zuge der mexikanischen Unabhängigkeitsbewegung erhielt Tepotztlán 1814 den Gemeindestatus.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hauptsehenswürdigkeit des Ortes ist die in den Jahren 1670 bis 1682 erbaute und dem hl. Franz Xaver geweihte Kirche des ehemaligen Jesuitenkollegs. Die horizontal in drei Felder geteilte Fassade ist ein bedeutendes Beispiel des Spätbarock (churriguerismo) in Mexiko, denn bereits die Portalzone zeigt die fur den Stil typischen auf der Spitze stehenden und mit Dekor überzogenen Pilaster; diese wiederholen sich in der Fensterzone und im Giebelfeld. In den dazwischen befindlichen Nischen stehen Heiligenfiguren; in der Mitte des Giebelfeldes befindet sich eine Statue der Gottesmutter Maria. Der die Südseite der Fassade dominierende Turm ist im unteren Teil – abgesehen von den bossierten Steinen – kaum geschmückt; dies ändert sich jedoch in den beiden oberen Glockengeschossen, deren Ecken von Säulen und Pfeilern umstellt sind. Der Turm schließt nach oben ab mit einer keramikgeschückten Kuppel mit aufsitzender Laterne und einem schmiedeeisernen Kreuz. Das einschiffige Langhaus der Kirche hat eine belichtete Vierungskuppel; in der Apsis und in den Seitenkapellen befinden sich mehrere überaus reich mit Figuren und vergoldeten ornamentalen Schnitzereien bestückte spätbarocke Altarretabel.
  • Die ehemaligen Kolleggebäude beinhalten heute das Museo de Virreinato mit diversen Exponaten zur präspanischen und kolonialzeitlichen Geschichte und Kunst des Vizekönigreichs Mexiko.
  • Auch die Iglesia San Pedro Apóstol und der Templo de la Santa Cruz verdienen Beachtung.

Umgebung

  • Sehenswert ist auch der rund 30 km außerhalb des Ortes gelegene und von den Jesuiten im 18. Jahrhundert begonnene Acueducto de Xalpa (auch Arcos del Sitio genannt). Das etwa 500 m lange und maximal 61 m hohe Bauwerk ist das höchste seiner Art in ganz Lateinamerika und bildet den sichtbaren Teil einer insgesamt 41,9 km langen und von einer Quelle in den Bergen zur ehemaligen Hacienda de Xalpa verlaufenden Wasserleitung. Im Unterschied zu den meisten antiken Aquädukten ist es nahezu vollständig aus durch Mörtel verbundenen Bruchsteinen errichtet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tepotzotlán Municipality – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tepotzotlán – Census 2010
  2. Tepotzotlán – Karte mit Höhenangaben