Terminologielehre

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Die Terminologielehre, auch Terminologiewissenschaft und Terminologieforschung, auch Terminologie genannt, ist die Wissenschaft von Begriffen und ihren Bezeichnungen im Bereich der Fachsprachen.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erkenntnisobjekt der Terminologielehre sind insbesondere die Bildung von Begriffen und Begriffssystemen, ihre Darstellung mit Hilfe von Definitionen und Benennungen sowie die fachliche Phraseologie. Die Terminologielehre erarbeitet terminologische Grundbegriffe und Richtlinien für die Terminologiearbeit und Terminographie (Fachlexikographie), also für die systematische Erfassung und Verwaltung von Termini.

Terminologie spielt in der Privatwirtschaft, in öffentlichen Einrichtungen sowie in Bildung und Wissenschaft eine wichtige Rolle. Sie fördert Effizienz und Eindeutigkeit in der Fachkommunikation. Eine saubere Verwendung von Terminologie optimiert die Unternehmenssprache (Corporate Language), vermeidet Verständnisprobleme, erhöht die Lesefreundlichkeit, ermöglicht die optimale Nutzung von Wissenspotenzialen, führt zu größerer Rechtssicherheit und spart Kosten.[1]

Eine Normung liefert in Deutschland die DIN 2342 (Begriffe der Terminologielehre).

Begriffsinhalt und Begriffsumfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Terminologielehre stammen beispielsweise Begriffsinhalt und Begriffsumfang. Begriffsinhalt ist die Gesamtheit aller Merkmale eines Begriffs,[2] Begriffsumfang ist die „Gesamtheit der einem Begriff auf derselben Hierarchiestufe untergeordneten Begriffe“.[3] Der Begriffsumfang vom Begriff Fahrzeug beispielsweise besteht aus den Unterbegriffen Landfahrzeug, Wasserfahrzeug, Luftfahrzeug und Raumfahrzeug. Der Begriffsinhalt des Luftfahrzeuges umfasst dessen Merkmale, innerhalb der Erdatmosphäre zu fliegen oder zu fahren (Ballonfahren). Hierdurch grenzt sich das Luftfahrzeug vom Raumfahrzeug ab, das im Weltraum unterwegs ist. Der Begriffsumfang wird umso kleiner, je größer der Begriffsinhalt ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reiner Arntz, Heribert Picht, Felix Mayer: Einführung in die Terminologiearbeit. Olms, Hildesheim 2002, ISBN 3-487-11553-0
  • Helmut Felber, Gerhard Budin: Terminologie in Theorie und Praxis (= Forum für Fachsprachen-Forschung, Band 9), Narr, Tübingen 1989, ISBN 3-87808-783-7.
  • Felix Mayer: Eintragsmodelle für terminologische Datenbanken. Ein Beitrag zur übersetzungsorientierten Terminographie. Gunter Narr, Tübingen 1998, ISBN 3-8233-5350-0, S. 25–39.
  • H. Suonuuti: Guide to Terminology. Helsinki 1997
  • Eugen Wüster: Einführung in die allgemeine Terminologielehre und terminologische Lexikographie (= Abhandlungen zur Sprache und Literatur, Band 20), 3. Auflage mit einem Vorwort von Richard Baum, Romanistischer Verlag, Bonn / Ergon, Würzburg 1991, ISBN 3-924888-48-5 / ISBN 3-89913-401-X

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rat für deutschsprachige Terminologie (Hrsg.), Terminologisches Basiswissen für Fachleute, 2013, S. 3
  2. DIN 2342 2011-08, Begriffe der Terminologielehre
  3. Eva-Maria Baxmann-Krafft/Gottfried Herzog, Normen für Übersetzer und technische Autoren, 1999, S. 112