Thüringer HC

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Thüringer HC
Voller Name Thüringer Handball Club Erfurt-Bad Langensalza e.V. (Hauptverein)
THC Sport GmbH (Spielbetrieb Profi-Handball)
Abkürzung(en) THC
Gegründet 2000
Vereinsfarben rot / blau
Halle Salza-Halle
Plätze 1.100
Präsident Catrin Finger
Geschäftsführer Tobias Busch
Trainer Herbert Müller
Liga Handball-Bundesliga Frauen
2016/17
Rang 2. Platz
DHB-Pokal Final Four
International Hauptrunde (EHF Champions League)
Website thueringer-hc.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
National Deutscher Meister
2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016
DHB-Pokalsieger
2011, 2013
Supercup
2015, 2016

Der Thüringer Handball Club Erfurt-Bad Langensalza e. V. ist ein Handballverein aus Erfurt und Bad Langensalza. Der Verein hat seinen Sitz gemäß § 1 Nr. 3 der Vereinssatzung in Erfurt. Die größten sportlichen Erfolge des Vereins sind der Gewinn der deutschen Meisterschaft 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 sowie des DHB-Pokals 2011 und 2013 im Damenhandball.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurzeln des THC Erfurt liegen in den 1960er Jahren in der damaligen Betriebssportgemeinschaft Motor-Nord-Erfurt. Diese wurde später zur BSG Umformtechnik Erfurt (UT Erfurt) umbenannt. Größter Erfolg der Handballabteilung der BSG Umformtechnik Erfurt war der Sieg der Damen im FDGB-Pokal, im Handballpokal der DDR im Jahr 1975.[1]

Als nach der Wende der Trägerbetrieb, das Kombinat Umformtechnik Erfurt, keinerlei Unterstützung einer leistungsorientierten Arbeit mehr leistete, schlossen sich die Handballerinnen in der Mehrzahl dem TSV Erfurt an und spielten bis 1994 mit ihrer Mannschaft in der ersten bzw. zweiten Bundesliga.

Der TSV Erfurt war bis 1996 der größte Erfurter Sportverein. Es gab eine Vielzahl alter (Schwimmen, Leichtathletik, Radsport, Fußball) und neu gegründeter Abteilungen wie z.B. Handball, Wandern, Boxen.

Auf Grund der Veränderungen nach der Wende war der Verein in seiner Größe wirtschaftlich kaum noch zu führen. Einzelne Abteilungen gründeten selbständige Vereine – so auch die Handballabteilung im Dezember 1996 – den Handball-Club Erfurt.

Am 9. Juni 2000 wurde der Name Thüringer Handball-Club Erfurt-Bad Langensalza auf der Mitgliederversammlung angenommen. Damit startete ein Thüringer Verein in die Saison 2000/01, der durch die Fusion des HC Erfurt mit der Handballabteilung des SV Empor Bad Langensalza entstand. Zur Saison 2006/07 wurde die 1. Damenmannschaft aus dem Verein ausgegliedert, den Spielbetrieb organisiert seitdem die THC Sport GmbH.[2]

Die Heimspiele werden in der Salza-Halle in Bad Langensalza, Hannoversche Straße 1, ausgetragen. Das Fassungsvermögen beträgt 1100 Zuschauer.

Mannschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 spielt die Damenmannschaft in der 1. Bundesliga.

In der Saison 2004/05 schaffte die Frauenmannschaft den Aufstieg in die erste Bundesliga und erreichte in den ersten beiden Spielzeiten eine Platzierung im Tabellenmittelfeld.

In der Saison 2007/08 schaffte die Bundesligamannschaft die erstmalige Teilnahme am Europacup. In der Saison 2008/09 konnte nicht an die Erfolge der vergangenen Spielzeiten angeknüpft werden und der THC landete am Saisonende auf einem Abstiegsplatz. Da der 1. FC Nürnberg wegen Insolvenz sein Team zurückzog, blieb der THC dennoch in der 1. Bundesliga. Auf internationaler Ebene verlief die Saison 2008/09 weitaus besser: Die Mannschaft erreichte das Finale des EHF Challenge Cups, in dem sie allerdings in zwei Finalspielen dem HB Cercle Nîmes unterlag.

In der Saison 2009/10 belegten die Thüringerinnen in der Meisterschaftsrunde den 8. Tabellenplatz und qualifizierten sich damit für die Play-off-Spiele. Dort scheiterten sie im Viertelfinale am späteren Meister HC Leipzig.

Die Saison 2010/11 wurde zur erfolgreichsten Spielzeit der Vereinsgeschichte. In der Bundesliga lagen die Thüringerinnen nach Abschluss der Hauptrunde mit 39:5 Punkten auf dem 1. Platz. In den anschließenden Play-off-Spielen setzten sie sich zunächst gegen die HSG Blomberg-Lippe mit 25:25 (auswärts) und 38:28 (daheim) sowie gegen den VfL Oldenburg mit 34:23 (auswärts) und 31:32 (daheim) durch. Die Finalspiele gegen den Buxtehuder SV entwickelten sich zu einem „Handball-Krimi“. Nachdem die Thüringerinnen das Auswärtsspiel in Buxtehude bereits mit 34:29 für sich entschieden hatten, schien der Titel im Finalrückspiel bereits verspielt, als der THC in eigener Halle in Bad Langensalza fünfeinhalb Minuten vor Schluss mit 19:28 zurücklag. In der Schlussphase gelangen dem THC aber noch 4 Tore, so dass der Meistertitel trotz einer 23:28-Niederlage aufgrund der Auswärtstorregel an die Thüringerinnen ging. Eine Woche später krönte der THC die Saison mit dem erstmaligen Gewinn des DHB-Pokals. In der Finalrunde in Göppingen setzten sich die Thüringerinnen im Halbfinale zunächst mit 26:22 gegen den HC Leipzig durch und schlugen im Finale den Endspielgegner um die deutsche Meisterschaft, den Buxtehuder SV, mit 27:25. Zuvor hatte der THC den Pokalverteidiger TSV Bayer Leverkusen (3.Runde), den Zweitligisten HSG Bad Wildungen (Achtelfinale) und den VfL Oldenburg (Viertelfinale) ausgeschaltet.

In der Saison 2011/12 war der THC aufgrund des Gewinns des Meistertitels 2011 erstmals für die EHF Champions League der Frauen qualifiziert, wobei die Thüringerinnen direkt für die Gruppenphase gesetzt waren. Dort war die Konkurrenz jedoch zu stark. Gegen den späteren Champions League Sieger 2012 ŽRK Budućnost Podgorica aus Montenegro, den FC Midtjylland aus Dänemark und den norwegischen Verein Byåsen IL holte man insgesamt aus sechs Spielen nur einen Punkt und schied als Gruppenletzter aus. Im DHB-Pokal scheiterte man als Titelverteidiger im Achtelfinale in einer Neuauflage des Vorjahresfinales deutlich mit 28:37 am Buxtehuder SV. Deutlich besser lief es jedoch in der Meisterschaft: In der Hauptrunde belegten die Thüringerinnen wie im Vorjahr den 1. Platz, diesmal mit 32:8 Punkten, punktgleich vor Vizemeister Buxtehude. In den Play-off-Spielen setzte man sich im Viertelfinale zunächst wie im Vorjahr gegen die HSG Blomberg-Lippe durch (29:26 auswärts, 27:25 daheim). Im Halbfinale konnte man gegen Bayer Leverkusen eine 25:26-Auswärtsniederlage durch einen 29:25-Heimsieg wettmachen, so dass man das Meisterschaftsfinale erreichte. Dort war wie im Vorjahr der Buxtehuder SV, der sich knapp gegen den HC Leipzig durchgesetzt hatte, der Gegner. Nach einer 25:26-Niederlage im Finalhinspiel setzten sich die Thüringerinnen im Rückspiel in eigener Halle mit 28:26 durch und gewannen damit das Finale mit einem Tor Vorsprung, so dass der Meistertitel erfolgreich verteidigt werden konnte.

In der Saison 2012/13 schlug sich der Thüringer HC auf internationalem Parkett beachtlich. In der Champions League erreichten die Deutschen sechs Punkte, was für den dritten Gruppenplatz reichte. Damit ging es im Cup der Cupsieger weiter. Im Achtelfinale stellte der mazedonische Klub WHC Metalurg kein Hindernis dar, im Viertelfinale wurde Balonmano Bera Bera (Spanien) ebenso klar eliminiert. Im Semifinale stand das Duell gegen einen anderen CL-Gruppendritten – Hypo Niederösterreich – auf dem Programm. Nach einem denkwürdigen 32:32 im Heimspiel kam in der Südstadt nach einer knappen 22:24-Niederlage das Aus.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saisonbilanzen seit 2000/01[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Spielklasse Platz Spiele S U N Tore Diff. Punkte
2000/01 Regionalliga Mitte 1 24 22 0 2 717:515 202 44:4
2001/02 2. Bundesliga Nord 5 26 16 2 8 701:617 84 34:18
2002/03 2. Bundesliga Süd 6 26 14 2 10 792:702 90 30:22
2003/04 2. Bundesliga Süd 2 28 20 5 3 880:723 157 45:11
2004/05 2. Bundesliga Süd 4 26 19 2 5 799:653 146 40:12
2005/06 Bundesliga 8 22 9 0 13 598:625 -27 18:26
2006/07 Bundesliga 6 22 10 1 11 613:649 -36 21:23
2007/08 Bundesliga 6 22 11 0 11 580:568 12 22:22
2008/09 Bundesliga 11 22 7 2 13 572:598 -26 16:28
2009/10 Bundesliga 8 22 8 2 12 585:610 -25 16:28
2010/11 Bundesliga 1 22 19 1 2 674:544 +130 39:5
2011/12 Bundesliga 1 20 16 0 4 596:482 +114 32:8
2012/13 Bundesliga 1 22 18 1 3 694:504 +190 37:7
2013/14 Bundesliga 1 22 21 1 0 727:495 +232 43:1
2014/15 Bundesliga 1 26 23 1 2 840:629 +211 47:5
2015/16 Bundesliga 1 26 21 1 4 796:632 +167 43:9
2016/17 Bundesliga 2 26 21 2 3 805:667 +138 44:8
Aufstieg
Abstieg

Kader für die Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Nat. Name Position Geburtstag Größe seit Letzter Verein
1 DeutscheDeutsche Jana Krause TW 10.07.1986 1,88 m 2013 Buxtehuder SV
12 DeutscheDeutsche Dinah Eckerle TW 16.10.1995 1,70 m 2011 TSF Ditzingen
2 DeutscheDeutsche Michelle Breitbarth RA 13.08.1998 1,70 m 2004
4 ÖsterreicherinÖsterreicherin Beate Scheffknecht RL 27.02.1990 1,78 m 2015 Frisch Auf Göppingen
5 DeutscheDeutsche Saskia Lang RL 19.12.1986 1,78 m 2017 HC Leipzig
10 DeutscheDeutsche Alexandra Mazzucco RA 29.01.1993 1,74 m 2017 HC Leipzig
13 DeutscheDeutsche Meike Schmelzer KM 19.07.1993 1,78 m 2014 1. FSV Mainz 05
14 ItalienerinItalienerin Anika Niederwieser RL 28.02.1992 1,83 m 2016 Esercito Figh Futura Roma
15 SpanierinSpanierin Macarena Aguilar RM 12.03.1985 1,70 m 2016 Siófok KC
18 TschechinTschechin Iveta Luzumová RM 03.04.1989 1,76 m 2013 Mios Biganos
25 DeutscheDeutsche Gordana Mitrovic RM 10.09.1996 1,74 m 2017 HSG Blomberg-Lippe
26 DeutscheDeutsche Nina Schilk LA 09.07.1989 1,69 m 2017 Bayer 04 Leverkusen
27 DeutscheDeutsche Anne Hubinger RR 31.07.1993 1,86 m 2017 HC Leipzig
28 SlowakinSlowakin Lýdia Jakubisová RR, RA 14.10.1981 1,69 m 2011 VfL Oldenburg
31 DeutscheDeutsche Kerstin Wohlbold RM 11.01.1984 1,69 m 2010 HSG Blomberg-Lippe
33 DeutscheDeutsche Antonia Westland RL 21.11.1997 1,74 m 2005
57 ÖsterreicherinÖsterreicherin Josefine Huber KM 19.02.1996 1,80 m 2017 HSG Blomberg-Lippe
DeutscherDeutscher Herbert Müller Trainer 03.09.1962 1,80 m 2010 CS Urban Brasov
DeutscherDeutscher Helfried Müller Co-Trainer 07.07.1966 1,79 m 2010 CS Urban Brasov

Zugänge 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgänge 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Männer des Thüringer HC spielen in der sechstklassigen Landesliga in Thüringen.

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weibliche B-Jugend des Thüringer HC wurde in den Jahren 2006, 2007 und 2009 deutscher Jugendmeister.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pokalsieger in der DDR (Frauen). Erschienen auf www.bundesligainfo.de. Eingesehen am 12. März 2016.
  2. Handelsregister B des Amtsgerichts Jena, HRB 113360.
  3. handball-world.com: Nina Schilk verlässt die Leverkusener Werkselfen zum Saisonende, abgerufen am 2. Februar 2017.
  4. handball-world.com: Hubinger verlässt verschuldeten HC Leipzig vom 20. Februar 2017, abgerufen am 20. Februar 2017.
  5. handball-world.com: Nationalspielerin Lang wechselt innerhalb der Bundesliga vom 30. März 2017, abgerufen am 30. März 2017
  6. a b handball-world.com: Thüringer HC mit zwei Neuzugängen aus Blomberg vom 11. April 2017, abgerufen am 11. April 2017
  7. handball-world.news: Thüringer HC verstärkt sich mit Rechtsaußen aus Leipzig vom 5. Juli 2017, abgerufen am 5. Juli 2017
  8. handball-world.com: Neuzugang vom THC – Issy Paris mit sieben Personalentscheidungen, abgerufen am 10. Februar 2017.
  9. handball-world.com: Metz verpflichtet Linksaußen vom Thüringen HC, abgerufen am 12. Februar 2017.
  10. handball-world.com: Ungarin Planeta verlässt THC im Sommer, abgerufen am 4. Mai 2017
  11. handball-world.com: Thüringer HC und Maria Kiedrowski gehen nach der Saison getrennte Wege, abgerufen am 15. Mai 2017
  12. thueringer-hc.de: Katrin Engel beendet Karriere, abgerufen am 7. Juli 2017