Tersnaus

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Tersnaus
Wappen von Tersnaus
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Surselva
Politische Gemeinde: Lumneziai2w1
Postleitzahl: 7116
Koordinaten: 733556 / 172817Koordinaten: 46° 41′ 36″ N, 9° 11′ 5″ O; CH1903: 733556 / 172817
Höhe: 1067 m ü. M.
Tersnaus

Tersnaus

Karte
Tersnaus (Schweiz)
Tersnaus
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Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2002
Ansicht von Westen

Tersnaus (Audio-Datei / Hörbeispiel [tərˈsnaʊ̯s]?/i) war eine selbständige politische Gemeinde in der Val Lumnezia im schweizerischen Kanton Graubünden. 2002 ging Tersnaus in der Fusionsgemeinde Suraua auf. Seit dem 1. Januar 2013 ist sie Teil der Fusionsgemeinde Lumnezia. Tersnaus liegt am Eingang zum Valser Tal auf einer Höhe von 1070 m ü. M.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Tersnaus wird 1362 als Terzenaus erstmals erwähnt. Tersnaus stand als Lehen des Bistums Chur ab 1368 unter der Herrschaft der Herren von Tersnaus und Valendas, im 15. Jahrhundert unter den Sax-Misox. Die Herren von Tersnaus besassen Güter in St. Martin und in Valendas. Gemeinsam mit Camuns und Surcasti löste sich Tersnaus 1528 von der Pfarrkirche St. Vinzenz in Vella. Am 9. Juni 1528 schlossen sich diese drei Dörfer zu einer gemeinsamen Pfarrei zusammen. Am 14. Juni 1669 gründete Tersnaus zusammen mit St. Martin eine eigene Pfarrei. Die heutige Pfarrkirche stammt in ihrer heutigen Form aus dem Jahr 1672.

Ab 1395 begannen die Walser aus dem benachbarten Vals in die klimatisch günstigere Regionen einzuwandern; einige liessen sich auch in Tersnaus nieder. Um einer Überfremdung vorzubeugen, erliessen die Tersnauser 1547 ein Verbot, das den Valsern den Kauf von Land im Dorf verunmöglichte, und der Graf von Sax-Misox verbot die Heirat zwischen Einheimischen und Walsern. An die Zeiten der Walser erinnert neben Familiennamen deutscher Herkunft die Kirchenglocke St. Theodul aus dem Jahr 1395 – St. Theodul ist der Schutzpatron der Valser.

Am 18. Juli 1900 verursachten spielende Kinder einen Grossbrand, dem fast das ganze Dorf zum Opfer fiel; nur ein Haus, die Kirche und ein Stall wurden gerettet. Das neue Dorf wurde schachbrettartig angelegt und eine Zufahrtsstrasse zur Valserstrasse erstellt.

1918 baute man die erste Telefonleitung, 1940 wurde die Wasserversorgung und 1960 die Kanalisation gebaut. Seit 1973 besitzt Tersnaus keine eigene Schule mehr.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1900 1950 1980 2000
Einwohner 228 (mit St. Martin) 60 (ohne St. Martin) 129 66 70

Fehlende Infrastruktur führte zu Abwanderungen: 1950 zählte das Dorf noch 129 Einwohner, im Jahr 2000 waren es noch 70. 74 % der Bevölkerung waren damals rätoromanischer Muttersprache.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tersnaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien