Tesla Model 3

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Tesla
2019 Tesla Model 3 Performance AWD Front.jpg
Model 3
Produktionszeitraum: seit 2017
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Permanenterregte Synchronmaschine mit erhöhtem Reluktanzanteil: 190–377 kW
Länge: 4694[1] mm
Breite: mit/ohne Außenspiegel: 2088/1849[2] mm
Höhe: 1436 mm
Radstand: 2875 mm
Leergewicht: 1610–1927 kg
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (2019)[3] 5 Sterne
Heckansicht Model 3 Performance
Model 3, 2021

Das Tesla Model 3 ist ein batterieelektrisch angetriebener Pkw des US-amerikanischen Herstellers Tesla. Es wurde als Prototyp Ende März 2016 vorgestellt und wird seit Juli 2017 produziert, seit Februar 2019 ist es auch in Europa erhältlich.[4][5] Mit rund 1 Million ausgelieferten Fahrzeugen bis Mitte 2021 ist es das meistverkaufte Elektroauto der Welt.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Model 3 wurde unter dem Arbeitstitel BlueStar geplant und sollte als „Model E“ bezeichnet werden.[7] Für Fahrzeuge war dieser Name jedoch nicht mehr verfügbar. Tesla sieht im Model 3 den dritten und letzten Schritt in seiner dreistufigen Strategie, Elektroautos massentauglich zu machen.[7][8]

Präsentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elon Musk stellte das Fahrzeug in einer online übertragenen Show am Abend des 31. März 2016 vor. Obwohl vorab über das Aussehen und die Technik nur spekuliert wurde, bildeten sich bereits in den Morgenstunden des 31. März 2016 lange Schlangen wartender Kunden vor den Tesla-Verkaufsstellen weltweit, um das Auto mit einer Anzahlung von 1000 US-Dollar bzw. 1000 Euro unverbindlich zu reservieren.[9] Während der Präsentation des Autos wurde bekannt, dass in weniger als 24 Stunden bereits über 115.000 Reservierungen eingegangen waren.[10] Nachdem auch online reserviert werden konnte, stieg die Zahl in zwei Tagen auf 276.000 Fahrzeuge,[11] nach einer Woche auf 325.000, was Tesla mit einem Auftragswert von 14 Milliarden US-Dollar gleichsetzte.[12] Zum Vergleich: Mit insgesamt 450.000 hergestellten Fahrzeugen war der Nissan Leaf bis Mitte 2019 das erfolgreichste Elektroauto auf dem Weltmarkt (Stand: März 2020).[13][14][15]

Der Verkaufspreis sollte in den USA rund 35.000 US-Dollar betragen.[16][17] Dies entsprach zum Präsentationszeitpunkt etwa 32.000 Euro, wobei keine Steuern (z. B. Umsatzsteuer) oder weitere Abgaben, die außerhalb der USA anfallen, berücksichtigt sind. In Deutschland wurde der Wagen erst im Januar 2021 mit der staatlichen Förderung zu einem Preis unter 35.000 Euro angeboten.[18][19]

Ankündigung, Start und Hochfahren der Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund großen Anzahl der Reservierungen gab Tesla im Mai 2016 bekannt, seine Produktionsziele für die kommenden Jahre stark zu erhöhen. Bei der Produktvorstellung wurden drei Fahrzeuge präsentiert, von denen zwei probegefahren werden konnten.[20] Im Februar 2017 wurde mit der Produktion von Prototyp-Fahrzeugen in der endgültigen Form begonnen,[21] von denen im April 2017 Fotos veröffentlicht wurden.

Im März 2017 gab Elon Musk den Produktionsstart Juli 2017 bekannt, sowie die weitere Planung zum Jahresende 2017 von 5.000 und für Februar 2018 10.000 Fahrzeugen dieses Typs pro Woche.[22] Die Fertigung der Antriebseinheit (drive unit) werde in der Gigafactory in Nevada erfolgen, da im Werk Fremont nicht ausreichend Platz vorhanden sei. Elon Musk kündigte weiter im März 2017 an, im Jahr 2018 500.000 und im Jahr 2020 eine Million Fahrzeuge zu produzieren.[23]

Erste Fahrzeuge des Typs Model 3 bei der Übergabeparty an die Kunden am 28. Juli 2017

Keine übliche Erprobung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statt auf eine umfangreiche Fahrerprobung setzte Tesla auf die Erstauslieferung an Mitarbeiter. Die Serienfertigung begann am 9. Juli 2017[24] und im Juli 2017 wurden lediglich dreißig Exemplare an Mitarbeiter übergeben, zwanzig weitere Fahrzeuge hatte Tesla für Tests.[25] Schon davor kündigte Elon Musk den Bau weiterer Werke für das Tesla Model 3 an, weil die bisher einzige Fabrik in Fremont bei einer Produktion von einer Million Fahrzeugen pro Jahr aus allen Nähten platzen würde.[26][27] Obgleich die Fertigung im weiteren Verlauf sehr schleppend anlief, wurden am 28. Juli 2017 die ersten 30 Fahrzeuge in einer Übergabeparty an die Kunden überführt.[28] Die Produktion lief im Laufe des Jahres 2018 voll an.[16]

Im Frühjahr 2018 wurde eine zusätzliche Montagelinie in einem Zelt errichtet,[29] damit im ersten Produktionsjahr bis einschließlich Juli 2018 das Ziel von 50.000 produzierten Fahrzeugen erreicht werden konnte.[30] Erst Ende Juni 2018 sind innerhalb einer Woche 5.000 Model 3 vom Band gelaufen. In jener Woche produzierte Tesla 5.031 Model 3 und 1.913 Model S und Model X, wie das Unternehmen im Quartalsbericht Q2 2018 mitteilte. Damit war die Produktion im Vergleich zum ersten Quartal um 55 Prozent gestiegen.[31][32]

Im Juli 2018 waren noch ca. 420.000 Reservierungen abzuarbeiten.[33] Mitte Oktober 2018, 15 Monate nach Produktionsstart, wurde der Meilenstein von 100.000 produzierten Autos erreicht.[34] Ende Dezember 2019 begann Tesla mit der Produktion des Model 3 in seiner Gigafactory 3 in Shanghai, China. Diese Fahrzeuge haben eine hohe Qualität. Die in China gefertigte Basisversion "Standard Range+" ist mit einem anderen, kälteempfindlicheren Akku mit Lithium-Eisenphosphat-Zellchemie (LiFePo4) ausgerüstet.[35][36]

Markteinführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bis November 2018 produzierten Fahrzeuge hatten „zur Produktionsvereinfachung“ alle den Longrange-Akku (9.000 US-$ Aufpreis) sowie die Premium-Ausstattung (5.000 US-$) und kosteten mindestens 49.000 US-$. Die Kunden konnten zwischen verschiedenen Antriebsarten wählen (siehe Technische Daten), bei den Farben zwischen Standard-Schwarz und vier weiteren Farben zwischen 1.500 und 2.500 US-$ Aufpreis, und maximal zwei Radvarianten. Dies geschehe, um die Produktion so unkompliziert wie möglich starten zu können. Man habe aus den Fehlern des Produktionsstarts von Model X gelernt, bei dem es zu viele Auswahlmöglichkeiten gegeben habe, wodurch der Start sehr komplex und fehlerbehaftet war. Daher werde es nie die Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten geben wie beim Model S oder Model X.[37] Alle Fahrzeuge werden mit Hardware für autonomes Fahren ausgestattet, wobei deren Nutzung mit dem Kauf der Autopilot-Funktionaliät in verschiedenen Software-Konfiguration verbunden ist. Seit November 2018 war in USA und Kanada für ca. ein dreiviertel Jahr eine Mid-Range Modellversion erhältlich, und seit März 2019 sind in Nordamerika zusätzlich Standard-Range-Modelle des Tesla Model 3 ohne Premiumausstattung bestellbar. Darunter ist auch das angekündigte Modell für 35.000 US-$, das eine Reichweite von 380 Kilometern ermöglichen soll und nicht mit vollständiger Autopilot-Funktion ausgestattet ist.[38]

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Februar 2019 werden Kunden in Deutschland beliefert.[4] Der Preis beginnt in Deutschland bei 39.990 Euro zuzüglich 980 Euro Bearbeitungsgebühr für die „Standard-Reichweite Plus“-Version. 49.990 Euro zzgl. Bearbeitungsgebühr, für die Long-Range-Variante mit Allradantrieb (AWD) (Stand: 25. November 2019). Die Ausführung Performance kostet 54.990 Euro (zzgl. Gebühr).[39] Zu dieser Zeit hatten die Fahrzeuge ein besseres Qualitätsniveau.[40][41][35] Im März 2019 war das Model 3 das meistverkaufte Auto in den Niederlanden und in der Schweiz.[42][43]

Ab Anfang 2019 wurden in NRW für einen Zeitraum bis zum 19. Februar 2020 gewerblich oder freiberuflich angeschaffte E-Autos unterhalb einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,3 t zusätzlich mit 4.000 Euro gefördert. Seit dem Januar 2021 ist die Variante „Standard Range Plus“ zum Preis von 39.990 Euro (zzgl. Gebühr) in Deutschland bestellbar. Nach Abzug der BAFA-Förderung von aktuell 6.000 Euro kann man die Ausführung SR Plus somit für 34.970 Euro erhalten (Stand: 6. Juni 2021).[18]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konstruktion und Bedienung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Design ist an das Model S und an klassische Limousinen angelehnt, die Länge entspricht dem BMW F30 (BMW 3er) oder der Mercedes-Benz Baureihe 205 (C-Klasse). So gehörte "klar und sportlich" zu den Entwicklungszielen.[20] Das Auto hat vier Türen, fünf Sitzplätze und zwei Kofferräume (vorn "Frunk" und hinten). Um eine große Reichweite bieten zu können, gehörte auch ein geringer Strömungswiderstandsbeiwert (cw) des Fahrzeugs zu den Entwicklungszielen:[20] er beträgt 0,23.[44] Als Besonderheit wird ähnlich wie beim Model X ein sehr großes Glas-Panorama-Dach über den Rücksitzen fest eingebaut, wodurch die hintere Kofferraumöffnung entsprechend kleiner ausfällt. Beide Kofferräume fassen 425 Liter, wozu der vordere 85 Liter beiträgt.[45][46][47]

Interieur des Tesla Model 3
Interieur des Tesla Model 3 refresh, Mai 2021

Die Konstruktion besteht aus Stahl und Aluminium,[48] als Qualitätsbeleg des Antriebs wurden Bilder eines (!) Getriebes gezeigt, der in der Haltbarkeit Maßstäbe für Lkw erreichte. Außerdem zeigten sich keine Akku-Probleme.[49][50] Das Fahrwerk hat Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern vorn und hinten;[45] dabei handelt es sich hinten um eine Mehrlenkerachse. Das Fahrzeug hat eine Zahnstangenlenkung mit elektrischer Unterstützung[51] sowie ein Vierkolbenbremssystem.[52]

Das Model 3 besitzt keine Instrumentenanzeige hinter dem Lenkrad, sondern einen mittig am Armaturenbrett angebrachten Flüssigkristall-Touchscreen[53] von LG mit einer Diagonale von 38 cm (15 Zoll). Da es ein vollautonomes Fahrzeug sein könnte, seien die Anzeigen von Geschwindigkeit usw. für die Personen im Fahrzeug nicht mehr interessant,[54] kommentierte Elon Musk diese Designentscheidung.

Fahrerassistenzsystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Model 3 ist fahrzeugseitig laut Tesla zum autonomen Fahrbetrieb nach dem SAE-Level-5-Standard vorbereitet. Heute wird bei guten Wetterbedingungen Level 2 erreicht. Als Sensoren sind lediglich optische Kameras, Ultraschallsensoren und ein Radarsensor verbaut. Das System ist bei sehr schlechter Sicht (starker Regen, Schneefall) nicht verfügbar. Die von Tesla als „Autopilot“ bezeichnete Funktion ist standardmäßig enthalten, während „volles Potential für autonomes Fahren“ als Option bestellbar ist. Jede Weiterentwicklung der Funktionsweise wird mit einer nachladbaren Software in den ausgelieferten Fahrzeugen installiert.[55][56]

Tesla kündigte 2021 den Verzicht auf die Radarsensorik an; dies greift zunächst bei den Fahrzeugen für den nordamerikanischen Markt. Damit gehen Einschränkungen der Autopilotfunktion beispielsweise beim Lenkassistenten Autosteer einher. Infolgedessen weist die U.S. National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) seit dem 27. April das Model 3 nicht mehr als mit automatisierter Notbremsung, Frontkollisionswarnung und Spurhalteassistent ausgestattet aus.[57]

Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß EPA-Dokumenten[58][59] wird beim Model 3 nicht der bisher von Tesla verwendete Asynchronmotor mit Kurzschlussläufer eingebaut, sondern Drehstrom-Synchronmotoren mit permanenter Erregung durch Seltenerdmagnete. Um eine hohe magnetische Flussdichte zu erzielen, sind die Dauermagnete des Rotors aus Neodym-Eisen-Bor. Bei einem Asynchronmotor würde der Kurzschlussläufer im Betrieb mit Dauerhochleistung infolge des nicht steigerbaren Wirkungsgrades sehr heiß.

Der Wechselrichter der Antriebseinheit arbeitet mit 24 Modulen, die je zwei auf 650 Volt ausgelegte MOSFETs enthalten.[60]

Künstliches Fahrgeräusch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 2019 werden die Fahrzeuge für den US-Markt mit dem dort gesetzlich vorgeschriebenen System für künstliche Fahrgeräusche ausgestattet.[61] Seit Mai 2021 wird dies auch in Europa verbaut. Im Rückwärtsgang klingt dies futuristisch nach einem Raumschiff, im Vorwärtsgang wie ein Rauschen.[62] Ursprünglich wurde von Elon Musk angekündigt, dass Nutzer die Geräusche selbst konfigurieren können. Exemplarisch wurden dabei Geräusche von Ziegen, klappernenden Kokosnüssen und Flatulenz genannt, etwa im Oktober 2019 auf Twitter.[63][64]

Batterietechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Model 3 verwendete Akkumulatoren-Pack mit der Standardkapazität von 50 kWh besteht aus 2976 einzelnen Zellen (Typ 2170, Durchmesser 21 mm, Länge 70 mm; mit LG Chem entwickelt[36]), die zu sogenannten „Bricks“ von je 31 Zellen gebündelt werden. Diese Bricks befinden sich in vier voneinander getrennten Modulen, wobei die zwei äußeren Module je 23 Bricks und die zwei inneren Module je 25 Bricks beherbergen. Die 2018 gelieferte „Long-Range-Version“ mit 74 kWh hat 4416 Zellen.[65][66][67] Das Model S mit 85-kWh-Akku-Pack hat 7104 Einzelzellen (Typ 18650), aufgeteilt in 16 Bricks.[68] Der Cobaltanteil in den Kathoden der verwendeten Li-Ionen-Zellen wurde auf 2,8 Prozent reduziert. Als Stand der Technik wurde 2018 etwa acht Prozent angegeben, bei vielen Herstellern sogar darüber. Für die kommende Zellgeneration will Tesla gar kein Cobalt mehr für seine Zellen nutzen.[69][70][71] Dies ist auch bei den seit Dezember 2020 aus China nach Deutschland importierten Fahrzeugen mit Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), die CATL liefert, der Fall. Diese haben auch Vorteile bezüglich der Sicherheit,[72] sind aber unter anderem kälteempfindlicher und zeigen ein anderes Ladeverhalten, was durch Software-Updates allerdings zwischenzeitlich stark verbessert wurde.[35][36]

Die erwartete Laufleistung (Lebensfahrstrecke) der Batterie wird von Tesla mit 300.000–500.000 Meilen (1500 Ladezyklen) angegeben.[50] Tesla garantiert acht Jahre für das Modell 3 mit Standard- oder Mid-Range-Batterie 100.000 Meilen (160.000 km) und mit Long-Range-Batterie 120.000 Meilen (192.000 km), je nachdem, was zuerst eintritt, mit mindestens 70 % verbleibender Batteriekapazität über die Garantielaufzeit hinaus.[73]

Ladefähigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Model 3 Longrange kann mit bis zu 625 A laden, was bei 400 V Akkuspannung 250 kW entspricht. Die ab 2019 in Europa verfügbaren 350-kW-CCS-Schnelllader laden mit gekühlten Kabeln mit bis zu 500 A. Dies begrenzt die Ladeleistung bei Akkuspannungen von 350 bis 400 V auf ca. 175 bis 200 kW (bei 800 V wie im Porsche Taycan doppelt soviel). In den USA verwendet Tesla eigene Stecker für höhere Ströme. An Tesla Superchargern der Version 2 ist der Strom auf 300 A und die Leistung auf 120 kW begrenzt. Tesla gibt für Deutschland als ladbare Reichweite 270 km in 30 Minuten an.[74] Bei der 2019 vorgestellten SuC V3, von der noch wenige Ladesäulen vorhanden sind, kann das Model 3 mit 250 kW Spitzenleistung aufladen, was einer ladbaren Reichweite von 120 Kilometern in fünf Minuten entspricht.[75]

Das Aufladen in Europa ist an einer 230-Volt-Steckdose (max. 3 kW), an einem Typ-2-Ladekabel (max. 11 kW bei drei Phasen, z. B. Wallbox) oder an einer CCS-Ladestation möglich. Europäische Supercharger wurden 2019 für Model 3 mit einem zusätzlichen CCS-Stecker ausgestattet.[76] Die Nutzung der Supercharger mit einem Model 3 ist kostenpflichtig („Pay-per-Use“), bei Rabattaktionen konnten bis Herbst 2021 jedoch Freikilometer erworben werden.

Modellpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Markteintritt in Europa im März 2019 bis zur ersten offiziellen Modellpflege im Oktober 2020 gab es siebzig Änderungen, die über Softwareupdates eingespielt wurden. Die Technik nutzt Tesla beim Model S seit 2013.[77] Die Updates betrafen beispielsweise im zweiten Quartal 2019 das Vorheizen der Batterien vor dem Supercharging auf Basis der Navigationsdaten für die höchstmögliche Laderate, erhöhte Laderaten bei Stationen von Drittanbietern (Long-Range-Batterie bis zu 200 kW Gleichstrom), längeres Halten von Drehmoment und Leistung bei höheren Geschwindigkeiten, aber auch Apps und Spiele.[78]

Seit Oktober 2020 produziert Tesla das Model 3 im Stammwerk Fremont mit einigen Änderungen an der Hardware. Dabei gilt die serienmäßige Ausstattung des Model 3 mit einer Wärmepumpe, die für das Heizen und Kühlen des Fahrzeuges weniger elektrische Energie benötigt, als wichtige Verbesserung. Infolgedessen hat der Frunk andere Abmessungen und wurde etwas kleiner.[79][80] Die Modelle Long Range und Performance haben einen etwa 10 Prozent (auf 82 kWh) vergrößerten Akku der Panasonic Corporation und neue Scheinwerfer. Ebenso wurden die vorderen Seitenscheiben durch doppelte (laminierte) Scheiben ersetzt, was sowohl den Wärmeverlust als auch das Geräuschniveau im Inneren reduziert.

Durch die energetischen Maßnahmen erhöhte sich die WLTP-Reichweite je nach Modell um 20 bis 37 km:

  • Tesla Model 3 Standard Plus: jetzt 423 Kilometer, zuvor 402 Kilometer
  • Tesla Model 3 Performance: jetzt 567 Kilometer, bisher 530 Kilometer
  • Tesla Model 3 Long Range: jetzt 580 Kilometer, zuvor 560 Kilometer[81]

Reine optische Änderungen sind unverchromte schwarze Zierrahmen außen, 18- und 19-Zoll-Räder in neuem Design, neue 20-Zoll-Räder und innen eine neu gestaltete Mittelkonsole, bei der eine matte Oberfläche die bisherige Klavierlackoptik ersetzt. Darüber hinaus sind in der Serienausstattung Laden von Telefonen per Induktion, ein 64-GB-USB-3.0-Stick im abschließbaren Handschuhfach für Dashcam-Aufnahmen und USB-C-Anschlüsse für die hintere Sitzreihe enthalten. Zudem lässt sich die Kofferraumklappe elektrisch öffnen und schließen.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standard Range Standard Range Plus Model 3 Mid Range Long Range RWD Long Range AWD Long Range Performance
Produktion März 2019 – November 2019[82] November 2019 – November 2021[82] seit November 2021[83] Oktober 2018 – März 2019 Juli 2017 – Oktober 2018
März 2019 – Juni 2019
seit Juli 2018 seit Juni 2018[84]
Antriebsart Heckantrieb Allradantrieb
Heck-Motor Permanenterregte Synchronmaschine mit erhöhtem Reluktanzanteil[85]
Front-Motor Drehstrom-Asynchronmaschine
Motorleistung 225 kW (306 PS)[86] 239 kW (325 PS)[2][87] Gesamt: 324 kW (ca. 440 PS)[2]
365 kW (ca. 496 PS, Acceleration Boost)
Front: 121 kW (ca. 160 PS)[2]
Heck: 203 kW (ca. 280 PS)[2]
Gesamt: 377 kW (ca. 510 PS)[2]

Front: 158 kW (ca. 210 PS)[2]
Heck: 219 kW (ca. 300 PS)[2]

Fahrzeugschein
(30 min. Dauerleistung)
DE: 100 kW (136 PS) DE: 110 kW (150 PS) DE: 120 kW (163 PS) DE: 153 kW (208 PS)
Max. Drehmoment 402 Nm 420 Nm 420 Nm[2] 493 Nm[2] / 560 Nm (Acceleration Boost)[2] 660 Nm[2]
Getriebe 1-Stufen-Reduktionsgetriebe[88]
Batteriekapazität, nutzbar 52 kWh[89] 58 kWh[89] 60 kWh [90] ≈ 60–65 kWh Bis 2020: 75 kWh[89][91]Ab 2021: 82 kWh [92]
Reichweite EPA: 354 km EPA: 386 km
WLTP: 409 km
WLTP: 448 km ab 4/21
WLTP: 491 km[83] EPA: 418 km[93][94] EPA: 538 km[95]
WLTP: 600 km
EPA: 496 km
WLTP: 560 km
WLTP: 614 km ab 4/21[39]
EPA: 496 km
WLTP: 530 km
WLTP: 567 km ab 4/21[96]
WLTP: 547 km ab 11/21
Verbrauch auf 100 km
(nach EPA kombiniert)
14,1 kWh 14,3 kWh 14,0 kWh [87] 15 kWh 16 kWh
Beschleunigung,
0–100 km/h
5,9 s 5,6 s 6,1 s [83] 5,5 s[93][94] 5,3 s 4,4 s[93]
(3,9 s nach kostenpflichtigem Upgrade[97])
3,3 s[93][94]
Max. Geschwindigkeit 209 km/h 225 km/h[93] 233 km/h[93] 261 km/h[93]
Leergewicht 1611 kg[2] 1611 kg leer[2]
1684 kg mit Fahrer[98][99]
1745 kg leer [83]

1825 kg mit Fahrer [87]

1672 kg[2] 1726 kg[2] 1847 kg[2]
1967 kg (ab Juli 2020, Fahrer enthalten)[99]
1860 kg[2]
1967 kg (ab Mai 2020, Fahrer enthalten)[100]
Wendekreis 12,1 m[101]

Alle Versionen:

  • aktuelle Ausstattung für autonomes Fahren (Stand Juli 2020): Teil-Automation Level 2 (kostenpflichtig freischaltbar)

Verkaufszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tesla Model 3 wird seit Juli 2017 produziert und erreichte im Mai 2018 einen Marktanteil von etwa 32 Prozent im Mittelklasse-Premiumsegment in den USA.[102][103] Im dritten Quartal 2018 war es in den USA nach Umsatz das bestverkaufte Automodell und nach Stückzahl das viertmeistverkaufte.[104][105]

Das Model 3 ist das weltweit meistverkaufte E-Auto (kumuliert, Stand: August 2021). Dieser Titel wurde bis etwa Mitte 2019 vom Nissan Leaf mit 450.000 Einheiten[13] getragen.[106]

Auslieferungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quartal Stück
2017 Q3
  
220[107]
2017 Q4
  
1.550[108]
2018 Q1
  
8.180[109]
2018 Q2
  
18.440[110]
2018 Q3
  
55.840[111]
2018 Q4
  
63.150[112]
2019 Q1
  
50.900[113]
2019 Q2
  
77.550[114]
2019 Q3
  
79.600[115]
2019 Q4
  
92.550[116]
2020 Q1
  
76.266[117]
2020 Q2
  
80.050[118]
2020 Q3
  
124.100[119]
2020 Q4
  
161.650[120]
2021 Q1
  
182.780[121]
2021 Q2
  
199.360[122]
2021 Q3
  
232.025[123]
Auslieferungen Tesla Model 3 + Model Y

Summe: 1.504.211 Auslieferungen

Hinweis: Die von Tesla veröffentlichten quartalsweisen Auslieferungszahlen fassen ab dem ersten Quartal 2020 das Model 3 und das Model Y zusammen.

Zulassungszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten Quartal 2019 wurden in Deutschland 3.185 Model 3 zugelassen. Damit war es das meistverkaufte Elektroauto in diesem Zeitraum in Deutschland, vor anderen rein elektrischen Modellen, z. B. dem Renault Zoe (2717 Stück), des BMW i3 (1981 Stück) oder dem VW e-Golf (1246).[124] Das Model 3 hatte somit den Marktanteil von 20 % der 15.901 Neuzulassungen an rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen von Januar bis März 2019.

Im ersten vollen Verkaufsjahr 2019 wurden in Deutschland 9.013 Model 3 neu zugelassen.[125] 2020 waren es 15.202 Fahrzeuge.[126] 2021 bis März wurde das Model 3 vom VW e-up! mit 7.260 Neuzulassungen überholt.[127]

Jahr Stück
2018
  
5
2019
  
9.013
2020
  
15.202
2021 (bis Oktober)
  
25.341
Zulassungszahlen in Deutschland, Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt[128]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten vollen Verkaufsjahr 2019 wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 5.028 Model 3 neu zugelassen. Es stand dadurch an vierter Stelle der meistverkauften Autos in der Schweiz.[129]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tesla Model 3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2017-05-23 Informationen für Verkäufer
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Tesla Motors: Tesla Model 3 Owners Manual 2021.12.25. Abgerufen am 17. Juli 2021.
  3. Offizielle Sicherheitsbewertung Tesla Model 3. In: euroncap.com. Abgerufen am 3. Juli 2019.
  4. a b Tesla startet Model-3-Auslieferung in Deutschland (Bilder). ecomento.de, 15. Februar 2019, abgerufen am 26. Februar 2019.
  5. Tesla liefert erste Model-3-Fahrzeuge in Österreich aus, Tiroler Tageszeitung, 16. Februar 2019
  6. Tesla Model 3 Has Passed 1 Million Sales. In: CleanTechnica. Abgerufen am 26. August 2021.
  7. a b David Welch: Tesla: A Carmaker With Silicon Valley Spark. BloombergBusinessweek. 30. Juli 2007. Archiviert vom Original am 14. September 2014. Abgerufen am 13. März 2014.
  8. Elon Musk: The Secret Tesla Motors Master Plan (just between you and me) No. 124. Tesla Motors. 2. August 2006. Archiviert vom Original am 2. August 2010. Abgerufen am 3. Oktober 2010.
  9. Tesla Model 3: tens of thousands reportedly reserving the $35,000 car without having seen it. electrek.co, 31. März 2016, abgerufen am 30. Juli 2018.
  10. John Stoll: Tesla’s Musk: Model 3 Orders Surpassed 115,000 Within 24 Hours. In: Wall Street Journal. 10. Februar 2016, abgerufen am 31. März 2016.
  11. Tesla-Aktie steigt weiter – 60 Prozent Kursplus in 7 Wochen. In: Manager Magazin, 4. April 2016. Abgerufen am 5. April 2016.
  12. The Tesla Team: The Week that Electric Vehicles Went Mainstream. 7. April 2016, abgerufen am 12. Juni 2021.
  13. a b Nissan: The „E“ side of EV: Nissan brings excitement from the road to the track with LEAF Nismo RC unleashed for the first time in Europe. 20. Januar 2019, abgerufen am 14. März 2020 (englisch).
  14. Tesla Model 3: Beliebtestes Elektroauto der Welt. In: Autocrunch.de. 10. April 2016, abgerufen am 5. Mai 2016.
  15. Tesla Motors: Vorbestellungen beim Model 3 erreichen offenbar 400.000 Reservierungen. In: it-times.de. 15. April 2016, abgerufen am 24. Oktober 2016.
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Zeitleiste der Modelle von Tesla seit 2008
Typ 2000er 2010er 2020er
7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1
Roadster Roadster
Mittelklasse Model 3
Oberklasse Model S
SUV Model X
Model Y