Thüringerberg

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Thüringerberg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Thüringerberg
Thüringerberg (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 10,4 km²
Koordinaten: 47° 13′ N, 9° 47′ OKoordinaten: 47° 12′ 54″ N, 9° 46′ 59″ O
Höhe: 877 m ü. A.
Einwohner: 700 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 67 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6721
Vorwahl: 05550
Gemeindekennziffer: 8 01 27
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Jagdbergstraße 270
6721 Thüringerberg
Website: www.thueringerberg.at
Politik
Bürgermeister: Wilhelm Müller
Gemeindevertretung: (Wahljahr: 2015)
(12 Mitglieder)

12 Thüringerberg Gemeinsam

Lage von Thüringerberg im Bezirk Bludenz
BartholomäbergBlonsBludenzBludeschBrandBürsBürserbergDalaasFontanellaGaschurnInnerbrazKlösterleLechLorünsLudeschNenzingNüzidersRaggalSt. Anton im MontafonSt. GallenkirchSt. GeroldSchrunsSilbertalSonntagStallehrThüringenThüringerbergTschaggunsVandansVorarlbergLage der Gemeinde Thüringerberg im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick von der L88 (Ludesch – Raggal)
Blick von der L88 (Ludesch – Raggal)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Thüringerberg ist eine Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bludenz mit 700 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thüringerberg liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz auf fast 900 Metern Höhe. Am Eingang des Großen Walsertales steigt das Gemeindegebiet von der Lutz 300 Meter nach Norden zu einer Höhenstufe an, wo der Ort am Südhang des Walserkammes liegt. Mehr als der Hälfte der zehn Quadratkilometer großen Fläche sind bewaldet, etwa ein Viertel wird landwirtschaftlich genutzt und fast zwanzig Prozent sind Almen.[1][2]

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden in Thüringerberg. Der Ort gliedert sich in die Parzellen Außerberg, Gaden, Hagen, Innerberg, Kapiescha, Maiern, Oberrain und Schloss.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laterns (FK)
Schnifis (FK) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt St. Gerold
Thüringen Ludesch

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet westlich vom Falsterbach, das auch Schloßtobel genannt wird, war bereits um 800 besiedelt. Eine Urkunde vom 9. Juni 831 nennt ein „Montaniola“, das wahrscheinlich die Berghalde Richtung Schlins bezeichnet. Die Herrschaft der Blumenegg umfasste die heutigen Orte Bludesch, Ludesch, Thüringen und Thüringerberg. Die Burg, deren Ruine sich in Thüringerberg befindet, wird 1265 erstmals erwähnt. In den Jahren 1405 wird die Burg im Appenzellerkrieg zerstört, aber fünf Jahre später wieder aufgebaut. Als die Burg 1774 niedebrennt, wird sie nicht wieder aufgebaut.

Mit dem Erwerb der Gebiete Blumenegg und St. Gerold gelangen die Habsburger 1804 in den gesamten Besitz von Vorarlberg. Bereits ein Jahr später fallen ganz Tirol und Vorarlberg im Frieden zu Pressburg an Bayern, kommen aber 1814 wieder zu Österreich.

Während der anschließenden Industrialisierung Vorarlbergs blieb Thüringerberg weiterhin von der Landwirtschaft geprägt.[1]

Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Thüringerberg seit der Gründung 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde inklusive der Zweitwohnsitze 702 Einwohner. Der Ausländeranteil lag dabei bei 5,7 Prozent.

Burgruine Blumenegg
Pfarrkirche Thüringerberg

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Thüringerberg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 28 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 13 im Haupt-, 13 im Nebenerwerb und zwei von juristischen Personen geführt. Diese zwei bewirtschafteten mehr als die Hälfte der Flächen. Die Erwerbstätigen im Produktionssektor verteilten sich auf die Herstellung von Waren und die Bauwirtschaft. Der größte Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die sozialen und öffentlichen Dienste. Sie beschäftigten 32 der 56 Angestellten.[4][5][6]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 28 31 27 25
Produktion 12 12 29 46
Dienstleistung 28 20 56 47

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den über 300 Erwerbstätigen, die 2011 in Thüringerberg lebten, arbeitete ein Viertel in der Gemeinde, drei Viertel pendelten aus.[7]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort gibt es (Stand Januar 2021) 32 Schüler.[8] In Thüringerberg gibt es zudem einen Kindergarten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Thüringerberg besteht aus 12 Mitgliedern. Bei der Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl 2020 kandidierte nur die Einheits-Liste „Thüringerberg Gemeinsam“, die in der Folge alle 12 Mandate stellte.[9] Bürgermeister ist Wilhelm Müller, der in der Bürgermeister-Direktwahl 2015 mit 83,95 % der Stimmen im Amt bestätigt wurde.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen wurde 1969 verliehen.[10]

Blasonierung: In Blau über rotem Dreiberg, der mit einem Schild mit drei silbernen und blauen Wolkenbalken belegt ist, eine rotbedachte silberne Burg mit zwei Erkerchen und je einer rotbe-dachten Wehrmauer.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Müller (* 1875 in Thüringerberg; † 1940 in Bludesch), Gastwirt und Politiker, Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Thüringerberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschichte der Gemeinde. Abgerufen am 17. Januar 2021.
  2. Ein Blick auf die Gemeinde Thüringerberg, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. Januar 2021.
  3. Thüringerberg, Zahlen und Fakten. Abgerufen am 17. Januar 2021.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Thüringerberg, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. Januar 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Thüringerberg, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. Januar 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Thüringerberg, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. Januar 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Thüringerberg , Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 17. Januar 2021.
  8. Volksschule. Gemeinde Thüringerberg, abgerufen am 17. Januar 2021 (österreichisches Deutsch).
  9. Gemeindewahlen 2020. (PDF) Gemeinde Thüringerberg, 16. September 2020, S. 3, abgerufen am 17. Januar 2021.
  10. Vorarlberger Gemeindewappenregistratur. (PDF) Vorarlberger Landesarchiv, 2008, S. 47, abgerufen am 17. Januar 2021.