The Accountant (2016)

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Filmdaten
Deutscher TitelThe Accountant
OriginaltitelThe Accountant
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2016
Länge128 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
Stab
RegieGavin O’Connor
DrehbuchBill Dubuque
ProduktionMark Williams,
Lynette Howell Taylor
MusikMark Isham
KameraSeamus McGarvey
SchnittRichard Pearson
Besetzung

The Accountant ist ein US-amerikanischer Thriller des Regisseurs Gavin O’Connor aus dem Jahr 2016. In den Hauptrollen sind Ben Affleck, Anna Kendrick, J. K. Simmons und Jon Bernthal zu sehen. Der Film kam am 14. Oktober 2016 in die amerikanischen und am 20. Oktober 2016 in die deutschen Kinos.[2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Wolff ist ein Inselbegabter und Mathematik-Genie, der mit Zahlen deutlich besser umgehen kann als mit Menschen. Er arbeitet unter der Tarnung einer kleinstädtischen Steuerberatung als Buchhalter für einige der gefährlichsten Unterweltorganisationen der Welt. Die Aufträge vermittelt ihm eine mysteriöse Figur namens „The Voice“, die mit ihm telefonisch kommuniziert. Als Kind wurde bei ihm Autismus diagnostiziert und seine Eltern hatten die Möglichkeit, ihn am Harbor Neuroscience Institute in New Hampshire leben zu lassen. Obwohl Wolff sich mit Justine, der ebenfalls autistischen, stummen Tochter des Institutsdirektors, verbunden fühlte, lehnte dies sein Vater, ein Offizier der US-Army, ab. Er war der Meinung, dass sein Sohn seine Behinderung durch viel Training und Selbstdisziplin überwinden solle, um sich in der Welt besser behaupten zu können. Die Mutter hielt dem Druck nicht stand und verließ die Familie. Flashbacks zeigen Wolff, der später auch ein bemerkenswerter Scharfschütze ist, und seinen Bruder Braxton in intensiver Ausbildung in Kampfkünsten.

Der Leiter der Steuerfahndungsabteilung des Finanzministeriums, Ray King, kennt Wolff nur als ​​„The Accountant“ (der Buchhalter). Der kurz vor der Pensionierung stehende King rekrutiert die junge Analystin Marybeth Medina als Fahnderin, um den Buchhalter zu identifizieren. Er droht, Medinas kriminelle Vergangenheit offenzulegen, falls sie die Mitarbeit ablehnt. Die einzigen Hinweise Medinas sind zahlreiche Decknamen sowie die Tonaufzeichnung einer Schießerei, bei der ein einziger Täter zahlreiche Mitglieder der Gambino-Familie getötet hatte.

Nach einer weiteren Tätigkeit für die Mafia nimmt Wolff einen weniger gefährlichen Auftrag des Robotik-Konzerns „Living Robotics“ an. In der Firma hat die Buchhalterin Dana Cummings verdächtige Unstimmigkeiten entdeckt. Der Gründer des Unternehmens Lamar Blackburn und seine Schwester und Teilhaberin Rita kooperieren bereitwillig bei der Untersuchung, während CFO Ed Chilton die Finanzlöcher als einen Fehler Cummings’ abtut. Wolff und Cummings entdecken im Verlauf der Zusammenarbeit, dass 61 Millionen US-Dollar des Unternehmens veruntreut worden sind, und wollen dazu einen Bericht verfassen.

Währenddessen besucht ein Auftragskiller Chilton zuhause. Dieser droht, Chilton und seine Frau umzubringen, wenn Chilton als Diabetiker sich nicht selbst eine tödliche Insulinüberdosis verabreicht. Lamar Blackburn sagt Wolff, dass Chilton das Geld veruntreut habe und aus Schuldgefühlen in den Selbstmord getrieben worden sei. Rita Blackburn schließt die Untersuchung ab, was Wolff sehr verstört, da er den Bericht nicht fertigstellen kann. Unterdessen untersucht Medina das Tonband der Schießerei und hört als Autismus-typisches Verhalten gemurmelt das Gedicht Solomon Grundy. Mit diesem Hinweis kann sie Wolffs Tarnung aufdecken und sein Buchhaltungsbüro entdecken. Dabei findet sie heraus, dass Wolff hohe Steuerrückzahlungen mit Spenden an das Harbor Neuroscience Institute abgeschrieben hat.

Nach Abschluss der Untersuchung von „Living Robotics“ versuchen Auftragskiller, Wolff und Cummings zu töten. Er tötet die Verfolger und rettet Dana. Während sich die beiden verstecken, vermuten sie richtig, dass das veruntreute Geld in Tochterunternehmen zur Schönung der Lagerbestände von Living Robotics reinvestiert wurde, um den Firmenwert für einen Börsengang künstlich zu erhöhen. Wolff vermutet Rita Blackburn dahinter und will sie in ihrem Haus zur Rede stellen. Allerdings findet er sie tot auf, was aber Lamar Blackburn mit dieser Tat in Verbindung bringt und ihn als Drahtzieher aufdeckt.

King und Medina durchsuchen Wolffs Haus und finden Beweise, dass er der gesuchte „Accountant“ ist. King verrät Medina, dass er Wolff bereits begegnet war, und erzählt ihr, was er über ihn weiß. So war Wolff in der US-Army, als er mit seinem Vater die Beerdigung seiner in zweiter Ehe verheirateten Mutter besuchte. Dort kam es zu einer Schlägerei, bei dem der Vater beim Versuch, seinen Sohn zu schützen, erschossen wurde. Wolff kam ins Gefängnis und lernte dort Francis Silverberg, den Buchhalter der Gambinos, kennen. Silverberg wurde als Informant für die US-Behörden rekrutiert, später freigelassen und anschließend von der Familie Gambino zu Tode gefoltert. Als Wolff im Gefängnis von Silverbergs Tod erfährt, ist er außer sich vor Wut, flüchtet und rächt sich mit der Schießerei an den Gambinos. King war dabei der erste Agent vor Ort und Wolff hätte ihn ebenfalls töten können. Wolff verschonte ihn jedoch, nachdem dieser ihn zu seiner Vaterrolle befragt hat. Seitdem versorgt eine mysteriöse Anruferin Ray King mit Informationen, wenn ein Kunde Wolffs Moralkodex nicht entspricht. King hatte nicht nach der Identität von Wolff gesucht, sondern nach einer Nachfolgerin, die die Anrufe entgegennimmt.

Wolff attackiert Lamar Blackburns Haus, das durch eine Gruppe von Söldnern unter der Leitung des Auftragskillers geschützt wird. Während des daraus resultierenden Schusswechsels erkennt der Auftragskiller den Kinderreim Solomon Grundy, den Wolff in Stresssituationen aufsagt, und stellt sich ihm gegenüber. Er offenbart sich als sein Bruder Braxton, zu dem Christian nach dem Tod seines Vaters keinen Kontakt mehr hatte. Nach einem Kampf sind sie sich schließlich im Reinen, und Braxton unternimmt nichts gegen die Tötung Lamar Blackburns. Wolffs Beweise für dessen kriminelle Aktivitäten gelangen zu Medina, die Kings Angebot akzeptiert und dessen Posten übernommen hat, und deklassiert daraufhin Living Robotics. Im Harbor Neuroscience Institute arbeitet die erwachsene Justine an einem leistungsstarken Computer und entpuppt sich als die unbekannte Telefonstimme. In der Endszene erhält Dana das Gemälde von Jackson Pollock, das Wolff ihr geschickt hat.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde in Atlanta, Georgia gedreht, unter anderem am Georgia Institute of Technology. Die Dreharbeiten begannen im Januar 2015.[3]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einspielergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film nahm bei Produktionskosten in Höhe von 44 Millionen US-Dollar am Eröffnungswochenende 24,7 Millionen US-Dollar ein. Insgesamt spielte er in den Kinos der Vereinigten Staaten gut 86,2 Millionen ein, die weltweiten Einnahmen betrugen über 155 Millionen Dollar.[4]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Accountant erhielt auf Rotten Tomatoes von 52 % der Kritiker ein positives Urteil, wobei 254 Rezensionen gewertet wurden. Das Fazit der Seite lautet: „The Accountant verwirft eine engagierte Darstellung von Ben Affleck und lässt die Zuschauer mit einem unstrukturierten Actionthriller zurück.“[5] Auf Metacritic erreichte der Film einen Metascore von 51 von 100 basierend auf 45 Kritiken.[6]

Der Filmdienst sah eine „versiert inszenierte Mischung aus Psychogramm und Thriller, in der die Bösen zu den Guten werden“. Dabei gerate der Film „moralisch freilich immer wieder arg ins Schwimmen und zudem auch erzählerisch oft aus dem Tritt“.[7] Die Redaktion von Cinema schrieb: „"The Accountant" ist kein Finanzkrimi mit einem unbestechlichen Buchhalter als Helden. Vielmehr ist der Film beinharter Actionreißer und trickreicher Verschwörungskrimi in einem. Zwar ist die Motivlage nicht immer ganz logisch, aber den Unterhaltungswert dieses hochklassigen Thrillers tut das keinerlei Abbruch, vor allem da Ben Affleck mit jedem Film besser zu werden scheint.“[8] Andreas Busche von epd Film meinte, die Motive seien „aus besseren Genrefilmen und Fernsehserien der letzten Jahre“ entliehen und würden sich zu keiner „kohärenten“ Geschichte zusammenfügen. Busche hob die „hochkonzentrierte, elegante Inszenierung“ von O'Connor hervor, welche zunächst „Autorenanspruch“ vermuten lasse, doch letztlich wirke der Film wie ein „überambitioniertes B-Movie“.[9] Carsten Baumgardt resümierte in seiner Kritik auf Filmstarts: „Handlung und Figurenzeichnung mögen nicht immer hundertprozentig stimmig sein, die Ideenvielfalt von Gavin O’Connors schwarzhumorigem „The Accountant“ sorgt dennoch für gute, kurzweilige Thriller-Unterhaltung.“[10]

Fortsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Juni 2017 wurde bekannt, dass eine Fortsetzung bei Warner Bros. in Planung ist.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für The Accountant. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. The Accountant Weltweite Kinostarts auf wbpsites.com, abgerufen am 23. September 2016.
  3. The Accountant Produktion auf imdb.com, abgerufen am 22. Mai 2018.
  4. The Accountant Budget und Einspielergebnisse auf boxofficemojo.com, abgerufen am 22. Mai 2018.
  5. The Accountant. In: rottentomatoes.com. Abgerufen am 22. Mai 2018.
  6. The Accountant. In: metacritic.com. Abgerufen am 22. Mai 2018.
  7. The Accountant. In: filmdienst.de. Abgerufen am 22. Mai 2018.
  8. The Accountant. In: cinema.de. Abgerufen am 22. Mai 2018.
  9. The Accountant. In: epd-film.de. Abgerufen am 22. Mai 2018.
  10. The Accountant. In: filmstarts.de. Abgerufen am 22. Mai 2018.
  11. The Accountant 2 – Ben Affleck kehrt im Sequel als tödliches Mathe-Genie zurück. In: moviepilot.de. 27. Juni 2017, abgerufen am 27. Juni 2017.