Thames (Neuseeland)

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Thames
Thames (Neuseeland)
Thames
Koordinaten 37° 8′ S, 175° 32′ OKoordinaten: 37° 8′ S, 175° 32′ O
Region Waikato
Distrikt Thames-Coromandel District
Höhe 0 m
Einwohner 6.693 (2013)
Postleitzahl 3500
UN/LOCODE NZ TMZ
Blick auf Thames vom Ende der Monument Road, nördlich des Stadtzentrums

Thames ist eine rund 6700 Einwohnern zählende Stadt[1] auf der Coromandel Peninsula der Region Waikato auf der Nordinsel von Neuseeland. Sie ist die größte Stadt auf der Halbinsel und zugleich Verwaltungssitz des Thames-Coromandel Districts.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thames liegt mit seinen 6693 im Jahr 2013 gezählten Einwohnern[2] an der Westküste der Coromandel Peninsula, gut 2 km nördlich der Mündung des Waihou River in den Firth of Thames. Durch die Stadt selbst fließt der Kauaeranga River, der südlich des Stadtzentrums ebenfalls in den Firth of Thames mündet. Verkehrstechnisch angeschlossen ist Thames durch den New Zealand State Highway 25, der nach Norden den westlichen Teil der Coromandel Peninsula mit Thames verbindet und nach Süden hin über den State Highway 26 die Stadt an die 104 km entfernt liegende Stadt Hamilton anbindet. Das 115 km entfernt liegende Auckland ist von Thames aus über die State Highways 25, 2 und 1 zu erreichen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thames wurde gegründet, als 1867 im unteren Teils des Kauaeranga Valley, wenige Kilometer östlich der heutigen Stadt, Gold gefunden wurde. Es war William Hunt, der am 10. August 1867 [4] oberhalb des Wasserfalls im Karanui Creek seinen ersten respektablen Goldfund machte[5] und die ersten Schürfrecht in dem Gebiet zugesprochen bekam.[6] Die Goldmine, die er unter dem Namen Shotover eröffnete, produzierte Zeit ihres Bestehens 102.353 Unzen Goldbarren. Weitere Funde wurden gemacht und zahlreiche weitere Bergwerke eröffnet. Innerhalb von drei Jahren kamen rund 11.000 Bergarbeiter in die Stadt, die sich zu Beginn aus den folgenden drei Orten bildete: Tookeys Flat, am Kuranui Stream gelegen und von den Goldsucher bevorzugt, Shortland, an der Mündung des Kauaeranga River in den Firth of Thames gelegen und von der Regierung bevorzugt und Grahamstown, die zwischen den beiden Orten lag und 1868 von dem Entrepreneur Robert Graham nach vorherigem Landkauf gegründet wurde. Die drei Orte wuchsen zur Stadt Thames zusammen, wobei Grahamstown sich zuvor zum wirtschaftlichen Zentrum herausgebildet hatte.[2]

Thames entwickelte sich in nur wenigen Jahren zu der bedeutendsten Stadt in Neuseeland. Die Goldfunde und der Holzreichtum der Wälder zogen entsprechende Industrieunternehmen an, neue wurden gegründet. Vor allem Quartz-Brech- und Transportmaschinen und später Pumpen und Maschinen zum Entwässern tiefer gelegener Bergwerke waren gefragt.[6] Die ersten drei Jahre waren die erfolgreichsten der Stadt, in der zu Spitzenzeiten 1 Million Pfund Sterling Gold gewonnen wurde und die Stadt rund 18.000 Menschen (andere Quellen gehen von 20.000 Einwohnern aus[6]) beherbergte und an die 100 Hotels besaß.[4] Doch der Fall kam schnell mit dem Rückgang der Goldproduktion. 1880 zählte Thames nur noch 5000 Einwohner und im März 1901 gar nur noch 4004.[6]

1898 wurde die Eisenbahn mit zwei Bahnhöfen nach Thames eröffnet, Shortland Railway Station der eine, der später aber in South Thamse umbenannt wurde und North Thamse der andere, der 1988 stillgelegt wurde, sowie später die gesamte Strecke.

Von den einst großen Industrieunternehmen, die den Bedarf an Maschinen für den Bergbau und die Holzwirtschaft seinerzeit deckten, Charles Judd, 1869 gegründet und A. & G. Price, 1870 gegründet, konnte sich nach dem Fall der Stadt nur die Firma A. & G. Price durch dem Bau von Lokomotiven halten, die zunächst für den lokalen Bedarf produziert wurde, ab 1905 aber auch für das New Zealand Railway Department für ganz Neuseeland hergestellt wurden. Die letzte Lokomotive wurde 1965 hergestellt[2], das Unternehmen existiert Stand Januar 2017 aber immer noch.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute leben die Einwohner von Thames hauptsächlich vom Tourismus, dem Einzelhandel sowie der Landwirtschaft, auch die Firma A. & G. Price als Gießerei und Maschinenfabrik hat noch eine Bedeutung für die Stadt. 1964 eröffnete die japanische Firma Toyota eine auf das CKD-Prinzip ausgerichtete Montagefabrik, in der bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1998 knapp 250.000 Autos für den neuseeländischen Markt montiert wurden.[2] Geblieben ist eine große Toyota-Werkstatt und Hallen, in denen importierte Gebrauchtwagen für den Verkauf aufbereitet werden.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von touristischer Bedeutung sind die Museen und Bergwerke, sowie Wander- und Abenteuertouren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es gibt einige Bergwerke und eine Goldgewinnungsanlage, die in der Stadt besichtigt werden können.
  • Die Thames School of Mines ist heute als Museum zu besichtigen.
  • Einige Wandertouren führen in die alten Bergbaugebiete, wo noch alte Stollen unter Vorsicht und auf eigene Gefahr besichtigt werden können.
  • Coromandel Forest Park

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thames. In: Cyclopedia Company Ltd (Hrsg.): The Cyclopedia of New Zealand. Auckland Provincial District - Volume II. Christchurch 1902, S. 859–894 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thames, New Zealand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Paul Monin: Thames. In: Te Ara - the Encyclopedia of New Zealand. Ministry of Culture & Heritage, 15. Dezember 2010, abgerufen am 25. Januar 2017 (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. North Island Accommodation 2017. In: AA New Zealand (Hrsg.): AA Traveller. Wellington 2017, S. 230 (englisch).
  2. a b c d Paul Monin: Thames. In: Te Ara - the Encyclopedia of New Zealand. Ministry of Culture & Heritage, 15. Dezember 2010, abgerufen am 25. Januar 2017 (englisch).
  3. Topo250 maps - Auckland - Hamilton - Coromandel. Land Information New Zealand, abgerufen am 25. Januar 2017 (englisch).
  4. a b The Thames Gold Field. Goldmine Experience, abgerufen am 25. Januar 2017 (englisch).
  5. Informationstafel im Kauaeranga Visitor Centre im Kauaeranga Valley
  6. a b c d Thames. In: The Cyclopedia of New Zealand. 1902, S. 859 ff. (englisch).