Teufelsstein (Haardt)

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Teufelsstein
Fels mit Bearbeitungsspuren

Fels mit Bearbeitungsspuren

Höhe 317 m ü. NHN
Lage Pfälzerwald, Rheinland-Pfalz, Deutschland
Gebirge Haardt
Koordinaten 49° 28′ 12″ N, 8° 8′ 54″ OKoordinaten: 49° 28′ 12″ N, 8° 8′ 54″ O
Teufelsstein (Haardt) (Rheinland-Pfalz)
Teufelsstein (Haardt)
Gestein Buntsandstein
Besonderheiten Gleichnamiger Fels auf dem Gipfel

Der Teufelsstein im Pfälzerwald bei der pfälzischen Kreisstadt Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz ist ein Berg von 317 m ü. NHN Höhe. Sein Name stammt von einem gleichnamigen Monolithen auf seiner Kuppe, der, wie Bearbeitungsspuren zeigen, in früherer Zeit als Kultobjekt diente.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berg nördlich von Grethen, eines Stadtteils von Bad Dürkheim, gehört als Südostläufer zum Bergmassiv des 494 m hohen Peterskopfes. Das Massiv liegt in der Haardt nördlich des Durchbruchs der Isenach aus dem Mittelgebirge in die Hügellandschaft an der Deutschen Weinstraße. Vom Gipfel des Teufelssteins, der heute bewaldet ist, bietet sich eine Rundumsicht über die Rheinebene im Osten, den Pfälzerwald im Westen sowie dessen Ostrand, die Haardt, die sich nach Norden und nach Süden erstreckt.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein südlicher Vorberg, der ebenfalls zum Massiv des Peterskopfes gehörende 300 m hohe Kästenberg (pfälzisch für Kastanienberg), trägt die Überreste der Heidenmauer, einer großen keltischen Siedlung mit 2,5 km langer Ringmauer, die um 500 v. Chr. errichtet wurde, sowie des römischen Steinbruchs Kriemhildenstuhl, der bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. in Gebrauch war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Teufelsstein, der dem Berg den Namen gegeben hat, ist ein Felsen von etwa 2,50 m Höhe und bis zu 4 m Breite. Fünf übereinander eingehauene Stufen führen treppenartig nach oben, wo sich eine Vertiefung befindet, die als Opferschale für religiöse Riten der vormaligen, vermutlich keltischen Benutzer gedeutet wird und von der aus eine sogenannte Blutrinne neben den Stufen nach unten verläuft. Zudem trägt der Fels zahlreiche eingehauene Symbole, die aus verschiedenen Zeiträumen stammen: Neben Sonnenrädern, Runen und römischen Ziffern lassen sich einige Markierungen feststellen, die an Steinmetzzeichen des 12. und 13. Jahrhunderts erinnern. Alten Beschreibungen zufolge müssen früher auch noch zwei grob skizzierte menschliche Figuren sowie weitere Einritzungen sichtbar gewesen sein, die inzwischen verwittert sind oder absichtlich zerstört wurden.[1] In der näheren Umgebung des Teufelssteins liegen einige große Steine, welche die Reste einer ehemaligen Umfriedung des Gipfelplateaus darstellen könnten.

Sage vom Teufelsstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gegend wird folgende Sage erzählt:

„Einst, als auf dem Berg gegenüber dem Teufelsstein das Kloster Limburg errichtet wurde, missbrauchten die Mönche den Teufel als Bauhelfer. Sie hatten ihm weisgemacht, ein Wirtshaus bauen zu wollen, und ihn auf diese Weise bewogen, die riesigen Steinquader aufeinanderzutürmen. Erst als nach Fertigstellung der Anlage die Glocken zur feierlichen Weihe der Basilika riefen, bemerkte der Teufel den Betrug. Voller Grimm wollte er auf dem gegenüberliegenden Berg den gewaltigen Felsblock ergreifen und auf das neue Kloster schleudern. Doch Gott beschützte die Mönche, der Stein wurde weich wie Butter. Da setzte sich der Teufel darauf, und sein Hintern, seine Füße und sein Schwanz hinterließen Abdrücke, die noch bis zum heutigen Tag sichtbar sind...“

Durch Brandstiftung zerstörte Bergstation der Gondelbahn

Franz Weiß hat in dem von ihm herausgegebenen Buch Die malerische und romantische Rheinpfalz der Sage vom Teufelsstein ein episches Gedicht gewidmet, das folgendermaßen endet:

„Noch ruhet auf derselben Stelle
ein stummer Zeuge und allein,
wo er entfiel dem Herrn der Hölle,
auf hohem Berg – der Teufelsstein.“[2]

Gondelbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1973 bis 1981, als der Betrieb wegen fehlender Rechte untersagt wurde, führte eine Gondelbahn vom Festgelände des Dürkheimer Wurstmarkts, den Brühlwiesen, in nordwestlicher Richtung hinauf auf den Teufelsstein. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage teilweise durch Vandalismus zerstört und ab März 2018 gänzlich abgebaut.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Teufelsstein. pfalz.de, abgerufen am 13. März 2017.
  2. Franz Weiß (Hrsg.): Die malerische und romantische Rheinpfalz, dargestellt in Originalansichten in Stahlstichen. 1. Auflage. Gottschick, Neustadt an der Haardt 1855 (3. Auflage 1857; Nachdruck Weidlich, Frankfurt 1981).
  3. Peter Spengler (psp): Bad Dürkheim: Talstation-Ruine der Gondelbahn wird abgerissen. In: Die Rheinpfalz. 24. März 2018 (online [abgerufen am 9. März 2019]).