Testturm (Aufzug)

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Ein Testturm für Aufzüge (auch: Aufzugstestturm; Aufzugsforschungsturm) ist ein Turm, der als Zweckbau einem Aufzugshersteller bzw. Maschinenbauunternehmen auf dessen Gelände zum Testen neuer Aufzugstypen und Technologien, sowie der Aufzugsforschung dient. Analog zu den immer höher gebauten Wolkenkratzern, Fernmelde- und Aussichtstürmem werden auch die Aufzugsforschungstürme immer höher. Die noch mögliche Höhe neuer Bauwerke hängt nicht zuletzt von zuverlässigen und komplexen Aufzugsanlagen als Schnellaufzüge über große Höhen und als Verteileraufzüge über Stockwerksblöcke ab, ohne die die immer höheren Rekordhochbauten nicht möglich sind. Das betrifft nicht nur Personenlifte, sondern immer mehr auch Lastenaufzüge, die mit hoher Nutzlast schnell die vielen Stockwerke versorgen können müssen.

Aufzugstestanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Testtürme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufzugshersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere die großen Aufzugs- und Maschinenbauunternehmen wie Otis, Schindler, Kone, Mitsubishi, Hyundai (Hyundai Elevator Company), Hitachi usw. betreiben derartige Testtürme in namhafter Höhe.

Der aktuell höchste Aufzugsforschungsturm ist der im Dezember 2016 in Betrieb genommene Aufzugstestturm in Rottweil von ThyssenKrupp Elevator. Er löst damit den 213,5 Meter hohen G1Tower des Unternehmens Hitachi ab. Im Dezember 2010 wurde durch Hitachi ein 172,6 Meter Forschungsturm in Shanghai fertiggestellt, der der höchste Aufzugstestturm der Volksrepublik China ist.[1][2]

Komponentenhersteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufzugstesttürme in Betrieb haben auch Hersteller von Aufzugskomponenten, wie zum Beispiel der Aufzugssensorik-Komponenten-Hersteller Cedes in der Schweiz, der auch für andere Komponentenhersteller Auftragstestreihen übernimmt: So war Cedes im Jahr 2007 für Hilti, einem Hersteller von Befestigungssystemen, zur Erforschung des Verhaltens und deren Verbesserung der Montageverankerungen für die Schienenhalter an den Schachtwänden tätig.

Testanlagen unter Tage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keine Aufzugstesttürme, jedoch ebenfalls Aufzugstestanlagen mit großen Förderhöhen sind solche, die in ehemaligen Schächten aufgelassener Minen eingerichtet werden. Eine derartige Anlage betreibt der Aufzugshersteller Kone in Lohja (Finnland) mit einer Tiefe von 333 Metern und erreicht damit eine größere Förderhöhe als mit dem bisher höchsten Testturm, dem G1Tower.

Listen von Aufzugstestanlagen weltweit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste von Testtürmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Testturm Stadt Land Betreiber Höhe Tiefe
unter
Niveau
Stockwerke Haltestellen Baujahr (Inbetriebnahme) Betrieb Bemerkung
G1Tower Hitachinaka Japan Hitachi 213,5 m 15 m 9 10  Apr. 2004 ja[3] Schnellster Aufzug mit 1.080 m/min (18 m/s) ex aequo
Hyundai ‚Asan‘ Tower Icheon (Gyeonggi) Südkorea Hyundai 205 m ja Schnellster Aufzug ab 09/2009 mit 1.080 m/min (18 m/s) ex aequo
Mitsubishi ‚Solaé‘ Test Tower Inazawa Japan Mitsubishi 173 m 27 m 40 25. Jan. 2008 ja 40 Stockwerke äquivalent
Bisher unbenannt[4] Shanghai China Hitachi 172 m   2010 nein
Nippon-OTIS Shibayama Test Tower[5] Shibayama Japan Otis 154 m 27 m 39 45  Feb. 1998 ja ehemals höchster Aufzugstestturm der Welt
Ursprünglich: Express Lift Tower.
Nunmehr: National Lift Tower[6]
Northampton Großbritannien Ursprünglich: Express Lift Company / Otis.
Nunmehr: The National Lift Tower
127,45 m 12. Nov. 1982
 Sep. 2009
ja 1982 eröffnet von Elisabeth II.;
Jan. 1997 nach Betriebsunfall außer Betrieb gesetzt;
Ende Sept. 2010 nach Renovierung wieder in Betrieb genommen.[7]
OTIS Bristol Research Center Bristol USA Otis 117 m 29  Mai 1987 ja 29 Stockwerke äquivalent
Basarab Tower Bukarest Rumänien  ? 114 m 23   1988 ja 23 Stockwerke äquivalent
CEDES Testturm[8] Igis Schweiz Cedes (Elevators und Doors & Gates) 60 m   2006 ja
Aufzugstestturm Rottweil Deutschland ThyssenKrupp Elevator 246 m 30 m 31
  2016
ja geplante Besucherplattform auf 232 m[9]

Liste von Testanlagen unter Tage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Testanlage Stadt Land Betreiber Tiefe Baujahr (Inbetriebnahme) Betrieb Bemerkung
KONE’s Tytyri Elevator R & D center Lohja Finnland Kone 333 m 2006 ja Tests mit Aufzugsgeschwindigkeiten bis 17 m/s[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hitachi Global: „G1TOWER“ – the World's Tallest* Elevator Research Tower at 213 m – Scheduled for Completion in April, 28. Januar 2010, Zugriff am 14. Februar 2011
  2. elevatorchina.com: Hitachi Builds China's Highest Elevator Testing Tower-Project (Memento vom 4. September 2012 im Webarchiv archive.is), 20. Dezember 2010, Zugriff am 31. August 2011
  3. Jason Clenfield: China's Elevators: Built for Serious Speed, BusinessWeek, 27. Mai 2010, Zugriff am 14. Februar 2011
  4. Hitachi entwickelt schnellsten Aufzug der Welt, pressetext.com, 1. Februar 2010. Abgerufen am 9. Februar 2010.
  5. Der weltgrößte Otis Shibayama Test Tower (Memento vom 7. Januar 2011 im Internet Archive). In: Mitarbeiterzeitung „Otis Shimbun“ von Nippon OTIS, 10. April 1998. Wiederveröffentlicht in Otis History. Abgerufen am 9. Februar 2010.
  6. Website des National Lift Tower. Abgerufen am 9. Februar 2010 (englisch).
  7. Northampton Lift Tower renovation completed BBC News, 1. Juli 2010, abgerufen am 25. Dezember 2016.
  8. Hilti im Turm, CEDES-News, August 2007. Abgerufen am 9. Februar 2010.
  9. Aufzugstestturm in Rottweil
  10. Kone: High-rise elevator laboratory (Memento vom 23. Mai 2010 im Internet Archive) (englisch). Abgerufen am 9. Februar 2010