Territorialverhalten

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Ein Männchen der Buntbarsch-Gattung Copadichromis wartet im Zentrum seines kraterähnlichen Sandnestes im Malawisee auf paarungsbereite Weibchen. Nur der unmittelbare Nestbereich wird gegen Konkurrenten verteidigt.

Das Territorialverhalten oder Revierverhalten eines Tieres oder einer Gruppe von Tieren dient dazu, das eigene Revier gegen andere Tiere der gleichen Art zu verteidigen und gegen deren Territorien abzugrenzen. Auf diese Weise werden Nahrungskonkurrenten und Sexualkonkurrenten auf Distanz gehalten, zusätzlich führt es dazu, dass sich die Art über eine größere Fläche verteilt. Ein Revier kann, abhängig von der Tierart, viele Quadratkilometer umfassen oder nur wenige Dutzend Quadratzentimeter groß sein.

Vom eigenen Revier zu unterscheiden ist das größere Streifgebiet, in dem sich die Tiere nur zeitweise aufhalten und das sie nicht verteidigen. Die Streifgebiete mehrerer Tiere können sich somit überlappen, nicht aber deren Territorien. Man kann das Territorium daher auch definieren als jener Teil des Streifgebiets, der gegen Artgenossen verteidigt wird.

Zum Territorialverhalten können auch all jene Verhaltensweisen gezählt werden, die das Revier und vor allem seine Grenzen markieren, zum Beispiel Duftmarken oder Lautäußerungen wie der Gesang der Vögel. Manche Arten weisen hoch entwickelte Formen der Territorialverteidigung auf.

Das Wort wird auch benutzt, um Verhaltensmuster beim Menschen zu beschreiben, teilweise in sarkastischer Weise. Aber auch wissenschaftlich betrachtet gehört das Territorialverhalten zu den grundlegenden Mechanismen des Sozialverhaltens bei Mensch und Tier.

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